{"id":388901,"date":"2025-09-01T17:13:10","date_gmt":"2025-09-01T17:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388901\/"},"modified":"2025-09-01T17:13:10","modified_gmt":"2025-09-01T17:13:10","slug":"anklage-nach-vergewaltigungsserie-an-klinik-in-bielefeld-erhoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/388901\/","title":{"rendered":"Anklage nach Vergewaltigungsserie an Klinik in Bielefeld erhoben"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 01.09.2025 19:01 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>\u00dcber Jahre hat ein Assistenzarzt an einer Bielefelder Klinik Dutzende Patientinnen bet\u00e4ubt und vergewaltigt.\u00a0Gegen drei leitende Mitarbeiter aus dem Umfeld des Arztes wurde nun Anklage erhoben.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit mehreren Jahren laufen Ermittlungen wegen einer Vergewaltigungsserie am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. Wegen tateinheitlicher fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung durch Unterlassen wurde jetzt gegen einen Chefarzt, einen zur Tatzeit angestellten Oberarzt und einen Pflegedienstleiter der Klinik Anklage erhoben. Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, deutliche Hinweise darauf gehabt zu haben, dass der Assistenzarzt ohne medizinische Indikation regelm\u00e4\u00dfig sedierende Medikamente verabreichte.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Staatsanwaltschaft Duisburg st\u00fctzt ihre Anklage unter anderem auf den Vorwurf, die Angeschuldigten h\u00e4tten das auff\u00e4llige Verhalten des Assistenzarztes erkennen, zusammentragen und entsprechend bewerten m\u00fcssen. Dar\u00fcber hinaus wird dem Chefarzt und Pflegedienstleiter vorgeworfen, ihnen bekannte Vorkommnisse gar nicht oder nicht vollst\u00e4ndig an die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung gemeldet zu haben. Auch der Oberarzt habe wesentliche Informationen nicht an seinen Vorgesetzten weitergeleitet.<\/p>\n<p>    Vergewaltigungsserie im Krankenhaus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZwischen 2018 und 2020 bet\u00e4ubte der Assistenzarzt Philipp G. insgesamt 34 Patientinnen ohne medizinische Indikation mit dem Narkosemittel Propofol. Anschlie\u00dfend vergewaltigte er die Frauen, zum Teil mehrfach. Nach seiner Festnahme im Herbst 2020 beging er Suizid. In seiner Wohnung hatte die Polizei Festplatten mit Videos seiner Taten gefunden, au\u00dferdem eine Liste mit 80 Namen von Frauen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Staatsanwaltschaft Duisburg wertete folgend rund 15 Terabyte Material aus, vernahm \u00fcber 100 Zeugen und holte zwei Sachverst\u00e4ndigengutachten ein. Das ARD-Magazin Kontraste berichtete mehrfach zu diesem Fall.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n25 Patientinnen vergewaltigte Philipp G. bereits zwischen 2018 bis Ende 2019. Seit Herbst 2019 sollen sich dann die Hinweise von Betroffenen und Mitarbeitenden im Krankenhaus an die Angeklagten gemehrt haben, so die Staatsanwaltschaft. Entsprechend h\u00e4tten sie sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt reagieren k\u00f6nnen und m\u00fcssen, beispielsweise durch verst\u00e4rkte Kontrollen, um den Assistenzarzt aufzuhalten. Neun weitere Frauen, die Philipp G. dann zwischen Herbst 2019 bis 2020 missbrauchte, h\u00e4tten so m\u00f6glicherweise durch den Chefarzt, Oberarzt und Pflegedienstleiter gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Teilerfolg f\u00fcr die Opfer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch auch wenn es bei der Anklage nur um neun von 34 Frauen geht, bleibt sie ein Teilerfolg f\u00fcr die Missbrauchsopfer, erkl\u00e4rt Anw\u00e4ltin Stefanie H\u00f6ke dem rbb. Sie vertritt 12 der insgesamt 34 Patientinnen, die im Krankenhaus vergewaltigt wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Die Frauen, von denen einige direkt mit dem Chefarzt gesprochen und ihn auf das n\u00e4chtliche Zugangslegen des Assistenzarztes Philipp G. hingewiesen haben, f\u00fchlen sich endlich ernst genommen und insbesondere von der Justiz gesehen&#8220;, so H\u00f6ke. &#8222;Meine Mandantinnen m\u00fcssen diese Information auch erst einmal verarbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>    Frauen f\u00fchlten sich nicht ernst genommen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00dcber die Er\u00f6ffnung des Hauptverfahrens wird nun das Landgericht entscheiden. Nahezu alle ihre Mandantinnen wollen in diesem Verfahren angeh\u00f6rt werden, erkl\u00e4rt Anw\u00e4ltin Stefanie H\u00f6ke, &#8222;damit sie aussagen k\u00f6nnen, was Ihnen in dem Klinikum von dem Assistenzarzt angetan wurde und wie wenig sie von dem Chefarzt und Oberarzt ernst genommen wurden beziehungsweise sie teilweise behandelt wurden, als ob sie sich alles nur eingebildet h\u00e4tten.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDass die drei Angeschuldigten Kenntnis von den sexuellen \u00dcbergriffen durch den Assistenzarzt hatten, lie\u00df sich nicht nachweisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUrspr\u00fcnglich lag der Fall bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Diese stellte das Verfahren nach dem Suizid des Assistenzartes ein. Danach \u00fcbertrug das Justizministerium NRW den Fall an die Staatsanwaltschaft Duisburg, die dann die Ermittlungen wieder aufgenommen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.09.2025 19:01 Uhr \u00dcber Jahre hat ein Assistenzarzt an einer Bielefelder Klinik Dutzende Patientinnen bet\u00e4ubt und vergewaltigt.\u00a0Gegen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":388902,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1605,3364,29,30,3263,1209,104441],"class_list":{"0":"post-388901","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-bielefeld","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-krankenhaus","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-vergewaltigungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115130165278488147","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=388901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/388901\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/388902"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=388901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=388901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=388901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}