{"id":389223,"date":"2025-09-01T20:04:11","date_gmt":"2025-09-01T20:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389223\/"},"modified":"2025-09-01T20:04:11","modified_gmt":"2025-09-01T20:04:11","slug":"warum-elektroautos-in-europa-doppelt-so-teuer-sind-wie-in-china-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389223\/","title":{"rendered":"Warum Elektroautos in Europa doppelt so teuer sind wie in China \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die Zukunft des Automobils wird nicht mehr in Europa entschieden, sondern in Shenzhen und Shanghai. W\u00e4hrend deutsche Hersteller noch mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage k\u00e4mpfen, \u00fcberschwemmen Chinas Konzerne den Weltmarkt mit g\u00fcnstigen Elektroautos. Die Preisunterschiede sind dramatisch, wie jetzt eine Untersuchung des deutschen CAR-Instituts ergab: Ein E-Auto, das in China 7000 Euro kostet, steht in Deutschland und \u00d6sterreich f\u00fcr fast 20.000 Euro im Prospekt.<\/p>\n<p>In China tobt seit Monaten ein Preiskrieg, der ausl\u00e4ndische wie heimische Hersteller zwingt, mit massiven Rabatten und Preissenkungen Marktanteile zu verteidigen. F\u00fcr Chinas Marken ist es eine strategische Wette: kurzfristig niedrige Margen, langfristig die Dominanz \u00fcber die Elektromobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u201eEs geht darum, Marktanteile zu sichern und ein Monopol aufzubauen\u201c, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ferdinand-dudenhoeffer?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ferdinand Dudenh\u00f6ffer<\/a>, Leiter des CAR-Instituts, im Gespr\u00e4ch mit der \u201ePresse\u201c. Dass chinesische Hersteller so aggressiv agieren k\u00f6nnen, hat zwei zentrale Ursachen. Erstens verf\u00fcgen sie \u00fcber einen gigantischen Heimmarkt, der f\u00fcr enorme St\u00fcckzahlen sorgt. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden in China 5,5 Millionen Autos mit reinem Elektro- oder einem Plug-in-Hybridantrieb verkauft. In Europa (<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>, UK. EFTA) waren es 1,8 Millionen. Ein Verh\u00e4ltnis also von 3:1.<\/p>\n<p> G\u00fcnstige Produktion<\/p>\n<p>Eine andere Zahl: Zwischen J\u00e4nner und Juni wurden weltweit 4,4 Millionen in China produzierte Elektroautos verkauft. In Europa waren es 1,2 Millionen, davon ein Teil aus chinesischer Produktion.<\/p>\n<p>Zweitens beherrscht China die Batteriewertsch\u00f6pfung. Lithium-Ionen-Zellen, die bis zu 40 Prozent der Kosten eines Elektroautos ausmachen, werden in riesigen Fabriken im eigenen Land produziert, was die Preise zus\u00e4tzlich dr\u00fcckt. Hinzu kommt die konsequente Nutzung neuer Produktionsmethoden wie \u201eGiga-Casting\u201c, bei dem gro\u00dfe Karosserieteile in einem Arbeitsschritt gegossen werden \u2013 ein Verfahren, das deutsche Hersteller bislang kaum einsetzen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu enormen Preisunterschiede, wie das CAR-Institut f\u00fcr Deutschland festgestellt hat (in \u00d6sterreich ist die Preissituation \u00e4hnlich). Der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/byd?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BYD<\/a> Dolphin Surf etwa wird in China f\u00fcr 7371 Euro (ohne Mehrwertsteuer) angeboten, in Deutschland kostet er 19.319 Euro (ohne Steuer), in \u00d6sterreich 19.483 Euro. \u00c4hnliche Unterschiede gibt es beim Atto 3 von BYD oder auch beim C10 von Leapmotor. Im Schnitt liegen die Preise chinesischer Modelle in Deutschland um etwa 108 Prozent \u00fcber den Listenpreisen in China, erkl\u00e4rt Dudenh\u00f6ffer.<\/p>\n<p> \u201eVergleicht \u00c4pfel und Birnen\u201c<\/p>\n<p>\u201eMan vergleicht hier \u00c4pfel mit Birnen\u201c, kontert Pascal Sperger, Sprecher von BYD in \u00d6sterreich. Es gebe gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Modellen, die in China und jenen, die in Europa verkauft werden. Die europ\u00e4ischen Versionen seien viel hochwertiger ausgestattet, sie h\u00e4tten eine gr\u00f6\u00dfere Batterie, einen st\u00e4rkeren Motor. In China m\u00fcssten sie nicht \u00fcber die vielen Assistenzsysteme verf\u00fcgen, die die EU vorschreibt (unter anderem einen Tempolimitwarner). Dazu k\u00e4men Transport, Zoll sowie die Kosten f\u00fcr den Aufbau eines H\u00e4ndlernetzes in Europa und f\u00fcr die EU-Homologation (Pr\u00fcfung des Fahrzeugs vor der Genehmigung auf Einhaltung der gesetzlichen und technischen Standards, Anm.). \u201eDas muss man beim Preis alles einkalkulieren\u201c, betont Sperger.<\/p>\n<p>Dennoch werden auch f\u00fcr deutsche Modelle im Heimatmarkt deutlich h\u00f6here Preise verlangt als in China. Die beiden <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/vw?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VW<\/a>-Elektroautos ID.3 und ID.4 kosten laut CAR in Europa gut doppelt so viel wie in der Volksrepublik. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/mercedes?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mercedes<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/volvo?ref=article_a\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" eventaction=\"\" click=\"\" article=\"\" elektroautos=\"\" in=\"\" europa=\"\" doppelt=\"\" so=\"\" teuer=\"\" sind=\"\" wie=\"\" china=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Volvo<\/a> oder Mini liegen im Schnitt bei Aufschl\u00e4gen um die 50 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich wird das Auto f\u00fcr China auch billiger gebaut\u201c, meint Dudenh\u00f6ffer. \u201eAber VW steht in China unter gro\u00dfem Druck, weil der Mitbewerb mit echten Kampfpreisen agiert. Man hat Marktanteile verloren und damit man nicht noch mehr verliert, nimmt man lieber Verluste in Kauf oder sehr geringe Margen.\u201c<\/p>\n<p>Die Kostenvorteile chinesischer Produzenten werden in Europa noch teilweise durch EU-Z\u00f6lle abgefedert. Doch dieser Schutz wirkt nur begrenzt und ist dauerhaft. Sobald chinesische Hersteller in Europa eigene Werke aufbauen \u2013 ein Prozess, der bereits angelaufen ist, Ende des Jahres er\u00f6ffnet BYD sein Werk in Ungarn \u2013 werden die Preisunterschiede noch deutlicher sp\u00fcrbar. Zugleich sinken mit wachsenden Absatzzahlen in Europa die Marketing- und Vertriebskosten, die bislang einen Teil der Preisdifferenz erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p> Doppelter Druck auf Europ\u00e4er<\/p>\n<p>F\u00fcr europ\u00e4ische Autobauer ergibt sich daraus ein doppelter Handlungsdruck. Sie m\u00fcssen ihre Produktionskosten deutlich senken, sei es durch eine st\u00e4rkere Lokalisierung in China, durch neue Fertigungstechniken oder durch engere Partnerschaften in der Batteriewertsch\u00f6pfung. Und sie m\u00fcssen Innovationen vorantreiben, um ihre Modelle im gr\u00f6\u00dften Automarkt der Welt attraktiver zu machen. Heuer k\u00f6nnten in China insgesamt 20 Millionen Pkw verkauft werden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste gro\u00dfe B\u00fchne f\u00fcr diesen Wettbewerb wird die IAA Anfang September in M\u00fcnchen sein. \u201eAutopapst\u201d Dudenh\u00f6ffer prognostiziert schon jetzt, dass die Messe fast den Charakter einer chinesischen Automesse annehmen k\u00f6nnte, so massiv werde die Pr\u00e4senz der Marken aus Fernost ausfallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Zukunft des Automobils wird nicht mehr in Europa entschieden, sondern in Shenzhen und Shanghai. 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