{"id":389549,"date":"2025-09-01T23:03:13","date_gmt":"2025-09-01T23:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389549\/"},"modified":"2025-09-01T23:03:13","modified_gmt":"2025-09-01T23:03:13","slug":"1000-jaehrige-geschichte-im-essener-dom-fragment-des-siebenarmigen-leuchters-kehrt-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389549\/","title":{"rendered":"1000-j\u00e4hrige Geschichte im Essener Dom: Fragment des Siebenarmigen Leuchters kehrt zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>            <a href=\"https:\/\/lokalklick.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/E_250829_PK-Nietenkopfmaske-1.jpg\" data-caption=\"Nietenkopfmaske Siebenarmiger Leuchter (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"696\" height=\"411\" class=\"entry-thumb td-modal-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/E_250829_PK-Nietenkopfmaske-1-696x411.jpg\"   alt=\"\" title=\"E_250829_PK Nietenkopfmaske 1\"\/><\/a>Nietenkopfmaske Siebenarmiger Leuchter (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen)<br \/>\n            Anzeigen<a href=\"https:\/\/www.mheg-containershop.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/MH_Anzeige_Container_1456x180.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/www.rugana.de\/de\/Mecklenburg-Vorpommern\/Insel.Ruegen\/D41\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FeWo-Dranske-2-1456.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Essen. <\/strong>Ein lange verschollenes Fragment des ber\u00fchmten Siebenarmigen Leuchters ist nach Essen zur\u00fcckgekehrt. Die Nietenkopfmaske erg\u00e4nzt nun die Ausstellung im Domschatz und erz\u00e4hlt ein St\u00fcck bewegte Kunstgeschichte.<\/p>\n<p>Kleines Kunstwerk mit gro\u00dfer Geschichte: Dank einer guten Vernetzung in die Kunstszene und engagierter Unterst\u00fctzung aus der Region ist es dem Essener Dom gelungen, ein lange verloren geglaubtes Fragment des Siebenarmigen Leuchters zur\u00fcck nach Essen zu holen. Nur 2,1 mal 4 Zentimeter gro\u00df ist die sogenannte Nietenkopfmaske, die einst am Fu\u00df der um 990 geschaffenen, \u00e4ltesten christlichen Nachbildung des antiken j\u00fcdischen Tempelleuchters ihren Platz hatte. Am Freitag, 29. August 2025, haben die Leiterin des Essener Domschatzes, Andrea Wegener, und Dompropst Michael D\u00f6rnemann diese kleine Kostbarkeit der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Gut erkennbar zeigt das Exponat aus feuervergoldeter Bronze einen Kopf, der zu den mindestens 28 detailreich verzierten Nieten am Fu\u00df des \u00fcber 1000 Jahre alten Leuchters geh\u00f6rt hat. \u201eAufgrund der Herstellungstechnik ist jedes dieser kleinen Objekte ein Einzelst\u00fcck\u201c, betont Wegener.<\/p>\n<p><strong>Fehlende Niete wurde durch einen Nachguss ersetzt<\/strong><\/p>\n<p>Dass die nun zur\u00fcckgekehrte Niete fehlte und im Jahr 1920 durch einen Nachguss ersetzt wurde, war am Essener Dom schon lange bekannt. Wegener: \u201eWir wissen jedoch weder wann die Nietenkopfmaske entwendet wurde, noch warum \u2013 und schon gar nicht durch wen.\u201c Theoretisch k\u00f6nne dies irgendwann zwischen dem Mittelalter, der Aufhebung des Essener Frauenstifts Anfang des 19. Jahrhunderts oder auch sp\u00e4ter passiert sein. Ab 1904 l\u00e4sst sich das Fehlen am Siebenarmigen Leuchter fotografisch belegen. Zumindest l\u00e4sst sich jedoch rekonstruieren, wie die Nietenkopfmaske vor einigen Jahrzehnten wieder aufgetaucht und wie sie dann den Weg zur\u00fcck nach Essen gefunden hat. Entscheidend war hier ein privater Kunstsammler in der Schweiz. \u201eEr hatte sich auf fr\u00fchmittelalterliche Kunst spezialisiert und die Nietenkopfmaske von einer Kunsthandlung in W\u00fcrzburg erworben\u201c, wei\u00df Wegener. Das Alter der Niete und das Material \u2013 Bronze \u2013 waren bekannt, nur die urspr\u00fcngliche Herkunft des Objekts war auf dem Weg bis nach W\u00fcrzburg verloren gegangen. So begann der Schweizer Sammler zu forschen, sprach mit Fachleuten f\u00fcr Kunstgeschichte und stie\u00df irgendwann auf die Information \u00fcber die fehlende Nietenkopfmaske des Essener Leuchters, den er dann auch selbst in Augenschein nahm. Nach und nach wurde aus der ersten Vermutung die sp\u00e4ter auch durch Materialproben abgesicherte Erkenntnis: Das Schweizer Sammlerst\u00fcck ist das fehlende Fragment des Essener Leuchters.<\/p>\n<p><strong>Von der Schweiz \u00fcber Menschen nach Essen<\/strong><\/p>\n<p>Von dieser Anfang der 2000er Jahre gewonnenen Erkenntnis bis zur R\u00fcckf\u00fchrung nach Essen dauerte es allerdings noch weitere gut 20 Jahre. Der Schweizer Sammler behielt sein Exponat, stellte es aus und war auch mit dem Essener Domschatz in Kontakt. Doch ein Verkauf ins Ruhrgebiet stand nicht zur Debatte. Dies \u00e4nderte sich erst nach dem Tod des Sammlers, als dessen Erben die Kunsthandlung Julius B\u00f6hler mit der Vermarktung der Sammlung beauftragten. Die Fachleute in dem M\u00fcnchener Traditionshaus wussten um die Bedeutung der Nietenkopfmaske f\u00fcr den Essener Dom und boten sie dem Domschatz an. Wegener, D\u00f6rnemann und Arnd Brechmann, der Vorsitzende des M\u00fcnsterbauvereins, erkannten die einmalige Chance, dieses Kleinod endlich zur\u00fcck nach Essen zu holen \u2013 und mit ihnen die Sparkasse Essen, die Bank im Bistum Essen und die Kanzlei Aulinger Rechtsanw\u00e4lte, die gemeinsam mit dem M\u00fcnsterbauverein den Kaufpreis von 15.000 Euro spendeten. \u201eWir sind froh und dankbar f\u00fcr die gro\u00dfherzige Unterst\u00fctzung dieser Unternehmen und des M\u00fcnsterbauvereins, durch die es m\u00f6glich wurde, dieses spannende Puzzleteil aus dem Erbe der Essener Stifts- und Stadtgeschichte nun dauerhaft im Domschatz zu pr\u00e4sentieren\u201c, bedankt sich D\u00f6rnemann.<\/p>\n<p>An ihrem urspr\u00fcnglichen Platz im Fu\u00df des Siebenarmigen Leuchters wird die Nietenkopfmaske k\u00fcnftig jedoch nicht zu sehen sein. \u201eEin Einbau w\u00e4re ohne Besch\u00e4digungen nicht realisierbar\u201c, erkl\u00e4rt Wegener. Der Leuchter sei schon zu lange mit dem Nachguss ausgestattet, als dass man an diesem historisch einmaligen Exponat nun wieder etwas ver\u00e4ndere. Stattdessen wird die Nietenkopfmaske im Domschatz zu sehen sein. Im Handschriftenraum im Obergeschoss kann man sich in das auf der Niete abgebildete Gesicht vertiefen, auf einer Tafel die Geschichte nachlesen \u2013 und dann durch ein Periskop in den Dom bis zum Siebenarmigen Leuchter schauen. \u201eSo schaffen wir die Verbindung zwischen dem fr\u00fcheren und dem heutigen Standort der Nietenkopfmaske\u201c, sagt Wegener.<\/p>\n<p><strong>Siebenarmiger Leuchter ist frisch gereinigt<\/strong><\/p>\n<p>Der einst von der Essener \u00c4btissin Mathilde gestiftete Leuchter lohne aber auch ohne die wiedererlangte Nietenkopfmaske einen Blick aus der N\u00e4he, betont Wegener. Denn erstmals seit 1987 wurde das 2,26 Meter hohe und 1,88 Meter breite Objekt in den vergangenen Wochen einer intensiven und fachkundigen Reinigung unterzogen. Von einem Ger\u00fcst aus hat die K\u00f6lner Restauratorin Anke Freund das kostbare St\u00fcck gereinigt. Das sei dringend n\u00f6tig gewesen, berichtet Wegener: Kerzenru\u00df, Weihrauch und Staub j\u00e4hrlich zehntausender G\u00e4ste h\u00e4tten sich mit der Zeit auf der 1000 Jahre alten Bronze abgelagert. \u201eJetzt ist die herausragende Qualit\u00e4t des Leuchters wieder gut erkennbar\u201c.<\/p>\n<p><strong>INFO: \u00d6ffnungszeiten<\/strong><br \/>Der Siebenarmige Leuchter im Essener Dom kann t\u00e4glich w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten des Doms (in der Regel t\u00e4glich von 6.30 bis 18.30 Uhr), au\u00dferhalb der Gottesdienste besichtigt werden. Die Nietenkopfmaske ist Teil der Ausstellung des Essener Domschatzes, die dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet ist. Der Eintritt kostet 5, erm\u00e4\u00dfigt 4 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nietenkopfmaske Siebenarmiger Leuchter (Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen) Anzeigen Essen. 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