{"id":389564,"date":"2025-09-01T23:11:12","date_gmt":"2025-09-01T23:11:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389564\/"},"modified":"2025-09-01T23:11:12","modified_gmt":"2025-09-01T23:11:12","slug":"75-jahre-galerie-keim-wie-fuehrt-man-eine-erfolgreiche-galerie-herr-niecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389564\/","title":{"rendered":"75 Jahre Galerie Keim: Wie f\u00fchrt man eine erfolgreiche Galerie, Herr Niecke?"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1997 hat er mehr als 165 Ausstellungen durchgef\u00fchrt \u2013 Thomas Niecke ist seit 45 Jahren Kunsth\u00e4ndler und feiert den 75. Geburtstag der Galerie Keim.<\/p>\n<p>\u201eLeben l\u00e4sst sich nur r\u00fcckw\u00e4rts verstehen, muss aber vorw\u00e4rts gelebt werden.\u201c Dieser Gedanke von S\u00f6ren Aabye Kierkegaard spricht dem Cannstatter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.ausstellung-in-bad-cannstatt-sechs-maler-zeigen-die-kunst-des-aquarells-und-den-zauber-des-lichts.dd120141-7983-4442-962a-3a8607856182.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunsth\u00e4ndler Thomas Niecke aus dem Herzen, der eine der \u00e4ltesten Galerien<\/a> Stuttgarts f\u00fchrt. In diesem Jahr feiert er gleich zwei Jubil\u00e4en: er ist seit 45 Jahren Kunsth\u00e4ndler und seine Galerie blickt auf ein stolzes Alter: 75 Jahre. Der bald 77-J\u00e4hrige steht jeden Morgen freudig auf. Sein Weg ist nicht weit. Er wohnt \u00fcber der Galerie und wie er sagt \u201ein der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kunst\" title=\"Kunst\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunst<\/a> und auch mit ihr\u201c. Und das mit Leidenschaft.<\/p>\n<p>Jahrzehntelange Kundenbeziehungen weit \u00fcber Bad <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart-Bad_Cannstatt\" title=\"Cannstatt\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cannstatt<\/a> hinaus <\/p>\n<p>Warum auch \u2013 w\u00e4re er nicht so viele Jahre im Dienst der Galerie und der Kunst. \u201eIch habe viele nette Kunden. Sie wissen von der Qualit\u00e4t der Firma\u201c, sagt der stets r\u00fchrige und beh\u00e4nde Endsiebziger. Fit h\u00e4lt er sich durch regelm\u00e4\u00dfige Spazierg\u00e4nge morgens und abends mit seinen zwei Hundedamen. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.galerienrundgang-art-alarm-in-stuttgart-galerienrundgang-art-alarm-zwei-lange-kunst-tage-in-stuttgart.b155985f-d98e-423f-8734-cdee506925d0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">All das gibt ihm Energie,<\/a> um das Leben eines Galeristen so zu meistern, wie er es mit seinen Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen geschafft hat. Seine <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.jubilaeumsschau-in-bad-cannstatt-adam-lude-doering-eine-wuerdigung-des-meisters-der-bewegten-linie.e3aa0aa8-32c3-48cb-ba8c-120df7c99397.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">oft jahrzehntelangen Kundenbeziehungen<\/a> reichen l\u00e4ngst weit \u00fcber Bad Cannstatt hinaus und bleiben ihm auch aus der Ferne treu, wie er erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.a812b102-44fa-4134-9f82-310c608277a7.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Galerie Keim wird 75 Jahre alt. Im Hof h\u00e4ngen fast alle Ausstellungsplakate.    Foto: Iris Frey    <\/p>\n<p>Nicht immer kann er alle Fragen beantworten: Ein Kunde fragte ihn, was denn in zehn Jahren noch f\u00fcr Kunst gefragt sein wird. \u201eWenn ich das w\u00fcsste, w\u00e4re ich reich\u201c, habe er geantwortet. Das neueste Motto zu seinem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Jubil%C3%A4um\" title=\"Jubil\u00e4um\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jubil\u00e4um<\/a> lautet \u201eHarmonie und Kontrast\u201c.<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.galerie-keim-mit-sammlungs-schaetzen-suedwest-kunststars-in-bad-cannstatt.b3f76295-4671-4f06-b8f7-0c029e238b27.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Da will er ein spannendes Potpourri bieten<\/a> mit allen Stilrichtungen vom Gegenst\u00e4ndlichen bis zum Abstrakten, zeigen, was der Kunsthandel nach 1950 so produziert hat. K\u00fcnstler Claude Stockinger hilft ihm beim Kuratieren und Umsetzen. Den Gedanken fand Niecke in dem preisgekr\u00f6nten Historiendrama \u201eVatel \u2013 ein Festmahl f\u00fcr den K\u00f6nig\u201c mit Gerard Depardieu. Darin hat Vatel, der Meisterkoch des Sonnenk\u00f6nigs Ludwig XIV., ihn inspiriert mit dem Satz: \u201eHarmonie und Kontrast, diese beiden Dinge zeichnen die wahre Sch\u00f6nheit aus. Nur wenige Dinge sind sch\u00f6n oder h\u00e4sslich aus sich heraus. Wenn du das wei\u00dft, bist du auf dem besten Weg, ein K\u00fcnstler zu werden.\u201c <\/p>\n<p>Er zeigt auch auf Youtube seine Ausstellungen <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kunst-in-bad-cannstatt-marc-chagalls-welt-in-der-steigkirche.5bc935c1-8fd0-49e0-ab06-6900538f3f8e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Hintergr\u00fcndigkeit des Satzes hat Niecke begeistert,<\/a> der Kunstgeschichte und Philosophie bei Max Bense studiert hat. Ihm macht es bis heute viel Spa\u00df, die fertige Ausstellung zu pr\u00e4sentieren. Seine Begeisterung ist ihm in den Einf\u00fchrungsreden anzumerken. Sie steckt an. L\u00e4ngst nutzt er auch moderne Kommunikationsmittel, um seine Fans anzusprechen. So zeigt er auch auf Youtube seine Ausstellungen. \u201eOb es was bringt, wei\u00df ich nicht. Aber es macht mir Spa\u00df, den Menschen klarzumachen, dass man Kunst nicht nur verstehen, sondern erleben muss.\u201c Und da ist er tief eingetaucht in die Kunstgeschichte, durch Kunden und viel Lekt\u00fcre \u2013 und Reisen durch Europa. Museen sind f\u00fcr ihn wichtig von Abu Dhabi bis zum Louvre. \u201e\u00c4gypten fehlt noch, das Museum in Gizeh bei den Pyramiden muss noch er\u00f6ffnet werden\u201c, sagt Niecke. K\u00fcnstlerisch gestaltet wurde es aber vom Cannstatter Atelier Br\u00fcckner, erkl\u00e4rt er stolz.<\/p>\n<p>Zum Jubil\u00e4um zeigt er Bilder aus seiner umfangreichen Sammlung <\/p>\n<p>In der Museumsdidaktik ersp\u00fcrt er Sehweisen der Kunst. So holt er sich Anregungen f\u00fcr seine Ausstellungen. Claude Stockinger gab ihm die Idee f\u00fcr das zweite Motto: \u201eSuchen, entdecken, finden\u201c. Es bezieht sich auf die Jubil\u00e4ums-Ausstellung im Erdgeschoss. Dort sind Best\u00e4nde aus dem Magazin zu sehen aus Nieckes umfangreicher Sammlung von rund 250 Bildern. Darunter sind Klassiker von Ackermann \u00fcber Picasso bis Fabritius und viele bekannte K\u00fcnstler wie Baumeister und Chagall.<\/p>\n<p>Auf die Galerie Keim traf er erstmals in den 1970er Jahren, als er noch Stadtplaner der Stadt <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> war: \u201eEs war stinklangweilig.\u201c In der Zeit wurde in Bad Cannstatt der Kaufhof gebaut und das neue Verwaltungsgeb\u00e4ude. Den Wettbewerb hat er begleitet. Mit 31 Jahren hat er sich selbst\u00e4ndig gemacht, um in den 1980er Jahren etwas Neues zu machen.<\/p>\n<p>Zeitweise drei Galerien gef\u00fchrt <\/p>\n<p>Karin und Hans Keim haben ihn 1997 gefragt, ob er die Galerie \u00fcbernehmen will. Ein Jahr sp\u00e4ter sei Karin Keim gestorben. Sie hatte zu ihm gesagt, wer zwei Galerien f\u00fchren kann, k\u00f6nne auch drei f\u00fchren. Niecke hatte damals noch das Kunstkabinett Esslingen und Kirchheim\/Teck, welches er 1980 mit Klaus Zigan gegr\u00fcndet hatte.<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.kunst-in-bad-cannstatt-paar-bilder-und-bilder-paare.49f3b064-9495-4db4-a6ca-067d795c037d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Die drei Galerien seien eine enorme Herausforderung<\/a> gewesen, \u201edie ich nur mit Klaus Zigan, Heidi Herzogin von W\u00fcrttemberg, Michael Wenger und sp\u00e4ter Sabine Schwefel sowie noch immer Arno Falkenberg bew\u00e4ltigen konnte\u201c.<\/p>\n<p> Teuerstes Bild f\u00fcr 20 000 Euro verkauft, einen Ackermann   <\/p>\n<p>Sein teuerstes Bild, das er je verkauft hat, war ein Ackermann f\u00fcr 20 000 Euro. Das besondere seiner Galerie ist neben dem Bilderverkauf der Service der fachgerechten Rahmung. Seine Gesch\u00e4ftseinnahmen bezieht er etwa zwei Drittel aus dem Bilderverkauf und einem Drittel aus dem Einrahmen. Seit 1997 hat er mehr als 165 Ausstellungen durchgef\u00fchrt \u2013 und nicht nur in Bad Cannstatt, auch auf Messen. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.austellung-in-bad-cannstatt-der-kuenstler-der-jahreslosung-andreas-felger-im-fokus.4770061d-3679-472e-8eb5-187d6e845754.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Er ist der einzige H\u00e4ndler f\u00fcr Werke von Andreas Felger.<\/a> Onlineverkauf sei eine Konkurrenz f\u00fcr ihn aber: \u201eGute Ware kostet auch online viel Geld. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.ausstellung-in-bad-cannstatt-kuenstlerische-kostbarkeiten-von-mir-bis-picasso.af3994d8-a360-4577-8690-5d1a0dd6dbb9.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine Picasso-Keramik bekommen Sie nicht f\u00fcr 2,50 Euro.\u201c<\/a> <\/p>\n<p>Ob er stolz ist auf das Erreichte, sagt er bescheiden: \u201eFrau Keim k\u00f6nnte stolz sein, dass sie einen wirklichen Nachfolger gefunden hat.\u201c Zur Debatte steht bei ihm nun noch selbst, einen Nachfolger f\u00fcr die Galerie zu finden. Ihm ist dabei der Gedanke wichtig: \u201eKunst braucht Leidenschaft.\u201c <\/p>\n<p> Von der Art Karlsruhe bis zum Art Alarm in Stuttgart <\/p>\n<p>Seine Kunden pflegt er mit sorgf\u00e4ltig zusammengestellten Ausstellungsheften und Einladungen, aber, sagt er: \u201eIch \u00fcberf\u00fcttere sie nicht mit E-Mails\u201c. Dass Kunst weiterhin gefragt ist, zeigte die letzte Lange Nacht der Museen:<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.lange-nacht-der-museen-in-stuttgart-lange-nacht-am-22-maerz-bad-cannstatt-wird-hotspot.26929716-4d82-4274-aa3e-fab164a5512b.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> da kamen 300 Leute in seine Galerie<\/a>. \u201eEs hat mir geholfen, weiter bekannt zu werden. Und alle waren erstaunt, dass sie hier eine Besichtigungsfl\u00e4che von 240 Quadratmetern finden.\u201c \u201eKunst braucht Hingabe\u201c steht unter einem Bild, das ihn liegend beim Ausmessen auf der Art Karlsruhe zeigt, an der der gelernte Schreiner und studierte Bauingenieur viele Jahre teilnahm. Mehr als passend.<\/p>\n<p>Am Sonntag, 14. September, wird die Jubil\u00e4umsausstellung von 14 bis 18 Uhr zu sehen sein mit einer Einf\u00fchrung von Thomas Niecke. Auch beim Art Alarm, dem Stuttgarter Galerienrundgang am 20. und 21. September.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit 1997 hat er mehr als 165 Ausstellungen durchgef\u00fchrt \u2013 Thomas Niecke ist seit 45 Jahren Kunsth\u00e4ndler und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":389415,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[104542,1634,104543,3364,29,104541,30,3009,2075,2705,1441,5251,85897],"class_list":{"0":"post-389564","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-art-karlsruhe","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-cannstatter-kulturmenue","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-galerie-keim","14":"tag-germany","15":"tag-jubilaeum","16":"tag-kunst","17":"tag-malerei","18":"tag-stuttgart","19":"tag-stuttgart-bad-cannstatt","20":"tag-textmanager"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115131572744773344","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/389564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=389564"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/389564\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/389415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=389564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=389564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=389564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}