{"id":389597,"date":"2025-09-01T23:29:14","date_gmt":"2025-09-01T23:29:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389597\/"},"modified":"2025-09-01T23:29:14","modified_gmt":"2025-09-01T23:29:14","slug":"verbrannte-orte-fotoband-erinnert-an-buecherverbrennungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389597\/","title":{"rendered":"&#8222;Verbrannte Orte&#8220;: Fotoband erinnert an B\u00fccherverbrennungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify; margin-bottom:11px\">An \u00fcber 100 Orten in Deutschland wurden zwischen 1933 und 1934 B\u00fccher verbrannt. Jan Schenck hat ein eindringliches Erinnerungsprojekt begonnen, das die Orte heute zeigt und die mangelnde Sichtbarkeit dokumentiert. In diesem Bildband pr\u00e4sentiert er die Schaupl\u00e4tze der Verbrennungen heute, flankiert durch ein umfassenderes Projekt mit einer umfassenden Deutschlandkarte.<\/p>\n<p>Bebelplatz, Berlin 10. Mai 1933. Hier in der N\u00e4he der Staatsoper Unter den Linden und der Humboldt-Universit\u00e4t verbrannte die Deutsche Studentenschaft mehr als 20.000 B\u00fccher. Eingeleitet durch einen Fackelzug von 5.000 Student*innen, begleitet von einer Rede des Propagandaministers Joseph G\u00f6bbels wurden Werke von Autoren wie Erich K\u00e4stner, Sigmund Freud, Karl Marx, Heinrich Heine und Bertolt Brecht &#8222;den Flammen \u00fcbergeben&#8220;.<\/p>\n<p>Es folgten 12 Jahre nationalsozialistischer Diktatur, Krieg, Holocaust. Millionen Menschen wurden umgebracht.<\/p>\n<p>Vieles Unbekannt<\/p>\n<p>Viele kennen die Bilder und die Tonaufnahmen von dem traurigen Ereignis in Berlin. Doch die B\u00fccherverbrennungen waren kein spontanes Ereignis, sondern Teil eines langfristig vorbereiteten Prozesses, bereits Wochen zuvor fanden in Universit\u00e4tsst\u00e4dten wie M\u00fcnchen, Heidelberg oder G\u00f6ttingen \u00e4hnliche Aktionen statt.<\/p>\n<p>Und Joseph Goebbels war nicht der zentrale Akteur, wie oft angenommen. Vielmehr waren es lokale NSDAP-Gruppen, studentische Organisationen wie die Deutsche Studentenschaft, Bibliothekar*innen, Lehrer*innen und sogar B\u00fcrgermeister*innen, und kirchliche Organisationen, die die Verbrennungen an mehr als 160 Orten organisierten und durchf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Leider sind die viele Orte der B\u00fccherverbrennungen heute oft unsichtbar. Nur wenige Pl\u00e4tze tragen Gedenktafeln oder Hinweise. Viele sind belebte Pl\u00e4tze, Uni-Campusse oder Parks \u2013 ohne ein Zeichen dessen, was dort 1933 geschah.<\/p>\n<p>Deshalb ist Jan Schencks Fotoband eine wertvolle Bereicherung, der Herausgeber hat Fotografie studiert und arbeitet als Erlebnisp\u00e4dagoge. Er gr\u00fcndete 2013 das Gedenkprojekt &#8222;Verbrannte Orte&#8220; und koordiniert den heutigen Tr\u00e4gerverein. Sein Fotoband kombiniert historische Recherche mit eindrucksvollen Fotografien der heutigen Orte, erg\u00e4nzt durch eine digitalen Karte im Internet.<\/p>\n<p>In seinem Buch kommen Historiker*innen, Bibliothekswissenschaftler*innen, Germanistiker*innen und andere Experti*innen zu Wort und liefern \u00fcberraschende Einsichten, eindrucksvolle Informationen und Einblicke in die Biographien der betroffenen Autor*innen.<\/p>\n<p>Ein Beitrag in kritischen Zeiten<\/p>\n<p>Gerade heute, in einer Zeit wachsender Demokratiefeindlichkeit und kultureller Spaltung, ist dieses Buch ein notwendiges Mahnmal. Es zeigt, wie schnell Worte zu Taten werden k\u00f6nnen \u2013 und wie wichtig es ist, Orte des Erinnerns zu schaffen. Denn wie Heinrich Heine bereits 1821 schrieb: &#8222;Das war ein Vorspiel nur, dort wo man B\u00fccher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Verbrannte Orte&#8220; ist ein herausragendes Werk \u2013 historisch fundiert, visuell eindrucksvoll und gesellschaftlich hochrelevant. Es verdient breite Aufmerksamkeit, in Schulen, Universit\u00e4ten und \u00f6ffentlichen R\u00e4umen. Und es braucht mehr als nur Leser*innen: Es braucht St\u00e4dte, die sich erinnern; Tafeln, Mahnmale, Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/verbrannte-orte.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur interaktiven Deutschlandkarte der verbrannten Orte<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><strong>Jan Schenck (2023): Verbrannte Orte. Nationalsozialistische B\u00fccherverbrennungen in Deutschland, mandelbaum verlag, 192 Seiten, 25 Euro.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.buch7.de\/produkt\/verbrannte-orte-jan-schenck\/1046088399?ean=9783991360056&amp;partner=sonntagsblatt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier im sozialen Buchhandel Buch7 bestellen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An \u00fcber 100 Orten in Deutschland wurden zwischen 1933 und 1934 B\u00fccher verbrannt. 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