{"id":389953,"date":"2025-09-02T02:44:16","date_gmt":"2025-09-02T02:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389953\/"},"modified":"2025-09-02T02:44:16","modified_gmt":"2025-09-02T02:44:16","slug":"der-messenger-der-whatsapp-und-telegram-abloesen-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/389953\/","title":{"rendered":"Der Messenger, der WhatsApp und Telegram abl\u00f6sen soll"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Riga. Am ersten Tag des neuen Schuljahres gab es f\u00fcr Moskauer Eltern und Sch\u00fcler gleich eine deutliche Ansage: \u201eAlle Schul- und Eltern-Gruppenchats in Moskauer Schulen m\u00fcssen zu Beginn des kommenden Schuljahres auf den russischen Kurznachrichtendienst \u201aMax\u2018 umgestellt werden\u201c, ordnete die stellvertretende B\u00fcrgermeisterin f\u00fcr soziale Entwicklung, Anastasia Rakowa, an. Die Kommunalpolitikerin bezog sich dabei auf ein im Juni verabschiedetes Gesetz, das \u201eMax\u201c als \u201enationalen Messenger\u201c Russlands festlegt.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das bedeutet vor allem, dass die Chat-Plattform, die auch als Ausweisdokument dienen soll, fortan auf allen elektronischen Ger\u00e4ten wie Smartphones, Tablets und Notebooks vorinstalliert sein wird, die in Russland verkauft werden. Laut der Regierung soll \u201eMax\u201c das Leben erleichtern: Nutzer k\u00f6nnen von der App Gebrauch machen, um staatliche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen und Dokumente mit einer digitalen Unterschrift zu unterzeichnen. Sie k\u00f6nnen mit ihr sogar ohne Reisepass in ein Hotel einchecken. Auch alle Bildungsangebote werden auf den Messenger verlagert.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Experten bef\u00fcrchten allerdings, dass die Anwender Gefahr laufen, k\u00fcnftig ihre gesamte Korrespondenz gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden offenzulegen und ihre Daten an die Sicherheitsdienste weiterzuleiten. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte \u201eMax\u201c zudem als <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/medien\/big-brother-in-china-ICYOXG5TUHSCSG4UEKVIQNSVB4.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.rnd.de\/medien\/big-brother-in-china-ICYOXG5TUHSCSG4UEKVIQNSVB4.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.rnd.de\/medien\/big-brother-in-china-ICYOXG5TUHSCSG4UEKVIQNSVB4.html\">soziales Bewertungsinstrument nach chinesischem Vorbild<\/a> dienen.<\/p>\n<p>Experten warnen: \u201eMax\u201c ist potenzielles \u00dcberwachungswerkzeug<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wer sich dem nicht aussetzen will, kann weiterhin alternative Messenger-Dienste nutzen. Als das Gesetz zur Einf\u00fchrung von \u201eMax\u201c im Juni durch das Parlament ging, betonte Sergej Bojarskij, Vorsitzender des IT-Ausschusses der Duma, dass \u201eWhatsApp\u201c und \u201eTelegram\u201c weiterhin zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden. Wenn das nicht der Fall w\u00e4re, m\u00fcssten die Gesetzgeber auch mit erheblichem Widerstand der Nutzer rechnen. Denn sie repr\u00e4sentieren die Macht der Masse: Nach Angaben des russischen Medien-Monitoring-Unternehmens \u201eMediascope\u201c stand WhatsApp im April 2025 mit einer monatlichen Nutzerzahl von 97,4 Millionen Menschen an erster Stelle der meistbesuchten Internetangebote Russlands. Pikant: \u201eWhatsApp\u201c wird vom \u201eFacebook\u201c-Mutterkonzern \u201eMeta\u201c betrieben, der von den russischen Beh\u00f6rden als \u201eextremistisch\u201c eingestuft wurde und dessen sozialen Netzwerke \u201eInstagram\u201c und \u201eFacebook\u201c im russischen Internet geblockt sind. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Auf den zweiten Platz des Mediascope-Rankings kam das russische \u201eFacebook\u201c-Pendant \u201eVKontakte\u201c (93,8 Millionen Nutzer pro Monat), das unter staatlicher Kontrolle ist und hinter \u201eMax\u201c steht. Auf der dritten Position rangierte der Kurznachrichtendienst \u201eTelegram\u201c (90,5 Millionen) <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/telegram-gruender-pawel-durow-russland-erinnert-sich-ploetzlich-seines-verlorenen-sohnes-KSRHKYTKKNAJNMNIF2DKOCNVZY.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/telegram-gruender-pawel-durow-russland-erinnert-sich-ploetzlich-seines-verlorenen-sohnes-KSRHKYTKKNAJNMNIF2DKOCNVZY.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/telegram-gruender-pawel-durow-russland-erinnert-sich-ploetzlich-seines-verlorenen-sohnes-KSRHKYTKKNAJNMNIF2DKOCNVZY.html\">des schillernden Tech-Milliard\u00e4rs Pawel Durow<\/a>, der in Dubai residiert.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Allerdings will die russische Regierung die B\u00fcrger mit sanftem Druck dazu bewegen, zu \u201eMax\u201c zu wechseln. Denn staatliche Dienstleistungen, wie Meldebest\u00e4tigungen oder Anmeldungen von Kfz-Kennzeichen, sollen per Messaging-App nur noch auf der staatlich kontrollierten App m\u00f6glich sein. Pr\u00e4sident Wladimir Putin unterzeichnete im April ein Gesetz, das ausl\u00e4ndischen Anbietern den Zugriff auf beh\u00f6rdliche Serviceleistungen (russisch: \u201eGosuslugi\u201c) verwehrt.<\/p>\n<p>Staatliche Kontrolle durch \u201eMax\u201c: Ein WeChat f\u00fcr Russland?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mit seinen Ausweis- und Zahlungsfunktionen und dem Zugang zu staatlichen Dienstleistungen funktioniert \u201eMax\u201c genauso wie der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Messenger \u201eWeChat\u201c, der als Zensur- und \u00dcberwachungsinstrument des chinesischen Staates verrufen ist: \u201eDer Kreml m\u00f6chte den Erfolg von \u201aWeChat\u2018 kopieren, indem er \u201aMax\u2018 zur wichtigsten Plattform f\u00fcr die Kommunikation zwischen B\u00fcrgern und Staat macht\u201c, sagte der Cyber-Rechtsexperte Sargis Darbinjan der unabh\u00e4ngigen Exil-Zeitung \u201eNowaja Ewropa\u201c. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Mitbegr\u00fcnder der russischen Nichtregierungsorganisation \u201eRosKomSvoboda\u201c glaubt aber nicht, dass \u201eMax\u201c in Russland dieselbe Position wie die App \u201eWeChat\u201c in China erreichen kann, die die wichtigste Social-Media-Plattform der Volksrepublik ist: \u201eIch bezweifle, dass \u201aMax\u2018 wirklich in der Lage sein wird, andere Plattformen in gro\u00dfem Umfang zu verdr\u00e4ngen, an die die Menschen gew\u00f6hnt sind und denen sie in Bezug auf die Sicherheit mehr vertrauen.\u201c<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eSignal\u201c verf\u00fcge beispielsweise \u00fcber eine Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung, \u201eTelegram\u201c teilweise auch, und \u201eMax\u201c weise sie \u00fcberhaupt nicht auf. Die bestehende Kryptografie der russischen App sei vielmehr vom Inlandsgeheimdienst FSB zertifiziert, mit der die Beh\u00f6rden alle Nachrichten entschl\u00fcsseln k\u00f6nnten: \u201eDaher wird dies definitiv zu keiner Plattform f\u00fcr den freien Informationsaustausch werden\u201c, betont Darbinjan.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Denn selbst von russischen Nutzern, die bereits ein hohes Ma\u00df an Repression gew\u00f6hnt seien, w\u00fcrden die \u00dcberwachungsm\u00f6glichkeiten bei \u201eMax\u201c als be\u00e4ngstigend empfunden: \u201eEs ist offensichtlich, dass der Messenger alle Anforderungen der russischen Beh\u00f6rden erf\u00fcllen wird, betont Darbinjan, \u201edas hei\u00dft, er wird Korrespondenzen, Telefonate und ausgehenden Datenverkehr aller Nutzer speichern und diese Daten auf erste Anfrage an Regierungsbeh\u00f6rden weitergeben. Und es wird noch mehr kommen. Es ist m\u00f6glich, dass der Staat nach chinesischem Vorbild den Messenger als soziales Bewertungsinstrument zur Beurteilung der B\u00fcrger einsetzen will. In diesem Sinne wird \u201aMax` zu einer idealen Plattform f\u00fcr all diese verr\u00fcckten Ideen, die ich als Experimente an Menschen bezeichnen w\u00fcrde\u201c, sagt der Experte.<\/p>\n<p>Droht ein Verbot von WhatsApp und Telegram?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wenn der Staat dar\u00fcber hinaus erkennen werde, dass \u201eMax\u201c die Platzhirsche \u201eWhatsApp\u201c, \u201eTelegram\u201c und andere nicht verdr\u00e4nge, schlie\u00dfe er nicht aus, dass andere Kurznachrichtendienste wie \u201eMax\u201c einfach geblockt w\u00fcrden, warnt Darbinjan. Der Duma-Abgeordnete Bojarskij, der betont habe, dass dies nicht geschehen werde, sei nur ein \u201eR\u00e4dchen im Getriebe\u201c: \u201eDie echten Entscheidungen werden in der Pr\u00e4sidialverwaltung gef\u00e4llt, und wenn diese beschlie\u00dft, Messenger zu verbieten, muss Bojarskij das umsetzen\u201c, betont der Experte.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Darbinjan schlie\u00dft au\u00dferdem nicht aus, dass ausl\u00e4ndischen Messenger-Diensten dasselbe passieren k\u00f6nnte wie YouTube, das in Russland so stark heruntergedrosselt wurde, dass es kaum noch zu benutzen ist. Die Apps k\u00f6nnten \u201estranguliert\u201c und ihre Verbindung k\u00fcnstlich verschlechtert werden. \u201eDas ist die einzige M\u00f6glichkeit, die Nutzer irgendwie dazu zu zwingen, von bequemen, vertrauten Plattformen zu einer v\u00f6llig unbekannten Anwendung zu wechseln, die kein Vertrauen genie\u00dft.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Riga. 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