{"id":390629,"date":"2025-09-02T08:58:10","date_gmt":"2025-09-02T08:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/390629\/"},"modified":"2025-09-02T08:58:10","modified_gmt":"2025-09-02T08:58:10","slug":"ausdruck-von-transparenz-bayern-gibt-vier-raubkunst-gemaelde-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/390629\/","title":{"rendered":"&#8222;Ausdruck von Transparenz&#8220;: Bayern gibt vier Raubkunst-Gem\u00e4lde zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;Ausdruck von Transparenz&#8220;<br \/>\n                Bayern gibt vier Raubkunst-Gem\u00e4lde zur\u00fcck<\/p>\n<p>\t\t\t\t              02.09.2025, 10:21 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Wenn es um die R\u00fcckgabe von Nazi-Raubkunst geht, gilt Bayern nicht als Vorreiter. Mit einer neuen Personalie soll sich das \u00e4ndern. Das Bundesland gibt vier Gem\u00e4lde zur\u00fcck &#8211; und k\u00fcndigt mehr Tempo und Transparenz an.<\/strong><\/p>\n<p>Bayern gibt Nazi-Raubkunst an die rechtm\u00e4\u00dfigen Besitzer zur\u00fcck. Vier Gem\u00e4lde aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgem\u00e4ldesammlungen sollen restituiert werden, wie die Sammlungen mitteilten. Die Gem\u00e4lde &#8222;Lot und seine T\u00f6chter&#8220; sowie &#8222;Abraham bewirtet die drei Engel&#8220; von Franz Sigrist dem \u00c4lteren sollen demnach an die Erben der ehemaligen M\u00fcnchner Kunsthandlung Br\u00fcder Lion zur\u00fcckgegeben werden, die 1936 unter den Nationalsozialisten zwangsweise schlie\u00dfen musste.<\/p>\n<p>Die Nachfahren des verfolgten j\u00fcdischen Direktors der Commerz- und Disconto-Bank Hannover, Ernst Magnus, sollen das Bild &#8222;Hl. Anna Selbdritt&#8220; von einem Sch\u00fcler von Lucas Cranach dem \u00c4lteren bekommen, das Magnus verkauft hatte, um die Flucht seiner Familie zu finanzieren. Auch &#8222;Am Wirtshaustisch&#8220; von Ernst Karl Georg Zimmermann wurde als Raubkunst identifiziert. Wer die rechtm\u00e4\u00dfigen Erben sind, ist nach Angaben der Staatsgem\u00e4ldesammlungen aber noch nicht ganz klar.<\/p>\n<p>Die Restitutionsentscheidungen beruhen auf der Forschung des Referats f\u00fcr Provenienzforschung an der neu gegr\u00fcndeten Staatlichen Museumsagentur Bayern. Sie hatte den Angaben zufolge ergeben, dass es sich bei den vier Bildern um NS-Raubkunst handelt. F\u00fcr ein f\u00fcnftes Werk, das Bild &#8222;Junges M\u00e4dchen mit Strohhut&#8220; von Friedrich von Amerling, soll das neue bundesweit zust\u00e4ndige Schiedsgericht NS-Raubkunst angerufen werden und eine Entscheidung treffen. Die Staatsgem\u00e4ldesammlungen sehen in diesen f\u00fcnf F\u00e4llen einen &#8222;Ausdruck von mehr Transparenz und Tempo bei Provenienzforschung und Restitution&#8220;.<\/p>\n<p>Lange Kritik &#8211; auch wegen m\u00f6glicher Vertuschung<\/p>\n<p>Bayern stand wegen seiner R\u00fcckgabepolitik schon lange in der Kritik. Im Februar dieses Jahres waren dann Missst\u00e4nde in den Staatsgem\u00e4ldesammlungen durch Presseberichte bekanntgeworden. Dabei ging es zun\u00e4chst vor allem um den Umgang der Sammlung mit m\u00f6glicher NS-Raubkunst &#8211; also Werken, die j\u00fcdischen Eigent\u00fcmern im Nationalsozialismus weggenommen oder unter Zwang abgepresst wurden. Die Pr\u00fcfung solcher Verdachtsf\u00e4lle wurde als intransparent und schleppend kritisiert, sogar von Vertuschung war die Rede.<\/p>\n<p>Anfang April musste der langj\u00e4hrige Generaldirektor Bernhard Maaz gehen, sein Nachfolger ist seitdem der Jurist Anton Biebl &#8211; allerdings nur vor\u00fcbergehend. Der fr\u00fchere M\u00fcnchner Kulturreferent trat ein schwieriges Erbe an, auch weil er die staatlichen Museen zus\u00e4tzlich als Change Manager insgesamt voranbringen soll.<\/p>\n<p>Das Ziel ist nun, Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen und transparent zu arbeiten, vor allem bei der Debatte um die R\u00fcckgabe von NS-Raubkunst. Nach Angaben von Bayerns Kunstminister Markus Blume haben die Staatsgem\u00e4ldesammlungen seit Februar mehr als 200 Werke in die Datenbank Lost Art eingestellt. Fr\u00fchere Eigent\u00fcmer und deren Erben k\u00f6nnen hier nach geraubten Kunstobjekten suchen, damit sie diese zur\u00fcckfordern k\u00f6nnen. Die Sammlung war daf\u00fcr kritisiert worden, viel zu wenige ihrer Werke mit Raubkunst-Verdacht eingestellt zu haben.<\/p>\n<p> &#8222;Ein wichtiger Schritt&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Mit der R\u00fcckgabe dieser vier Werke k\u00f6nnen wir das grausame Unrecht an den Eigent\u00fcmern nicht heilen. Aber wir k\u00f6nnen damit den Versuch der Wiedergutmachung in Richtung der Opfer unternehmen und ein Zeichen setzen: Wir arbeiten intensiv an der Aufarbeitung des NS-Unrechts &#8211; seit diesem Fr\u00fchjahr mit mehr Tempo, mehr Transparenz und mehr Ergebnissen&#8220;, sagte CSU-Mann Blume.<\/p>\n<p>&#8222;Die R\u00fcckgabe der vier Gem\u00e4lde ist f\u00fcr uns ein weiterer wichtiger Schritt, die Aufarbeitung unserer Sammlungsgeschichte fortzusetzen&#8220;, betonte Generaldirektor Biebl. &#8222;Wir nehmen die Verantwortung f\u00fcr eine gr\u00fcndliche Provenienzforschung sehr ernst.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Ausdruck von Transparenz&#8220; Bayern gibt vier Raubkunst-Gem\u00e4lde zur\u00fcck 02.09.2025, 10:21 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":390630,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,772,29,214,30,984,1794,57,4965,215],"class_list":{"0":"post-390629","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-bayern","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-international","14":"tag-kunst-und-design","15":"tag-nationalsozialismus","16":"tag-raubkunst","17":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115133881188570768","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/390629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=390629"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/390629\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/390630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=390629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=390629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=390629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}