{"id":390703,"date":"2025-09-02T09:39:14","date_gmt":"2025-09-02T09:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/390703\/"},"modified":"2025-09-02T09:39:14","modified_gmt":"2025-09-02T09:39:14","slug":"zivilgesellschaft-vs-bigtech-eu-soll-nicht-vor-trump-drohungen-einknicken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/390703\/","title":{"rendered":"Zivilgesellschaft vs. BigTech: EU soll nicht vor Trump-Drohungen einknicken"},"content":{"rendered":"<p>Wie umgehen mit Firmen des Silicon Valley, wenn ein US-Pr\u00e4sident diese durch st\u00e4ndige Drohungen vor Regulierung, Besteuerung und auch Sanktionen in der EU sch\u00fctzt? F\u00fcr mehr als 40 zivilgesellschaftliche Organisationen aus Europa steht fest: Trump nutzt jede Schw\u00e4che aus. Und jede R\u00fccksichtnahme auf Befindlichkeiten der US-Regierung habe die USA dazu ermuntert, noch weiterzugehen. &#8222;Die Zeit ist reif f\u00fcr Europa, seine regulatorische Souver\u00e4nit\u00e4t entschlossen zu verteidigen und umgehend Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um weitere Einmischungen in seine inneren Angelegenheiten zu verhindern&#8220;, hei\u00dft es in dem Brief, der an Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen adressiert ist.<\/p>\n<p>EU-Kommission zwischen den St\u00fchlen<\/p>\n<p>Die EU-Kommission als H\u00fcterin der EU-Gesetze ist derzeit in einer schwierigen Situation: auf der einen Seite muss sie f\u00fcr die Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Kommission die Bedingungen f\u00fcr den G\u00fcter- und Dienstleistungsverkehr mit den USA unter Donald Trump verhandeln. Auf der anderen Seite ist sie bei vielen EU-Gesetzen als Aufsichtsbeh\u00f6rde auch f\u00fcr die Durchsetzung von EU-Recht zust\u00e4ndig, gerade im Digital- und Wettbewerbsrecht. Zuletzt gab es immer wieder Medienberichte, laut denen eigentlich abgeschlossene Verfahren wegen Bedenken im Kommissars-Kollegium, dem Regierungskabinett der EU, nicht zu einem offiziellen Ende k\u00e4men \u2013 oder angedachte Strafen abgemildert w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Erst gestern berichtete der Branchendienst Mlex, dass sich Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera bei einer Wettbewerbsstrafe gegen den Google-Konzern Alphabet wegen dessen Anzeigentechnologie-Gesch\u00e4ft nicht gegen Handelskommissar Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d <a href=\"https:\/\/www.mlex.com\/mlex\/articles\/2382762\/google-s-adtech-fine-pulled-at-last-minute-over-eu-us-trade-tensions\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">habe durchsetzen k\u00f6nnen<\/a>. Als Losung werde daher nun &#8222;Compliance vor Strafe&#8220; ausgegeben, die auf dem Papier m\u00f6glichen Milliardenstrafen w\u00fcrden so nur noch in Extremf\u00e4llen ausgesprochen.<\/p>\n<p>Neben den Verfahren unter dem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Digital-Services-Act\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Digital Services Act<\/a> (DSA), der Plattformverantwortungen regelt, dem wettbewerbsrechtlichen Digital Markets Act (DMA) und den allgemeinen Wettbewerbsregeln ist die EU-Kommission auch bei der KI-Verordnung und dem Data Governance Act eine wichtige Aufsichtsbeh\u00f6rde. Und auch bei der Datenschutzgrundverordnung (<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/DSGVO\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">DSGVO<\/a>) spielt die EU-Kommission an einer Stelle eine wichtige Rolle: beim sogenannten Angemessenheitsbeschluss, der Frage, ob US-Unternehmen unter gewissen Voraussetzungen personenbezogene Daten auf vergleichbarem Niveau sch\u00fctzen w\u00fcrden wie es EU-Unternehmen tun.<\/p>\n<p>Zivilgesellschaft fordert Standhaftigkeit von Kommission<\/p>\n<p>Einige US-Unternehmen wie Meta (Facebook, Whatsapp, Instagram), X und Apple haben von der Regierung offensiv Sch\u00fctzenhilfe gegen die ihrer Meinung nach US-Unternehmen benachteiligende EU-Gesetzgebung eingefordert. Donald Trumps Regierung betrachtet EU-Gesetze und damit verbundene Strafzahlungen als Handelshemmnisse, hatte zuletzt nach dem Zoll-Deal der EU <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-US-Beziehungen-Zwischen-Zoellen-und-Zensurvorwuerfen-10623444.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit Ma\u00dfnahmen gedroht<\/a>.<\/p>\n<p>Genau gegen solche Einmischungen aus Washington in EU-Angelegenheiten einzustehen, fordern jetzt die Organisationen, die vor allem aus dem Bereich der digitalen B\u00fcrgerrechte kommen: &#8222;Die europ\u00e4ische Demokratie und die Rechte und Freiheiten der europ\u00e4ischen B\u00fcrger sind nicht zu verkaufen, f\u00fcr keinen Preis der Welt&#8220;. <a href=\" https:\/\/static.algorithmwatch.org\/share\/NGO-Letter-to-von-der-Leyen-on-defending-digital-sovereignty.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Der Brief<\/a> an Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen wird unter anderem von Organisationen wie Lobbycontrol, Digitalcourage, AlgorithmWatch, dem Wikimedia Germany-Verein, dem Zentrum f\u00fcr Digitalrechte und D64 unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:kbe@heise.de\" title=\"Kristina Beer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kbe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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