{"id":391297,"date":"2025-09-02T14:56:10","date_gmt":"2025-09-02T14:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391297\/"},"modified":"2025-09-02T14:56:10","modified_gmt":"2025-09-02T14:56:10","slug":"neues-kollektiv-will-sterben-unabhaengiger-musikfestivals-im-uk-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391297\/","title":{"rendered":"Neues Kollektiv will Sterben unabh\u00e4ngiger Musikfestivals im UK stoppen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"teaser\">Mit dem Festivalprojekt &#8222;Where It All Began&#8220; wollen unabh\u00e4ngige Veranstalter in Gro\u00dfbritannien den drohenden Kollaps der alternativen Live-Szene aufhalten. Das genossenschaftlich organisierte Event soll erstmals im Fr\u00fchjahr 2026 stattfinden.<\/p>\n<p>Laut der Association of Independent Festivals (AIF) <a href=\"https:\/\/www.aiforg.com\/blog-database\/72-uk-festivals-cancelled-in-2024\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">mussten allein 2024 mindestens 78 Festivals abgesagt oder endg\u00fcltig eingestellt werden<\/a>\u00a0\u2013 doppelt so viele wie im Vorjahr.\u00a0<\/p>\n<p>Kollektiv-Projekt<\/p>\n<p>&#8222;Where It All Began&#8220; m\u00f6chte als genossenschaftlich organisiertes Festival neue Wege einschlagen. Hinter dem Konzept steht eine Gruppe unabh\u00e4ngiger Organisatoren und Clubbetreibern, die das Veranstaltungssterben im alternativen Live-Sektor im Vereinigten K\u00f6nigreich aufhalten wollen.\u00a0<\/p>\n<p>Angef\u00fchrt wird die Initiative von Si Chai, Gr\u00fcnder des alternativen Festivalprojekts Chai Wallahs. Unterst\u00fctzt wird er dabei vom Music Venue Trust sowie von Freddie Fellowes, Veranstalter der bekannten Secret Garden Party, der sein Familienanwesen in Cambridgeshire als Festivalgel\u00e4nde zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p>Ein Plan zum Erhalt der Unabh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p>Das Festival soll als Community Benefit Society organisiert werden\u00a0\u2013 einem Modell, das Teilhabe und Mitbestimmung erm\u00f6glicht: K\u00fcnftige Teilnehmer k\u00f6nnen Anteile erwerben, um das Festival nicht nur finanziell zu st\u00fctzen, sondern auch inhaltlich mitzugestalten. Eine \u00f6ffentliche Crowdfunding-Kampagne ist f\u00fcr Ende dieses Jahres angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>&#8222;Das derzeitige Modell unabh\u00e4ngiger Festivals ist seit der Pandemie f\u00fcr die meisten Veranstalter unhaltbar und finanziell zu belastend geworden, was bedeutet, dass einer Vielzahl unglaublicher Grassroots-Artists verwehrt wird, aufzutreten und sich eine eigene Karriere aufzubauen&#8220;, sagt Chai <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/culture\/2025\/sep\/02\/non-profit-collective-launches-festival-save-uk-live-music-scene\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">gegen\u00fcber dem Guardian<\/a>. &#8222;Ich habe einen Plan, um das zu retten, aber damit dieser funktionieren m\u00fcssen sich alle beteiligen.&#8220;<\/p>\n<p>Kosten senken, Strukturen teilen<\/p>\n<p>Die Organisator*innen setzen auf Kooperation statt Konkurrenz. Durch die B\u00fcndelung von Ressourcen sollen Produktions- und Transportkosten um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Zudem wollen die beteiligten Festivals und Spielst\u00e4tten gemeinsame Marketing-Datenbanken nutzen, um teure Werbekampagnen zu umgehen.\u00a0<\/p>\n<p>Das langfristige Ziel: Ein Modell zu etablieren, das auch andere kleine Festivals \u00fcbernehmen k\u00f6nnen, um unabh\u00e4ngige Strukturen widerstandsf\u00e4higer gegen Marktschwankungen zu machen.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Markt unter Druck<\/p>\n<p>Die Zahlen zeigen, wie dringend neue Ideen gebraucht werden. <a href=\"https:\/\/www.backstagepro.de\/thema\/bereits-40-absagen-grosses-festivalsterben-in-grossbritannien-2024-05-31-Jgj1dXZGV5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bereits 2022 und 2023 hatten viele Festivals trotz hoher Besucherzahlen Verluste gemacht<\/a>, da Kostensteigerungen die Einnahmen auffra\u00dfen. Ticketpreiserh\u00f6hungen halfen nur bedingt, da parallel Inflation, Energiekrise und geopolitische Unsicherheiten die Kaufkraft schm\u00e4lerten.\u00a0<\/p>\n<p>Besonders problematisch ist die Marktkonzentration: Der US-Konzern Live Nation Entertainment, der nach seiner Fusion mit Ticketmaster 2010 zeitweise unter Beobachtung der britischen Wettbewerbsbeh\u00f6rde stand, dominiert inzwischen fast den gesamten Festivalmarkt im Vereinigten K\u00f6nigreich.\u00a0<\/p>\n<p>Bis auf eine Ausnahme organisiert er s\u00e4mtliche gro\u00dfen Festivals im UK und verkauft j\u00e4hrlich rund 880.000 Tickets. Kritiker wie die AIF warnen, dass diese Entwicklung die kulturelle Vielfalt bedroht, weil kleine Festivals traditionell als Sprungbrett f\u00fcr neue Talente darstellen.\u00a0<\/p>\n<p>Rettung oder Tropfen auf den hei\u00dfen Stein?<\/p>\n<p>Ob &#8222;Where It All Began&#8220; die Wende einleiten kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Druck auf unabh\u00e4ngige Festivals ist enorm. &#8222;Das ist ein Rettungsplan&#8220;, betont Chai. &#8222;Wir wollen nicht in Konkurrenz zur Szene treten. Wir sind hier um zu helfen.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die AIF die Regierung auffordert, die Mehrwertsteuer auf Ticketverk\u00e4ufe von 20 auf 5 Prozent zu senken, setzen die Macher*innen von &#8222;Where It All Began&#8220; auf Selbsthilfe. Ihr Festival versteht sich als Modellversuch und als praktischer Gegenentwurf zu einem Markt, der zunehmend von Konzernen gepr\u00e4gt wird.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem Festivalprojekt &#8222;Where It All Began&#8220; wollen unabh\u00e4ngige Veranstalter in Gro\u00dfbritannien den drohenden Kollaps der alternativen Live-Szene&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":391298,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-391297","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115135288818576316","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=391297"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391297\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/391298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=391297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=391297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=391297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}