{"id":391469,"date":"2025-09-02T16:26:31","date_gmt":"2025-09-02T16:26:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391469\/"},"modified":"2025-09-02T16:26:31","modified_gmt":"2025-09-02T16:26:31","slug":"daran-droht-wasserstoff-hochlauf-zu-scheitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391469\/","title":{"rendered":"Daran droht Wasserstoff-Hochlauf zu scheitern"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">\u201eLeinen los f\u00fcr Wasserstoff\u201c ruft NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zum Abschied vom Branchentreff im Duisburger Hafen. Das Konferenzschiff verl\u00e4sst sie, bevor es ablegt. Es ist nicht die erste Aufbruch-Beschw\u00f6rung an diesem Abend und wird auch nicht die letzte bleiben. Doch sie klingen anders als in den ersten drei Ausgaben des \u201eHy Summit Rhein-Ruhr\u201c, die Euphorie ist Ern\u00fcchterung gewichen. Die Appelle, Kurs zu halten beim Ziel, das Ruhrgebiet zur Pilotregion f\u00fcr eine Wasserstoffwirtschaft mit gr\u00fcner Industrie zu machen, werden flehender &#8211; und wirken dadurch mehr verzweifelt als hoffnungsfroh.<\/p>\n<p>   Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/services\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Daran k\u00f6nnen auch die prominenten F\u00fcrsprecher nichts \u00e4ndern. <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/wirtschaft\/thyssenkrupp\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Thyssenkrupp<\/a>-Konzernchef Miguel L\u00f3pez ist nach Duisburg gekommen, um ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Wasserstoff als beste L\u00f6sung f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/duisburg\/article409786833\/thyssenkrupp-offene-fragen-zum-duisburger-gruenstahl-projekt.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.waz.de\/lokales\/duisburg\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1755745200\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Industrie auf ihrem Weg zu einer klimaneutralen Produktion<\/a> zu halten. Wasserstoff sei aber nicht nur ein Energietr\u00e4ger, sondern auch \u201eder Schl\u00fcssel\u201c, um Gr\u00fcnstrom zu speichern und \u00fcber weite Strecken zu transportieren. Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sei deshalb kein \u201eNice-to-have\u201c, sondern eine Notwendigkeit f\u00fcr eine saubere und souver\u00e4ne Energieversorgung in Europa.<\/p>\n<p>  Thyssenkrupp-Chef L\u00f3pez: \u201eDeindustrialisierung ist eine reale Gefahr vor unserer Haust\u00fcr\u201c<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Doch seine Rede ist gespickt mit Bedingungen, die bisher nicht erf\u00fcllt sind: Wasserstoff m\u00fcsse ausreichend verf\u00fcgbar und bezahlbar sein, Strom m\u00fcsse gr\u00fcner und g\u00fcnstiger werden, damit die Industrie im Land bleibt. \u201eOhne g\u00fcnstigen gr\u00fcnen Strom wird es keinen wirtschaftlich tragf\u00e4higen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Europa geben\u201c, prophezeit L\u00f3pez. Statt heute 16 Cent je Kilowattstunde d\u00fcrfe gr\u00fcner Strom in Deutschland nur f\u00fcnf Cent kosten, um wettbewerbsf\u00e4hig zu werden. \u201eWenn wir diese Probleme nicht l\u00f6sen, verst\u00e4rken wir die Deindustrialisierung\u201c, warnt Lopez, \u201edas ist keine abstrakte Gefahr, sondern eine reale Bedrohung f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze, Wohlstand und soziale Stabilit\u00e4t \u2013 hier, vor unserer Haust\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p>        Drei Tage Hy Summit Rhein-Ruhr<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Der Hy Summit Rhein-Ruhr wird vom Netzwerk \u201e<strong>Hy.Region.Rhein.Ruhr<\/strong>\u201c und den Wirtschaftsf\u00f6rderungen der St\u00e4dte Duisburg, Bochum, Dortmund, Essen und Hamm ausgerichtet. Finanziert wird die Initiative von zahlreichen Partnern aus Wirtschaft und Forschung, darunter die Netzbetreiber Amprion und Thyssengas, der Duisburger Hafen und viele andere.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Nach dem ersten Tag in Duisburg geht der Hy Summit am Dienstag, 2. September im <strong>Bochumer Ruhrcongress<\/strong> weiter, Tag drei findet erst im kommenden Jahr statt, am <strong>19. Februar in Hamm<\/strong>. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Stattdessen herrscht nahezu Stillstand, seit dem letzten Branchentreff vor einem Jahr habe sich praktisch nichts ge\u00e4ndert, sagt Thyssenkrupps Stahlchef Dennis Grimm. Au\u00dfer, dass die Weltpolitik ihm weitere Kn\u00fcppel zwischen die Beine geworfen hat. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat die Stahl-Z\u00f6lle auf 50 Prozent verdoppelt, daran \u00e4ndert auch der \u201eDeal\u201c mit EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen nichts. Noch schlimmer ist der Nebeneffekt, dass dadurch mehr chinesischer Stahl nach Europa dr\u00e4ngt. Ohnehin plant T<a href=\"https:\/\/www.waz.de\/wirtschaft\/article409477512\/entscheidung-steht-tiefe-einschnitte-bei-thyssenkrupp-steel.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.waz.de\/wirtschaft\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1752304173\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hyssenkrupp Steel bereits den Abbau von 11.000 Arbeitspl\u00e4tzen.<\/a><\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/409898077_1756825399_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[16\/9] \" alt=\"Hy.Summit.Rhein.Ruhr Wasserstoffgipfel am 01.09.2025 in Duisburg.\" title=\"NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Gr\u00fcne) diskutiert beim Hy Summit in Duisburg mit Thyssenkrupp-Steel-Chef Dennis Grimm (re.) und Thyssengas-Manager Thomas Becker \u00fcber den stockenden Wasserstoff-Hochlauf.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>\n      NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Gr\u00fcne) diskutiert beim Hy Summit in Duisburg mit Thyssenkrupp-Steel-Chef Dennis Grimm (re.) und Thyssengas-Manager Thomas Becker \u00fcber den stockenden Wasserstoff-Hochlauf.<br \/>\n      \u00a9 FUNKE Foto Services | Daniel Attia\n    <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Dass sich die Lage f\u00fcr deutschen Hochofenstahl auf Kohlebasis absehbar verbessert, sieht derzeit kein Experte. Auch deshalb geht vielen die Geduld beim stockenden Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft aus, die den Umstieg auf Gr\u00fcnstahl erm\u00f6glichen soll. L\u00f3pez betont, wie wichtig es sei, Wasserstoff aus Spanien und Portugal gen Norden zu transportieren, Neubaur erl\u00e4utert, dass Frankreich diese Pipeline blockiert. Was ein Scheitern bedeuten k\u00f6nnte, macht Rasmus Beck deutlich: Der Duisburger Wirtschaftsf\u00f6rderer ruft in einem Forderungspapier an die Politik \u201edie letzte Chance f\u00fcr unseren Stahl\u201c aus. Es brauche \u201ejetzt klare industriepolitische Leitplanken\u201c, damit der Stahl \u00fcberleben k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Etwas zu d\u00fcster klingt das alles dem Thyssengas-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Becker, er kann immerhin verk\u00fcnden, dass \u201edie Bagger rollen\u201c. In den Niederlanden hat vor wenigen Tagen der Bau der ersten grenz\u00fcberschreitenden Wasserstoff-Pipeline begonnen, die das deutsche Kernnetz an die gro\u00dfen Seeh\u00e4fen Rotterdam und Amsterdam anschlie\u00dfen soll. \u201eDarauf haben wir uns verst\u00e4ndigt und das machen wir jetzt auch\u201c, bekr\u00e4ftigt Becker. Doch der Netzbetreiber h\u00e4ngt dabei ziemlich in der Luft, folgt man dem Thyssengas-Manager in seiner Bestandsaufnahme: Er vermisst sowohl von den potenziellen Wasserstoff-Erzeugern als auch von der Industrie klare Signale, dass sie das neue Netz auch nutzen werden. \u201eDen Erzeugern fehlt die Sicherheit, Abnehmer f\u00fcr ihren Wasserstoff zu finden, den Abnehmern fehlt die Sicherheit, gen\u00fcgend Mengen zu ertr\u00e4glichen Preisen zu erhalten\u201c, so Becker. <\/p>\n<p>Duisburgs Hafenchef Bangen: \u201eWenn jeder auf perfekte Bedingungen wartet, scheitern wir\u201c<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Jeder wartet darauf, dass sich der andere bewegt &#8211; das beobachtet auch Duisburgs Hafenchef Markus Bangen. Und sagt klar: \u201eWenn jeder auf die perfekten Rahmenbedingungen wartet, werden wir beim Wasserstoff-Hochlauf scheitern.\u201c Bangen fordert deshalb mehr Unternehmergeist bei allen Beteiligten, dazu geh\u00f6re es auch, gewisse Risiken einzugehen. So wie der Duisburger Hafen, der auf die Einfuhr von Ammoniak setzt, in dem gr\u00fcner Wasserstoff gespeichert und am Zielort mit Crackern wieder verf\u00fcgbar gemacht wird. Auch der Duisport habe daf\u00fcr keine Erfolgsgarantie.<\/p>\n<p>    Auch interessant<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/409787609_1755695782_v1_1_200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[1\/1] \" alt=\"Bundeswirtschaftsminister Habeck besucht ThyssenKrupp\" title=\"Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel L\u00f3pez: Sein Unternehmen verhandelt mit der Bundesregierung \u00fcber eine sogenannte Patronatserkl\u00e4rung f\u00fcr die DRI-Anlage in Duisburg.\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die gr\u00f6\u00dften Baustellen sehen die meisten aber in der Bundespolitik. Sie m\u00fcsse f\u00fcr niedrigere Strompreise sorgen und den Wasserstoffhochlauf \u201ezur Chefsache machen\u201c, wie es der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Mahmut \u00d6zdemir von Kanzler Friedrich Merz fordert. Bei Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bem\u00e4ngelt er \u201eDesinteresse\u201c am Thema Wasserstoff, ebenso NRW-Ministerin Neubaur. Den Eindruck, dass Reiche die Energiewende eher bremse, teilt offenbar auch Hafenchef Bangen. Ohne sie beim Namen zu  nennen, beklagt er zum Thema Green Deal in Europa, man k\u00f6nne Br\u00fcssel nicht erkl\u00e4ren, wenn Berlin nun eine andere Richtung einschlage.<\/p>\n<p>Ministerin Neubaur: Unternehmen  brauchen f\u00fcr Transformation \u201eLuft zum Atmen\u201c<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Wird konkret \u00fcber die Sorgen der Stahlindustrie gesprochen, ist den meisten an Deck der MS Rhein Galaxie dagegen eher nach weniger Tempo beim Klimaschutz. Neubaur spricht zwar stets von Defossilisierung statt von Dekarbonisierung, was den Verzicht nicht nur auf Kohle, sondern auch auf \u00d6l und Gas meint. Doch sie fordert von Berlin und Br\u00fcssel, den Unternehmen wie Thyssenkrupp auf ihrem Weg zu gr\u00fcner Technologie mehr \u201eLuft zum Atmen\u201c zu lassen. Was auch meint: L\u00e4ngere Fristen, in denen etwa die neue DRI-Anlage von Thyssenkrupp mit Gas statt Wasserstoff als Hauptenergietr\u00e4ger laufen darf.<\/p>\n<p>  Weitere Texte aus dem Ressort Wirtschaft finden Sie hier:<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Denn in den Vertr\u00e4gen mit Land und Bund sind die vollen F\u00f6rdersummen von insgesamt zwei Milliarden Euro an den Betrieb der Gr\u00fcnstahlanlage mit Wasserstoff ab einem gewissen Zeitpunkt gekn\u00fcpft, wie das Unternehmen mehrfach erkl\u00e4rt hat. Dass die neue Bundesregierung diese Klauseln lockern k\u00f6nnte, hoffen viele im Thyssenkrupp-Konzern und in der Stahlstadt im Duisburger Norden. Ebenso auf neue Ausnahmen f\u00fcr die Stahlindustrie im europ\u00e4ischen Emissionshandel. Thyssenkrupp erh\u00e4lt wie andere Schwerindustrien auch ihre Verschmutzungsrechte bis 2034 gr\u00f6\u00dftenteils geschenkt. Im Handel kosten diese Zertifikate f\u00fcr den Aussto\u00df einer Tonne CO2 aktuell um die 70 Euro. M\u00fcsste Thyssenkrupp sie kaufen, w\u00fcrde das rund 500 Millionen Euro im Jahr kosten &#8211; bei einem operativen Gewinn von zuletzt 260 Millionen Euro. Deshalb fordert Thyssenkrupp nun in einem Brief an die EU-Kommission eine Verschiebung in die 40er-Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eLeinen los f\u00fcr Wasserstoff\u201c ruft NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zum Abschied vom Branchentreff im Duisburger Hafen. 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