{"id":391725,"date":"2025-09-02T18:38:21","date_gmt":"2025-09-02T18:38:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391725\/"},"modified":"2025-09-02T18:38:21","modified_gmt":"2025-09-02T18:38:21","slug":"c-the-unseen-chemnitz-strickt-sich-durchs-kulturhauptstadt-jahr-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391725\/","title":{"rendered":"\u201eC the unseen\u201c: Chemnitz strickt sich durchs Kulturhauptstadt-Jahr | Politik"},"content":{"rendered":"<p>Chemnitz \u2013 <b>Kulturhauptstadt Europas! Das klingt nach einem gro\u00dfen Versprechen: Oper, Hochkultur, ein verbindendes Leitmotiv. Jedenfalls etwas, das halb Europa nach Sachsen zieht. Doch in Chemnitz sieht das Ganze eher aus wie: Stricken, Garagen und ein Motto, das schon beim ersten Lesen in die Kategorie \u201eWie bitte?\u201c f\u00e4llt. \u201eC the unseen\u201c \u2013 so unsichtbar, dass es sofort beim \u201eSprachpanscher des Jahres\u201c landete. Platz vier. Gl\u00fcckwunsch.<\/b><\/p>\n<p>Das Thema lag eigentlich auf dem Elfmeterpunkt: \u201eGraue Gro\u00dfstadt-Maus wird zur coolen Kulturmetropole. Guck mal Europa, so wird das gemacht!\u201c <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Doch stattdessen feiert man ernsthaft ein Strickfestival, verteilt Kunst in 3000 Garagen und r\u00fchmt sich, dass eine Edvard-Munch-Ausstellung aus allen N\u00e4hten platzte. \u00dcberraschung: W\u00e4re sie ohne das Label <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/chemnitz\/kulturhauptstadt-chemnitz-zehntausende-menschen-zum-auftakt-erwartet-678b672456e145300e471236\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eKulturhauptstadt\u201c<\/a> auch. Munch zieht immer. Daf\u00fcr braucht\u2019s keinen Chemnitzer Kulturzauber.<\/p>\n<p>Hauptsache Englisch<\/p>\n<p>Und: Wenn man schon keinen roten Faden hat, dann wenigstens Anglizismen. \u201eMaker-Advent\u201c hie\u00df etwa das Weihnachtsprogramm \u2013 klingt wie ein Bastelkurs f\u00fcr Hipster, sorgte aber eher f\u00fcr ratlose Gesichter. Oder der \u201ePurple Path\u201c, kein esoterisches Hippie-Happening, sondern ein Skulpturenpfad, den man genauso gut \u201eWeg mit bunten Steinen\u201c h\u00e4tte nennen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Das Spielzeugmacherfestival in Seiffen vom 29. bis 31. August war Teil der Kulturhauptstadt-Kampagne\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/072f1414cea7653cb0c5b5234daf1da7,e6ae1efd\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Das Spielzeugmacherfestival in Seiffen vom 29. bis 31. August war Teil der Kulturhauptstadt-Kampagne<\/p>\n<p>Foto: IMAGO\/Wolfgang Schmidt<\/p>\n<p>Zwei Millionen Besucher wollte man in Chemnitz z\u00e4hlen, nach dem ersten Halbjahr sind 700.000 da gewesen. Kein Flop, aber eben weit weg vom europ\u00e4ischen Glanz. Stattdessen schaffte es die Kulturhauptstadt zuletzt zu allem \u00dcberfluss in die Schlagzeilen mit einem Antisemitismus-Eklat: Bei der Street-Art-Schau IBUG mussten Werke nach massiver Kritik abgeh\u00e4ngt werden. Statt urbaner Coolness binnen Tagen ein PR-Debakel.<\/p>\n<p>Ministerin trotzdem zufrieden<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lobt Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch das Ganze trotzdem als Erfolg. Das ist ihr Job. Mehr \u00dcbernachtungen, mehr Aufmerksamkeit, alles bestens. Das Industriemuseum meldet Besucherrekorde, Hotels freuen sich \u00fcber 20 Prozent mehr Buchungen. Alles gut also?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"\u201eNo Pride in Genocide\u201c (deutsch: Nicht stolz auf Genozid) und \u201eDeutschland mordet mit\u201c steht in einer Arbeit von Luke Carter auf dem Streetart-Festival Ibug in Chemnitz. Einige Werke wurden jetzt verh\u00fcllt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/68582c85217db545eecb8e8b57131197,2174d69b\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">\u201eNo Pride in Genocide\u201c (deutsch: Nicht stolz auf Genozid) und \u201eDeutschland mordet mit\u201c steht in einer Arbeit von Luke Carter auf dem Streetart-Festival Ibug in Chemnitz. Einige Werke wurden jetzt verh\u00fcllt<\/p>\n<p>Foto: Hendrik Schmidt\/dpa<\/p>\n<p>Nicht ganz. Denn die Wahrheit ist: Chemnitz wollte Europa beeindrucken, wollte zeigen, dass die Stadt mehr ist als grauer Sozialismus-Beton und <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/rechte-randale-2018-freisprueche-im-prozess-um-chemnitz-ausschreitungen-68af10075d3e123a945ad2fd\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eHase, Du bleibst hier\u201c<\/a>-Schlagzeilen. Herausgekommen ist ein Jahr, das bisher vorwiegend im Klein-Klein verheddert. Stricknadeln, Garagen, Sprachpanscherei. Viel Flei\u00df, wenig Strahlkraft.<\/p>\n<p><b>Chemnitz hat nun noch ein paar Monate, das Ruder herumzurei\u00dfen. Aber bislang bleibt vom gro\u00dfen Versprechen \u201eKulturhauptstadt Europas\u201c nur eines h\u00e4ngen: C the unseen \u2013 und das trifft ziemlich genau, was fehlt: die gro\u00dfe Idee.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Chemnitz \u2013 Kulturhauptstadt Europas! 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