{"id":391733,"date":"2025-09-02T18:42:12","date_gmt":"2025-09-02T18:42:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391733\/"},"modified":"2025-09-02T18:42:12","modified_gmt":"2025-09-02T18:42:12","slug":"wiesbaden-was-zahlen-ueber-ost-und-west-verraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391733\/","title":{"rendered":"Wiesbaden | Was Zahlen \u00fcber Ost und West verraten"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (dpa) &#8211; Am 3. Oktober feiert Deutschland 35 Jahre Wiedervereinigung. Ob Heiratsalter, vererbtes Verm\u00f6gen oder Wohnraum: Trotz Ann\u00e4herung in vielen Bereichen lassen sich immer noch teils gro\u00dfe Unterschiede zwischen Ost und West feststellen, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Hier kommen Zahlen und Fakten zu ausgew\u00e4hlten Bereichen:<\/p>\n<p>Ehe<\/p>\n<p>Ehen halten l\u00e4nger als fr\u00fcher \u2013 dieser Befund mag auf den ersten Blick \u00fcberraschen. Im Osten dauerte eine Ehe bis zur Scheidung zuletzt (Jahr 2024) im Schnitt 14,5 Jahre, das sind f\u00fcnf Jahre mehr als 1991. In den westlichen Bundesl\u00e4ndern betr\u00e4gt der Anstieg der Ehedauer im selben Zeitraum etwa drei Jahre und liegt mit 14,7 Jahre auf einem \u00e4hnlichen Niveau mit dem Osten.\u00a0<\/p>\n<p>M\u00e4nner und Frauen im Osten sind inzwischen deutlich \u00e4lter, wenn sie heiraten: Ein Mann im Osten beispielsweise gab 2024 im Schnitt im Alter von 38,6 Jahren erstmals das Ja-Wort, im Westen war ein Mann 34,7 Jahre alt. 1991 lag das Heiratsalter bei M\u00e4nnern noch bei 28,7 Jahren (West) und 26,6 Jahren (Ost). \u00c4hnlich ist es bei den Frauen: Im Osten waren die Frauen bei der standesamtlichen Hochzeit im Schnitt 35,6 Jahre alt (plus 12 Jahre), im Westen 32,4 Jahre (plus sechs Jahre seit 1991).<\/p>\n<p>Wohnen<\/p>\n<p>Hohe Mieten, zu wenige Neubauten \u2013 die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind vielerorts sp\u00fcrbar. Das war nicht immer so. In den 1990er Jahren herrschte ein regelrechter Bauboom in Deutschland und Aufbruchstimmung nach der Wiedervereinigung. Im Jahr 1994 etwa wurden alleine im Westen 500.000 Wohnungen gebaut. In den \u00f6stlichen L\u00e4ndern mit Berlin lag der Spitzenwert im Jahr 1997 bei 190.000 fertig gestellten Wohnungen \u2013 Zahlen, von denen Ost und West gemeinsam heutzutage weit entfernt sind. 2024 wurden knapp 252.000 Wohnungen fertiggestellt.<\/p>\n<p>Gestiegen sind aber auch die Anspr\u00fcche an Wohnungen. Das l\u00e4sst sich an der Quadratmeterzahl Wohnfl\u00e4che ablesen, die eine Person rein rechnerisch zur Verf\u00fcgung hat. Waren es Ende 1990 knapp 35 Quadratmeter, stieg diese Zahl bis Ende 2023 auf 47,5 Quadratmeter. Hei\u00dft im Klartext: Im Schnitt hat jeder gut ein Drittel mehr Wohnraum zur Verf\u00fcgung als vor 30 Jahren.<\/p>\n<p>Wer zur Miete lebt, lebt im Osten g\u00fcnstiger. Denn dort sind die Bestandsmieten deutlich g\u00fcnstiger. Zum Zensus-Stichtag 15. Mai 2022 war die Nettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnfl\u00e4che in Sachsen-Anhalt mit 5,38 Euro am niedrigsten, knapp vor Th\u00fcringen (5,65 Euro) und Sachsen (5,72 Euro). Bundesweit musste eine Miete von durchschnittlich 7,28 Euro bezahlt werden.<\/p>\n<p>Verm\u00f6gen und Erbe<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Kluft zwischen Ost und West gibt es nach wie vor bei der Verm\u00f6gensverteilung. Das liegt im Osten teils an der DDR-Vergangenheit, deren sozialistische Wirtschaftsform einen Verm\u00f6gensaufbau oder Immobilienbesitz erschwerte oder verhinderte, anders als der Westen mit seiner Marktwirtschaft. Die Unterschiede sind in den vergangenen 35 Jahren zwar kleiner geworden, nach den Daten des Statistischen Bundesamts aber immer noch vorhanden. Denn nach wie vor gibt es auch Lohnunterschiede zwischen Ost und West, der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst lag im Jahr 2024 im Westen um rund ein F\u00fcnftel h\u00f6her.<\/p>\n<p>1993 hatte ein Haushalt in den \u00f6stlichen L\u00e4ndern im Schnitt ein Nettogesamtverm\u00f6gen von 37.900\u00a0Euro, in den westlichen L\u00e4ndern mit Berlin lag dieser Wert mit 124.600\u00a0Euro mehr als dreimal so hoch. Im Jahr 2018 hatten die westdeutschen Haushalte aber immer noch ein gut doppelt so hohes Verm\u00f6gen als die Haushalte im Osten (88.000 Euro).<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst sich auch an den Erbschaften und Schenkungen ablesen, die den Finanzbeh\u00f6rden gemeldet werden und die \u00fcber dem steuerlichen Freibetrag liegen. Wer weniger hat, kann auch weniger vererben. 2023 wurden in den westlichen Bundesl\u00e4ndern pro Kopf gut 1.700\u00a0Euro vererbt oder verschenkt \u2013 mehr als dreimal so viel wie in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern und Berlin mit gut 500\u00a0Euro.<\/p>\n<p>Familie<\/p>\n<p>Die Art und Weise des Zusammenlebens in Deutschland hat sich in Ost wie in West drastisch ver\u00e4ndert. Das hat nicht unbedingt mit der Deutschen Einheit zu tun, sondern eher mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen. Die Familie, zu der die Statistiker auch Alleinerziehende oder nicht verheiratete Paare mit Kindern z\u00e4hlen, ist nicht mehr das Mehrheitsmodell. Lebten im Jahr 1991 noch 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung oder 47,1 Millionen Menschen in Deutschland in einer Familie, lag dieser Anteil im Jahr 2024 nur noch bei knapp der H\u00e4lfte (49 Prozent oder 40,6 Millionen Menschen).<\/p>\n<p>Jeder F\u00fcnfte in Deutschland lebt inzwischen alleine \u2013 ob gewollt oder ungewollt. Und auch die Geburtenraten sinken seit vielen Jahren. Die Zahl der Kinder in Familien ist zwischen 1991 und 2024 von 22,4\u00a0Millionen auf 19,8\u00a0Millionen zur\u00fcckgegangen. Frauen sind inzwischen etwa \u00fcber 30 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. 1990 lag das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt noch bei knapp 27 Jahren, im Osten bei rund 25 Jahren. Mittlerweile sind die Unterschiede zwischen Ost und West aber nur noch gering.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden (dpa) &#8211; Am 3. Oktober feiert Deutschland 35 Jahre Wiedervereinigung. 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