{"id":391971,"date":"2025-09-02T21:07:36","date_gmt":"2025-09-02T21:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391971\/"},"modified":"2025-09-02T21:07:36","modified_gmt":"2025-09-02T21:07:36","slug":"hamburg-applaus-fuer-delling-im-gericht-nie-etwas-unrechtes-getan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/391971\/","title":{"rendered":"Hamburg | Applaus f\u00fcr Delling im Gericht &#8211; \u00abNie etwas Unrechtes getan\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg (dpa) &#8211; Als Sportmoderator kommentierte Gerhard Delling vom Spielfeldrand, im Prozess um die Entf\u00fchrung der Block-Kinder vor dem Hamburger Landgericht sitzt er jetzt als Angeklagter mittendrin. \u00abNormalerweise rede ich zweimal 45 Minuten\u00bb, sagt der 66-J\u00e4hrige zu Beginn seiner Erkl\u00e4rung zu den Vorw\u00fcrfen gegen ihn. Heute werde er sich k\u00fcrzer fassen.\u00a0<\/p>\n<p>Zu seiner Linken sitzt seine Lebensgef\u00e4hrtin Christina Block (52). Die Tochter des Gr\u00fcnders der Steakhaus-Kette \u00abBlock House\u00bb, Eugen Block, ist angeklagt, die Entf\u00fchrung ihrer beiden j\u00fcngsten Kinder aus der Obhut des Vaters in D\u00e4nemark in Auftrag gegeben zu haben, was sie bestreitet. Rechts von Delling sitzt Blocks Ex-Mann Stephan Hensel (51). Er wurde bei der R\u00fcckholaktion nach Angaben der Staatsanwaltschaft niedergeschlagen und ist Nebenkl\u00e4ger.<\/p>\n<p>Delling betont, dass es f\u00fcr ihn nie in Rede gestanden habe, etwas Unrechtes zu tun oder gar Gewalt anzuwenden. \u00abIch h\u00e4tte niemals gedacht, dass ich als absolut rechtstreuer B\u00fcrger jemals vor Gericht stehen w\u00fcrde.\u00bb<\/p>\n<p>Delling ist wegen Beihilfe angeklagt. Er soll das Zusammentreffen Blocks mit ihrem damals zehnj\u00e4hrigen Sohn und der 13 Jahre alten Tochter am 1. Januar 2024 in Baden-W\u00fcrttemberg organisiert und ihre gemeinsame R\u00fcckkehr nach Hamburg koordiniert haben. Delling wird au\u00dferdem verd\u00e4chtigt, gegen\u00fcber Kriminalbeamten falsche Angaben gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Delling: Ich habe Christina Block getr\u00f6stet<\/p>\n<p>Er habe Christina Block Mut zugesprochen und versucht, ihre Lage zu verstehen, erkl\u00e4rt der Angeklagte weiter. Unz\u00e4hlige Menschen h\u00e4tten seiner Lebensgef\u00e4hrtin gesagt, sie w\u00fcrden in einer solchen Lage jedes Mittel in die Hand nehmen, um ihre Kinder wiederzusehen. Die Mutter habe aber auf den beschwerlichen Weg der Gerichte gesetzt. Er habe sie beruhigt, getr\u00f6stet und aufgebaut. Auf die konkreten Vorw\u00fcrfe der Anklage geht er nicht ein und will auch keine Nachfragen beantworten.<\/p>\n<p>Delling sagt, er habe Christina Block in der Corona-Zeit kennengelernt. Mit ihren vier Kindern habe er sich sehr gut verstanden. Eine Tochter habe ihn statt Gerhard \u00abGernhard\u00bb genannt, weil sie ihn so gern hatte.<\/p>\n<p>Acht Monate habe er die Kinder erlebt, sechs davon intensiv. Er habe immer die \u00dcberzeugung vertreten, dass Kinder Vater und Mutter brauchen, sagt der 66-J\u00e4hrige. Blocks zweit\u00e4ltester Tochter, die bis heute bei der Mutter lebt und unter der Trennung der Eltern leide, habe er gesagt, dass ihr Vater immer ihr Vater bleiben werde.<\/p>\n<p>Delling: Christina Block hatte gutes Verh\u00e4ltnis zu den Kindern<\/p>\n<p>Die beiden j\u00fcngsten Kinder leben seit Ende August 2021 bei ihrem Vater in D\u00e4nemark. Nach Ansicht der Hamburger Staatsanwaltschaft behielt er sie nach einem Wochenendbesuch widerrechtlich bei sich.<\/p>\n<p>Delling betont, Christina Block habe ein gutes Verh\u00e4ltnis zu ihren Kindern gehabt. \u00abSie hat sie schon gar nicht geschlagen oder auch nur aggressiv behandelt\u00bb, sagt er zu den Vorw\u00fcrfen, die von der Seite des Vaters erhoben werden. Die j\u00fcngste Tochter habe nicht einschlafen k\u00f6nnen, ohne dass ihr die Mutter noch etwas vorlas und mit ihr kuschelte. Gemeinsam h\u00e4tten sie Spiele gespielt. In seinem beruflichen Leben und in Stiftungen habe er sich f\u00fcr ein faires Miteinander eingesetzt und sich gegen Gewalt positioniert. \u00abIch habe selbst drei wunderbare T\u00f6chter, die nie geschlagen wurden.\u00bb<\/p>\n<p>Die Zuschauer im Gerichtssaal reagieren mit spontanem Applaus auf Dellings Erkl\u00e4rung. Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt schreitet sofort ein: Sie dulde keinen Applaus im Zuschauerraum.<\/p>\n<p>Vater spricht von Todesangst<\/p>\n<p>Gegen Ende des neunten Verhandlungstages beginnt die Richterin mit der Vernehmung von Hensel. Er schildert den \u00dcberfall in der Silvesternacht 2023\/24 aus seiner Perspektive. \u00abIch hatte Todesangst\u00bb, sagt der Nebenkl\u00e4ger. \u00abIch wurde auf den Bauch geworfen.\u00bb Er habe versucht, sich zu wehren. \u00abIch kriegte permanent Schl\u00e4ge und Tritte.\u00bb Gleichzeitig habe er die Kinder schreien h\u00f6ren. Dann seien die Autos mit den Kindern davongerast.<\/p>\n<p>Die beiden j\u00fcngsten Kinder des Ex-Paares leben seit Ende August 2021 bei ihrem Vater in D\u00e4nemark. Nach Ansicht der Hamburger Staatsanwaltschaft hatte er sie nach einem Wochenendbesuch widerrechtlich bei sich behalten. Es folgte ein langer Sorgerechtsstreit mit der Mutter. Einige Tage nach der Entf\u00fchrung entschied das Hamburger Oberlandesgericht, dass die Kinder zur\u00fcck zum Vater m\u00fcssen. Die Befragung von Hensel wird am Mittwoch fortgesetzt.<\/p>\n<p>Block-H\u00e4user sollten nach Entf\u00fchrung gesch\u00fctzt werden<\/p>\n<p>Nach Delling verliest die Verteidigerin die Erkl\u00e4rung eines wegen Beihilfe mitangeklagten Sicherheitsunternehmers. Der 58 Jahre alte Deutsche schildert darin, dass er keine Anzeichen hatte, dass jemand beauftragt worden sein k\u00f6nnte, die Kinder aus D\u00e4nemark zur\u00fcckzuholen.\u00a0<\/p>\n<p>Er habe Anfang Januar kurzfristig von Firmengr\u00fcnder Eugen Block den Auftrag bekommen, dessen Haus und das seiner Tochter vor Pressevertretern und unberechtigten Personen zu sch\u00fctzen.\u00a0<\/p>\n<p>Bevor die Kinder eintrafen, habe er die Fenster im Haus der Mutter verriegeln lassen. Es sei nicht darum gegangen, den Jungen und das M\u00e4dchen einzusperren. Sie sollten nur nicht unbedacht auf die Stra\u00dfe laufen und vor Presse und unberechtigten Personen gesch\u00fctzt werden. Seine Hamburger Firma habe nichts mit der Entf\u00fchrung zu tun und habe st\u00e4ndig mit der Polizei kooperiert.<\/p>\n<p>Verwandte sollte Kinder nahe Hamburg abholen<\/p>\n<p>Es \u00e4u\u00dfert sich zudem eine Verwandte von Christina Block, die ebenfalls wegen Beihilfe angeklagt ist. \u00abDer Vorwurf ist nicht wahr\u00bb, sagt die 49-J\u00e4hrige. Sie sei bereit gewesen, die Kinder eine letzte kurze Strecke nach Hause zu fahren, weil sie wusste, dass die Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht hatte. Sie habe die Kinder von Geburt an gekannt und immer Kontakt zur Familie von Christina Block gehabt. Mutter und Kinder h\u00e4tten harmonisch zusammengelebt.\u00a0<\/p>\n<p>Am Abend des 1. Januar habe Delling sie angerufen und gefragt, ob sie die Kinder von einem Treffpunkt bei Hamburg abholen k\u00f6nne. Er selbst habe sie nicht abholen wollen, weil er vermutete, dass der Vater ihn bei den Kindern schlechtgemacht habe. Sie sollten aber auf ein vertrautes Gesicht treffen. Am 2. Januar habe Christina Block sie angerufen, ihr gesagt, dass die Kinder aus D\u00e4nemark geholt worden seien und sie nicht wisse, wer dahinterstecke.<\/p>\n<p>Am Abend habe sie eine Wegbeschreibung zum Treffpunkt bekommen, diese aber nicht verstanden. Ihr Mann habe ihr den Weg \u00fcber Whatsapp erkl\u00e4rt. \u00abUnd nur aus diesem Grund sitzt er neben mir auf der Anklagebank\u00bb, sagt die Frau unter Tr\u00e4nen. Das tue ihr schrecklich leid. Ihr Ehemann will im Prozess vorerst keine Aussage machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg (dpa) &#8211; Als Sportmoderator kommentierte Gerhard Delling vom Spielfeldrand, im Prozess um die Entf\u00fchrung der Block-Kinder vor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":391972,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,1724,692,1584,2549,2283],"class_list":{"0":"post-391971","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesellschaft","11":"tag-hamburg","12":"tag-kriminalitaet","13":"tag-leute","14":"tag-prozess-gericht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115136747574881536","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391971","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=391971"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/391971\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/391972"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=391971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=391971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=391971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}