{"id":392051,"date":"2025-09-02T21:50:12","date_gmt":"2025-09-02T21:50:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392051\/"},"modified":"2025-09-02T21:50:12","modified_gmt":"2025-09-02T21:50:12","slug":"europaeische-maechte-bewaffnen-ukraine-fuer-raketenangriffe-weit-in-russisches-staatsgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392051\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische M\u00e4chte bewaffnen Ukraine f\u00fcr Raketenangriffe weit in russisches Staatsgebiet"},"content":{"rendered":"<p>Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj k\u00fcndigte am letzten Wochenende eine Ausweitung der Angriffe mit Langstreckenraketen auf Russland an. Europ\u00e4ische Regierungsvertreter wollen sein Regime weiter aufr\u00fcsten.<\/p>\n<p>Selenskyj twitterte: \u201eWir werden unsere aktiven Operationen genauso fortsetzen, wie es f\u00fcr die Verteidigung der Ukraine erforderlich ist. Die Kr\u00e4fte und Mittel sind vorbereitet. Au\u00dferdem sind neue Angriffe tief im gegnerischen Gebiet geplant.\u201c<\/p>\n<p>Berichten zufolge, haben Vertreter der US-Regierung den Verkauf von 3.500 Langstrecken-Marschflugk\u00f6rpern an D\u00e4nemark, die Niederlande und Norwegen bewilligt, die sie an Selenskyj weiterreichen werden. Sie k\u00f6nnen von F-16-Kampfflugzeugen abgefeuert werden, die diese drei Staaten gemeinsam mit Belgien an die Ukraine liefern wollen. Die New York Times lobte den Deal als \u201efinanziellen Gl\u00fccksfall f\u00fcr amerikanische Waffenproduzenten\u201c. Deutschland bereitet gleichzeitig die Lieferung von Patriot-Raketenbatterien amerikanischer Produktion an die Ukraine vor.<\/p>\n<p>Kaum zwei Wochen, nachdem sich Trump in Alaska mit dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen getroffen hat, wird kaum noch \u00fcber eine diplomatische L\u00f6sung gesprochen. Mit geschlossenen Augen bewegen sich die gegnerischen Regierungen auf einen katastrophalen milit\u00e4rischen Zusammensto\u00df zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten zu.<\/p>\n<p>Mit seinem Post reagierte Selenskyj auf einen russischen Raketenangriff vom 28. August, bei dem die Geb\u00e4ude des British Council und der diplomatischen Vertretung der Europ\u00e4ischen Union in Kiew getroffen wurden. Damit signalisierte Moskau seine Bereitschaft, europ\u00e4ische Ziele direkt anzugreifen, um Europa von Bombenangriffen auf Russland abzuhalten. Dessen ungeachtet versch\u00e4rfen Selenskyj und seine Hinterm\u00e4nner in der Nato ihre Eskalationspl\u00e4ne weiter.<\/p>\n<p>Dabei wird die Nato weniger von der Trump-Regierung angef\u00fchrt, sondern eher von den europ\u00e4ischen imperialistischen M\u00e4chten. Der britische Daily Telegraph fasste am Samstag die derzeitigen Pl\u00e4ne f\u00fcr europ\u00e4ische \u201eSicherheitsgarantien\u201c f\u00fcr die Ukraine zusammen. Dabei geht es nicht um die Befreiung der Ukraine, wie Bef\u00fcrworter des Nato-Kriegs behaupten, sondern um eine amerikanisch-europ\u00e4ische Besatzung. Die \u00dcberreste der Ukraine sollen in einen von der Nato bewachten St\u00fctzpunkt gegen Russland verwandelt werden.<\/p>\n<p>Laut dem Telegraph \u00a0planen die europ\u00e4ischen Staaten die Stationierung von 30.000 Soldaten in der Ukraine und die Durchsetzung einer \u201eFlugverbotszone\u201c \u00fcber dem Land. Zu diesem Zweck wollen sie amerikanische Luftabwehrsysteme kaufen, um russische Flugzeuge abzuschie\u00dfen. Au\u00dferdem planen sie eine von der T\u00fcrkei angef\u00fchrte \u201eMarinemission im Schwarzen Meer zur Sicherung der kommerziellen Schifffahrtsrouten in die und aus der Ukraine\u201c. Schlie\u00dflich wollen sie den Bau von gro\u00df angelegten Befestigungsanlagen entlang der Front finanzieren, um Russland von Milit\u00e4raktionen abzuschrecken und die Nato-Truppen in eine g\u00fcnstige Position f\u00fcr eine k\u00fcnftige Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zu bringen.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise beinhalten diese Pl\u00e4ne den Einsatz privater US-S\u00f6ldnerfirmen wie Academi (vormals Blackwater). Diese sind ber\u00fcchtigt f\u00fcr ihre Kriegsverbrechen w\u00e4hrend der US-gef\u00fchrten Nato-Besatzungen im Irak und in Afghanistan. Der Telegraph schrieb dazu: \u201eFrontbefestigungen und St\u00fctzpunkte in ihrer N\u00e4he k\u00f6nnten von amerikanischen privaten Sicherheitsfirmen errichtet werden, wie es im Irak und in Afghanistan geschehen ist.\u201c Diese S\u00f6ldner k\u00f6nnten auch \u201eUS-Unternehmen besch\u00fctzen\u201c.<\/p>\n<p>Britische Regierungsvertreter erkl\u00e4rten gegen\u00fcber dem Telegraph, dies w\u00fcrde Europas Drohungen gegen Russland Glaubw\u00fcrdigkeit verleihen. Der Telegraph deutete an, dass die europ\u00e4ischen M\u00e4chte nicht nur Schwierigkeiten damit haben, 30.000 Soldaten zusammenzubekommen, um sie in der Ukraine zu stationieren, sondern sie f\u00fcrchten auch milit\u00e4rische Vergeltungsma\u00dfnahmen Russlands: Der Kreml k\u00f6nnte diese Stationierung als \u201ezu massiv\u201c ansehen. Die Regierungsvertreter erkl\u00e4rten, die Entsendung von US-S\u00f6ldnern in die Ukraine \u201ebringt amerikanische ,Stiefel\u2018, d.h. Inhaber von amerikanischen P\u00e4ssen, vor Ort, was dann eine effektive Abschreckung f\u00fcr Putin darstellt\u201c.<\/p>\n<p>Der Kreml hat seine Forderungen nach einem Friedensabkommen bekr\u00e4ftigt, das die Neutralit\u00e4t der Ukraine garantiert und jede Stationierung von Nato-Truppen ausschlie\u00dft. Russland hat wiederholt Angriffe mit Wellen aus Hunderten von Raketen und Drohnen gestartet, um ukrainische Fabriken, Luftwaffenst\u00fctzpunkte und H\u00e4fen zu treffen, wo Raketen gebaut oder transportiert werden, mit denen die Nato Russland bombardieren k\u00f6nnte. Zudem macht der Kreml deutlich, dass er sich auf eine Fortsetzung des Kriegs vorbereitet.<\/p>\n<p>Der russische Generalstabschef Walerij Gerasimow erkl\u00e4rte am Samstag bei einer Einsatzbesprechung: \u201eHeute definieren wir die Aufgaben f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte-Gruppen, die im Herbst vorgesehen sind. Die kombinierten Streitkr\u00e4fte-Gruppen setzen ihre ununterbrochene Offensive fast entlang der gesamten Front fort. Die strategische Initiative liegt g\u00e4nzlich bei den russischen Truppen.\u201c<\/p>\n<p>Er berichtete, dass sich ein Gro\u00dfteil der Regionen Lugansk (99,7 Prozent), Donezk (79 Prozent), Cherson (76 Prozent) und Saporischschja (74 Prozent) jetzt in den H\u00e4nden Russlands befinden. Der Kreml hat seine Absicht angek\u00fcndigt, diese vier Regionen zu annektieren, w\u00e4hrend Selenskyj darauf beharrt, dass sein Regime keine Territorien aufgeben werde, wie auch immer die milit\u00e4rische Lage aussieht. Unter Nato-Milit\u00e4ranalysten wird dar\u00fcber diskutiert, ob Russland auch versuchen werde, Charkiw und Odessa zu annektieren. Beim derzeitigen Tempo des russischen Vormarsches w\u00e4ren daf\u00fcr jahrelange K\u00e4mpfe notwendig.<\/p>\n<p>In der Bev\u00f6lkerung herrscht gro\u00dfe Unzufriedenheit \u00fcber und Opposition gegen die Fortsetzung dieses bruderm\u00f6rderischen Kriegs, der die Ukraine ausblutet. In einer vom 21. bis 23. August von Rating durchgef\u00fchrten Umfrage bef\u00fcrworteten 82 Prozent der Ukrainer Verhandlungen zur Beendigung des Kriegs, und 59 Prozent wollen eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen. Letztes Jahr ergab eine Umfrage der Eurasia Group, dass 91 Prozent der Amerikaner und 89 Prozent der Westeurop\u00e4er eine Intervention mit Nato-Bodentruppen in der Ukraine ablehnen.<\/p>\n<p>Andererseits wird immer offensichtlicher, dass die kapitalistischen Gro\u00dfm\u00e4chte den Krieg weder beenden k\u00f6nnen noch wollen. Die tieferen Gr\u00fcnde f\u00fcr den Krieg sind nicht nur der Konflikt zwischen der Nato und Moskau \u00fcber die Frage, ob die Ukraine als Nato-Basis gegen Russland dienen k\u00f6nne, sondern auch tief verwurzelte Konflikte innerhalb der Nato selbst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Trump spricht f\u00fcr Teile der amerikanischen herrschenden Klasse, welche bestrebt sind, die Au\u00dfenpolitik der USA auf ein gr\u00f6\u00dferes Blutvergie\u00dfen im Nahen Osten auszurichten und einen Krieg mit China vorzubereiten. Sie sind mehr an einem Handelskrieg mit Europa als an einem Krieg mit Russland interessiert.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen M\u00e4chte reagierten darauf, indem sie das praktisch besiegte Selenskyj-Regime immer wieder ermutigen, die Angriffe auf Russland zu eskalieren und mit Forderungen, die der Kreml nicht akzeptieren kann, Friedensverhandlungen zu blockieren. Und so wachsen die Spannungen zwischen den USA und Europa, obwohl Europa Milliarden f\u00fcr den Kauf von US-Milit\u00e4rprodukten und milit\u00e4rischen Dienstleistungen ausgibt. <\/p>\n<p>Am Wochenende verurteilte ein hoher Vertreter des Wei\u00dfen Hauses anonym gegen\u00fcber Axios die europ\u00e4ischen M\u00e4chte, weil sie ein Friedensabkommen blockieren: \u201eEs geht nicht, dass die Europ\u00e4er diesen Krieg verl\u00e4ngern und \u00fcber die Hintert\u00fcr unvern\u00fcnftige Forderungen stellen, aber von Amerika erwarten, die Kosten zu tragen. Wenn Europa diesen Krieg eskalieren will, ist das ihre Sache.\u201c<\/p>\n<p>Axios wies auf die zunehmenden Konflikte der USA mit Europa sowie die Meinungsverschiedenheiten zwischen den europ\u00e4ischen M\u00e4chten hin: \u201eUS-Regierungsvertreter halten britische und franz\u00f6sische Regierungsvertreter f\u00fcr konstruktiver. Sie beklagen jedoch, dass die anderen europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte von den USA verlangen, die vollen Kosten des Kriegs zu tragen.\u201c Axios zitierte einen anderen hochrangigen Beamten des Wei\u00dfen Hauses mit den Worten: \u201eEinige Europ\u00e4er agieren weiterhin in einem M\u00e4rchenland. (&#8230;) Wir werden uns zur\u00fccklehnen und zusehen. Sollen sie eine Zeitlang k\u00e4mpfen und schauen, was passiert.\u201c<\/p>\n<p>Die Geschichte zeigt, dass es einem Flirt mit der Katastrophe gleichkommt, wenn man die rivalisierenden europ\u00e4ischen M\u00e4chte dazu ermutigt, die Probleme untereinander auszufechten und \u201ezu schauen was passiert\u201c. Die Konflikte \u00fcber den Zugang zu russischem \u00d6l und Gas versch\u00e4rfen bereits jetzt die Spannungen auf dem Balkan und lassen den Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo wieder aufleben, der in den 1990ern zum Krieg ausartete. Nachdem der Kosovo am 15. M\u00e4rz ein Abkommen \u00fcber milit\u00e4rische Kooperation mit Albanien und Kroatien unterzeichnet hatte, verurteilten serbische Regierungsvertreter dies als \u201eBedrohung f\u00fcr die Sicherheit des serbischen Volks und der ganzen Region\u201c und unterzeichneten am 1.\u00a0April ein rivalisierendes Milit\u00e4rabkommen mit Ungarn.<\/p>\n<p>Die Arbeiter m\u00fcssen in diesem Konflikt alle Lager als reaktion\u00e4r ablehnen. Putin hatte mit seiner Invasion der Ukraine im Interesse der postsowjetischen kapitalistischen Oligarchen in Russland gehandelt, denen es um ihre Beziehungen zu den imperialistischen Nato-M\u00e4chten geht. Und diese versch\u00e4rfen nur immer die blutigen imperialistischen Kriege, die sie seit dem Niedergang der Sowjetunion f\u00fchren. Die europ\u00e4ischen M\u00e4chte (besonders Deutschland) sind dabei, gegen Russland aufzur\u00fcsten, was sie mit historischen Angriffen auf den Sozialstaat finanzieren wollen. Das wird die Bev\u00f6lkerung in die Armut treiben.<\/p>\n<p> Um diese Abw\u00e4rtsspirale aus Krieg und sozialer Reaktion aufzuhalten, ist der Aufbau einer bewussten internationalen, sozialistischen Bewegung der Arbeiterklasse notwendig. Sie muss gegen alle kapitalistischen Regierungen und ihre politischen Agenten einen unvers\u00f6hnlichen Kampf aufnehmen.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj k\u00fcndigte am letzten Wochenende eine Ausweitung der Angriffe mit Langstreckenraketen auf Russland an.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":392052,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,1160,29,663,13,4046,81276,14,15,965,913,80244,307,12,317,3940,107],"class_list":{"0":"post-392051","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-daenemark","11":"tag-deutschland","12":"tag-europa","13":"tag-headlines","14":"tag-krieg","15":"tag-langstreckenraketen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-niederlande","19":"tag-norwegen","20":"tag-patriot-raketen","21":"tag-russland","22":"tag-schlagzeilen","23":"tag-ukraine","24":"tag-us-regierung","25":"tag-wolodymyr-selenskyj"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115136916724987485","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=392051"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392051\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/392052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=392051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=392051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=392051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}