{"id":392114,"date":"2025-09-02T22:29:17","date_gmt":"2025-09-02T22:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392114\/"},"modified":"2025-09-02T22:29:17","modified_gmt":"2025-09-02T22:29:17","slug":"ford-koeln-lehnt-den-sozialtarifvertrag-der-ig-metall-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392114\/","title":{"rendered":"Ford K\u00f6ln: Lehnt den Sozialtarifvertrag der IG\u00a0Metall ab!"},"content":{"rendered":"<p>Wir rufen alle Ford-Arbeiter auf, sich mit dem Ford-Aktionskomitee in Verbindung zu setzen, um einen Kampf zur Verteidigung des K\u00f6lner Stammwerks vorzubereiten. Ein zweites Saarlouis darf nicht zugelassen werden. Schreibt uns eine <a href=\"https:\/\/wa.me\/message\/PGZEAQSVLMSZH1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whatsapp-Nachricht <\/a>an folgende Nummer: +491633378340 oder registriert Euch im Formular am Ende dieses Artikels.<\/p>\n<p>Der Sozialtarifvertrag der IG Metall f\u00fcr Ford K\u00f6ln muss in der Urabstimmung, die noch bis morgen dauert, abgelehnt werden. Den IGM-B\u00fcrokraten um den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Benjamin Gruschka und die IGM-Bevollm\u00e4chtige von K\u00f6ln\/Leverkusen, Kerstin Klein, muss das Mandat f\u00fcr alle weiteren Verhandlung entzogen werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/9b4a33e7-3ef4-48bd-bdce-43fbe6ca026d\" style=\"max-height:100%\"\/>Warnstreik bei Ford K\u00f6ln am 2. April 2025<\/p>\n<p>Der Sozialtarifvertrag hat einzig und allein die Aufgabe, 3560 Kolleginnen und Kollegen aus dem Betrieb zu dr\u00e4ngen und die Weichen f\u00fcr seine vollst\u00e4ndige Abwicklung zu stellen. Neben den 2900 Besch\u00e4ftigten, die neu vereinbart wurden, sollen weitere 660 von ihren Arbeitspl\u00e4tzen vertrieben werden, die sich im Rahmen der letzten Abbau-Runde noch nicht hatten rausdr\u00e4ngen lassen.<\/p>\n<p>Damit der Abbau diesmal z\u00fcgig abl\u00e4uft, haben die IG Metall und ihr Betriebsrat mit dem vorliegenden Sozialtarifvertrag den Druck auf die Belegschaft noch einmal erh\u00f6ht. Wer das erste Abfindungsangebot ablehnt, erh\u00e4lt ein zweites, niedrigeres, das nur 75 % des ersten Angebots betr\u00e4gt. Wer auch das ablehnt, wird betriebsbedingt gek\u00fcndigt. Da dann die Sozialauswahl greift, w\u00e4ren z.B. j\u00fcngere, unverheiratete und noch kinderlose Kolleginnen und Kollegen gegen\u00fcber \u00e4lteren im Nachteil.<\/p>\n<p>Mit diesen perfiden Mafia-Methoden soll die Belegschaft gespalten werden. Jeder wird mit seiner Entscheidung auf sich allein gestellt. Die \u201eSolidarit\u00e4t\u201c, die die Gewerkschaft gerne beschw\u00f6rt, wird damit pervertiert. Wann immer die IG Metall zur Solidarit\u00e4t aufruft, hat das nichts mit echtem Zusammenhalt zu tun. Sie will, dass die Kolleginnen und Kollegen das Maul halten und sich dem Diktat der Gewerkschaft und ihres Betriebsrates unterwerfen.<\/p>\n<p>Das Gerede vom Ausschluss betriebsbedingter K\u00fcndigungen bis 2032 ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Mit dem Sozialtarifvertrag hat der Konzern den Hebel in der Hand, das Werk in K\u00f6ln abzuwickeln, wie er es bereits in Saarlouis getan hat. Er greift bei jeder zuk\u00fcnftigen Betriebs\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Die \u201eGesamtl\u00f6sung\u201c, von der IGM und Betriebsrat sprechen, ist die Grundlage f\u00fcr die schrittweise Stilllegung des Werks, die sich bereits abzeichnet. Erst k\u00fcrzlich hat die Gesch\u00e4ftsleitung angek\u00fcndigt, die zweite Schicht im Werk zu streichen. Der Ein-Schichtbetrieb wird dann als Rechtfertigung f\u00fcr die n\u00e4chste Runde des Jobmassakers dienen, weil er aus Konzernsicht unprofitabel ist.<\/p>\n<p>Es ist daher bezeichnend, dass die Gewerkschaft den Wortlaut des Sozialtarifvertrags und aller Unter-Vertr\u00e4ge, die insgesamt 60 Seiten umfassen sollen, unter Verschluss h\u00e4lt. Die K\u00f6lner Belegschaft soll \u00fcber ein Vertragswerk abstimmen, das sie gar nicht kennt. Nur die Bedingungen der Abfindungen sind bekannt. Da diese ein wenig h\u00f6her als \u00fcblich sind, soll so der Druck auf jeden Einzelnen erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p>Das liegt voll und ganz auf der bisherigen Linie der IG Metall und des Betriebsrats. Sie haben in den letzten Jahren ein Arbeitsplatzabbauprogramm nach dem anderen ausgearbeitet. Stets hie\u00df es, damit seien die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und das \u00dcberleben Fords in Deutschland gesichert \u2013 bis zur n\u00e4chsten Runde. Von einst \u00fcber 20.000 Besch\u00e4ftigten in K\u00f6ln sollen nach der jetzigen Vereinbarung nur noch rund 8000 \u00fcbrigbleiben. Jede Vereinbarung hat die Werksschlie\u00dfung ein St\u00fcck n\u00e4hergebracht.<\/p>\n<p>Als die K\u00f6lner Belegschaft sich Anfang des Jahres gegen die neuerliche Abbaurunde wehren wollte, rief die IG Metall im Mai notgedrungen zum Streik auf, den \u00fcber 93 % der Mitglieder gefordert hatten \u2013 nur um diesen nach 24 Stunden wieder abzubrechen. Die IG Metall will nicht streiken und macht dies immer wieder deutlich.<\/p>\n<p>Sie hat daher in der Urabstimmung die Zustimmung zum Sozialtarifvertrag mit der Ablehnung von weiteren Streiks verkn\u00fcpft. Die IGM stellt die Frage: \u201eWillst du das Verhandlungsergebnis ablehnen und zur Durchsetzung anderer Forderungen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln, einschlie\u00dflich Streiks, eintreten?\u201c \u2013 und wirbt f\u00fcr ein klares \u201eNein\u201c!<\/p>\n<p>Die Verbindung des Sozialtarifvertrags mit der Streikfrage hat zur Folge, dass 25 Prozent Ja-Stimmen gen\u00fcgen, um ihn anzunehmen. Denn laut Gewerkschaftssatzung ist f\u00fcr einen Streik eine mindestens 75-prozentige Zustimmung erforderlich.<\/p>\n<p>In ihrem Aufruf zur Annahme des Sozialtarifvertrags greifen Gruschka, Klein und IGM-Vertrauensk\u00f6rperleiter David L\u00fcdtke wiederholt die Kolleginnen und Kollegen an, die k\u00e4mpfen wollen. \u201eLeider kann eine tragf\u00e4hige Zukunftsstrategie nicht durch einen Streik erzwungen werden\u201c, erkl\u00e4rt L\u00fcdtke.<\/p>\n<p><a class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw7-l bg-black-05 mt3 center\" href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/special\/pages\/freebogdan.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/7e4eabbf-72c5-4c32-bbe7-fbf358c98be8\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/0fbce9ab-d2c4-417c-a910-46ad612cfce5\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u201eEin Betriebs\u00fcbergang oder gar eine Schlie\u00dfung ganzer Bereiche l\u00e4sst sich durch Streiks nicht verhindern\u201c, erg\u00e4nzt Klein und warnt davor, den Sozialtarifvertrag abzulehnen: \u201eEine Nachverhandlung nur einzelner Punkte ist ausgeschlossen. Weitere Verhandlungen und Streiks k\u00f6nnten deshalb am Ende zu deutlich schlechteren Bedingungen f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Es ist nur folgerichtig, dass die IG Metall in gro\u00dfen, fett gedruckten Lettern auf ihrem Flugblatt fordert: \u201eStimmt gegen die Fortf\u00fchrung des Streiks!\u201c<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass Betriebsrat und IG Metall weiterhin alles tun werden, um einen <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/05\/15\/ford-m15.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Streik zu verhindern<\/a>. Das haben sie in Saarlouis unter dem Betriebsratsvorsitzenden Markus Thal vorexerziert. Gruschka und sein K\u00f6lner Apparat folgen nun ihrem Beispiel.<\/p>\n<p>Die Ablehnung des Sozialtarifvertrags in der Urabstimmung muss daher mit Streikvorbereitungen einhergehen, unabh\u00e4ngig und getrennt vom IGM-Apparat. Alle Belegschaftsmitglieder, die wirklich k\u00e4mpfen wollen, m\u00fcssen sich in einem Aktionskomitee zusammenschlie\u00dfen. IGM-Betriebsr\u00e4te und Vertrauensleute, die den Sozialplan unterst\u00fctzen, haben in diesem Komitee nichts zu suchen. Die Komitee-Mitglieder m\u00fcssen das gemeinsame Vorgehen abstimmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Von IG Metall und Betriebsrat m\u00fcssen die unverz\u00fcgliche Herausgabe des Sozialtarifvertrags und all seiner Untertarifvertr\u00e4ge verlangt werden.<\/li>\n<li>Klein, Gruschka und Co. wollen weder weiterverhandeln noch weiterstreiken. Ihnen muss das Mandat entzogen werden. Sie m\u00fcssen daran gehindert werden, im Namen der Belegschaft auch nur eine weitere Vereinbarung zu treffen.<\/li>\n<li>Ford ist ein internationaler Konzern mit 171.000 Kolleginnen und Kollegen in Werken auf vier Kontinenten. Zu ihnen muss Kontakt aufgenommen werden \u2013 in Deutschland, Europa und weltweit. Auch zu Kolleginnen und Kollegen anderer Unternehmen der Auto-, Zuliefer- und Stahlindustrie usw., die vor den gleichen Problemen stehen, muss Kontakt aufgenommen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine solche internationale Strategie und Zusammenarbeit ist notwendig, um sich der Erpressung durch Management und Betriebsrat zu widersetzen. Es ist eine Perspektive, die von den gemeinsamen Interessen aller Arbeitenden weltweit ausgeht und sich der Logik des kapitalistischen Profitsystems widersetzt, das die Gewerkschafts- und Betriebsratsfunktion\u00e4re mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidigen.<\/p>\n<p>Schreibt uns eine <a href=\"https:\/\/wa.me\/message\/PGZEAQSVLMSZH1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Whatsapp-Nachricht<\/a> an folgende Nummer: +491633378340 und f\u00fcllt das folgende Formular aus, um jetzt aktiv zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wir rufen alle Ford-Arbeiter auf, sich mit dem Ford-Aktionskomitee in Verbindung zu setzen, um einen Kampf zur Verteidigung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":392115,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1828],"tags":[371,29,2460,30,618,744,1420,1209],"class_list":{"0":"post-392114","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-koeln","8":"tag-autoindustrie","9":"tag-deutschland","10":"tag-ford","11":"tag-germany","12":"tag-gewerkschaft","13":"tag-ig-metall","14":"tag-koeln","15":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115137070311748076","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=392114"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392114\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/392115"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=392114"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=392114"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=392114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}