{"id":392268,"date":"2025-09-02T23:55:12","date_gmt":"2025-09-02T23:55:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392268\/"},"modified":"2025-09-02T23:55:12","modified_gmt":"2025-09-02T23:55:12","slug":"bundeswehr-kameraden-in-kaserne-misshandelt-gericht-verkuendet-urteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392268\/","title":{"rendered":"Bundeswehr-Kameraden in Kaserne misshandelt \u2013 Gericht verk\u00fcndet Urteil"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Dieser Dienstag wird dem Bem\u00fchen der Bundeswehr, in Zeiten erh\u00f6hten sicherheitspolitischen Drucks ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, nicht sonderlich geholfen haben. Das Berliner Landgericht hat <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article409838589\/ex-soldaten-gestehen-taten-mit-dieser-verstoerenden-begruendung.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1756222323\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die beiden ehemaligen Bundeswehrsoldaten des Wachbataillons Robby B. (36) und Benjamin Kr. (31)<\/a> wegen gemeinschaftlicher schwerer sexueller N\u00f6tigung und K\u00f6rperverletzung eines Kameraden zu jeweils einem Jahr und zehn Monaten sowieso einem Jahr und acht Monaten auf Bew\u00e4hrung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Vergewaltigung angeklagt. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Ein dritter Soldat, Tino Ka., muss wegen K\u00f6rperverletzung und unterlassener Hilfeleistung\u00a0mit einer Geldstrafe von 6400 Euro rechnen. Hintergrund der Taten waren traditionelle Einf\u00fchrungsriten, wie sie in den Streitkr\u00e4ften, zumindest den Aussagen der Verurteilten zufolge, nach wie vor \u00fcblich sind. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Der Prozess war von Absurdit\u00e4ten und Unappetitlichkeiten \u00fcberschattet worden. B. und Kr. hatten in der vergangenen Woche gestanden, den mittlerweile 24-j\u00e4hrigen Ex-Soldaten Phillip Z. zwischen Februar und Mai 2021<a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article407658965\/auf-diese-berliner-einheit-kommt-im-kriegsfall-alles-an.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1731787500\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding <\/a>misshandelt zu haben. Sie h\u00e4tten ihren Kameraden Z. urpl\u00f6tzlich festgehalten, seine Geschlechtsteile befummelt und seinen Anus mit einem Fingerh\u00fctchen penetriert, hei\u00dft es in der Anklageschrift. <\/p>\n<p>  Bundeswehr-Soldat vergewaltigt: Normales Ritual bei der Truppe? <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Nicht aus Erregung <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article408391676\/mehr-sexualdelikte-in-berlins-oeffentlichem-nahverkehr.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"premium\" data-article-publish-date=\"1740495960\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oder sexueller Befriedigung<\/a>, so hatte Bobby B. (35) \u00fcber seine Anw\u00e4ltin erkl\u00e4ren lassen. Sondern weil es eine Art von Ritual sei, eine normale Form der Drangsalierung von Neulingen in der Kompanie. Eine Drangsalierung, die quasi dazu geh\u00f6re und die er selbst habe mitmachen m\u00fcssen. Das Ritual ist als \u201eZ\u00e4pfchen einf\u00fchren\u201c bekannt. Der Vorgesetzte von Phillip Z. wiederum, Tino Ka., hatte den Vorgang nicht verhindert und an einem weiteren Ritual teilgenommen \u2013 dem sogenannten \u201eSchweinehaufen\u201c. Insgesamt sechs Soldaten sollen auf Z. gesprungen sein und ihn unter sich begraben haben. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Der misshandelte 24-j\u00e4hrige Z. hatte als erster Zeuge ausgesagt. Was in der Kaserne geschehen sei, belaste seinen Alltag bis heute. Er leide unter Schlafst\u00f6rungen, Albtr\u00e4umen, Panikattacken. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst Anfang 2025 sei er in Therapie gewesen. Er selbst habe die Angriffe aber in der Einheit nicht angezeigt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Erst durch einen Kameraden wurde die <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/polizei-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Polizei <\/a>viele Monate sp\u00e4ter informiert. Gleichzeitig stie\u00dfen die Beamtinnen und Beamten im Zuge von Ermittlungen gegen die mutma\u00dflich rechtsextreme Gruppe \u201eWolfsrudel\u201c innerhalb des Bataillons auf Audiodateien, die B. und Kr. mit dieser Gruppierung in Verbindung brachten. Die \u201eWolfsrudel\u201c-Ermittlungen f\u00fchrten zu keinen Ergebnissen, aber wohl dazu, dass Robby B. und Benjamin Kr. laut eigener Aussage die Bundeswehr verlassen mussten. Sie beteuerten vor Gericht, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/article409307105\/extremismus-verdacht-im-staatsdienst-jeder-ist-einer-zu-viel.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/berlin\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1750411913\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine extremistische Einstellung <\/a>zu haben und f\u00fchlten sich vorverurteilt. Tats\u00e4chlich hatte das Bundesverwaltungsgericht die Durchsuchung ihrer Stuben f\u00fcr unrechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rt. <\/p>\n<p>  Verteidiger sehen N\u00f6tigung, kein Sexualdelikt <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Viel drehte sich im Prozess derweil um die Frage, ob es in der Kaserne tats\u00e4chlich zu einer Penetration gekommen ist oder nicht. Skurrilerweise hatten B. und Kr. genau das und damit eine Vergewaltigung gestanden. Das Opfer Z. aber bestand darauf, eine Penetration verhindert zu haben. Seine Anw\u00e4ltin erkl\u00e4rte das mit einem \u201eSchutzmechanismus\u201c. Die Verteidiger der Angeklagten wiederum sprachen von einem \u201efalschen Gest\u00e4ndnis\u201c ihrer Mandanten unter Druck. <\/p>\n<p>   Morgenpost Sp\u00e4ti<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Hier steckt alles drin: Ihr Berlin-Update zum Feierabend \u2013 montags bis freitags um 18 Uhr.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Sie pl\u00e4dierten in diesem Sinne daf\u00fcr, den Vorfall nicht als Sexualdelikt zu werten, sondern als N\u00f6tigung. Das \u201eZ\u00e4pfchen einf\u00fchren\u201c sei nur aus einer veralteten Gruppendynamik heraus zu verstehen, wie sie M\u00e4nnerb\u00fcnden wie der Bundeswehr eigen sein w\u00fcrden. Die \u201eaus der Zeit gefallenen\u201c Riten bedeuteten urspr\u00fcnglich Aufnahme, nicht Erniedrigung. Eine Ansicht, die die Kammer ausdr\u00fccklich nicht teilte, obgleich sie die Penetration nicht mehr zweifelsfrei feststellen konnte. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieser Dienstag wird dem Bem\u00fchen der Bundeswehr, in Zeiten erh\u00f6hten sicherheitspolitischen Drucks ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":392269,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1940,1938],"class_list":{"0":"post-392268","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-nachrichten-aus-berlin","15":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115137408254088903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=392268"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/392268\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/392269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=392268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=392268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=392268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}