{"id":392780,"date":"2025-09-03T04:51:20","date_gmt":"2025-09-03T04:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392780\/"},"modified":"2025-09-03T04:51:20","modified_gmt":"2025-09-03T04:51:20","slug":"norwegen-ruestet-auf-und-kauft-fregatten-aus-grossbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392780\/","title":{"rendered":"Norwegen r\u00fcstet auf und kauft Fregatten aus Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Was im\u00a0<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"a6c88e3cc08477fbb4a87ec8cccec94b75f8d802\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/thema\/nordatlantik\" title=\"Nordatlantik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nordatlantik<\/a>\u00a0derzeit vor sich geht, beschreiben norwegische Milit\u00e4rs als eine Art Katz- und Mausspiel. Jeden Tag seien dort russische U-Boote aktiv, die man versuche zu beobachten. An manchen Stellen, etwa der B\u00e4ren-L\u00fccke zwischen Spitzbergen und dem norwegischen Festland, oder auch im Bereich der GIUK-L\u00fccke zwischen Gr\u00f6nland, Island und Schottland f\u00e4llt dieses Beobachten vergleichsweise leicht, da das Meer dort nicht so tief ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Schwieriger ist es in den tiefen Meeresgebieten dazwischen. Russlands Aktivit\u00e4ten nehmen im Nordatlantik seit Jahren zu. Sollte Russland die NATO wie von westlichen Milit\u00e4rs angenommen in wenigen Jahren im Baltikum testen, w\u00fcrde es wohl auch versuchen, Nachschubwege im Nordatlantik zu blockieren. Zugleich steigt die Bedeutung der Region, da aufgrund des Klimawandels Schifffahrtswege und Ressourcen in der Arktis frei werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Deswegen r\u00fcstet Norwegen im maritimen Bereich nun massiv auf. Seine U-Boot-Flotte verst\u00e4rkt es mit dem Kauf von vier U-Booten in Deutschland. Schon vor Jahren wurde hier der Grundstein f\u00fcr eine intensive Kooperation gelegt. Die sieht vor, dass beide Staaten Schiffe kaufen, dass die Wartung gemeinsam erfolgt und dass die Besatzungen im Notfall austauschbar sind. Aus Osloer Sicht eine ideale Partnerschaft.<\/p>\n<p>Besonders enge Verteidigungskooperation<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Diese will man kopieren im Bereich der Fregatten und hat daf\u00fcr zuletzt nach einem geeigneten Partner gesucht. Infrage kamen die USA, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Deutschland. Nun hat sich Norwegen entschieden: Die Marine bestellt f\u00fcnf neue Fregatten vom Typ 26 in Gro\u00dfbritannien, die bei BAE Systems in Glasgow gebaut werden sollen. Die Bestellung soll ein Volumen von umgerechnet rund zw\u00f6lf Milliarden Euro haben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Durch den Kauf entsteht eine norwegisch-britische Flotte von dreizehn gleichen Fregatten zur U-Boot-Abwehr im Nordatlantik. Norwegen und Gro\u00dfbritannien pflegen innerhalb der NATO schon viele Jahre lang eine besonders enge Verteidigungskooperation. Das britische Verteidigungsministerium gab an, es handele sich um \u201eden gr\u00f6\u00dften Kriegsschiffauftrag\u201c, den britische Werften je im Ausland geschlossen h\u00e4tten, dies stelle ein \u201egro\u00dfes Vertrauensvotum\u201c in die Werftarbeiter und die britische Verteidigungsindustrie dar.\u00a0<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"446faedfb0cd7b150f7e3039910b6e410c8ebbad\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/reise\/thema\/norwegen\" title=\"Norwegen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Norwegens<\/a>\u00a0Ministerpr\u00e4sident Jonas Gahr St\u00f8re sagte, bei der Entscheidung sei es um die Fragen gegangen, wer der beste strategische Partner bei dem Kauf sei und ob dieser eine wettbewerbsf\u00e4hige Fregatte liefern k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Ortung und Bek\u00e4mpfung von U-Booten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">In\u00a0<a class=\"rtr-entity\" data-rtr-id=\"58aecb3d5e2069caed87ab0e3243868d3ff39664\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/oslo\" title=\"Oslo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oslo<\/a>\u00a0war die Entscheidung f\u00fcr Gro\u00dfbritannien erwartet worden. Gegen Deutschland sprach, dass man mit der Bundesrepublik schon beim U-Boot-Bau und -Betrieb intensiv kooperiert und man, wie es in Oslo hei\u00dft, \u201enicht alle Eier in einen Korb\u201c legen wollte. Gegen die USA sprach wohl die Unsicherheit \u00fcber die Tragf\u00e4higkeit der Partnerschaft, sprich Donald Trump. Der Kauf von Frankreichs Fregatten galt als m\u00f6glich. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hatte k\u00fcrzlich eine Charmeoffensive unternommen: Bei einem Staatsbesuch in Oslo warb er f\u00fcr den Kauf franz\u00f6sischer Fregatten und versicherte auf Norwegisch: \u201eJa, wir lieben dieses Land.\u201c Der Satz ist Titel der norwegischen Nationalhymne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass sich Oslo nun f\u00fcr Gro\u00dfbritannien entschied, hat laut Fachleuten vor allem damit zu tun, dass dieses als Insel sehr \u00e4hnliche Herausforderungen in Bezug auf Russlands Vorgehen im Nordatlantik hat. Und dass die britischen Fregatten speziell zur Ortung und Bek\u00e4mpfung von U-Booten entwickelt wurden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Norwegen ist Gr\u00fcndungsmitglied der NATO und war im Kalten Krieg potentieller Frontstaat des B\u00fcndnisses; seit Langem versucht es sich daher in einer sehr eigenen Mischung aus Abschreckung und R\u00fcckversicherung gegen\u00fcber Russland. So kooperieren die beiden Staaten etwa weiterhin beim Fischfang. Auch h\u00e4lt Norwegen weiterhin an einigen Vorgaben selbst auferlegter milit\u00e4rischer Zur\u00fcckhaltung fest, so l\u00e4sst es etwa keine \u00dcbungen von Alliierten in bestimmten Gebieten der Finnmark zu. Zugleich hielt das Land auch nach dem Ende des Kalten Kriegs die Verteidigungsausgaben vergleichsweise hoch. Derzeit sieht St\u00f8re Norwegen in der schwerwiegendsten sicherheitspolitischen Situation seit dem Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>H\u00e4tte eine andere Entscheidung die Bindung zur EU verst\u00e4rkt?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Norwegische Fachleute kritisierten nun allerdings die Entscheidung der Regierung. Diese sei aus technischer Sicht unklug, sagte etwa Tor Ivar Str\u00f8mmen, Kapit\u00e4n zur See an der Seekriegsschule, dem Sender NRK. Die franz\u00f6sische Fregatte und teilweise auch die deutsche Fregatte seien leistungsf\u00e4higer. Weiterhin wurde in Oslo kritisiert, dass sich der Nicht-EU-Staat Norwegen mit einer Entscheidung f\u00fcr Frankreich enger an die sich rasch entwickelnde europ\u00e4ische R\u00fcstungsindustrie h\u00e4tte anbinden k\u00f6nnen. Angesichts der Abkopplung des wichtigsten sicherheitspolitischen Partners USA ringt Norwegen derzeit um einen Ausbau der Beziehungen zur EU. Zudem sei Frankreich in der Lage, die Schiffe rascher zu liefern, hie\u00df es in Oslo.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Auslieferung der britischen Fregatten soll 2030 beginnen. Auch Kanada hat 15 St\u00fcck bestellt. Durch die insgesamt gro\u00dfe St\u00fcckzahl erhofft man sich einen schnelleren Bau, niedrigere Preise und eine erleichterte Wartung. Der britische Verteidigungsminister John Healey sagte, das Abkommen zum Bau und Kauf der Schiffe, die in der Ausf\u00fchrung den britischen Fregatten m\u00f6glichst gleichen sollen, werde dazu f\u00fchren, dass die Marinen von Norwegen und Gro\u00dfbritannien \u201ezusammen trainieren, operieren, abschrecken und wenn n\u00f6tig auch zusammen k\u00e4mpfen\u201c. Das britische Verteidigungsministerium wies darauf hin, dass Russland in der j\u00fcngsten strategischen Einsch\u00e4tzung der britischen Streitkr\u00e4fte, einer Art Wei\u00dfbuch, als \u201edie bedeutendste Bedrohung der Sicherheit nicht nur Gro\u00dfbritanniens, sondern der gesamten NATO\u201c eingesch\u00e4tzt worden sei.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Eine zentrale Waffe in dieser Bedrohung stellten die russischen U-Boote im Nordatlantik dar. Ihr k\u00f6nnten die neuen Fregatten vom britischen Typ 26 begegnen. Von den acht bestellten britischen Fregatten sind bislang zwei vom Stapel gelaufen, sie werden gegenw\u00e4rtig technisch ausger\u00fcstet und sollen 2028 in Dienst gestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was im\u00a0Nordatlantik\u00a0derzeit vor sich geht, beschreiben norwegische Milit\u00e4rs als eine Art Katz- und Mausspiel. 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