{"id":392856,"date":"2025-09-03T05:35:17","date_gmt":"2025-09-03T05:35:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392856\/"},"modified":"2025-09-03T05:35:17","modified_gmt":"2025-09-03T05:35:17","slug":"ich-wollte-mit-kevin-costner-immer-schon-mal-ins-heu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/392856\/","title":{"rendered":"&#8222;Ich wollte mit Kevin Costner immer schon mal ins Heu\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die renommierte deutsche \u00a0Fotografin \u00a0ist bekannt f\u00fcr Bilder, mit denen sie die \u201eSchokoladenseite\u201c der Stars hervorkehrt. Zu Beginn ihrer Karriere gab sich <strong>Gabriele Oestreich den K\u00fcnstlernamen Gabo<\/strong>, der weder Geschlecht noch Nationalit\u00e4t verraten soll. Derzeit stellt sie ihre <strong>\u201eBig Shots\u201c<\/strong> in der <strong>Leica Galerie in Konstanz<\/strong> am Bodensee aus, kommendes Jahr feiert die Fotografin ihr 40-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Die freizeit \u00a0zeigt schon jetzt eine kleine Auswahl ihrer gro\u00dfartigen Werke. Wir haben Gabo auf Mallorca erreicht, wo sie derzeit auf einer \u201ekleinen Ranch\u201c \u00a0mit ihren beiden Hunden weilt. Ihr Blick aus dem Fenster: \u00a0Olivenbaum, Palme und \u00a0die mallorquinischen Berge.\u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Sie sind bekannt f\u00fcr Ihre Portr\u00e4ts prominenter Pers\u00f6nlichkeiten. Was bedeutet Ihnen das, den Stars so nah zu sein?<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">GABO: F\u00fcr mich sind Prominente einfach Menschen. Ich m\u00f6chte sie \u00a0 so zeigen, wie sie sind \u2013 Pers\u00f6nlichkeiten, keine Avatare. Ich will dem Gegen\u00fcber gerecht werden, kein Klischee ablichten. Meine Bilder sollen noch nach Studiolicht und Dunkelkammer riechen, nach Atmosph\u00e4re, \u00a0gemeinsam gelebter Zeit am Set, guter Musik, Essen und ein bisschen Champagner.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Barbara Sch\u00f6nberger\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655732.jpg\"  data- alt=\"46-217655732\"\/><\/p>\n<p>So sch\u00f6n macht Pasta. Ein Essen voller Genuss in Gabos Studio: da kam es gleich zu einem &#8222;Big Shot&#8220;.<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor?<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">F\u00fcr mich ist jedes Shooting fast eine Liebesgeschichte f\u00fcr einen Tag \u2013 nicht sexuell, sondern emotional, von Mensch zu Mensch. Die Person vor der Kamera muss sich wohlf\u00fchlen, sie muss wissen, dass sie bei mir sicher ist. Es geht um Begegnungen, Aufnahmen, die zwischen Kamera und Mensch wie durch ein unsichtbares Band entstehen, mal leise, mal laut, aber immer mit Seele und Tiefe. F\u00fcr ein echtes Portr\u00e4t \u00a0sind N\u00e4he, Vertrauen und Licht \u00a0entscheidend. Mit Licht kannst du jemanden zerst\u00f6ren oder zum Pr\u00e4sidenten machen, eigentlich br\u00e4uchte man f\u00fcr die Kamera einen Waffenschein. (lacht) \u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">\u00a0Prominente sind ja gewohnt, sich zu zeigen \u2026<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">Ja, das sind sie. Aber mein Ziel ist es, den Menschen hinter dem Image zu erreichen. Das Wichtigste ist die Atmosph\u00e4re am Set, das nette Team spielt da auch eine gro\u00dfe Rolle, es herrscht bei uns immer eine famili\u00e4re Stimmung. \u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Sie sind schon sehr lange in einer M\u00e4nnerdom\u00e4ne unterwegs. Wie erleben Sie das?<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">\u00a0Ich bin eine Einzelk\u00e4mpferin, von Beginn an. Ich habe auch mal einen Auftrag nicht bekommen, nur weil ich eine Frau bin. Als ich angefangen habe, waren Frauen in der Fotografie extrem unterrepr\u00e4sentiert \u2013 ihr Anteil lag bei etwa drei Prozent. Heute sind es immer noch \u00a0etwa nur drei\u00dfig Prozent. Gro\u00dfe Verantwortung ging damals, und auch heute noch, fast ausschlie\u00dflich an M\u00e4nner. \u00a0Es ist eine \u00a0Tatsache, dass Frauen in der Fotografie historisch, und teils bis heute, deutlich weniger sichtbar und anerkannt sind als M\u00e4nner \u2013 ein Gender-Gap.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Nina Hagen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655656.jpg\"  data- alt=\"46-217655656\"\/><\/p>\n<p>\u201eIst alles so sch\u00f6n bunt hier.\u201c Auch das Bild von Nina Hagen h\u00e4ngt gro\u00df aufgezogen in Gabos Ausstellung<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">\u00a0Ihr Weg begann vor der Kamera, als Model. Was haben Sie daraus f\u00fcr Ihre sp\u00e4tere Arbeit mitgenommen?<\/p>\n<p>Ich habe zehn Jahre gemodelt und am eigenen K\u00f6rper erfahren, was schlechtes Licht bedeuten kann, es tut fast weh! \u00a0Das Modeln war eine gute M\u00f6glichkeit, von den Besten zu lernen. Und die Fehler eines unsensiblen Fotografen zu unterlassen. Helmut Newton war da mein Negativbeispiel. Beim Casting sagte er \u2013 vor allen anderen \u2013 ich solle mein T-Shirt hochheben, er m\u00fcsse meinen Busen sehen. Ich habe Nein gesagt. Er meinte: \u201eDann kannst du gehen\u201c und zeigte auf den Hinterausgang. Und ich ging stolz von dannen! Von solchen Momenten habe ich gelernt, Grenzen klar zu setzen und Menschen mit Sensibilit\u00e4t und Respekt zu begegnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Wie kamen Sie dann zur Fotografie?\u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">Irgendwann wollte ich gestalten, nicht nur Teil des Bildes sein. Nach ersten Auftr\u00e4gen f\u00fcr eine Stadtzeitung bin ich mit meinen Bildern zum Stern gegangen. Dort sagten sie erst: \u201eWir haben namhafte Fotografen, wir brauchen niemanden.\u201c Doch meine Mappe \u00fcberzeugte wohl und so bekam ich meinen ersten gro\u00dfen Auftrag: Herbert Gr\u00f6nemeyer auf Tour \u2013 und das wurde dann die Titelgeschichte. 26 Sterntitel folgten.\u00a0<\/p>\n<blockquote class=\"h4\">\n<p>Ich war damals mit David (Bowie, Anm.) zusammen. Iggy kam mit seiner Freundin. Wir sa\u00dfen oben im Hotel, hielten brav H\u00e4ndchen, hatten Partyh\u00fctchen auf<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"interview-question-text\">Sie hatten auch privat Kontakt zu Musiklegenden, feierten mit David Bowie und Iggy Pop Silvester.<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">Ja, das war noch als Model. Silvester 1984 in Sydney: Ich war damals mit David zusammen. Iggy kam mit seiner Freundin. Wir sa\u00dfen oben im Hotel, hielten brav H\u00e4ndchen, hatten Partyh\u00fctchen auf (lacht). Wichtig ist aber etwas anderes. Als mein Vater im Sterben lag, sagte David zu mir: \u201eDu musst jetzt zu deinem Vater gehen und ihn begleiten bei diesem wichtigen Schritt.\u201c Ich flog zur\u00fcck nach Hamburg. F\u00fcr diesen Rat bin ich ihm bis heute dankbar.<\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Sie haben \u00fcber Ihren Vater einen Bezug zu Wien.<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">Ja, mein Vater war Wiener. Ich liebe Wien, habe mehrere Monate hier gelebt, damals als Model. Ich hatte auch mal einen Wiener Skilehrer als Boyfriend, den hab ich dann besucht \u2013 aber ohne Skier fand ich den schiach. Mein erster Kuss war \u00fcbrigens mit dem Fritzi, auch ein Wiener. Der sagte immer zu mir: \u201eGeh ma nackert Baden.\u201c (lacht) \u00a0<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Iris Berben\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655814.jpg\"  data- alt=\"46-217655814\"\/><\/p>\n<p>Kissenschlacht mit Torte<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Sp\u00e4ter als Fotografin hatten Sie eine Begegnung mit Kevin Costner. Verraten Sie uns, wie das war?<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">\u00a0Ja, ich erinnere mich noch gut. Ich sollte ihn f\u00fcr einen Cowboyfilm fotografieren, in einem Hotel in Hamburg \u2013 spie\u00dfig eingerichtet, alles Standard und clean, ich brauchte \u00a0 eine Idee f\u00fcrs Bild. Da fiel mir ein, dass ich mit Kevin Costner immer schon mal \u00a0ins Heu wollte (lacht). Also schleppte ich \u00a0Heuballen aufs Hotelzimmer, und als ich \u00a0 \u00a0gerade dabei war, alles \u00a0im Raum zu verteilen, kam der Agent und sagte: \u201eNo way, da macht er sich ja dreckig!\u201c Ich war verzweifelt, doch \u00a0Kevin sagte: \u201eLass uns einfach ins Bett gehen.\u201c Er legte sich r\u00fccklings darauf, und ich schlich mit der Kamera um ihn herum. Perspektivisch war das schwierig. Also zog ich meine Cowboyboots aus, kletterte aufs Bett und stellte mich breitbeinig \u00fcber ihn, um ihn von oben zu fotografieren. Das war ziemlich wackelig. Als ich meinte, dass ich Angst h\u00e4tte zu fallen, l\u00e4chelte er \u00a0und sagte: \u201eDon\u2019t worry! Sag Bescheid, \u00a0ich fang dich auf.\u201c<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Der junge Boris Becker\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655840.jpg\"  data- alt=\"46-217655840\"\/><\/p>\n<p>Durchs Netz geschaut: Selbstfindung vor der Kamera<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Sie haben auch Boris Becker in jungen Jahren fotografiert. Das Bild ist in Deutschland ber\u00fchmt.<\/p>\n<p>\u00a0Ja, kurz nach seinen Wimbledonsiegen. Ich habe ihn in Schwarzwei\u00df portr\u00e4tiert \u2013 nicht als Sportler, sondern ihn als Mann durch meine Linse gesehen. F\u00fcr viele ist es ungewohnt, fotografiert zu werden. Man sieht sich pl\u00f6tzlich anders, entdeckt Seiten, die man noch nie an sich wahrgenommen hat. Bei Boris war das sp\u00fcrbar: Fotografiert zu werden, kann wie eine Selbstfindung sein.\u00a0<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Fotografin GABO\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655734.jpg\"  data- alt=\"46-217655734\"\/><\/p>\n<p>Erst vor, dann hinter der Kamera<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p class=\"interview-question-text\">Welche Begegnungen mit der Kamera sind Ihnen noch besonders im Ged\u00e4chtnis?\u00a0<\/p>\n<p class=\"interview-answer-text\">Ach, so viele, eigentlich alle. Ich bin ein Fan von Nina Hagen. Barbara Sch\u00f6neberger ist ein Geschenk f\u00fcr jede Fotografin \u2013 selbstironisch und immer bereit, etwas auszuprobieren. \u00a0Wir haben viel gelacht, \u00a0genau diese Energie sieht man auf den Bildern. Iris Berben kam bei einer Kissenschlacht \u00a0in Spiellaune \u2013 ich fand noch Jahre sp\u00e4ter Federn in dem Zimmer (lacht). Und Yoko Ono \u00a0war sehr inspirierend. Es hie\u00df, sie sei so anstrengend. Dabei war sie entspannt, freundlich, einfach angenehm. Aus dieser Serie mit ihr ist \u00fcbrigens eines meiner Lieblingsbilder. Ich habe es hier im Haus h\u00e4ngen, es passt auch gut zu Spanien.<br \/>\u00a0<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" class=\"lazyload \" title=\"Yoko Ono\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/46-217655886.jpg\"  data- alt=\"46-217655886\"\/><\/p>\n<p>Zickig, anstrengend? Von wegen!<\/p>\n<p>            \u00a9Gabo        <\/p>\n<p>        Ausstellung &#8222;Big Shots&#8220;<\/p>\n<p>Tipp: Die Ausstellung GABO \u201eBig Shots\u201c ist bis 17. Oktober in der Leica-Galerie in Konstanz am Bodensee zu sehen,<a href=\"https:\/\/ leica-galerie-konstanz.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> leica-galerie-konstanz.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/gabo-photos.com\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gabo-photos.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die renommierte deutsche \u00a0Fotografin \u00a0ist bekannt f\u00fcr Bilder, mit denen sie die \u201eSchokoladenseite\u201c der Stars hervorkehrt. 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