{"id":393075,"date":"2025-09-03T07:38:12","date_gmt":"2025-09-03T07:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393075\/"},"modified":"2025-09-03T07:38:12","modified_gmt":"2025-09-03T07:38:12","slug":"europa-hat-sich-von-den-usa-abhaengig-gemacht-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393075\/","title":{"rendered":"Europa hat sich von den USA abh\u00e4ngig gemacht \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Wenige Wochen vor der Heizsaison sind die Gasspeicher gut gef\u00fcllt, die Preise halbwegs stabil. Der n\u00e4chste Winter ist gesichert, aber alle Sorgen ist die EU deshalb noch nicht los, warnt E-Control-Chef Alfons Haber. <\/p>\n<p>\u00dcber vier Prozent Inflation. Immer noch. Kein Wunder, dass in der Debatte \u00fcber die steigenden Preise auch die hohen Energiekosten neuerlich ins Visier der Politik r\u00fccken. \u201eWir sehen, dass die Energiekosten das Wirtschaftswachstum beeinflussen\u201c, gab Kanzler Christian Stocker zu Protokoll. Doch w\u00e4hrend es an Ideen f\u00fcr sinkende Strompreise nicht mangelt, ist es um die einst so hohen Gaspreise zuletzt eher still geworden. <\/p>\n<p>Das liegt einerseits daran, dass die Megawattstunde Erdgas heute viel billiger zu haben ist als zum H\u00f6hepunkt der Energiepreiskrise 2022. Trotzdem bezahlen Unternehmen aus Europa f\u00fcr Gas weiter deutlich mehr als die Mitbewerber in den USA. Und sp\u00e4testens im Winter wird der Gaspreis auch diktieren, in welche Richtung sich die Stromrechnungen bewegen. Droht erneut ein Winter mit Gasengp\u00e4ssen und hohen Preisen? Wie sieht die Versorgungslage wenige Wochen vor Beginn der Heizsaison aus? <\/p>\n<p>    Starre Regeln treiben Preise <\/p>\n<p>In \u00d6sterreich sind die Erdgasspeicher Anfang September mit 81,3\u2009Prozent recht gut gef\u00fcllt. Das ist zwar deutlich weniger als vor einem Jahr, als nach dem Sommer bereits \u00fcber 90\u2009Prozent der Speicher voll waren. Dennoch sollte die Menge bereits ausreichen, um einen Gro\u00dfteil des Jahresverbrauchs zu decken. Auch andere gro\u00dfe Gasverbraucher in Europa haben ihre Speicher inzwischen gut gef\u00fcllt, Deutschland zu 71\u2009Prozent, Italien zu 88\u2009Prozent. Sie k\u00f6nnen damit allerdings bestenfalls ein Viertel ihres Bedarfs decken. <\/p>\n<p>Noch vor wenigen Monaten hatte es bei Weitem nicht so ausgesehen, als ob Europa halbwegs entspannt in die Wintersaison gehen k\u00f6nnte. Anfang des Jahres sorgten schleppende Einlagerungen noch f\u00fcr Unruhe auf dem europ\u00e4ischen Gasmarkt, H\u00e4ndler sahen wenig Anreiz, die Lagerbest\u00e4nde aufzustocken. Grund daf\u00fcr war eine EU-Vorgabe, wonach die Mitgliedsl\u00e4nder ihre Speicher bis Anfang November zu 90\u2009Prozent gef\u00fcllt haben m\u00fcssen. Diese starre Regel treibe die Preise, warnten H\u00e4ndler. \u201eWir haben im Vorjahr gemerkt, dass sich die europ\u00e4ischen Speichervorgaben preiserh\u00f6hend ausgewirkt haben\u201c, sagt E-Control-Vorstand Alfons Haber zur \u201ePresse\u201c.<\/p>\n<p>Inzwischen sind die strikten Vorgaben aber Geschichte. Die L\u00e4nder haben nun mehr Zeit, um die F\u00fcllquoten zu erreichen. Einen klaren Stichtag gibt es nicht mehr. \u00d6sterreich war aufgrund seiner enorm gro\u00dfen Speicherkapazit\u00e4t (rund 100\u2009Terawattstunden) ohnedies in einer Sondersituation. Statt die Lagerst\u00e4tten zu 90\u2009Prozent zu f\u00fcllen, muss das Land nur 35\u2009Prozent des durchschnittlichen Verbrauchs der vergangenen f\u00fcnf Jahre vorr\u00e4tig halten. Seit die Gaspreise im Sommer zu sinken begannen, f\u00fcllten sich die Speicher in \u00d6sterreich und im Rest der EU.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/09.03-s13-Gasspeicher-Fu\u0308llsta\u0308nde-GK.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                             Hoffnungstr\u00e4ger Rum\u00e4nien<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu den vorangegangenen Jahren ist aber der Wechsel der Lieferanten: \u201eWir haben heute eine ganz andere Versorgungssituation. Deshalb brauchen wir auch nicht so hohe Speicherf\u00fcllst\u00e4nde wie fr\u00fcher\u201c, so Haber. Vor vier Jahren lieferte Russland noch 40\u2009Prozent des europ\u00e4ischen Erdgases via Pipeline an den Kontinent. Diese Verbindung ist heute weitgehend gekappt. Im Vorjahr deckte amerikanisches Fl\u00fcssiggas (LNG) bereits ein F\u00fcnftel des europ\u00e4ischen Bedarfs ab. Tendenz stark steigend. Auch im Handelsdeal zwischen der EU und den USA ist eine deutliche Ausweitung der LNG-Lieferungen vorgesehen. <\/p>\n<p>Was die Versorgungslage auf den ersten Blick entspannt, berge aber auch Gefahren in sich, warnt der Regulator:  \u201eEuropa hat seine Abh\u00e4ngigkeit nach Amerika verlagert.\u201c Komme die f\u00fcr 2026 und 2027 versprochene Ausweitung der LNG-Exportmengen in den USA nicht, w\u00fcrde das auch die Preise in Europa entsprechend nach oben ziehen. <\/p>\n<p>In Europa und \u00d6sterreich mehren sich deshalb auch Stimmen, die nach einer verst\u00e4rkten Produktion auf dem Kontinent rufen. 1970 deckte die \u00f6sterreichische Produktion von Erdgas noch zwei Drittel des Inlandsverbrauchs. Heute werde nur noch ein F\u00fcnftel der Mengen von damals gef\u00f6rdert, schreibt das Energiewissenschaftliche Institut. In Europa ist der Trend \u00e4hnlich. Gr\u00f6\u00dfter Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr europ\u00e4ische Gasmengen ist das Projekt \u201eNeptun Deep\u201c im Schwarzen Meer. Dort sollen rund 100\u2009Milliarden Kubikmeter Erdgas lagern. Schafft es die heimische OMV, den geplanten Produktionsstart im Jahr 2027 einzuhalten, steigt Rum\u00e4nien dadurch schlagartig zum gr\u00f6\u00dften Gasproduzenten der EU auf.  <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenige Wochen vor der Heizsaison sind die Gasspeicher gut gef\u00fcllt, die Preise halbwegs stabil. 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