{"id":393154,"date":"2025-09-03T08:24:19","date_gmt":"2025-09-03T08:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393154\/"},"modified":"2025-09-03T08:24:19","modified_gmt":"2025-09-03T08:24:19","slug":"metaanalyse-bestaetigt-ptau217-ist-der-beste-alzheimer-serum-marker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393154\/","title":{"rendered":"Metaanalyse best\u00e4tigt: pTau217 ist der beste Alzheimer-Serum-Marker"},"content":{"rendered":"<p class=\"intro--paragraph\">Hohe Konzentrationen des Biomarkers pTau217 im Blut deuten mit hoher Genauigkeit auf eine Alzheimerpathologie. Andere Tau-Biomarker liefern deutlich ungenauere Resultate, so das Ergebnis einer Metaanalyse von 113 Studien.<\/p>\n<p>Das Wichtigste in K\u00fcrze zu dieser Studie finden Sie am Ende des Artikels.<\/p>\n<p>Seit September diesen Jahres ist in Deutschland erstmals eine Behandlung mit einem krankheitsmodifizierenden Alzheimertherapeutikum m\u00f6glich. Vor einer Therapie sind jedoch aufw\u00e4ndige Liquor- oder PET-Untersuchungen n\u00f6tig, um eine Alzheimerpathologie nachzuweisen. Deutlich einfacher, kosteng\u00fcnstiger und weniger invasiv w\u00e4re ein Bluttest. Ein solcher ist in den USA von der Beh\u00f6rde FDA bereits zugelassen worden \u2013 er misst das Verh\u00e4ltnis von pTau217 zum \u03b2-Amyloidfragment 1\u201342 im Plasma, basierend auf einem Chemolumineszenz-Immunoassay (<a href=\"https:\/\/www.springermedizin.de\/morbus-alzheimer\/morbus-alzheimer\/fda-laesst-ersten-amyloidbluttest-zu-und-sorgt-fuer-diskussionen\/51300404\" class=\"is-external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">siehe Bericht)<\/a>.<\/p>\n<p>In Deutschland ist noch kein solcher Test etabliert, hier muss zun\u00e4chst in jedem einzelnen Fall eine Alzheimerpathologie per Liquoranalyse oder PET nachgewiesen werden. Doch auch hier stellen sich viele Expertinnen und Experten die Frage: Welcher Biomarker ist denn am ehesten zum Serumnachweis von Amyloidablagerungen im Gehirn geeignet?<\/p>\n<p>Beta-Amyloid als alleiniger Marker scheidet jedenfalls aus \u2013 zu wenig korrelieren die Serumwerte mit den Liquorwerten oder den Ergebnissen im Amyloid-PET. Phosphoryliertes Tau-Protein (pTau) ist die bessere Alternative. Allerdings existieren etliche pTau-Varianten im Blut, die an unterschiedlichen Stellen phosphoryliert sind. Neuere Studien weisen auf Vorteile vor allem f\u00fcr pTau217. Eine aktuelle Metaanalyse best\u00e4tigt dies: pTau217 sagt wesentlich pr\u00e4ziser eine Alzheimerpathologie voraus als andere gepr\u00fcfte Tau-Varianten.<\/p>\n<p>\nEmpfehlung der Redaktion\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.springermedizin.de\/neurologische-diagnostik\/730694-themenseite\/11038426\" target=\"_self\" title=\"Neurologische Diagnostik\" class=\"linked-picture--is-right\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.springermedizin.de\/neurologische-diagnostik\/730694-themenseite\/11038426\" target=\"_self\" title=\"Neurologische Diagnostik\" rel=\"nofollow noopener\"><br \/>\nNeurologische Diagnostik \u2013 Themenseite<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Auf dieser Themenseite steht der Aspekt der neurologischen Diagnostik im Fokus. Sie finden CME-\u00dcbersichtsarbeiten, Kasuistiken und mehr.<\/p>\n<p>Zu diesem Schluss kommen Forschende um Dr. Joseph Therriault vom Montreal Neurological Institute der McGill University nach der Auswertung von 113 Studien aus 24 L\u00e4ndern. F\u00fcr die Studien, die alle bis Ende 2024 publiziert worden sind, waren Blutproben von knapp 30.000 Personen auf pTau-Varianten analysiert worden. Die meisten Untersuchungen waren Querschnittsanalysen und ab 2019 ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>Verwendet wurden dabei acht verschiedene Nachweisverfahren, als Goldstandard zum Vergleich dienten zumeist das Beta-Amyloid-PET oder Verh\u00e4ltnisse von Beta-Amyloid- und Tau-Varianten im Liquor. Die allermeisten Studien konzentrierten sich auf die Plasmaanalyse der pTau-Varianten 217, 181 und 231. F\u00fcr diese berechneten die Forschenden gepoolte Werte f\u00fcr die Fl\u00e4che unter der ROC*-Kurve (AUC). Nur einzelne Arbeiten besch\u00e4ftigten sich mit anderen Varianten, etwa pTau205 und -212.<\/p>\n<p>Gepoolter AUC-Wert von 91% f\u00fcr pTau217<\/p>\n<p>Wie sich zeigte, lieferte pTau217 \u00fcber alle Studien hinweg die gr\u00f6\u00dfte Genauigkeit mit einem AUC-Wert von 91%, was sich in eine Sensitivit\u00e4t von 88% bei einer Spezifit\u00e4t von 89% \u00fcbersetzt. pTau181 erreichte einen AUC-Wert von lediglich 82% (Sensitivit\u00e4t 81%, Spezifit\u00e4t 76%), gefolgt von pTau231 mit einem AUC-Wert von 80% (Sensitivit\u00e4t 75%, Spezifit\u00e4t 75%). Alle drei Biomarker waren bei Personen mit bereits bestehenden kognitiven Einschr\u00e4nkungen noch etwas genauer: Hier ergab sich f\u00fcr pTau217 ein AUC-Wert von 92% mit einer Sensitivit\u00e4t von 90% und einer Spezifit\u00e4t von 87%. Bei Personen noch ohne kognitive Einschr\u00e4nkungen war dieser Biomarker etwas schlechter bei der Sensitivit\u00e4t (80%), daf\u00fcr etwas spezifischer (89%).<\/p>\n<p>Das seltener gepr\u00fcfte pTau205 erreichte einen AUC-Wert von 85%, pTau212 war mit einem Wert von 90% \u00e4hnlich genau wie pTau217.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigten sich f\u00fcr pTau217 konsistente Ergebnisse \u00fcber verschiedene Referenzstandards hinweg \u2013 mit AUC-Werten zwischen 87% und 95%. Rund 90% der ber\u00fccksichtigten Studien wiesen jedoch ein hohes Verzerrungsrisiko auf, meist aufgrund der Wahl von Grenzwerten, die auf Sensitivit\u00e4t und Spezifit\u00e4t optimiert waren, anstatt vorab definierte Schwellenwerte zu nutzen.<\/p>\n<p>Therriault und Mitarbeitende schlie\u00dfen dennoch, dass pTau217 ein sehr empfindlicher und spezifischer Blutmarker f\u00fcr die Alzheimerpathologie ist. Sie betonen, dass nun prospektive Studien im klinischen Alltag erforderlich seien, um den Nutzen f\u00fcr Diagnostik und Patientenversorgung zu belegen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse unterst\u00fctzen Plasma-pTau217 als Alternative zu PET oder Liquor-Untersuchungen, um eine pr\u00e4zise und zeitgerechte Alzheimer-Diagnose zu erm\u00f6glichen\u201c, so ihr Fazit. Allerdings sind Metaanalysen nur so gut wie die einzelnen Studien. Zudem l\u00e4sst sich die Genauigkeit der Bluttests durch eine Kombination mehrerer Serum-Biomarker vielleicht noch deutlich verbessern.<\/p>\n<p><strong>*ROC<\/strong>: Receiver Operating Characteristic<\/p>\n<tr>\n<td>\n<p>Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Welche pTau-Varianten eignen sich am besten als Bluttest zum Nachweis einer Alzheimerpathologie?<\/p>\n<p><strong>Antwort:<\/strong> Einer Metaanalyse von 113 Studien zufolge ist pTau217 der genaueste Blutbiomarker mit einer Sensitivit\u00e4t von 88% und Spezifit\u00e4t von 89% (AUC-Wert: 91%). Andere Tau-Varianten wie pTau181 (AUC: 82%) und pTau231 (AUC: 80%) sind deutlich ungenauer.<\/p>\n<p><strong>Bedeutung:<\/strong> Ein Bluttest mit pTau217 k\u00f6nnte eine kosteng\u00fcnstige und weniger invasive Alzheimerdiagnostik erm\u00f6glichen. Dies w\u00fcrde den Zugang zu krankheitsmodifizierenden Therapien erleichtern.<\/p>\n<p><strong>Einschr\u00e4nkung:<\/strong> 90% der analysierten Studien wiesen ein hohes Verzerrungsrisiko auf, meist aufgrund der Wahl von Grenzwerten, die auf Sensitivit\u00e4t und Spezifit\u00e4t optimiert waren.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hohe Konzentrationen des Biomarkers pTau217 im Blut deuten mit hoher Genauigkeit auf eine Alzheimerpathologie. 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