{"id":393306,"date":"2025-09-03T09:44:15","date_gmt":"2025-09-03T09:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393306\/"},"modified":"2025-09-03T09:44:15","modified_gmt":"2025-09-03T09:44:15","slug":"s3-leitlinie-speicheldruesentumoren-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393306\/","title":{"rendered":"S3-Leitlinie Speicheldr\u00fcsentumoren ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals ist eine S3-Leitlinie erschienen, die gut- und b\u00f6sartige Speicheldr\u00fcsentumoren gleicherma\u00dfen adressiert. Differenzierte Empfehlungen zur Diagnostik, OP-Technik und Strahlentherapie setzen neue Standards in der interdisziplin\u00e4ren Behandlung.<\/p>\n<p>Die <strong>S3-Leitlinie \u201eDiagnostik und Therapie von Speicheldr\u00fcsentumoren des Kopfes\u201c<\/strong> entstand unter Federf\u00fchrung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.\u2009V. (DGMKG) sowie unter Mitwirkung von 14 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen. Eine Besonderheit: \u201eWir betrachten in der Leitlinie nicht nur b\u00f6sartige, sondern <strong>auch gutartige Tumoren<\/strong>. Das gibt es im Leitlinienprogramm sonst nicht\u201c, betont Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Uniklinikum Jena. Gemeinsam mit zwei anderen Kolleg:innen koordinierte er die Erstellung der Leitlinie. \u201eBei vielen Patient:innen ist am Anfang unklar, ob sie einen gutartigen oder b\u00f6sartigen Tumor haben, da viele Subtypen lange wie gutartige Raumforderungen erscheinen.\u201c<\/p>\n<p>Diagnostik<\/p>\n<p>Stellt sich eine Person mit einer <strong>schmerzlosen Schwellung<\/strong> der Speicheldr\u00fcsen vor, soll sie bei <strong>Wachstumstendenz<\/strong> der Schwellung oder Zeichen der Malignit\u00e4t zur weiteren Abkl\u00e4rung in eine <strong>spezialisierte Klinik<\/strong> \u00fcberwiesen werden, die \u00fcber eine Abteilung f\u00fcr Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und\/oder Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde verf\u00fcgt (Expertenkonsens, EK). Sind die gro\u00dfen Speicheldr\u00fcsen betroffen, soll die Sonografie als prim\u00e4re Bildgebungsmodalit\u00e4t dienen (Empfehlungsgrad\u00a0A, Evidenzlevel\u00a04). Sie sollte eingesetzt werden, um zervikale Lymphknoten zu beurteilen (B, 3).<\/p>\n<p>Die <strong>Kontrastmittel-verst\u00e4rkte MRT<\/strong> sollte zur <strong>Prim\u00e4rdiagnostik b\u00f6sartiger Tumoren<\/strong> der Kopfspeicheldr\u00fcsen zum Einsatz kommen (B, 2). Dabei empfehlen die Leitlinienautor:innen, dass die MRT <strong>diffusionsgewichtete Aufnahmen<\/strong> mit berechneter ADC-Parameterkarte sowie <strong>kontrastverst\u00e4rkte Aufnahmen<\/strong> mit Fetts\u00e4ttigung umfassen sollte (B, 3,2). Besteht ein Verdacht auf eine Infiltration der kn\u00f6chernen Strukturen, sollte eine kontrastmittelverst\u00e4rkte CT erfolgen (EK). \u00c4rzt:innen k\u00f6nnen die PET-CT erg\u00e4nzend einsetzen, diese spielt aber in der Prim\u00e4rdiagnostik eine untergeordnete Rolle (0, 2).<\/p>\n<p>Betrifft die Raumforderung die <strong>gro\u00dfen Speicheldr\u00fcsen<\/strong> und besteht der <strong>Verdacht auf Malignit\u00e4t<\/strong>, sollte prim\u00e4r eine <strong>Feinnadelaspirationszytologie<\/strong> oder eine <strong>Hohlnadelbiopsie<\/strong> erfolgen (EK). Geht der Tumor von den <strong>kleinen Speicheldr\u00fcsen<\/strong> aus, sollen Behandelnde diesen <strong>prim\u00e4r vollst\u00e4ndig exzidieren<\/strong>. Ist das nicht m\u00f6glich, ohne dass es zu gr\u00f6\u00dferen begleitenden Morbidit\u00e4ten kommt, sollen Onkolog:innen eine repr\u00e4sentative Biopsie entnehmen (beides EK).<\/p>\n<p>Chirurgische Behandlung<\/p>\n<p>Handelt es sich um einen <strong>b\u00f6sartigen<\/strong> Tumor, soll eine <strong>interdisziplin\u00e4re Tumorkonferenz <\/strong>die Empfehlungen zur Therapie treffen. Die Patient:innen sollen zudem ein Angebot f\u00fcr eine <strong>psychoonkologische Beratung<\/strong> erhalten und mehrfach und ausf\u00fchrlich \u00fcber Diagnose und Optionen aufgekl\u00e4rt werden, schreibt das Leitlinienteam (alles EK).<\/p>\n<p>\u201eDie Operation ist Therapie der Wahl bei einem Speicheldr\u00fcsenkarzinom, das reseziert werden kann und nicht metastasiert ist\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Guntinas-Lichius. Dementsprechend empfiehlt die Leitlinie die R0-Resektion \u2013 d.\u2009h. die chirurgische Entfernung unter Mitnahme von umgebenden Speicheldr\u00fcsenparenchym bis hin zur totalen Parotidektomie (A, 4).\u00a0<br \/>Ist ein prim\u00e4res Speicheldr\u00fcsenkarzinom der Gl. parotidea histologisch gesichert, sollen \u00c4rzt:innen eine totale Parotidektomie durchf\u00fchren. Eine laterale Parotidektomie kann ausreichen bei kleinen, niedrig-malignen Karzinomen im superfiziellen Blatt ohne direkten Bezug zum N. facialis. Die Voraussetzung: Ein den Tumor umgebender Saum von gesundem Parotisgewebe kann gew\u00e4hrleistet werden (EK).<\/p>\n<p>Behandelnde sollten eine <strong>nervenerhaltende Parotidektomie<\/strong> der nicht-nervenerhaltenden Methode vorziehen (B, 3), sofern\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>die Funktion des N. facialis bei Vorliegen eines Malignoms der Ohrspeicheldr\u00fcse nicht eingeschr\u00e4nkt ist und<\/li>\n<li>es intraoperativ keine Anzeichen einer Nervinfiltration durch den Tumor gibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere <strong>Empfehlungen zur Chirurgie<\/strong> umfassen die Strategie bei adenoid-zystischen Karzinomen, die Voraussetzungen f\u00fcr den Verzicht auf eine totale Parotidektomie und das Vorgehen, wenn sich der Primarius bereits ausgedehnt hat oder ein Rezidiv der Glandula parotidea vorliegt. Weiterhin wird beschrieben, wie maligne intrakapsul\u00e4re Karzinome der Gl. Submandibularis und Tumoren der kleinen Speicheldr\u00fcsen oder der Glandula Sublingualis reseziert werden sollen. Auch die<strong> Lymphknotenchirurgie<\/strong> fand ihren Platz in der Leitlinie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstmals ist eine S3-Leitlinie erschienen, die gut- und b\u00f6sartige Speicheldr\u00fcsentumoren gleicherma\u00dfen adressiert. 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