{"id":393314,"date":"2025-09-03T09:48:12","date_gmt":"2025-09-03T09:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393314\/"},"modified":"2025-09-03T09:48:12","modified_gmt":"2025-09-03T09:48:12","slug":"500-jobs-auf-der-kippe-trump-stuerzt-kleinen-kaffeemaschinenbauer-ins-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393314\/","title":{"rendered":"500 Jobs auf der Kippe: Trump st\u00fcrzt kleinen Kaffeemaschinenbauer ins Chaos"},"content":{"rendered":"<p>                    500 Jobs auf der Kippe<br \/>\n                Trump st\u00fcrzt kleinen Kaffeemaschinenbauer ins Chaos<\/p>\n<p>\t\t\t\t              03.09.2025, 09:48 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>39 Prozent Zoll &#8211; diesen Hammer er\u00f6ffnet US-Pr\u00e4sident Trump der Schweiz vor gut einem Monat. Tief besorgt dar\u00fcber ist das kleine Unternehmen Thermoplan. Fast jede ihrer in Weggis gebauten Kaffeemaschinen wird exportiert, ein gro\u00dfer Teil geht in die USA. Jetzt k\u00f6nnte ein Firmenumzug bevorstehen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Schweizer Kaffeemaschinen-Hersteller Thermoplan war ein kleiner Familienbetrieb, bis er sich im Zuge der Globalisierung der sp\u00e4ten 1990er Jahre zu einem wichtigen Zulieferer f\u00fcr die US-Kette Starbucks entwickelte. In Weggis, einem Dorf am Ufer des Vierwaldst\u00e4ttersees, schuf das Unternehmen so mehr als 500 Arbeitspl\u00e4tze. Die Zukunft dieser Jobs ist nun gef\u00e4hrdet, seit US-Pr\u00e4sident Donald Trump am 7. August wegen des Handels\u00fcberschusses mit der Schweiz Z\u00f6lle von 39 Prozent auf Importe aus dem Alpenland verh\u00e4ngt hat. <\/p>\n<p>&#8222;Wir bluten aus&#8220;, sagt Thermoplan-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Adrian Steiner. &#8222;Das ist f\u00fcr uns ganz klar ein Verlustgesch\u00e4ft. Wir haben nicht die Margen, um das auszugleichen.&#8220;<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Belastung l\u00e4sst sich beziffern: Steiner rechnet vor, dass die Abgabe von 39 Prozent und zus\u00e4tzliche US-Z\u00f6lle auf Industriemetalle das Unternehmen jede Woche rund 200.000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 213.000 Euro) kosten. Thermoplan bereitet bereits eine Produktion in Deutschland vor, um von dort in die USA zu exportieren, weil auf Waren aus der Europ\u00e4ischen Union ein niedrigerer Einfuhrzoll von 15 Prozent gilt. Zudem erw\u00e4gt die Firma, Arbeitspl\u00e4tze in die Vereinigten Staaten zu verlagern, um das dortige Gesch\u00e4ft zu sichern.<\/p>\n<p>Starbucks erkl\u00e4rte, man habe langj\u00e4hrige Erfahrung im Umgang mit globalen Ver\u00e4nderungen und arbeite eng mit den Zulieferern zusammen, um die Auswirkungen zu minimieren. Nachdem Trump seine Zollpl\u00e4ne erstmals am 2. April vorgestellt hatte, einigten sich Thermoplan und Starbucks darauf, die Kosten zu teilen.<\/p>\n<p>Die \u00dcberlegung, Arbeitspl\u00e4tze zu verlagern, steht im Widerspruch zur Philosophie des Unternehmens, das mit seinem Qualit\u00e4tssiegel &#8222;Made in Switzerland&#8220; wirbt. Die Z\u00f6lle seien &#8222;wahnsinnig unfair&#8220;, sagt Steiner. Die gesamte Fertigung von Thermoplan findet derzeit in Weggis statt, 82 Prozent der Bauteile stammen aus der Schweiz. Mit 98 Prozent wird fast die komplette Produktion exportiert. Starbucks macht 32 Prozent des Umsatzes von Thermoplan aus, wovon etwa zwei F\u00fcnftel auf die USA entfallen.<\/p>\n<p>Thermoplan bald in Deutschland &#8211; oder den USA?<\/p>\n<p>Steiner will, dass Thermoplan bereits im Januar mit der Fertigung in Deutschland beginnen kann. Zuvor hat das Unternehmen jedoch Auskunft beim US-Zoll beantragt, ob die Waren dann als EU-Produkte gelten w\u00fcrden. Die Firma erhofft sich eine Antwort innerhalb eines Monats. Doch Steiner bef\u00fcrchtet, dass dieser Umweg die US-Beh\u00f6rden nicht zufriedenstellen wird. &#8222;Ehrlich gesagt verstehe ich, dass wir nach Amerika gehen sollen&#8220;, sagt er. &#8222;Trumps Ziel ist klar.&#8220;<\/p>\n<p>   <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26006186-1756883549000\/4-3\/750\/epi-1000829793-REUTERSFOTO-2025-09-02T050327Z-1276087487-RC2KFGA14SKZ-RTRMADP-3-USA-TRUMP-TARIFFS-SWISS.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Mehr als 500 Frauen und M\u00e4nner bauen die Thermoplan-Maschinen in Weggis.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/epi-1000829793-REUTERSFOTO-2025-09-02T050327Z-1276087487-RC2KFGA14SKZ-RTRMADP-3-USA-TRUMP-TARIFFS-SW.jpeg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Mehr als 500 Frauen und M\u00e4nner bauen die Thermoplan-Maschinen in Weggis.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: Reuters\/Denis Balibouse)<\/p>\n<p>Mit seinen Sorgen steht Thermoplan, zu dessen Kunden auch McDonald&#8217;s und Nestl\u00e9 geh\u00f6ren, nicht allein da. Die Firma ist einer von rund 2000 Schweizer Maschinenbauern, die sich trotz hoher Lohnkosten und der stetigen Aufwertung des Franken Nischen als spezialisierte Exporteure erobert haben. <\/p>\n<p>Doch wenn die Z\u00f6lle f\u00fcr die Schweiz bei 39 Prozent und die f\u00fcr die EU bei 15 Prozent bleiben, werden etwa vier F\u00fcnftel der US-Exporte des schweizerischen Maschinen- und Elektrotechniksektors wegfallen. Dies entspr\u00e4che einem Wert von rund zehn Milliarden Franken im vergangenen Jahr, sagt Jean-Philippe Kohl, stellvertretender Leiter des Branchenverbands Swissmem.<\/p>\n<p>Drittel der Schweizer Firmen bereit f\u00fcr Standortwechsel<\/p>\n<p>Der Zolldruck k\u00f6nnte das Gesch\u00e4ft in die EU verlagern, sofern die Firmen die US-Anforderungen erf\u00fcllen, um als EU-ans\u00e4ssig zu gelten. Eine Swissmem-Umfrage ergab, dass fast ein Drittel der Unternehmen dies in Erw\u00e4gung zieht. Bereits jetzt werden Stellen abgebaut. Zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal gingen in der Branche rund 3000 Stellen verloren, sagt Kohl. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnten es bis Ende 2026 bis zu 30.000 werden.<\/p>\n<p>In Weggis herrscht Unglaube dar\u00fcber, dass Thermoplan nun ausgerechnet von den USA bedroht wird. &#8222;Die USA sind ein wirklich spannendes Land, sei es gesch\u00e4ftlich oder geografisch&#8220;, sagt Gemeindek\u00e4mmerer Marcel Waldis. &#8222;Aber im Moment bin ich zutiefst entt\u00e4uscht. Wie kann es sein, dass ein gro\u00dfes Land von einer einzigen Stimme abh\u00e4ngig ist?&#8220;<\/p>\n<p>Eine Verlagerung in die USA k\u00f6nnte Thermoplan zwar letztlich n\u00fctzen, r\u00e4umt Steiner ein. Er bezweifelt jedoch, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Lieferketten in die USA zu verpflanzen, und ob dort gen\u00fcgend Fachkr\u00e4fte zu finden w\u00e4ren. Eine Entscheidung m\u00fcsse innerhalb eines Jahres fallen, der Aufbau einer US-Produktion k\u00f6nnte mehr als zwei Jahre dauern. Dahinter steht eine noch grundlegendere Sorge. &#8222;Wenn Trump mit seiner Machtpolitik durchkommt, besteht die gro\u00dfe Gefahr, dass andere L\u00e4nder das Gleiche tun&#8220;, sagt Steiner. &#8222;Dann haben wir China First. Indien First. Russland First.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"500 Jobs auf der Kippe Trump st\u00fcrzt kleinen Kaffeemaschinenbauer ins Chaos 03.09.2025, 09:48 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":393315,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,213,212,1626,171,174,293,53305,173,172,64,55,211],"class_list":{"0":"post-393314","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-handelsbeziehungen","14":"tag-handelskonflikte","15":"tag-kaffee","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-schweiz","19":"tag-starbucks","20":"tag-unternehmen","21":"tag-unternehmen-maerkte","22":"tag-usa","23":"tag-wirtschaft","24":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115139740752170386","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=393314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/393314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/393315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=393314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=393314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=393314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}