{"id":393445,"date":"2025-09-03T10:59:11","date_gmt":"2025-09-03T10:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393445\/"},"modified":"2025-09-03T10:59:11","modified_gmt":"2025-09-03T10:59:11","slug":"frank-brabant-millionensammlung-im-wiesbadener-dachgeschoss-hessenschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/393445\/","title":{"rendered":"Frank Brabant: Millionensammlung im Wiesbadener Dachgeschoss | hessenschau.de"},"content":{"rendered":"<p>In seiner Wiesbadener Wohnung stapeln sich die Kunstwerke der Extraklasse: Picasso, Kirchner und Kandinsky. Frank Brabant besitzt eine der gr\u00f6\u00dften Privatsammlungen der klassischen Moderne Deutschlands. Eine hr-Doku stellt den Mann vor, der mit nichts im Leben gestartet ist. <\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Frank Brabant ist 87 Jahre alt und in der Kunstszene gefeiert. Das, was er geschaffen hat, hat gro\u00dfen Seltenheitswert: Eine riesige Sammlung an hochkar\u00e4tiger Kunst \u2013 an die 700 Werke geh\u00f6ren ihm. Sch\u00e4tzwert: 40 Millionen Euro. &#8222;Wenn man einmal Blut geleckt hat beim Sammeln, dann geht das immer so weiter&#8220;, erz\u00e4hlt Frank Brabant in der Doku &#8222;Brabant \u2013 Vom Nachtclub zur Millionensammlung&#8220;, die es in der ARD Mediathek zu sehen gibt.<\/p>\n<p>Audiobeitrag                             <\/p>\n<p>Audio<\/p>\n<p>03:26 Min.|03.09.25|Christoph Scheffer                                                                        <\/p>\n<p>Bild \u00a9  hr \/ Wero J\u00e4gersberg|<a href=\"https:\/\/www.hessenschau.de\/kultur\/frank-brabant-millionensammlung-im-wiesbadener-dachgeschoss,audio-brabant100.html\" class=\"ds-link js-load  hover:underline hover:!decoration-1 text-link dark:text-link-dark \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\nzur Audio-Einzelseite<br \/>\n<\/a>                                            <\/p>\n<p>Ende des Audiobeitrags <\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Die Menge an wertvoller Kunst ist beeindruckend, aber die Lagerung der wertvollen St\u00fccke ist skurril. Nicht in einer pomp\u00f6sen Villa hinter dickem Glas, sondern in seiner Dachgeschosswohnung in Wiesbaden. In jedem Zimmer h\u00e4ngen die Bilder. Sogar im Bad und in der K\u00fcche. &#8222;Ich habe ja nicht f\u00fcr die Mappe gesammelt, sondern m\u00f6chte damit leben&#8220;, so Brabant. Millionenkunst zwischen Zahnb\u00fcrste und K\u00fcchentuch.<\/p>\n<p>Seine Kunstsammlung ist weltweit gefragt <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"  loading=\"lazy\"  src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAP\/\/\/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAICRAEAOw==\" alt=\"Gem\u00e4lde h\u00e4ngen an der Dachschr\u00e4ge von Frank Brabants Wohnung.\" class=\"w-full\"\/><\/p>\n<p>Gem\u00e4lde h\u00e4ngen an der Dachschr\u00e4ge von Frank Brabants Wohnung.<br \/>\nBild \u00a9  hr \/ Wero J\u00e4gersberg                                                            <\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Gerade kommen 90 Werke zur\u00fcck, die Frank Brabant f\u00fcr eine Ausstellung verliehen hat.\u00a0&#8222;Ich bin mit meinen Bildern in Wien, Kopenhagen, London, New York und Montreal vertreten gewesen&#8220;, schildert er. Nahezu jede Woche leiht Brabant St\u00fccke f\u00fcr Ausstellungen aus. Seine Sammlung der klassischen Moderne ist in der Kunstwelt sehr begehrt.<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Die klassische Moderne in der Kunst bezeichnet eine Epoche von ca. 1900 bis 1945, in der K\u00fcnstler wie Picasso, Kandinsky oder Chagall radikal mit traditionellen Kunstformen gebrochen haben. W\u00e4hrend zuvor wichtig war, die Wirklichkeit m\u00f6glichst genau abzubilden, suchten die K\u00fcnstler der klassischen Moderne neue Wege, um das Erlebte darzustellen. Str\u00f6mungen wie Kubismus, Expressionismus und Surrealismus pr\u00e4gten diese Zeit.<\/p>\n<p>Flucht in den Westen nach Stasi-Verh\u00f6r<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Dass Frank Brabant einmal zwischen Sch\u00e4tzen in Millionenh\u00f6he sitzen w\u00fcrde, hat keiner geahnt. Er selbst wohl auch nicht. Geboren in Schwerin, aufgewachsen bei der Mutter als Trennungskind. In der DDR der 50er Jahre stand er bei einem Treffen der Freien Deutschen Jugend auf und sagte: &#8222;Ihr hetzt pausenlos gegen den Westen. Wie wollt ihr euch denn so wiedervereinigen?&#8220; Kurz darauf war die Staatssicherheit bei ihm. Nach einem Verh\u00f6r floh er in den Westen.<\/p>\n<p>Als schwul geoutet, vom Vater versto\u00dfen<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Sein Vater, bereits im Westen, k\u00fcmmerte sich nicht um ihn. So bezog Brabant ein Zimmer mit 18 weiteren Leuten. W\u00e4hrend der Zeit erhielt er einen Liebesbrief von einem Mann, den die Zimmerwirtin \u00f6ffnete, las und ihn daraufhin rausschmiss.<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Weil er mit 20 damals noch als minderj\u00e4hrig galt, wurde sein Vater hinzugezogen: &#8222;Mein Vater hat sich das angeh\u00f6rt und ich habe nie mehr was von ihm geh\u00f6rt. Das war furchtbar&#8220;, erz\u00e4hlt Brabant. Kurz darauf wollte er sich umbringen. &#8222;Habe ich Gott sei Dank nicht gemacht&#8220;, sagt er bestimmt.<\/p>\n<p>Nach zwei Gl\u00e4sern Wein kaufte er sein erstes Bild<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"  loading=\"lazy\"  src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAP\/\/\/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAICRAEAOw==\" alt=\"Frank Brabant sitzt vor den Kunstwerken in seiner Wohnung.\" class=\"w-full\"\/><\/p>\n<p>Frank Brabant sitzt vor den Kunstwerken in seiner Wohnung.<br \/>\nBild \u00a9  hr \/ Wero J\u00e4gersberg                                                            <\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Durch Zufall entdeckte Frank Brabant seine Liebe zur bildenden Kunst. Weil er noch etwas Zeit bis zu einem Date hatte, ging er in die f\u00fchrende Galerie der Kunsth\u00e4ndlerin Hanna Becker vom Rath in Frankfurt. &#8222;Das waren elit\u00e4re Leute. Ich hatte eigentlich keinen Zugang zu denen&#8220;, erinnert sich Frank Brabant.<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Doch es habe H\u00e4ppchen und Getr\u00e4nke gegeben, und nach einem zweiten Glas Wein &#8222;bin ich ein bisschen leichtsinnig geworden.&#8220; Frank Brabant suchte sich das g\u00fcnstigste Werk aus und fragte, ob er es abbezahlen k\u00f6nne. So kam er zu seinem ersten Bild: der &#8222;Redner&#8220; von Max Pechstein, ein Holzschnitt. 300 DM kostete es damals.\u00a0<\/p>\n<p>Sein &#8222;Pussycat&#8220; wird zum Szeneclub <\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Seine ersten Sammlungsst\u00fccke kaufte er auf Kredit und stotterte sie nach und nach ab. &#8222;Die wirkliche Hochphase waren bei mir die 70er Jahre&#8220;, sagt Brabant. N\u00e4mlich mit dem Gewinn aus dem legend\u00e4ren Pussycat, einer Diskothek, die er Ende der 60er er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Das Pussycat war der erste Club f\u00fcr Schwule im Rhein-Main-Gebiet, in dem auch viele Promis verkehrten. Homosexualit\u00e4t war zu der Zeit noch strafbar und gesellschaftlich weitgehend nicht toleriert: &#8222;Ich bin zweimal zusammengeschlagen worden, habe eine Morddrohung nach Hause gekriegt&#8220;, sagt Brabant. Ein Bordell w\u00e4re eher akzeptiert worden als das Pussycat, vermutet er.<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">Das Pussycat gibt\u2019s l\u00e4ngst nicht mehr, aber seine Kunstsammlung wuchs immer weiter. 2017 gab Brabant bekannt, was nach seinem Tod mit den Werken geschehen soll. Eine H\u00e4lfte wird an das Museum Wiesbaden und die andere an das Staatliche Museum Schwerin gehen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\"  loading=\"lazy\"  src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAP\/\/\/wAAACH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAICRAEAOw==\" alt=\"Rahmen an Rahmen h\u00e4ngen die Bilder bei Frank Brabant.\" class=\"w-full\"\/><\/p>\n<p>Rahmen an Rahmen h\u00e4ngen die Bilder bei Frank Brabant.<br \/>\nBild \u00a9  hr \/ Wero J\u00e4gersberg                                                            <\/p>\n<p>hr-Doku &#8222;Brabant \u2013 Vom Nachtclub zur Millionensammlung&#8220;<\/p>\n<p class=\"hrds-copytext__paragraph mt-4 sm:mt-5 text-lg leading-normal sm480:text-xl lg:leading-7.5 dark:text-text-dark\">In der Dokumentation &#8222;Brabant \u2013 Vom Nachtclub zur Millionensammlung&#8220; gelingt es hr-Filmautorin Wero J\u00e4gersberg, einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kunstsammler mit bewegter und zum Teil tragischer Vergangenheit zu portr\u00e4tieren. Frank Brabant zwischen seiner Kunstsammlung zu beobachten, w\u00e4hrend er hier von &#8222;einem kleinen Picasso und da ein bisschen Kirchner&#8220; spricht, ist sehr unterhaltend &#8211; nicht nur f\u00fcr Kunstbegeisterte.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<ul class=\" -mt-0.5  overflow-hidden pl-5 text-base list-disc sm480:text-lg sm480:leading-normal dark:text-text-dark\">\n<li>Die 45-min\u00fctige Dokumentation ist in der ARD Mediathek zu sehen und l\u00e4uft am Dienstag, 9. September, 21 Uhr im hr-fernsehen.<\/li>\n<li>Bilder aus der Sammlung von Frank Brabant sind vom 5. September bis 26. April in der Ausstellung &#8222;Feininger, M\u00fcnter, Modersohn-Becker &#8230; Oder wie Kunst ins Museum kommt&#8220; im Museum Wiesbaden zu sehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ende der weiteren Informationen<\/p>\n<p>\nRedaktion:<br \/>\nLars Schmidt\n<\/p>\n<p>\nSendung:<br \/>\nARD-Mediathek,<\/p>\n<p>03.09.25<\/p>\n<p>Quelle: hessenschau.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In seiner Wiesbadener Wohnung stapeln sich die Kunstwerke der Extraklasse: Picasso, Kirchner und Kandinsky. 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