{"id":394377,"date":"2025-09-03T19:15:13","date_gmt":"2025-09-03T19:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/394377\/"},"modified":"2025-09-03T19:15:13","modified_gmt":"2025-09-03T19:15:13","slug":"sachsen-anhalts-obstbauern-starten-offizielle-apfelernte-auf-dem-markt-in-halle-ernte-verfuenfacht-sich-nach-katastrophenjahr-mindestlohn-hohe-energiepreise-und-pflanzenschutz-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/394377\/","title":{"rendered":"Sachsen-Anhalts Obstbauern starten offizielle Apfelernte auf dem Markt in Halle \u2013 Ernte verf\u00fcnfacht sich nach Katastrophenjahr \u2013 Mindestlohn, hohe Energiepreise und Pflanzenschutz-Vorschriften belasten Obstbauern"},"content":{"rendered":"<p>Apfelb\u00e4ume wachsen auf dem Marktplatz in Halle (Saale) zwar nicht. Aber die K\u00e4ufer wohnen hier. Grund genug f\u00fcr Sachsen-Anhalts Obstbauverband, \u201edirekt zu den Kunden in die Stadt zu kommen\u201c, wie es Verbands-Pr\u00e4sident J\u00f6rg Geithel sagte. <\/p>\n<p>Diese Woche beginnt in Sachsen-Anhalt die Apfelernte \u2013 und mit ihr pr\u00e4sentiert sich die heimische Obstwirtschaft mitten im Herzen von Halle, in der Saalestadt fiel der symbolische offizielle Startschuss f\u00fcr die Apfelernte. Am Mittwoch zeigten regionale Betriebe auf dem Marktplatz ihre Produkte. Neben beliebten Klassikern wie Elstar und Gala waren auch alte und besondere Sorten wie \u201eGeheimrat Dr. Oldenburg\u201c, \u201eD\u00fclmener Herbstrosenapfel\u201c, Alkmene, Rote Gravensteiner oder McIntosh Rogers vertreten. Alle Sorten konnten verkostet oder auch k\u00e4uflich erworben werden. Doch nicht nur frisches Obst wurde angeboten \u2013 auch Chutneys, S\u00e4fte, Apfelmark, Gin sowie andere regionale Fr\u00fcchte wie Pflaumen und Birnen standen im Sortiment.<\/p>\n<p>Halles B\u00fcrgermeister Egbert Geier lobte die Aktion: \u201eEine hervorragende Idee\u201c, fand er es, die Er\u00f6ffnung auf dem halleschen Marktplatz stattfinden zu lassen. \u201eDenn hier sind die Endabnehmer.\u201c Der Apfel sei ein wichtiges, gesundheitsf\u00f6rderndes Produkt. Geier appellierte an die B\u00fcrger, regionale Produkte zu kaufen: \u201eDa wissen Sie, was Sie haben. Da haben Sie Qualit\u00e4t und da brauchts auch keine langen Transportwege.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1200\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/d2f96b61-5f9c-49dc-bb75-db9f6485b34a-1-1200x676.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-326889\"  \/><\/p>\n<p><strong>Herausfordernde Zeiten f\u00fcr Obstbauern \u2013 Frost, B\u00fcrokratie und Preisdruck<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der aktuellen Freude \u00fcber eine erfolgreiche Ernte blickt der Obstbauverband mit gemischten Gef\u00fchlen in die Zukunft. \u201eMan blicke verhalten, aber optimistisch in die Zukunft\u201c, so Geithel. Denn das Jahr 2024 sei ein Katastrophenjahr f\u00fcr die Obstbauern in Sachsen-Anhalt gewesen. Durch Fr\u00f6ste im April sei die Ernte zu 90 Prozent vernichtet worden. \u201eDadurch habe man vor sehr schwierigen Situationen.\u201c Geithel bedankte sich bei der Landesregierung, die kurzfristig finanzielle Hilfen erm\u00f6glichte. Die F\u00f6rderung der Mehrgefahrenversicherung sei der richtige Weg: \u201eWir brauchen Hilfe zur Selbsthilfe.\u201c Zwar lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem Land, doch warnte: \u201eAber die Probleme werden nicht weniger.\u201c<\/p>\n<p>Landwirtschaftsminister Sven Schulze teilte diese Einsch\u00e4tzung. Er habe Sorge vor noch einem Frostjahr gehabt \u2013 eine erneute Hilfe in der H\u00f6he des Vorjahres w\u00e4re nicht mehr m\u00f6glich gewesen. 2024 stellte das Land 5 Millionen Euro bereit. Auch Schulze bef\u00fcrwortete die Unterst\u00fctzung durch die Mehrgefahrenversicherung, mit der man bereits im Weinbau gute Erfahrungen gemacht habe. \u201eUnd wir wollen ja, dass es weiterhin Obst aus Sachsen-Anhalt gibt.\u201c Besonders problematisch seien Ernteausf\u00e4lle, weil sie die einzige Einnahmequelle des ganzen Jahres betreffen. Schulze betonte, dass die Preise auf den H\u00f6fen nicht h\u00f6her seien als im Supermarkt. \u201eAber schmeckt besser.\u201c Deshalb sei der direkte Einkauf bei den Erzeugern der beste Weg, um die heimische Landwirtschaft zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Kritik an Mindestlohnregelung und Pflanzenschutz-Vorgaben<\/strong><\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt wurde die Veranstaltung auch politisch: Die Bundestagsabgeordneten Dieter Stier und Anna Aeikens, beide im Landwirtschaftsausschuss t\u00e4tig, nahmen teil. \u201eF\u00fcr uns wichtige Ansprechpartner\u201c, so Schulze. In diesem Zusammenhang sprach er auch das Thema Mindestlohn f\u00fcr Erntehelfer an. Eine Ausnahme habe er in die Koalitionsverhandlungen eingebracht \u2013 jedoch ohne Erfolg. Es gehe nicht darum, Menschen mit ohnehin geringem Einkommen etwas zu nehmen. Aber durch steigende L\u00f6hne w\u00fcrden heimische Produkte teurer, was den Absatz erschwere. \u201eWir wollten den Wettbewerb st\u00e4rken.\u201c Es helfe nicht, den Mindestlohn zu erh\u00f6hen, wenn die Produkte dann nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig seien. \u201eEs helfe in keinster Weise, dass beispielsweise \u00c4pfel aus Griechenland und der T\u00fcrkei im Supermarkt billiger sind als die \u00c4pfel aus Deutschland.\u201c Dabei w\u00fcrden in der Ernte meist ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte eingesetzt, die ohnehin Ausnahmen bei den Lohnnebenkosten haben.<\/p>\n<p>Auch der europ\u00e4ische Blick zeigt Herausforderungen: F\u00fcr 2025 wird in Europa eine Apfelernte von 10,4 Millionen Tonnen erwartet \u2013 etwas weniger als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind unter anderem Fl\u00e4chenreduzierungen und Frostsch\u00e4den, besonders in Polen und anderen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Die Birnenernte steigt hingegen leicht auf 1,8 Millionen Tonnen. Deutschland ist mit 1 Million Tonnen \u00c4pfeln und 44.000 Tonnen Birnen vertreten. In Sachsen-Anhalt werden dieses Jahr 12.300 Tonnen \u00c4pfel und 200 Tonnen Birnen erwartet \u2013 ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2024 mit nur 2.000 Tonnen \u00c4pfeln und 160 Tonnen Birnen.<\/p>\n<p><strong>Sorgen einer Obstb\u00e4uerin<\/strong><\/p>\n<p>Obstb\u00e4uerin Elisabeth Schwitzky sprach von einem guten Jahr f\u00fcr Sachsen-Anhalt. Zwar habe es einzelne Frost- und Hagelereignisse gegeben, ebenso wie Trockenheit und Hitze im Juli und Anfang August. Doch der kr\u00e4ftige Sonnenschein habe nur vereinzelt zu Sonnenbrand auf den \u00c4pfeln gef\u00fchrt. Die aktuelle Witterung mit Regen und k\u00fchleren N\u00e4chten sei hingegen ideal: \u201ePerfekt f\u00fcr die Ausf\u00e4rbung der \u00c4pfel, die werden dann sch\u00f6n rot und der Geschmack ist dadurch gut.\u201c Der Pro-Kopf-Verbrauch von \u00c4pfeln liege bei 20 Kilogramm im Jahr.<\/p>\n<p>Trotz guter Ernte bleibt der Kostendruck hoch, betonte Schwitzky. Steigende Preise f\u00fcr Energie, Betriebsmittel und L\u00f6hne seien eine Belastung. \u201eEs sei nicht so, dass man diese nicht richtig bezahlen will. Aber man wolle fair im Wettbewerb stehen.\u201c Festangestellte erhielten L\u00f6hne \u00fcber dem Mindestlohn. \u201eEs geht ausschlie\u00dflich um Saisonarbeitskr\u00e4fte, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland haben.\u201c Kritik \u00fcbte sie an den strengen deutschen Vorschriften zu Pflanzenschutzmitteln. Deutschland habe weniger Mittel zur Verf\u00fcgung als andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. Doch man sei darauf angewiesen, um sch\u00e4dlingsfreies Obst zu produzieren. Auch die B\u00fcrokratie belaste die Betriebe. \u201eEine einfachere Gestaltung mit mehr Digitalisierung sei n\u00f6tig.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1200\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/490878ba-819e-49a0-9371-0a7a15136e06-1-1200x676.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-326890\"  \/><\/p>\n<p><strong>Bl\u00fctenk\u00f6nigin wirbt f\u00fcr Obst und Gesundheit<\/strong><\/p>\n<p>Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war der Auftritt der aktuellen Bl\u00fctenk\u00f6nigin Alida I., Pharmazie-Studentin in Halle.  Sie schnitt gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Sven Schulze den Apfelkuchen an. \u201eWer in Halle studiert, kommt an dem Namen Julius K\u00fchn nicht vorbei\u201c, sagte sie. K\u00fchn habe den Obstbau auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt. Seine Forschung zu widerstandsf\u00e4higen Obstsorten sei angesichts des Klimawandels heute aktueller denn je. Alida I. erinnerte an die gesundheitlichen Vorteile des Apfels: \u201eHinter dem Spruch \u2018An apple a day keeps the doctor away\u2019 stecke mehr als nur eine Redewendung.\u201c \u00c4pfel enthalten wertvolles Vitamin C, Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, wichtig f\u00fcr Herz und Kreislauf, und den Ballaststoff Pektin, der die Verdauung unterst\u00fctzt. \u201eWer einen Apfel isst, tut seinem Darm und seinem Herz-Kreislauf etwas Gutes.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Apfelb\u00e4ume wachsen auf dem Marktplatz in Halle (Saale) zwar nicht. Aber die K\u00e4ufer wohnen hier. 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