{"id":39462,"date":"2025-04-17T15:47:21","date_gmt":"2025-04-17T15:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39462\/"},"modified":"2025-04-17T15:47:21","modified_gmt":"2025-04-17T15:47:21","slug":"gaza-wie-hamas-die-opferstatistiken-faelscht-und-instrumentalisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39462\/","title":{"rendered":"Gaza: Wie Hamas die Opferstatistiken f\u00e4lscht und instrumentalisiert"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl wirkt gewaltig: Mehr als 50.000 Pal\u00e4stinenser sollen seit Beginn des Krieges in Gaza bei israelischen Angriffen get\u00f6tet worden sein. Das meldet die Gesundheitsbeh\u00f6rde der Hamas, und renommierte Medien auf der ganzen Welt wie die \u00bbNew York Times\u00ab oder die BBC greifen sie auf, um Berichte \u00fcber das Leid der Menschen im Gazastreifen zu untermauern.<\/p>\n<p>Oft sind sie mit Einschr\u00e4nkungen versehen; etwa, dass die Gesundheitsbeh\u00f6rde von den Terroristen kontrolliert wird und sich die Angaben nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfen lassen, oder dass dabei nicht zwischen Zivilisten und Terroristen unterschieden werde. Allzu oft wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Angaben von den Vereinten Nationen als vertrauensw\u00fcrdig angesehen werden. So oder so: Die 50.000 toten Pal\u00e4stinenser d\u00fcrften den Lesern im Kopf bleiben.<\/p>\n<p class=\"u-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<p>Doch es gibt schon lange Zweifel an der Glaubw\u00fcrdigkeit der Opferstatistiken der Hamas. Erst vor Kurzem ver\u00f6ffentlichte die pro-israelische Nichtregierungsorganisation \u00bbHonest Reporting\u00ab eine Untersuchung der aktualisierten Opferzahlen aus dem M\u00e4rz und stellte fest, dass die Terroristen stillschweigend die Namen von Tausenden angeblicher Todesopfer pl\u00f6tzlich entfernt hatten. \u00bbIn der neuen Hamas-Liste der Todesopfer vom M\u00e4rz 2025 wurden 3400 \u203avollst\u00e4ndig identifizierte\u2039 Todesf\u00e4lle aus den Berichten vom August und Oktober 2024 gestrichen \u2013 darunter 1080 Kinder\u00ab, schreibt Salo Aizenberg, Vorstandsmitglied von Honest Reporting, in seinem Bericht. \u00bbDiese \u203aTodesf\u00e4lle\u2039 gab es nie. Die Zahlen wurden gef\u00e4lscht \u2013 wieder einmal.\u00ab<\/p>\n<p>Honest Reporting zufolge ist die Erkl\u00e4rung simpel: Die Gesundheitsbeh\u00f6rde der Hamas benutzt f\u00fcr die Opferliste ein Google-Dokument. Jeder, der einen Link zum Dokument hat, k\u00f6nne einen Namen darauf setzen, ohne Beweise liefern zu m\u00fcssen. \u00bbJetzt versuchen sie ganz klar, zur\u00fcckzurudern und die Namen zu l\u00f6schen, f\u00fcr die sie keine Begr\u00fcndung haben\u00ab, erkl\u00e4rt Andrew Fox, der an der Untersuchung mitgearbeitet hat. \u00bbDiese Listen sind so unzuverl\u00e4ssig, dass Medien auf der ganzen Welt sie nicht als verl\u00e4sslich zitieren sollten\u00ab, so der Analyst und ehemalige Major der britischen Armee.<\/p>\n<p> An nat\u00fcrlichen Ursachen gestorben<\/p>\n<p>Schon kurz nach Beginn der Bodenoffensive im Oktober 2023 war Experten aufgefallen, dass die von der Gesundheitsbeh\u00f6rde gemeldeten Todeszahlen unnat\u00fcrlich konstant gestiegen waren, statt unregelm\u00e4\u00dfig, wie es in einem Krieg zu erwarten w\u00e4re. Fox selbst hatte erst im Dezember in einer Analyse f\u00fcr die Henry Jackson Society, ein britischer konservativer Thinktank, herausgefunden, dass in den Opferstatistiken der Gesundheitsbeh\u00f6rde auch Menschen gemeldet wurden, die an nat\u00fcrlichen Ursachen gestorben waren, einige davon sogar vor Beginn des Krieges. <\/p>\n<p>Fox stellte au\u00dferdem fest, dass 72 Prozent der damals gemeldeten Toten im Alter von 13 bis 55 Jahren M\u00e4nner waren. Die Altersspanne entspreche auch der von Hamas-Mitgliedern. Dies sei ein Hinweis darauf, dass es sich bei den Toten eher um Kombattanten als um Zivilisten handle. Im Dezember lag die Zahl der Kriegstoten laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbeh\u00f6rde bei 44.000. Die israelische Armee hat gem\u00e4\u00df eigener Angaben seit Beginn der Bodenoffensive im Oktober 2023 insgesamt 17.000 Hamas-Terroristen get\u00f6tet.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDie Opferliste ist ein Dokument, auf das jeder, der den Link hat, einen Namen setzen kann.\u00ab <\/p>\n<p>Andrew Fox<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Gegenrechnen von Kriegstoten wirkt piet\u00e4tlos, doch ist die Glaubw\u00fcrdigkeit der Opferstatistiken politisch brisant, weil ebendiese Zahlen von der Hamas und israelfeindlichen Aktivisten permanent genutzt werden, um den Vorwurf zu befeuern, Israel begehe im Gazastreifen einen V\u00f6lkermord an den Pal\u00e4stinensern. Doch selbst die offenbar manipulierten Zahlen der pal\u00e4stinensischen Gesundheitsbeh\u00f6rde geben darauf keinen Hinweis, wenn man sie ins Verh\u00e4ltnis zu den Angaben der israelischen Armee zu get\u00f6teten Hamas-Terroristen setzt.<\/p>\n<p>So w\u00e4ren laut der Daten von vergangenem Dezember 62 Prozent der Todesopfer im Gazastreifen Zivilisten gewesen. Zum Vergleich: Dem schwedischen Uppsala Conflict Data Program zufolge lag die Todesrate von Zivilisten bei Kriegen in st\u00e4dtischen Gebieten wie dem Gazastreifen zwischen 1989 und 2016 weltweit bei rund 60 Prozent.<\/p>\n<p>In dem dicht besiedelten K\u00fcstenstreifen kommt f\u00fcr die israelische Armee erschwerend hinzu, dass die Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht und ihre K\u00e4mpfer, Waffen und Infrastruktur unter zivilen Einrichtungen wie Schulen, Krankenh\u00e4usern aber auch dem UNRWA-Hauptquartier versteckt. Gleichzeitig ruft die israelische Armee Zivilisten immer wieder zur Evakuierung auf und richtet Fluchtkorridore ein, bevor sie in einem Gebiet Hamas-Terroristen attackiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Zahl wirkt gewaltig: Mehr als 50.000 Pal\u00e4stinenser sollen seit Beginn des Krieges in Gaza bei israelischen Angriffen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":39463,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[573,574,13,411,570,576,572,80,14,15,16,575,12,10,8,9,11,103,571,104],"class_list":{"0":"post-39462","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-berichte","9":"tag-blogs","10":"tag-headlines","11":"tag-israel","12":"tag-juedische-allgemeine","13":"tag-juedisches-leben","14":"tag-kommentare","15":"tag-kultur","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-politik","19":"tag-religion","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-top-news","22":"tag-top-meldungen","23":"tag-topmeldungen","24":"tag-topnews","25":"tag-welt","26":"tag-wochenzeitung","27":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114354090525201110","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39462"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39462\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39463"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}