{"id":394929,"date":"2025-09-04T00:33:19","date_gmt":"2025-09-04T00:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/394929\/"},"modified":"2025-09-04T00:33:19","modified_gmt":"2025-09-04T00:33:19","slug":"bildung-berlin-geldsegen-fuer-privatschulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/394929\/","title":{"rendered":"Bildung \u2013 Berlin: Geldsegen f\u00fcr Privatschulen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img310837\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/310837.jpeg\" alt=\"Futuristisch lernen: Empfangshalle der privaten Phorms-Grundschule\"\/><\/p>\n<p>Futuristisch lernen: Empfangshalle der privaten Phorms-Grundschule<\/p>\n<p>Foto: imago\/Manja Els\u00e4sser<\/p>\n<p>Beim ersten H\u00f6ren klingt es wie ein Widerspruch in sich: Berlins Privatschulen sollen sozial durchl\u00e4ssiger werden. Das sieht ein Entwurf f\u00fcr eine Schulgesetzreform vor, die der Senat am Dienstag beschlossen hat. \u00bbWir sichern ab, dass Kinder aus allen Schichten auf diese Schulen gehen k\u00f6nnen\u00ab, sagte Bildungssenatorin Katharina G\u00fcnther-W\u00fcnsch (CDU) im Anschluss an die Senatssitzung.<\/p>\n<p>Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine Schulgeldtabelle. K\u00fcnftig sollen die Privatschulen also nicht mehr selbst ihre Beitr\u00e4ge festlegen, sondern sich an einer landesweit einheitlichen Tabelle orientieren. Frei w\u00e4hlbar bleibt ihnen nur noch der Betrag f\u00fcr Eltern, die mehr als 81\u2009000 Euro verdienen. Darunter wird das Schulgeld k\u00fcnftig reguliert sein: F\u00fcr Eltern, die mehr als 68\u2009000 Euro verdienen, wird das Schulgeld k\u00fcnftig etwa bei 350 Euro liegen, bei einem Einkommen zwischen 42\u2009000 und 55\u2009000 Euro bei 160 Euro. F\u00fcr Geringverdiener mit einem Einkommen bis 30\u2009000 Euro sollen die Geb\u00fchren bei 35 Euro liegen, bei Sozialhilfeempf\u00e4ngern sogar nur bei 10 Euro. In Kraft treten soll die Schulgeldtabelle mit dem Schuljahr 2027\/2028.<\/p>\n<p>Damit die Privatschulen sich trotz dieser Vorgaben weiterhin finanzieren k\u00f6nnen, sollen die staatliche Zusch\u00fcsse steigen. So will der Senat f\u00fcr Kinder aus Familien mit geringem Einkommen einen Gro\u00dfteil des Schulgeldes \u00fcbernehmen. Zusch\u00fcsse sollen f\u00fcr alle Familien bis zu einem Einkommen von 55\u2009000 Euro gezahlt werden, sie sollen sich zwischen 120 und 175 Euro pro Sch\u00fcler bewegen. Die Kosten sollen sich nach Senatsangaben auf 31 Millionen Euro im Jahr belaufen.<\/p>\n<p>Als Privatschulen (\u00bbSchulen in freier Tr\u00e4gerschaft\u00ab im Amtsdeutsch) gelten neben profitorientierten Schulen auch von gemeinn\u00fctzigen Vereinen getragene und konfessionelle Schulen. An den berlinweit 218 Privatschulen lernen 14\u2009000 Sch\u00fcler, was etwa <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1144486.privatschulen-privatschulen-gehoeren-verboten.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zw\u00f6lf Prozent der gesamten Sch\u00fclerschaft umfasst<\/a>.<\/p>\n<p>\u00bbDie Schulen werden nicht mehr ausschlie\u00dflich auf das Schulgeld der Eltern angewiesen sein\u00ab, sagte G\u00fcnther-W\u00fcnsch am Dienstag. Damit sorge man f\u00fcr Planungssicherheit bei den Privatschulen und \u00bbbreitere Zugangsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Berliner Familien\u00ab. Laut G\u00fcnther-W\u00fcnsch haben die Pl\u00e4ne keine Auswirkungen auf bestehende Stipendienprogramme privater Schulen. Eine Obergrenze, wie viele Sch\u00fcler bezuschusst werden sollen, gebe es nicht. Dies h\u00e4nge von den Auswahlverfahren der Schulen ab.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbEigentlich ist das Geld daf\u00fcr gerade nicht da.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nMarianne Burkert-Eulitz (Gr\u00fcne)<br \/>&#13;<br \/>\nBildungspolitische Sprecherin<\/p><\/blockquote>\n<p>Hintergrund der Reform sind auch juristische Vorgaben: Im Grundgesetz wird festgeschrieben, dass Privatschulen nur dann legal sind, wenn sie nicht zu einer Segregation der Sch\u00fcler nach Besitzverh\u00e4ltnissen f\u00fchren (\u00bbSonderungsverbot\u00ab). Eine bundesweite Studie des Wissenschaftszentrums Berlin f\u00fcr Sozialforschung hatte 2017 beklagt, dass in mehreren Bundesl\u00e4ndern \u2013 darunter Berlin \u2013 dieses Sonderungsverbot durch hohe Schulgeb\u00fchren unterlaufen werde.<\/p>\n<p>Ebenfalls ansteigen sollen die Zusch\u00fcsse f\u00fcr Kinder mit Inklusionsbedarf. Sie sollen k\u00fcnftig zu 100 Prozent vom Land getragen werden. Bislang gibt es an Schulen in freier Tr\u00e4gerschaft nur wenige Kinder mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf, weil die Schulen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1171160.schulen-schieflage-im-klassenzimmer.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den Mehraufwand nicht finanzieren k\u00f6nnen<\/a>.<\/p>\n<p>Auch abseits von Finanzfragen kommt der Senat den Privatschulen n\u00e4her: So mussten Privatschulen bislang f\u00fcnf Jahre warten, bis sie anerkannt wurden und staatliche Zusch\u00fcsse erhalten konnten. Dieser Zeitraum soll ab 2026 auf zwei Jahre verk\u00fcrzt werden.<\/p>\n<p>Eine Entt\u00e4uschung m\u00fcssen die Privatschultr\u00e4ger allerdings hinnehmen: Die Basisfinanzierung wird weiterhin bei 93 Prozent der Personalkosten gedeckelt bleiben. Vor mehr als 20 Jahren war dieser Satz von 97 Prozent gesenkt worden. \u00bbAngesichts der aktuellen Haushaltslage\u00ab sei es nicht gelungen, die Basisfinanzierung anzuheben, so G\u00fcnther W\u00fcnsch.<\/p>\n<p>Bei der Opposition f\u00e4llt das Urteil \u00fcber die Novelle gespalten aus: Man begr\u00fc\u00dfe es zwar, dass die Privatschulen sozial durchl\u00e4ssiger und inklusiver werden sollen, sagt Marianne Burkert-Eulitz, bildungspolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, gegen\u00fcber \u00bbnd\u00ab. \u00bbAber eigentlich ist das Geld daf\u00fcr gerade nicht da.\u00ab Die Koalition streiche parallel zahlreiche Angebote an \u00f6ffentlichen Schulen, etwa im Bereich der Schulsozialarbeit. \u00bbHaushaltstechnisch kommt das zur Unzeit\u00ab, sagt Burkert-Eulitz. Der Senat setze die falschen Priorit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Futuristisch lernen: Empfangshalle der privaten Phorms-Grundschule Foto: imago\/Manja Els\u00e4sser Beim ersten H\u00f6ren klingt es wie ein Widerspruch in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":394930,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,1567,29,30],"class_list":{"0":"post-394929","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-bildungspolitik","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115143219865406244","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/394929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=394929"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/394929\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/394930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=394929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=394929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=394929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}