{"id":395373,"date":"2025-09-04T04:51:15","date_gmt":"2025-09-04T04:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/395373\/"},"modified":"2025-09-04T04:51:15","modified_gmt":"2025-09-04T04:51:15","slug":"berlin-22-bahnen-im-kino-so-beruehrend-wie-der-bestseller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/395373\/","title":{"rendered":"Berlin | \u00ab22 Bahnen\u00bb im Kino: So ber\u00fchrend wie der Bestseller"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Was f\u00fcr ein Deb\u00fct. \u00ab22 Bahnen\u00bb von Caroline Wahl stand gef\u00fchlte Ewigkeiten in der Spiegel-Bestsellerliste, wurde mehrfach ausgezeichnet. Zwei Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung schafft es die Geschichte der zwei Schwestern Tilda und Ida, die unter der Alkoholkrankheit ihrer Mutter leiden, nun auf die Kinoleinwand (Start: 4. September).<\/p>\n<p>Um es vorwegzunehmen: Wer das Buch \u00ab22 Bahnen\u00bb liebt, wird den knapp zweist\u00fcndigen Film mit Luna Wedler, Laura Tonke und Jannis Niew\u00f6hner wahrscheinlich m\u00f6gen. Denn die Handlung hangelt sich eng an dem geschriebenen Werk entlang und greift viele Details aus dem Buch auf.<\/p>\n<p>Regisseurin Mia Maariel Meyer gelingt es, die Stimmung des flirrenden Sommers aus dem Buch auf die Leinwand zu \u00fcbertragen. Und: Trotz der Probleme der Schwestern vermittelt der Film auch ein St\u00fcck weit Hoffnung.<\/p>\n<p>Film aus Perspektive von Hauptfigur Tilda erz\u00e4hlt<\/p>\n<p>Doch von vorn. Die erste Einstellung: Unterwasseraufnahmen in einem Schwimmbad, es regnet in Str\u00f6men. Denn die zehnj\u00e4hrige Ida (Zo\u00eb Baier) geht nur schwimmen, wenn es regnet. Ihre gro\u00dfe Schwester Tilda (Wedler), aus deren Perspektive die Geschichte erz\u00e4hlt wird, legt im Becken stets 22 Bahnen zur\u00fcck. Es ist die einzige Zeit, in der sie innerlich zur Ruhe kommt, die nur ihr geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Denn sie f\u00fchrt ein Leben, in dem sie eigentlich st\u00e4ndig schreien m\u00fcsste. Intakt ist nur die Beziehung zu Ida, f\u00fcr die sie die Mutterrolle \u00fcbernommen hat. Innige Momente mit der Mutter (Tonke) sind selten, sie st\u00fcrzt alkoholbedingt immer wieder ab, greift ihre T\u00f6chter an &#8211; Tilda pendelt zwischen Hass auf und Angst um sie.<\/p>\n<p>Mathestudium, Zukunfts\u00e4ngste und Geister der Vergangenheit<\/p>\n<p>Vor allem, weil die Mutter sich nicht als krank betrachtet: \u00abIhr tut ja so, als sei ich Alkoholikerin\u00bb, sagt sie zu ihren T\u00f6chtern, als sie nach einem Suizidversuch aus dem Krankenhaus entlassen wird und eine Therapie ablehnt. M\u00fchsam hat Tilda das Familienleben geordnet. Die kleine Schwester, das Mathestudium (Tilda: \u00abMathe schafft Ordnung\u00bb) und das Schwimmen geben ihr Halt.<\/p>\n<p>Doch dann ger\u00e4t die halbwegs erreichte Sicherheit ins Wanken, als ihr Professor ihr eine Stelle in Berlin anbietet, der schweigsame Computernerd Viktor (Niew\u00f6hner) auftaucht und alte Wunden aufrei\u00dft. Tilda muss sich nicht nur ihren Zukunfts\u00e4ngsten, sondern auch den Gespenstern ihrer Vergangenheit stellen.<\/p>\n<p>Ihre Zerrissenheit, ihr Kampf und generell die oft beklemmende Situation von alkoholkranken Menschen und deren Angeh\u00f6rigen: Dies kommt in dem Film auch dank der hervorragenden Schauspieler r\u00fcber und ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00ab22 Bahnen\u00bb hielt sich monatelang in der Bestsellerliste<\/p>\n<p>Lediglich die Liebesgeschichte zu Viktor, der stets urpl\u00f6tzlich auftaucht, wenn Tilda in Not ist, wirkt &#8211; wie schon im Buch &#8211; etwas konstruiert. Vielleicht w\u00e4re generell die Story noch besser gewesen, wenn eine so starke Pers\u00f6nlichkeit wie Tilda es alleine geschafft h\u00e4tte &#8211; ohne einen Mann als Retter.<\/p>\n<p>Mit \u00ab22 Bahnen\u00bb feierte Caroline Wahl (30) im Jahr 2023 ihr Deb\u00fct. Der Roman verkaufte sich im deutschsprachigen Raum mehr als 600.000 Mal und hielt sich monatelang in der Bestsellerliste. Auch der Nachfolger \u00abWindst\u00e4rke 17\u00bb wurde viel gelobt (und oft gekauft).<\/p>\n<p>Das sagt Caroline Wahl zur Verfilmung ihres \u00abBabys\u00bb<\/p>\n<p>Sie habe etwas Angst gehabt, den Film komplett zu sehen, sagte Wahl der Deutschen Presse-Agentur. \u00abWas ist, wenn einem manches nicht gef\u00e4llt?\u00bb. Ihr habe die Verfilmung aber \u00abvoll gut\u00bb gefallen.<\/p>\n<p>\u00abVor allem diese Atmosph\u00e4re, die ich beim Schreiben gesp\u00fcrt habe, hat einfach gepasst: Dieser flirrende Sommer, in dem so viel passiert, in dem so eine Entscheidung in der Luft liegt, der so klebrig ist, aber auch so nach Sommerregen riecht. Das ist f\u00fcr mich das Wichtigste\u00bb, sagte die Autorin.<\/p>\n<p>Das Drehbuch sei unabh\u00e4ngig von ihr geschrieben worden, sie habe aber auch mitreden d\u00fcrfen. Ihr sei es leicht gefallen, ihr \u00abBaby\u00bb wegzugeben, weil sie der Filmproduktionsfirma vertraut habe. \u00abMan kann nicht erwarten, dass es eins zu eins das Buch ist, weil es eben ein Film ist. Es ist eine Grenz\u00fcberschreitung, eine \u00dcbertragung und ich war einfach gespannt, was sie daraus machen.\u00bb<\/p>\n<p>Schauspielerin Wedler war f\u00fcr Rolle auch schwimmen<\/p>\n<p>Um in ihre Rolle zu schl\u00fcpfen, habe Schauspielerin Wedler (25, \u00abBiohackers\u00bb) Tage als Tilda verbracht, erz\u00e4hlte sie. \u00abIch war auch schwimmen. Schwimmen ist ein Ruhepol f\u00fcr Tilda und irgendwie ihre Therapie. Das kann ich sehr nachvollziehen, weil ich schon immer gerne im Wasser war\u00bb.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob sie wegen des Bucherfolgs einen besonderen Erwartungsdruck versp\u00fcrt habe, sagte die Schweizerin: \u00abIch wei\u00df, dass die Leute dieses Buch sehr, sehr lieben. Erstmal m\u00f6chte man ihnen gerecht werden, aber ich glaube, ich darf mich dann davon ja auch nicht so stressen lassen\u00bb.<\/p>\n<p>F\u00fcr Tilda, eine sehr in sich gekehrte Person, habe sie von Anfang an Empathie empfunden. Das merkt man, wenn sie die Rolle spielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Was f\u00fcr ein Deb\u00fct. \u00ab22 Bahnen\u00bb von Caroline Wahl stand gef\u00fchlte Ewigkeiten in der Spiegel-Bestsellerliste,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":395374,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,92,30,95,105788,93],"class_list":{"0":"post-395373","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-film","11":"tag-germany","12":"tag-kino","13":"tag-kinostart-4-september","14":"tag-literatur"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115144234448345709","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/395373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=395373"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/395373\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/395374"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=395373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=395373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=395373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}