{"id":395761,"date":"2025-09-04T08:39:11","date_gmt":"2025-09-04T08:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/395761\/"},"modified":"2025-09-04T08:39:11","modified_gmt":"2025-09-04T08:39:11","slug":"bornstein-tafel-erinnert-an-deportierten-arzt-im-waldstrassenviertel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/395761\/","title":{"rendered":"Bornstein-Tafel erinnert an deportierten Arzt im Waldstra\u00dfenviertel"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Leipzig. Im Leipziger Waldstra\u00dfenviertel soll am 9. September eine Erinnerungstafel f\u00fcr Karl Bornstein enth\u00fcllt werden. Der Arzt lebte lange in der Pfaffendorfer Stra\u00dfe, wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten als einer der Ersten ins j\u00fcdische Ghetto nach Theresienstadt gebracht. Dort starb Bornstein 1942 aufgrund der prek\u00e4ren hygienischen Bedingungen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die feierliche Einweihung seiner Gedenktafel am Dienstag ab 17 Uhr ist mit Musik- und Redebeitr\u00e4gen geplant, wie das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus am Mittwoch mitteilte.<\/p>\n<p>Angesehener Arzt und Wissenschaftler \u2013 deportiert ins Ghetto<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bornstein wurde 1863 im damals zu Preu\u00dfen geh\u00f6renden Gostyn in der N\u00e4he von Posen (heute Polen) geboren. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts praktizierte er in Leipzig in seiner Praxis in der Pfaffendorfer Stra\u00dfe 22. Er war Spezialist f\u00fcr Magen-, Darm- und Stoffwechselerkrankungen und engagierte sich vor allem auch als Vorsitzender des Vereins f\u00fcr Mutterschutz zu Leipzig. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ab 1925 geh\u00f6rte Bornstein dann auch zur renommierten Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu Halle. Diesen Sitz verlor er nach der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten, da er aus einer j\u00fcdischen Familie stammte. Ihm wurde zudem untersagt, weiter zu praktizieren. Karl Bornstein und seine Frau Magdalene gingen nach Berlin, wo sie im Stadtteil Wilmersdorf eine Wohnung fanden.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">1942 wurde das kinderlose Ehepaar inhaftiert und zu einem Sammellager f\u00fcr j\u00fcdische Seniorinnen und Senioren gebracht. Anschlie\u00dfend wurden beide mit dem sogenannten \u201e1. gro\u00dfen Alterstransport\u201c der Nationalsozialisten in das j\u00fcdische Ghetto nach Theresienstadt (heute Terez\u00edn in Tschechien) deportiert. Nur sehr wenige Menschen \u00fcberlebten diesen Transport \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Bornsteins geh\u00f6rten dazu. Einen Monat nach der Deportation, am 17. September 1942, starb der inzwischen fast 80-j\u00e4hrige allerdings Karl Bornstein infolge der prek\u00e4ren hygienischen Bedingungen im Ghetto \u2013 samt Hungersnot und fehlender \u00e4rztlicher Versorgung. Seine Frau Magdalene wurde ein halbes Jahr sp\u00e4ter von den Nazis ermordet.<\/p>\n<p>Erinnerung an weitere j\u00fcdische Leipzigerinnen und Leipziger<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In Berlin gibt es bereits seit 2012 eine Erinnerungstafel f\u00fcr das Ehepaar Bornstein. In Leipzig werden nun am 9. September neben dieser auch weitere Tafeln angebracht, die an die Deportationen der Nationalsozialisten erinnern sollen: f\u00fcr den Kaufmann Simche Beinom Goldrei, der einen Gro\u00dfhandel f\u00fcr Eier betrieb, sowie f\u00fcr die Ohel-Jakob-Synagoge im Viertel. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Mit den neuen Tafeln steige die Gesamtzahl der Erinnerungsorte im Leipziger Waldstra\u00dfenviertel auf 17, hie\u00df es Mittwoch. Zwischen April 2023 und April 2025 seien zun\u00e4chst 14 Tafeln installiert worden, zuletzt f\u00fcr die P\u00e4dagogin Hedwig Burgheim (1887\u20131943), die im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.<\/p>\n<p>Treffpunkt und Route der Enth\u00fcllungen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die feierlichen Gedenkzeremonien beginnen am 9. September um 17 Uhr an Bornsteins Wohnhaus in der Pfaffendorfer Stra\u00dfe 22. Von dort geht es zur Pfaffendorfer Stra\u00dfe 12 (Ohel-Jakob-Synagoge) und schlie\u00dflich zur Gustav-Adolf-Stra\u00dfe 34 (Simche Beinom Goldrei). Zur bereits f\u00fcnften Enth\u00fcllungsaktion von Erinnerungstafeln sind G\u00e4ste willkommen, wie der Veranstalter mitteilt. <\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">LVZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig. Im Leipziger Waldstra\u00dfenviertel soll am 9. September eine Erinnerungstafel f\u00fcr Karl Bornstein enth\u00fcllt werden. 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