{"id":396410,"date":"2025-09-04T14:22:14","date_gmt":"2025-09-04T14:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396410\/"},"modified":"2025-09-04T14:22:14","modified_gmt":"2025-09-04T14:22:14","slug":"fachwerkhaus-in-fellbach-andreas-rombold-lebt-in-einem-350-jahre-alten-haus-die-historie-jetzt-im-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396410\/","title":{"rendered":"Fachwerkhaus in Fellbach: Andreas Rombold lebt in einem 350 Jahre alten Haus \u2013 die Historie jetzt im Buch"},"content":{"rendered":"<p>Manche packen ihr Leben zwischen zwei Buchdeckel. Andreas Rombold aus Fellbach widmet sich lieber in einem Prachtband der imposanten Historie seines Hauses.<\/p>\n<p>Es gibt sicher nicht wenige Zeitgenossen, die mit fortgeschrittener Lebenszeit und im beginnenden Rentenalter ihre vergangenen Jahrzehnte Revue passieren lassen und die eigenen, mal unfassbaren, mal vielleicht auch banalen Erlebnisse niederzuschreiben. Im Idealfall entsteht daraus ein Buch, das eventuell sogar einen Verlag und dazu eine gro\u00dfe Leserschaft findet.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche \u00dcberlegungen d\u00fcrfte auch Andreas Rombold aus <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Fellbach\" title=\"Fellbach\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fellbach<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Oeffingen\" title=\"Oeffingen\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oeffingen<\/a> hin und wieder get\u00e4tigt haben. Allerdings hat er sich dann doch f\u00fcr ein anderes Projekt entschlossen: Er hat nicht etwa seine eigene Familiengeschichte zur\u00fcckverfolgt und aufgearbeitet.<\/p>\n<p>Altersbestimmung des Holzes zeigt: Das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Haus\" title=\"Haus\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haus<\/a> wurde 1668 errichtet <\/p>\n<p>Vielmehr ist er tief in die stattliche, einige Jahrhunderte zur\u00fcckliegende Historie des eigenen Hauses gestiegen, das er selbst 1989 erworben und komplett restauriert hat. Und das Ganze hat er nun, gut 35 Jahre sp\u00e4ter, in einem pr\u00e4chtigen, herausragend recherchierten und wunderbar aufgemachten Bildband f\u00fcr die kommenden Generationen verewigt.<\/p>\n<p>Der Titel des mit einem festen Cover versehenen, 30 auf 30 Zentimeter gro\u00dfen Werks ziert nat\u00fcrlich das Objekt der Romboldschen Begierde: das Haus Nummer 20 in der Kr\u00e4henstra\u00dfe in Oeffingen, beschienen von der sanften Abendsonne. Die Geschichte des Hauses geht zur\u00fcck bis fast zum 30-j\u00e4hrigen Krieg, der, wie man aus dem Geschichtsunterricht sicher noch wei\u00df, 1648 endete.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.5f3bc9d5-ad60-4c52-ac30-b9a0fac0bee6.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Foto vom Haus in der Kr\u00e4henstra\u00dfe 20, wie es sich heute pr\u00e4sentiert, ist auch dasTitelbild des Buches.    Foto: privat (Andreas Rombold)    <\/p>\n<p> Das Fachwerkhaus in der Kr\u00e4henstra\u00dfe 20 ist, so Rombold, \u201eein f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse gro\u00dfes Renaissance-Bauernhaus mit integriertem Kuhstall\u201c. W\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Renovierung\" title=\"Renovierung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Renovierung<\/a> konnte 1989 dank dendrochronologischer Untersuchungen zur Altersbestimmung des Holzes das Baujahr auf 1668 datiert werden. <\/p>\n<p>Doch warum hat Andreas Rombold sich \u00fcberhaupt mit der Geschichte seines Hauses befasst? Er selbst nennt diese Beweggr\u00fcnde: \u201eZum einen war die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Sanierung\" title=\"Sanierung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sanierung<\/a> und Renovierung des Hauses eines meiner gro\u00dfen Lebensprojekte, das mich in den Jahren 1988\/89 bis an die Grenzen der Belastbarkeit in Anspruch genommen hat.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber das alte, nahezu 350 Jahre alte ehemalige Bauernhaus wusste er nur, \u201edass es mein Gro\u00dfvater Paul Hugo Rombold vor dem Ersten Weltkrieg anscheinend f\u00fcr 16 000 Goldmark von einer Tante gekauft hatte\u201c. Sein Vater und seine Geschwister wuchsen in dem Haus auf. \u201eDas durch die Sanierung erworbene Wissen wollte ich f\u00fcr mich erweitern und an meine Kinder Fabian, Felicitas und Larissa, f\u00fcr die es ebenfalls ihr Elternhaus gewesen war, sowie an meine Enkel und weitere Nachkommen weitergeben.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.4e7bcdde-7f2b-403b-9a46-349ec677521e.original1024.media.jpeg\"\/>     Die \u00e4lteste Fotografie des Hauses, so um das Jahr 1930.    Foto: Andreas Rombold (privat)    <\/p>\n<p> Der Name Kr\u00e4henstra\u00dfe, in der das Haus steht, geht \u00fcbrigens nicht auf die Rabenv\u00f6gel zur\u00fcck. Vielmehr liegt das schw\u00e4bische \u201eGr\u00e4- oder Gr\u00e4agass\u201c zugrunde, was seinen Ursprung im Gr\u00fcn hat, mit dem die Gasse einst bezeichnet wurde. Rombold: \u201eNach der weitgehenden Entv\u00f6lkerung durch den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg und die in diesen Jahren w\u00fctende Pest waren die H\u00f6fe in dieser Oeffinger Dorfstra\u00dfe weitestgehend zerst\u00f6rt und brachgelegen\u201c und \u201edurch Gras und Unkraut \u00fcberwuchert\u201c. <\/p>\n<p>In seinem Buch besch\u00e4ftigt sich Rombold intensiv mit den allgemeinen Lebensbedingungen der folgenden Jahrhunderte wie auch der speziellen Situation in Oeffingen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren in Oeffingen, das damals etwa 1000 Einwohner hatte und trotz seiner N\u00e4he zu Stuttgart landwirtschaftlich gepr\u00e4gt war, beispielsweise die hygienischen Verh\u00e4ltnisse noch \u201edesastr\u00f6s\u201c, so Rombold, \u201ewas die Verbreitung von Krankheiten wie Typhus, Tuberkulose, Pocken und andere beg\u00fcnstigte\u201c.<\/p>\n<p> Auch in der Kr\u00e4henstra\u00dfe wurde erst in den 1960er Jahren ein Badezimmer eingebaut, zuvor wusch man sich am Waschtrog in der K\u00fcche oder \u00fcber einem Waschlavoir, also einer Sch\u00fcssel im Schlafzimmer. \u201eSamstags genoss man ein Bad in einer mit warmem Wasser gef\u00fcllten Blechwanne in der K\u00fcche.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/media.media.8e323228-8c1b-414b-8219-68563833487b.original1024.media.jpeg\"\/>     W\u00e4hrend des Umbaus: Die Fachwerksanierung auf der S\u00fcdseite.    Foto: Andreas Rombold (privat)    <\/p>\n<p> Rombold analysiert auch die Lage im Ersten und Zweiten Weltkrieg, zeigt mit vielen Fotos etwa landwirtschaftliche Arbeiten oder Dorffeste. 1943, w\u00e4hrend des Kriegs, wurde Oeffingen eine der nachts angeleuchteten Scheinst\u00e4dte aus Holz und Pappe, um feindliche Bomber aus Stuttgart weg auf sich zu ziehen. <\/p>\n<p>1987 startete er \u201emeine Totalrenovierung\u201c \u2013 die letztlich in etwa so kostspielig war, wie wenn er einen Neubau dort hingestellt h\u00e4tte. Eine vorherige Begehung mit Fachleuten hatte ergeben, dass \u201edie Renovierung des Hauses zwar aufwendig, aufgrund des guten Erhaltungszustandes der meisten Innenw\u00e4nde sowie des Kellers und des Ende der 60er Jahre teilerneuerten und neu gedeckten Dachstuhls aber durchaus machbar war\u201c.<\/p>\n<p> Der Einzug erfolgte am 10. Dezember 1989 <\/p>\n<p>Detailliert beschreibt Rombold die Umbauarbeiten in K\u00fcche, Stall, Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer, Dachgeschoss und Wintergarten. In etwa zum Fall der Mauer in Berlin waren in Oeffingen alle Mauern gerichtet. \u201eDie Euphorie \u00fcber die am 11. November 1989 ge\u00f6ffnete Grenze zur DDR begleitete uns per Radio bei unseren letzten Arbeiten.\u201c Der Einzug erfolgte dann am 10. Dezember 1989.<\/p>\n<p>Dreieinhalb Jahrzehnte sp\u00e4ter hatte Bauherr Rombold dann auch sein n\u00e4chstes Mammutprojekt bew\u00e4ltigt \u2013 das Buch \u00fcber die dreieinhalb Jahrhunderte w\u00e4hrende Geschichte seines Hauses.<\/p>\n<p> \u00a0 <\/p>\n<p> Das Haus in der Kr\u00e4henstra\u00dfe 20 <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Lehrer<\/strong><br \/>Andreas Rombold, Jahrgang 1952, absolvierte nach der Flachdruckerlehre die Fachhochschule f\u00fcr Druck Stuttgart. Es folgte das Lehramtsstudium in Darmstadt. Ab 1980 unterrichtete er an der Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart mit Schwerpunkt Technologie in den Fachklassen Siebdruck. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Lekt\u00fcre<\/strong><br \/>Sein Buch \u00fcber die Kr\u00e4henstra\u00dfe 20 in Oeffingen hat Rombold in Eigenregie mithilfe seines Bruders Felix, von Reinhard Urbanke und Martin Frischauf sowie Mitarbeitern des Stadtarchivs Fellbach gefertigt. Es gibt nur noch wenige Exemplare, bei Interesse ist ein Nachdruck denkbar. Infos unter Telefon 0711\u2009\/\u200934\u200924\u200948\u200946, E-Mail: Andreas.Rombold@t-online.de. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manche packen ihr Leben zwischen zwei Buchdeckel. 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