{"id":396510,"date":"2025-09-04T15:23:17","date_gmt":"2025-09-04T15:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396510\/"},"modified":"2025-09-04T15:23:17","modified_gmt":"2025-09-04T15:23:17","slug":"autorin-yoko-tawada-erhaelt-nelly-sachs-preis-der-stadt-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396510\/","title":{"rendered":"Autorin Yoko Tawada erh\u00e4lt Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>\t\t<a href=\"https:\/\/www.mengede-intakt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/305418V.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-109055\" class=\"size-medium wp-image-109055\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/305418V-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\"  \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-109055\" class=\"wp-caption-text\">Autorin Yoko Tawada erh\u00e4lt Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund<br \/>\u00a9 Bernd S\u00e4mmer<\/p>\n<p class=\"ps_teaser\">Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund geht in diesem Jahr an die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada. Die Entscheidung \u00fcber die Vergabe des mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreises fiel in der Jury-Sitzung am Mittwoch, 3. September.<\/p>\n<p>Traditionell wird der Preis in Anlehnung an den Geburtstag von Nelly Sachs (geboren am 10. Dezember 1891) verliehen \u2013 in diesem Jahr am Sonntag, 14. Dezember, mit einem Festakt um 11 Uhr im Rathaus Dortmund. Yoko Tawada hat sich \u00fcber die Nachricht gestern sehr gefreut und schon angek\u00fcndigt, zur Verleihung nach Dortmund zu kommen. Jurymitglied Jona Elisa Kr\u00fctzfeld, Verlegerin und Publizistin, wird die Laudatio halten.<\/p>\n<p><strong>Tawadas spielerischer Umgang mit Sprache <\/strong><\/p>\n<p>Yoko Tawada schreibt Essays, Gedichte, Dramen, Romane und andere Prosatexte \u2013 sowohl in ihrer Muttersprache Japanisch als auch auf Deutsch. Dabei macht sie die Sprache h\u00e4ufig zum Thema, etwa in ihrem Gedichtband \u201eAbenteuer der deutschen Grammatik\u201c oder in ihren Essays unter dem Titel \u201eakzentfrei\u201c. Das war auch f\u00fcr die Jury ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung: \u201e<strong>Tawadas Texte sind spielerisch. In immer wieder anderer Weise und mit gro\u00dfer Lust am Experimentieren erkundet sie Zwischenr\u00e4ume. In ihrer surrealen Poetologie demontiert sie Sprache und Wahrnehmung in einzigartiger Weise. Dabei sind Humor und Ernst, Dokument und Fantasie oft nicht zu unterscheiden\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bei Tawada sind Heimat und Identit\u00e4t immer beweglich <\/strong><\/p>\n<p>Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren, als Tochter eines Buchh\u00e4ndlers. Sie studierte dort zun\u00e4chst Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt russische Literatur. Von 1982 an studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaften an der Universit\u00e4t Hamburg. Heute lebt sie in Berlin. In ihren Arbeiten besch\u00e4ftigt sie sich mit wichtigen gesellschaftlichen Fragen und Problemen auf besondere Weise.<\/p>\n<p>In der Jurybegr\u00fcndung hei\u00dft es weiter:<\/p>\n<p>\u201eDurch eine einfache, verst\u00e4ndliche Sprache wirken Yoko Tawadas Texte auf den ersten Blick harmlos. Doch widmen sie sich komplexen und existenziellen Themen: Umweltkatastrophen, Machtstrukturen, der Hybris der menschlichen Spezies, Geschlechterfragen, Themen des Unbewussten und der Transformation. Eine gro\u00dfe Freiheit liegt in ihrem ironischen Umgang mit Autorit\u00e4ten und Konventionen. In Wort- und Gedankenspielen \u00fcberschreitet Tawada nicht nur Grenzen, sie l\u00f6st sie auf. Ihre Texte zeigen, wie fluide und hybrid Sprache, Mensch und Welt sind. Damit schenkt sie ihren Leser*innen eine \u00e4sthetische Erfahrung, die Fremdheit als freude- und gewinnbringenden Zustand begreifbar macht. So sind bei Tawada zum Beispiel Heimat und Identit\u00e4t immer beweglich. Der Mensch ist ein Lebewesen unter vielen, nicht mehr. Die Krise beginnt bei ihr, wo starre Grenzen gezogen werden oder bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Die Jury w\u00fcrdigt Tawada als eine Ikone der Gegenwartsliteratur:<strong> \u201eWie kaum eine andere Literat*in arbeitet Tawada an einer Zwischensprache, die offen und ohne Ort ist. Sie gibt damit jenen vielen Menschen, die suchen und sich dabei immer wieder neu fremd f\u00fchlen, einen Ort. Dies macht Yoko Tawadas Literatur universell f\u00fcr unser 21. Jahrhundert.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Yoko Tawada: Ver\u00f6ffentlichungen und Preise<\/strong><\/p>\n<p>Ihre ersten literarischen Ver\u00f6ffentlichungen erschienen 1985 und 1986 (in Konkursbuch 16\/17: Japan-Lesebuch). Kurz danach ver\u00f6ffentlichte sie ihr Deb\u00fct \u201eNur da wo du bist da ist nichts\u201c. Ihr erstes Buch in Japan kam 1992 heraus (\u201eSanninkankai\u201c). Ihre B\u00fccher sind in viele Sprachen der Welt \u00fcbersetzt. Im Oktober erscheint ihr neuer Roman\u00a0<a href=\"https:\/\/www.konkursbuch-shop.com\/app\/module\/webproduct\/goto\/m\/m3d342080fa14cc39\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eEine Aff\u00e4re ohne Menschen\u201c.<\/a><\/p>\n<p>Sie hat viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem die Goethe-Medaille, den Akutagawa-Literaturpreis, den Kleist-Preis und die Carl-Zuckmayer-Medaille.<\/p>\n<p><strong>Nelly-Sachs-Literaturpreis<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem nach Nelly Sachs benannten Literaturpreis ehrt und f\u00f6rdert die Stadt Dortmund alle zwei Jahre Pers\u00f6nlichkeiten, die herausragende sch\u00f6pferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und zur Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den L\u00e4ndern beitragen. Die Preistr\u00e4ger*innen stehen f\u00fcr Toleranz, Respekt und Vers\u00f6hnung und leben diese Werte in einer globalisierten Gesellschaft, in der sie sich f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben einsetzen.<\/p>\n<p>Erste Preistr\u00e4gerin war 1961 die Namensgeberin Nelly Sachs. Sp\u00e4ter ging der Preis u.a. an Nadine Gordimer (1985), Milan Kundera (1987), Javier Marias (1997), Christa Wolf (1999), Per Olov Enquist (2003), Margaret Atwood (2009) und Marie N\u2019Diaye (2015). Letzter Preistr\u00e4ger war 2023 Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107. <\/p>\n<p><strong>Die Jury<\/strong><\/p>\n<p>Zur Jury geh\u00f6ren folgende Fachpreisrichter*innen unter dem Vorsitz von B\u00fcrgermeisterin Barbara Brunsing und dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Preises, Stadtdirektor und Kulturdezernent J\u00f6rg St\u00fcdemann:<\/p>\n<ul>\n<li>Dr. J\u00f6rg Albrecht (Schriftsteller und Leiter des \u201eCenter for Literature\u201c, Burg H\u00fclshoff)<\/li>\n<li>Jona Elisa Kr\u00fctzfeld (Verlegerin und Publizistin)<\/li>\n<li>Arnold Maxwill (Fritz-H\u00fcser-Institut f\u00fcr Literatur und Kultur der Arbeitswelt)<\/li>\n<li>Dr. Slata Roschal (Schriftstellerin und \u00dcbersetzerin)<\/li>\n<li>Sachpreisrichter: Matthias Dudde, Dominik De Marco und Manfred Sauer (Ratsmitglieder).<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dortmund.de\/themen\/foerderungen\/kulturpreise-und-stipendien\/nelly-sachs-preis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">dortmund.de\/nellysachspreis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Autorin Yoko Tawada erh\u00e4lt Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund\u00a9 Bernd S\u00e4mmer Der Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund geht in diesem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":396511,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1833],"tags":[3364,29,217,30,1209],"class_list":{"0":"post-396510","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dortmund","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dortmund","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115146719636695538","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/396510","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=396510"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/396510\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/396511"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=396510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=396510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=396510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}