{"id":396633,"date":"2025-09-04T16:27:13","date_gmt":"2025-09-04T16:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396633\/"},"modified":"2025-09-04T16:27:13","modified_gmt":"2025-09-04T16:27:13","slug":"zahl-der-erdbebenopfer-in-afghanistan-steigt-auf-mehr-als-2-200","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/396633\/","title":{"rendered":"Zahl der Erdbebenopfer in Afghanistan steigt auf mehr als 2.200"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.09.2025 16:46 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Nach dem Erdbeben in Afghanistan sind bereits mehr als 2.200 Tote geborgen worden. Die Lage im Katastrophengebiet wird dadurch erschwert, dass die Taliban ausl\u00e4ndische Hilfsorganisationen abgeschreckt haben.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/amler-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Franziska Amler\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1755234551_436_amler-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAus der Luft wird das ganze Ausma\u00df sichtbar: Statt H\u00e4usern sind nur Tr\u00fcmmer und Schutt zu sehen. Ganze D\u00f6rfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein Video der Taliban zeigt, wie Helfer Lebensmittelpakete aus geringer H\u00f6he abwerfen &#8211; ohne die alten Milit\u00e4rhubschrauber aus russischer Produktion geht momentan kaum etwas. Diese Abw\u00fcrfe sind aktuell die einzige M\u00f6glichkeit, Menschen in den entlegenen Bergd\u00f6rfern zu erreichen, landen k\u00f6nnen die Hubschrauber dort nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Regionalkrankenhaus von Nangarhar liegen die Menschen, die Gl\u00fcck hatten. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/afghanistan-erdbeben-152.html\" title=\"Afghanistan: Nach dem Beben zeigt sich Ausma\u00df der Katastrophe\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sie wurden lebend aus den Tr\u00fcmmern gerettet<\/a> &#8211; so wie Ghulam Rahman. Sein Gesicht ist geschwollen, ein Auge ist stark verletzt. Der 37-J\u00e4hrige stammt aus der am schlimmsten betroffenen Provinz Kunar. Dort lebte er mit seiner Familie hoch oben in den Bergen, erz\u00e4hlte er dem ARD-Studio S\u00fcdasien. Das Beben \u00fcberraschte ihn im Schlaf, und als er aufwachte, war sein zweist\u00f6ckiges Haus eingest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>    Krankenh\u00e4user kritisieren fehlende Ausstattung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSein \u00e4ltester Sohn habe nach ihm gerufen, erinnert er sich. &#8222;Er versuchte, den schweren Stein von meiner Schulter zu heben, aber er schaffte es nicht. Sp\u00e4ter, als ich mich befreien konnte, sah ich meine Frau und meine anderen Kinder &#8211; sie waren alle tot.&#8220; Insgesamt habe er 61 Verwandte durch das Beben verloren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Ausstattung des Krankenhauses in Nangarhar wirkt karg: die Metallbetten sind einfach, die W\u00e4nde wei\u00df gekachelt. Krankenpfleger Saidullah k\u00fcmmert sich um einen \u00e4lteren Patienten, er wirkt ersch\u00f6pft. Seine dunklen Haare kleben ihm nass und wirr auf der Stirn. Er erz\u00e4hlt: &#8222;Zwei Tage lang haben wir nichts gegessen &#8211; wir wollten nur die Patienten versorgen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gebe gen\u00fcgend Personal und auch viele Betten, sagt er, aber es fehle an Ger\u00e4tschaften und technischer Ausstattung. &#8222;Zum Beispiel haben wir kein EKG f\u00fcr die Untersuchungen, auch Monitore zur Kontrolle des Herzschlags sind nicht vorhanden. Wir brauchen die Unterst\u00fctzung der internationalen Gemeinschaft, damit die Krankenh\u00e4user hier nach internationalen Standards arbeiten k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>    Wenig internationale Hilfe seit Macht\u00fcbernahme der Taliban<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie radikal-islamischen Taliban selbst haben bereits um internationale Unterst\u00fctzung gebeten. Seit der Macht\u00fcbernahme vor vier Jahren ist das Netz internationaler Hilfe stark ausged\u00fcnnt. Viele L\u00e4nder haben ihre Unterst\u00fctzung drastisch zur\u00fcckgefahren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Verzweiflung im Krankenhaus ist greifbar: Jetzt geht es zun\u00e4chst darum, Verletzten so schnell wie m\u00f6glich zu helfen &#8211; doch was kommt danach? Ein Mann macht sich gro\u00dfe Sorgen: &#8222;Wir bitten die Regierung, uns Land zu geben. Wir haben alles verloren, auch unsere H\u00e4user. Zur\u00fcck in die Berge gehen wir nicht mehr.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nFast 7.000 H\u00e4user wurden nach offiziellen Angaben zerst\u00f6rt. Auch vier Tage nach der Katastrophe ziehen Einsatzkr\u00e4fte und freiwillige Helfer noch immer weitere Opfer aus den Tr\u00fcmmern. Auff\u00e4llig ist, dass auf Bildern aus dem Katastrophengebiet vor allem M\u00e4nner zu sehen sind.<\/p>\n<p>    Mehr Hilfsangebote f\u00fcr Frauen n\u00f6tig<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nChristina Ihle vom afghanischen Frauenverein in Hamburg erkl\u00e4rt die Gr\u00fcnde. Die Organisation ist vor Ort im Erdbebengebiet aktiv. &#8222;Einerseits sind bisher tats\u00e4chlich mehr M\u00e4nner gerettet worden oder konnten sich von alleine aus den Tr\u00fcmmerbergen befreien als Frauen und Kinder, einfach weil sie st\u00e4rker sind&#8220;, sagt Ihle. Dar\u00fcber hinaus verweist sie auf das Sittengesetz, das seit Sommer 2024 in Kraft ist. &#8222;Es verbietet, dass Frauen abgebildet und gefilmt werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Region ist sehr konservativ und patriarchalisch gepr\u00e4gt. Familien h\u00e4tten Angst, verletzte Frauen allein in einen Helikopter zu setzen, in dem fremde M\u00e4nner sitzen. Hilfe komme trotzdem bei den Frauen an, betont Ihle &#8211; nur deutlich schwieriger. Au\u00dferdem brauche es Ansprechpartnerinnen unter den Helfenden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEigentlich d\u00fcrfen Afghaninnen nicht f\u00fcr ausl\u00e4ndische Organisationen t\u00e4tig sein. In Katastropheneins\u00e4tzen wie diesem lasse sich jedoch verhandeln, sagt Ihle. Frauen h\u00e4tten andere Bed\u00fcrfnisse als M\u00e4nner, etwa bei medizinischer Versorgung oder Schutz vor \u00dcbergriffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Umso wichtiger ist es, dass jetzt auch weibliche Helfende in das Katastrophengebiet kommen.&#8220; Das sei in den kommenden Tagen der Fall, sagt Ihle. &#8222;Erste weibliche medizinische Teams sind schon dort und auch wir werden jetzt hoffentlich schnellstm\u00f6glich unser Nothilfeteam um Kolleginnen aufstocken k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.09.2025 16:46 Uhr Nach dem Erdbeben in Afghanistan sind bereits mehr als 2.200 Tote geborgen worden. 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