{"id":397175,"date":"2025-09-04T21:33:17","date_gmt":"2025-09-04T21:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/397175\/"},"modified":"2025-09-04T21:33:17","modified_gmt":"2025-09-04T21:33:17","slug":"tausende-jobs-in-ostdeutschland-wackeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/397175\/","title":{"rendered":"Tausende Jobs in Ostdeutschland wackeln"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die deutsche Chemieindustrie ist so schwach wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Die Kapazit\u00e4tsauslastung brach <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.vci.de\/presse\/pressemitteilungen\/quartalsbericht-22025.jsp\">laut Angaben des Branchenverbands VCI<\/a> im zweiten Quartal massiv ein und erreichte nur noch 71,7 Prozent \u2013 der niedrigste Wert seit 1991. Erst ab einer Auslastung von rund 82 Prozent gelten die Anlagen als rentabel.<\/p>\n<p>Vor allem <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/ostdeutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ostdeutschland<\/a> ist von der Krise betroffen. Erst vor wenigen Wochen warnten <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/dow-macht-dicht-ostdeutscher-chemie-droht-massive-entlassungswelle-li.2339258\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chemie-Experten gegen\u00fcber der Berliner Zeitung<\/a>,\u00a0dass die angek\u00fcndigten Werksschlie\u00dfungen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und B\u00f6hlen (Sachsen) massive Jobverluste nach sich ziehen k\u00f6nnten. Die Chemieindustrie z\u00e4hlt zu den tragenden S\u00e4ulen der ostdeutschen Wirtschaft. Gro\u00dfe Standorte wie Leuna, Schkopau oder Bitterfeld-Wolfen pr\u00e4gen ganze Regionen und sichern dort Tausende Arbeitspl\u00e4tze \u2013 nicht nur in den Werken selbst, sondern auch bei Zulieferern und Dienstleistern.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Allein in Sachsen-Anhalt arbeiten mehr als 26.000 Menschen in der Branche. Wie reagieren die Unternehmen im Osten auf die Chemie-Krise?<\/p>\n<p>Expertin: \u201eAn einem Chemiearbeitsplatz im Osten h\u00e4ngen drei weitere\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Landesverbands Nordost, bringt die Stimmung in der ostdeutschen Chemiebranche auf den Punkt: \u201eDie H\u00fctte brennt\u201c, sagt sie auf Anfrage der Berliner Zeitung. Strukturelle Herausforderungen belasten die Unternehmen massiv, erkl\u00e4rt die Chemieexpertin. Sie warnt: \u201eHohe <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/strompreis\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Energiekosten<\/a>, \u00fcberbordende <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/buerokratie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00fcrokratie<\/a> und die Zollpolitik von <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> bedrohen unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit.\u201c Besonders dramatisch seien die geplanten Dow-Schlie\u00dfungen in Schkopau und B\u00f6hlen. Rund 500 Menschen w\u00fcrden dort ihre Jobs verlieren \u2013 \u201eund in Ostdeutschland h\u00e4ngen an einem Chemiearbeitsplatz drei weitere\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Insbesondere in Leuna herrscht Alarmstimmung. \u201eDie Zahlen des VCI zeigen den realen Zustand der Branche\u201c, sagt ein Sprecher der InfraLeuna GmbH, die den Chemiestandort in Sachsen-Anhalt betreibt. Stilllegungen und Standortschlie\u00dfungen zeigten, wie ernst die Lage sei. \u201eViele aus dem Markt gehende Anlagen fehlen in den Wertsch\u00f6pfungsketten, schaffen neue Abh\u00e4ngigkeiten und kosten lokale Arbeitspl\u00e4tze.\u201c Vor allem in der Basischemie, bei Kunststoffen und D\u00fcngemitteln versch\u00e4rfen Kostendruck und billige Importe die Lage. \u201eDie\u00a0Rahmenbedingungen in Deutschland stimmen nicht \u2013 Investitionen werden zur\u00fcckgestellt\u201c, kritisiert der InfraLeuna-Sprecher.<\/p>\n<p><img alt=\"Ministerpr\u00e4sident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) werden am 28. Juli 2025 durch die Bioraffinerie im Chemiepark Leuna gef\u00fchrt.\" loading=\"lazy\" width=\"5331\" height=\"3554\" decoding=\"async\" data-nimg=\"1\" style=\"color:transparent;width:100%;height:auto\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/652bd101-cb66-4f55-9f1d-96e4e13b0554.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) werden am 28. Juli 2025 durch die Bioraffinerie im Chemiepark Leuna gef\u00fchrt.Hendrik Schmidt\/dpa<\/p>\n<p>Chemiestandort Leuna fordert von der Politik klare Schritte<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">An die Politik richten beide Stimmen deutliche Erwartungen. Schmidt-Kesseler betont: \u201eDie Unternehmen brauchen jetzt verl\u00e4ssliche Energiepreise, Investitionssicherheit und weniger Regulierung.\u201c Es m\u00fcsse Schluss sein mit endlosen Genehmigungsverfahren. Auch InfraLeuna fordert schnelles Handeln: \u201eEnergiekosten und Regulierung sind die gr\u00f6\u00dften Defizite \u2013 von der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/aerger-ueber-stromsteuer-laesst-merz-ostdeutschland-schon-wieder-haengen-li.2338740\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stromsteuer<\/a> bis zu den Netzumlagen.\u201c Hier brauche es sofort eine Revision. Zwar habe die Wirtschaftsministerin <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/katherina-reiche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katherina Reiche<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/cdu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a>) in Leuna Verst\u00e4ndnis signalisiert, so der Sprecher: Entscheidend sei allerdings , dass \u201eden Worten jetzt auch sichtbare Taten folgen\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Trotz aller Dramatik herrscht kein v\u00f6lliger Pessimismus. \u201eEine spektakul\u00e4re Aufholjagd ist absolut notwendig \u2013 und sie ist auch m\u00f6glich\u201c, sagt Schmidt-Kesseler. InfraLeuna stimmt zu: \u201eWenn der politische Wille da ist und die Ma\u00dfnahmen vern\u00fcnftig kommuniziert werden, schaffen wir das\u201c, erkl\u00e4rt der Sprecher.\u00a0\u201eAber es muss schnell und deutlich gehandelt werden \u2013 auch mit unpopul\u00e4ren Schritten.\u201c<\/p>\n<p>Chemiechef warnt: \u201eInsolvenzen nehmen zu, Arbeitspl\u00e4tze gehen verloren\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Auch VCI-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Wolfgang Gro\u00dfe Entrup warnt: \u201eSeit vier Jahren sind unsere Anlagen nicht rentabel ausgelastet. Insolvenzen nehmen zu, Arbeitspl\u00e4tze gehen verloren.\u201c Zwar habe die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/bundesregierung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundesregierung<\/a> zuletzt erste Schritte wie die Senkung der Stromsteuer angek\u00fcndigt, doch sei davon bislang nichts sp\u00fcrbar. \u201eDie Standortkrise l\u00e4sst sich nicht mit Worten beheben, nur mit schnellen Taten\u201c, betont er. Ohne sinkende Kosten und weniger B\u00fcrokratie gebe es keine Investitionen \u2013 und ohne Investitionen auch keine Zukunft.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Das Fazit ist eindeutig: Vor allem in Ostdeutschland steht die Chemieindustrie am Scheideweg. Noch setzen die Unternehmen auf eine Trendwende \u2013 doch die Geduld ist endlich. \u201eWir brauchen Wirtschaftswachstum, wir brauchen Mut und wir brauchen positive Aufbruchstimmung\u201c, fordert Schmidt-Kesseler. Ob die Politik diesen Neustart liefert, ist offen.<\/p>\n<p>Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/mailto:briefe@berliner-zeitung.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">briefe@berliner-zeitung.de<\/a><\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\"><strong>Empfehlungen aus dem BLZ-Ticketshop:<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die deutsche Chemieindustrie ist so schwach wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. 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