{"id":397672,"date":"2025-09-05T02:23:11","date_gmt":"2025-09-05T02:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/397672\/"},"modified":"2025-09-05T02:23:11","modified_gmt":"2025-09-05T02:23:11","slug":"eu-binnenmarkt-und-freihandel-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/397672\/","title":{"rendered":"EU-Binnenmarkt und Freihandel st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Wenn sich die EU-Institutionen in Br\u00fcssel klug verhalten und vor allem die neue Bundesregierung endlich in die Hufe kommt, wird Europa in den Rivalit\u00e4ten zwischen China und den USA nicht zerrieben. Denn der Handelskrieg zwischen den beiden Superm\u00e4chten hat bereits Folgen f\u00fcr die exportorientierte bayerische Wirtschaft. So gingen die bayerischen Ausfuhren in die USA im ersten Halbjahr 2025 um gut 3 Prozent zur\u00fcck. Die Exporte nach China brachen um fast 25 Prozent ein.<\/p>\n<p>Leider sieht es aktuell nicht danach aus, dass sich in Deutschland irgendetwas in Richtung Wirtschaftswachstum bewegt. Stattdessen setzen die Verantwortlichen im Bund auf Arbeitskreise.<\/p>\n<p>Bundesregierung entt\u00e4uscht die Wirtschaft<\/p>\n<p>Das wurde am Dienstag beim Journalistenseminar \u201eEuropa zwischen den USA und China\u201c der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) mehr als deutlich. \u201eDie Erwartungen in die Politik der neuen Bundesregierung wurden entt\u00e4uscht. Sie legt immer noch nicht los\u201c, sagte Martin Wambach, Pr\u00e4sident des <a href=\"https:\/\/www.zew.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZEW \u2013 Leibnitz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung GmbH<\/a> in Mannheim. Der Professor illustrierte anhand einiger Stellschrauben, an denen zu drehen sei, wie Deutschland und Europa wieder auf die Beine kommen.<\/p>\n<p>Vor allem muss Wambach zufolge die Bundesrepublik ihren Pfad als Hochsteuerland verlassen. Im internationalen Vergleich der Steuern auf Unternehmensgewinne liegt Deutschland laut Wambach an dritter Stelle hinter Portugal und Japan. Danach folgten Spanien, die USA, Italien, Frankreich, die Niederlande, Gro\u00dfbritannien, Kanada, Belgien, \u00d6sterreich, die Schweiz und Irland.<\/p>\n<p>Auch Gesetze, Regeln und Vorschriften dr\u00fccken die Unternehmen hierzulande. So rangiert Deutschland bei den B\u00fcrokratielasten im internationalen Vergleich dem ZEW-Pr\u00e4sidenten zufolge auf Platz f\u00fcnf hinter Tschechien an der Spitze, gefolgt von Polen, der Slowakei und Spanien. Besser w\u00fcrden Portugal auf Platz sechs, gefolgt von \u00d6sterreich, Frankreich, Italien, Ungarn, die Niederlande, Finnland, Schweiz, Belgien, Japan, D\u00e4nemark, Schweden, Kanada, Gro\u00dfbritannien, Irland und die USA abschneiden. Dass Deutschland so schlecht bewertet wird, liegt laut Wambach nicht am viel zitierten Goldstandart in Sachen B\u00fcrokratie, also, dass man hierzulande auf EU-Regeln immer noch eine Schippe drauflege. \u201eEs liegt an der fehlenden Digitalisierung\u201c, konstatierte Wambach.<\/p>\n<p>Potenziale des EU-Binnenmarkts nutzen<\/p>\n<p>Er zeigte aber auch Chancen f\u00fcr die deutsche und damit f\u00fcr die bayerische Wirtschaft auf. Mit vbw-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bertram Brossardt war er sich einig, dass die Potenziale des EU-Binnenmarkts mit seinen \u00fcber 447 Millionen Konsumenten immer noch nicht genutzt werden. \u201eJedes Land hat seine eigenen Produktstandards\u201c, betonte Wambach. Das f\u00fchre dazu, dass die Handelskosten f\u00fcr G\u00fcter innerhalb des EU-Binnenmarkts sich auf ein Zoll\u00e4quivalent von 44 Prozent summieren. Das habe die EU-Kommission in den letzten Jahren einfach so laufen lassen, ohne Vertragsverletzungsverfahren gegen die einzelnen L\u00e4nder einzuleiten, monierten Brossardt und Wambach. Dabei k\u00f6nnte die EU-Kommission mit Leichtigkeit daf\u00fcr sorgen, dass \u201edie Stecker zusammenpassen\u201c, unterstrich der vbw-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Auch das Erbringen von Dienstleistungen im EU-Ausland sei extrem schwer und teuer. Laut Wambach w\u00fcrde das mit einem Zoll\u00e4quivalent von 110 Prozent zu Buche schlagen. \u201eWenn wir als ZEW GmbH in Frankreich t\u00e4tig sein wollten, m\u00fcssen wir dort eine neue Betriebsst\u00e4tte anmelden\u201c, verdeutlichte er die b\u00fcrokratischen Hemmnisse. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen h\u00e4tten es schwer, da sie zwei Rechtsabteilungen br\u00e4uchten, um in Deutschland und Frankreich aktiv sein zu k\u00f6nnen. Denn der Gesch\u00e4ftsbetrieb unterliege immer dem jeweiligen nationalen Recht.<br \/>Doch gerade bayerische Unternehmen k\u00f6nnten noch viel st\u00e4rker vom EU-Binnenmarkt profitieren, betonte vbw-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Brossardt. \u201eDer Handel mit den europ\u00e4ischen Staaten ist unterdurchschnittlich\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Mehr Handelsabkommen schlie\u00dfen<\/p>\n<p>Aber nicht nur der EU-Binnenmarkt ist eine Chance f\u00fcr die bayerischen Unternehmen. Laut Brossardt und Wambach m\u00fcssten viel mehr Handelsabkommen mit anderen L\u00e4ndern geschlossen werden. Man k\u00f6nne es sich angesichts der ver\u00e4nderten weltpolitischen und damit wirtschaftspolitischen Lage nicht mehr leisten, so jahrelang zu verhandeln, wie es beim Abkommen mit Kanada war. Brossardt ist darum froh, dass das Mercosur-Abkommen (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) bald ratifiziert wird. Auch mit Indonesien, Indien und Thailand sollten schnellstm\u00f6glich Freihandelsabkommen geschlossen werden.<\/p>\n<p>\u201eDie R\u00fcckg\u00e4nge beim Handel mit den USA und China m\u00fcssen durch neue Handelspartnerschaften kompensiert werden, sonst gehen weitere Industriearbeitspl\u00e4tze in Deutschland und im Freistaat verloren\u201c, mahnte vbw-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Brossardt.<br \/>(Ralph Schweinfurth)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn sich die EU-Institutionen in Br\u00fcssel klug verhalten und vor allem die neue Bundesregierung endlich in die Hufe&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":397673,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,1982,772,1984,1983,548,663,158,3934,3935,1096,13,259,1987,80,1985,963,1988,62,14,15,16,12,1986],"class_list":{"0":"post-397672","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-bayerische-staatszeitung-de","11":"tag-bayern","12":"tag-bsz","13":"tag-bsz-de","14":"tag-eu","15":"tag-europa","16":"tag-europaeische-union","17":"tag-europe","18":"tag-european-union","19":"tag-freistaat","20":"tag-headlines","21":"tag-informationen","22":"tag-kommunales","23":"tag-kultur","24":"tag-landtag","25":"tag-lokales","26":"tag-maximilianeum","27":"tag-medien","28":"tag-nachrichten","29":"tag-news","30":"tag-politik","31":"tag-schlagzeilen","32":"tag-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115149315109811932","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/397672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=397672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/397672\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/397673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=397672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=397672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=397672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}