{"id":398129,"date":"2025-09-05T06:41:15","date_gmt":"2025-09-05T06:41:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398129\/"},"modified":"2025-09-05T06:41:15","modified_gmt":"2025-09-05T06:41:15","slug":"hannover-was-man-bei-verdacht-auf-pilzvergiftung-nicht-tun-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398129\/","title":{"rendered":"Hannover | Was man bei Verdacht auf Pilzvergiftung (nicht) tun sollte"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (dpa\/tmn) &#8211; Erst ins K\u00f6rbchen, dann in die Pfanne und letztendlich in den Bauch: Pilze sammeln und aus den Funden etwas Leckeres kochen &#8211; das geh\u00f6rt f\u00fcr so manchen zum Sp\u00e4tsommer und Herbst einfach dazu.\u00a0<\/p>\n<p>Viele Speisepilze haben allerdings giftige Doppelg\u00e4nger &#8211; wer nicht aufpasst, riskiert eine Pilzvergiftung. In den meisten F\u00e4llen ist der Gr\u00fcne Knollenbl\u00e4tterpilz (Amanita phalloides) der \u00dcbelt\u00e4ter. F\u00fcnf Fragen und Antworten zum Thema:\u00a0<\/p>\n<p>Was muss man \u00fcber den Gr\u00fcnen Knollenbl\u00e4tterpilz wissen?\u00a0<\/p>\n<p>Er sieht Speisepilzen wie dem Wiesenchampignon (Agaricus campestris) oder dem Gr\u00fcngefelderten T\u00e4ubling (Russula virescens) durchaus \u00e4hnlich. Daher kommt es immer wieder zu Verwechslungen.<\/p>\n<p>Die sind allerdings verheerend: Im Gr\u00fcnen Knollenbl\u00e4tterpilz steckt n\u00e4mlich das hochgiftige Alpha-Amanitin. Dieses Gift greift die Zellen in der Leber an &#8211; bis hin zum Organversagen, das den Tod bedeutet. Nach Sch\u00e4tzungen des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung (BfR) sind Knollenbl\u00e4tterpilze f\u00fcr mindestens 80 Prozent aller t\u00f6dlichen Pilzvergiftungen in Deutschland verantwortlich.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abJe nach Toxingehalt kann bereits eine Menge von 5 bis 50\u202fGramm Frischpilz t\u00f6dlich sein\u00bb, warnt Prof. Markus Cornberg, medizinischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Leberstiftung. \u00abBei Kindern und \u00e4lteren Menschen k\u00f6nnen schon deutlich kleinere Mengen lebensgef\u00e4hrlich werden.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Auch scharfes Anbraten kann dem Gift nichts anhaben, da es hitzestabil ist.\u00a0<\/p>\n<p>Wie macht sich eine Pilzvergiftung bemerkbar?\u00a0<\/p>\n<p>Nach dem Verzehr von Pilzpfanne oder Ragout setzen \u00dcbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwei\u00dfausbr\u00fcche und Benommenheit ein? Dann sollte man laut der Deutschen Leberstiftung an eine Pilzvergiftung denken.\u00a0<\/p>\n<p>Wichtig allerdings: Gifte aus Pilzen wirken mitunter ganz unterschiedlich im K\u00f6rper. Es gibt zahlreiche Vergiftungssyndrome, die unterschiedliche Beschwerden mit sich bringen. Zwei Beispiele:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Knollenbl\u00e4tterpilz: Meist acht bis zw\u00f6lf Stunden nach dem Verzehr geht es mit den Symptomen los. Dann kommt es zu heftigen Brechdurchf\u00e4llen, so die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Mykologie. Wenn sie sich nach einer Weile bessern, ist das aber keine Entwarnung. Dann setzt die Lebersch\u00e4digung ein, die unbehandelt zum Versagen des Organs f\u00fchrt. <\/li>\n<li>Orangefuchsiger Raukopf: Der Verzehr des Giftpilzes, der einem Pfifferling \u00e4hnelt, l\u00f6st keine Magen-Darm-Beschwerden aus. Erst nach Tagen bis zu wenigen Wochen zeigen sich Symptome wie Durst, Kopfschmerzen, ein trockener Mund, Nierenschmerzen und ein Versagen der Urinproduktion. Dahinter steht ein Nierenversagen, das unbehandelt zum Tod f\u00fchrt.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was tun beim Verdacht, einen Giftpilz gegessen zu haben?<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>\u00c4rztlichen Rat einholen\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einem Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man umgehend \u00e4rztliche Hilfe aufsuchen bzw. einen Notarzt holen. Wer sich unsicher ist, wie dringend \u00e4rztliche Hilfe gefragt ist, kann f\u00fcr eine Einsch\u00e4tzung beim zust\u00e4ndigen Giftinformationszentrum anrufen. Eine Auflistung der Giftnotrufnummern gibt es <a href=\"https:\/\/www.bfr.bund.de\/cm\/343\/verzeichnis-der-giftinformationszentren.pdf\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">online<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Nur, wenn die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte wissen, mit welchem Gift der K\u00f6rper k\u00e4mpft, k\u00f6nnen sie zielgerichtet behandeln. Putzreste, Speisereise, Erbrochenes und auch Fotos der gesammelten Pilze k\u00f6nnen entscheidende Hinweise liefern, welcher Pilz genau verzehrt wurde, so die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Mykologie.\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Weitere Betroffene informieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das BfR r\u00e4t, andere Personen, die ebenfalls von der Pilzmahlzeit gegessen haben, zu informieren. Sie sollten sich ebenfalls \u00e4rztlich untersuchen lassen &#8211; auch dann, wenn sie bislang nicht von Symptomen geplagt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Was sollte man nun auf keinen Fall tun?\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Kein Erbrechen herbeif\u00fchren\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Pilzragout muss raus aus dem K\u00f6rper! Das mag der erste Impuls sein, wenn man den Verdacht hat, giftige Pilze gegessen zu haben. Ein Erbrechen sollte man aber nicht herbeif\u00fchren, warnt das BfR. Der Grund: Es drohen schwerwiegende gesundheitliche Folgen, etwa wenn Erbrochenes in die tiefen Atemwege gelangt.\u00a0<\/p>\n<p>Milch als Erste-Hilfe-Ma\u00dfnahme bei Vergiftungen &#8211; das sitzt in vielen K\u00f6pfen, ist aber ein Mythos. Im Gegenteil: Milch kann die Aufnahme von Giften sogar f\u00f6rdern, hei\u00dft es vom BfR.\u00a0<\/p>\n<p>Wie geht man beim Pilze sammeln auf Nummer sicher?\u00a0<\/p>\n<p>Am besten erspart man sich all das &#8211; und macht einen gro\u00dfen Bogen um Giftpilze. Wer Pilze sammeln m\u00f6chte, sich aber nicht gut auskennt, dem r\u00e4t die Deutsche Leberstiftung zu gef\u00fchrten Exkursionen mit Pilzexperten.<\/p>\n<p>Sammelt man auf eigene Faust, l\u00e4sst man seine Funde lieber vor einem oder einer Pilzsachverst\u00e4ndigen pr\u00fcfen. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Mykologie stellt daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.dgfm-ev.de\/service\/pilzsachverstaendige\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">online <\/a>eine Suche zur Verf\u00fcgung. Experten raten zudem, sich nicht auf Pilzbestimmungs-Apps zu verlassen.\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte man keinen Pilz-Mythen aufsitzen: Fra\u00dfspuren von Tieren etwa treffen keine Aussage dar\u00fcber, ob ein Pilz f\u00fcr Menschen essbar ist. So vertragen zum Beispiel Schnecken den Gr\u00fcnen Knollenbl\u00e4tterpilz problemlos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hannover (dpa\/tmn) &#8211; Erst ins K\u00f6rbchen, dann in die Pfanne und letztendlich in den Bauch: Pilze sammeln und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":398130,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[2632,3364,29,5763,4974,30,141,28351,46,106329,48013,1411,16513,93263,624,23510],"class_list":{"0":"post-398129","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-brcmj","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-ernaehrung","12":"tag-essen-und-trinken","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheit","15":"tag-gift","16":"tag-hannover","17":"tag-knollenblaetterpilz","18":"tag-leber","19":"tag-niedersachsen","20":"tag-pilze","21":"tag-pilzvergiftung","22":"tag-ratgeber","23":"tag-tmn8200"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115150329276064373","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=398129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398129\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/398130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=398129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=398129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=398129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}