{"id":398245,"date":"2025-09-05T07:45:11","date_gmt":"2025-09-05T07:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398245\/"},"modified":"2025-09-05T07:45:11","modified_gmt":"2025-09-05T07:45:11","slug":"russland-im-ukraine-krieg-putins-maerchenwelt-ist-furchterregend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398245\/","title":{"rendered":"Russland im Ukraine-Krieg: Putins M\u00e4rchenwelt ist furchterregend"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-bold text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Russlands Krieg gegen die Ukraine verschlingt Menschen und Ressourcen, derweil feiert ein Filmgenre Erfolg: das M\u00e4rchen. Denn die Realit\u00e4t finden die Russen zu furchtbar. Meint Wladimir Kaminer.<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Mit dem \u00dcberfall auf die <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/ukraine\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> ist in <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/russland\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> eine neue Kulturzeit angebrochen: Die k\u00fcnstlerische Freiheit ohne Zensur und ohne politische Einflussnahme hat sich verabschiedet, die Kunst muss wieder von mehreren Instanzen gepr\u00fcft und genehmigt werden. Ich schreibe &#8222;wieder&#8220;, weil dieser Zustand f\u00fcr die meisten Kulturschaffenden kein Novum ist.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Zensur in der Sowjetunion war hart, und jeder K\u00fcnstler, der sich nicht in den Dienst des Regimes stellte, musste damit rechnen, dass seine Gem\u00e4lde nicht ausgestellt, seine B\u00fccher nicht gedruckt und seine Kompositionen niemals in der \u00d6ffentlichkeit gespielt werden. Diese Tatsache hielt jedoch niemanden davon ab, Kunst zu machen, wenn nicht f\u00fcr gro\u00dfes Publikum, dann eben &#8222;f\u00fcr die Schublade&#8220;, wie es damals hie\u00df.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Unz\u00e4hlige Romane wurden f\u00fcr die Schublade geschrieben, Bilder gemalt, und Musik wurde komponiert, oft ohne jegliche Hoffnung, ohne den Glauben an eine bessere Zukunft. Nach dem Untergang der Sowjetunion \u00f6ffnete man die Schublade, die Kunst darin hatte sich gut gehalten, sie kam heraus und eroberte die Welt. Die Malerei des russischen Untergrunds erhielt im Westen gro\u00dfen Zuspruch, die Bilder wurden auf allen Kontinenten ausgestellt, die B\u00fccher \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Auf diesem Fest der K\u00fcnste hatten die Filmemacher schon immer den Schwarzen Peter. Die Filmproduktionen waren f\u00fcr die Schublade zu gro\u00df, zu aufwendig, sie passten da nicht rein. Au\u00dferdem stand die Filmbranche schon immer unter besonderer Beobachtung des Regimes. Sie wurde sehr heftig kontrolliert.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Bereits der Anf\u00fchrer des Weltproletariats, Lenin, sagte vor \u00fcber hundert Jahren: &#8222;Von allen K\u00fcnsten sind f\u00fcr uns die wichtigsten: der Zirkus und der Film.&#8220; Warum ausgerechnet sie? Wegen der Strahlkraft, es waren die K\u00fcnste der Massen, am besten f\u00fcr Propaganda und Agitation geeignet. Seitdem sind in der Wolga viele Fische r\u00fcckw\u00e4rts geschwommen, der Zirkus hat seine gro\u00dfe Strahlkraft und Bedeutung eingeb\u00fc\u00dft, doch das Kino bleibt nach wie vor im Visier der staatlichen Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Wenn Krieg herrscht, sind in erster Linie patriotische Filme gefragt, die dem Regime helfen k\u00f6nnen, Feindbilder zu schaffen und die Bev\u00f6lkerung zu mobilisieren. So auch heute. Solche Versuche wurden unternommen, doch die neuen Kriegsfilme und Heldensagen machten \u00fcberhaupt keine Kasse. Die B\u00fcrger wehren sich. Nach siebzig Jahren von dick aufgetragenem sowjetischen Hardcore-Patriotismus wirkt der neue putinistische Patriotismus zu lasch, anstrengend und wie aus zweiter Hand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russlands Krieg gegen die Ukraine verschlingt Menschen und Ressourcen, derweil feiert ein Filmgenre Erfolg: das M\u00e4rchen. 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