{"id":398635,"date":"2025-09-05T11:16:15","date_gmt":"2025-09-05T11:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398635\/"},"modified":"2025-09-05T11:16:15","modified_gmt":"2025-09-05T11:16:15","slug":"deutscher-oscar-anwaerter-in-die-sonne-schauen-nun-im-kino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398635\/","title":{"rendered":"Deutscher Oscar-Anw\u00e4rter &#8222;In die Sonne schauen&#8220; nun im Kino"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/indiesonneschauen-100.webp\" alt=\"Eine betagte Frau pult Pflaumen mit einem Kind - Szene aus &quot;In die Sonne schauen&quot;\" title=\"Frieda (Liane D\u00fcsterh\u00f6ft) und Alma (Hanna Heckt) sitzen im Wohnzimmer und pulen Pflaumen. | ZDF\/Fabian Gamper\/Studio Zentral\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 04.09.2025 14:39 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Mascha Schilinskis Film \u00fcber vier M\u00e4dchen, die zu unterschiedlichen Zeiten am selben Ort gelebt haben, hat beim Festival in Cannes den Preis der Jury gewonnen &#8211; und geht nun auch als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Lars Meyer, MDR<\/p>\n<p class=\"\">\nEin totes M\u00e4dchen mit strengen blonden Z\u00f6pfen und schwarzem Kleid sitzt auf einem Canape. Die Fotografie ist verschwommen. Ein Totenbild &#8211; wie aus dem Gruselfilm &#8222;The Others&#8220;. Doch f\u00fcr die M\u00e4dchen, die sich neugierig davor aufgestellt haben, geh\u00f6rt so etwas zum Alltag.<\/p>\n<blockquote><p>\n        &#8211; Wer ist das M\u00e4dchen?<br \/>&#8211; Das ist Alma. Sie sieht aus wie du. Vielleicht ist ja ihr Geist in dich \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>                Filmszene<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">\nDas fragende M\u00e4dchen sieht tats\u00e4chlich aus wie die Tote &#8211; wie ihre Schwestern auf Plattdeutsch behaupten -, und sie hei\u00dft auch so: Alma. Die Idee, dass auch sie sterben muss, l\u00e4sst die lebendige Alma von nun an nicht mehr los. Und der Tod ist immer da. Alma lebt zur Zeit des Ersten Weltkrieges auf einem Vierseitenhof in der Altmark, einer bis heute abgelegenen Region im n\u00f6rdlichen Sachsen-Anhalt. Sie erlebt alles um sich herum mit fiebriger Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"\">\n&#8222;In die Sonne schauen&#8220; erz\u00e4hlt aber auch von drei weiteren M\u00e4dchen, die ebenfalls an diesem Ort leben, jedoch nicht zur selben Zeit. Zum Beispiel Angelika, eine Teenagerin in den 80er-Jahren in der DDR. Ihr Onkel, der ihr das Schwimmen beibringt, wirft ihr begehrliche Blicke zu. Ihr Cousin tut es ebenso. Angelika f\u00fchlt sich in die Enge getrieben, w\u00e4hrend sie zugleich ihr eigenes sexuelles Erwachen erlebt.<\/p>\n<p>    Assoziative Erz\u00e4hlweise voller Erinnerungen und Stimmen<\/p>\n<p class=\"\">\nInspiriert wurde der Film durch eine Fotografie von vor 100 Jahren, erz\u00e4hlt Regisseurin Mascha Schilinski. Sie und ihre Co-Autorin Louise Peter fanden das Bild von drei Frauen an ihrem sp\u00e4teren Drehort: &#8222;Die stehen mitten auf diesem Hof, umringt von H\u00fchnern, und gucken direkt in die Kamera. Das ist \u00fcberhaupt nicht inszeniert oder gestellt, sondern aus der Bewegung heraus. Dieser Blick von diesen drei Frauen, die auch im unterschiedlichen Alter waren, hat uns total ber\u00fchrt, weil es dieser Blick durch die vierte Dimension war und uns direkt angeblickt hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">\nDurch ihre Blicke stehen die Film-Protagonistinnen miteinander in Verbindung. Es ist, als ob sie durch die Zeit hindurchblicken. Erz\u00e4hlt wird nicht chronologisch, sondern momenthaft und assoziativ. Es ist ein Strom von Bildern, in dem auch Gedanken auftauchen, unterschiedliche Stimmen, Erinnerungsfragmente. Aus der subjektiven Wahrnehmung wird eine intersubjektive Erz\u00e4hlung. Und wie das montiert ist, hat eine berauschende Wirkung. Dabei ist es nicht nur das gro\u00dfe Thema der Verg\u00e4nglichkeit, das der Film auf so sinnliche wie unkonventionelle Weise abbildet.<strong> &#8222;<\/strong>Es geht in dem Film auch darum, welchen Blicken Frauen ein Jahrhundert lang unterworfen sind&#8220;, sagt Schilinski. &#8222;Und die Frauen in diesem Film blicken auch zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/schilinski-104.webp\" alt=\"Ein M\u00e4dchen schaut in die Sonne.\" title=\"Ein M\u00e4dchen schaut in die Sonne. | Studio Zentral\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Beim Filmfest Cannes kam Mascha Schilinskis Film mit einem L\u00fcbecker in einer Nebenrolle gut an &#8211; nun setzte er sich in der deutschen Vorauswahl durch. <\/p>\n<p>    Wie Vergangenheit das Heute beeinflusst<\/p>\n<p class=\"\">\nErfahrbar wird dabei auch, wie sich das Leben auf dem Hof innerhalb von hundert Jahren ver\u00e4ndert. Hier der strenge, geregelte Arbeitsalltag einer b\u00e4uerlichen Gro\u00dffamilie in der Alma-Geschichte, dort eine Berliner Boh\u00e8me-Familie, die den verlassenen Ort heute entdeckt, um sich eine Art Bullerb\u00fc daraus zu machen.<\/p>\n<p class=\"\">\nDoch die Ahnen sind auf ihre Weise pr\u00e4sent. Nicht als Gespenster. Doch ihre Erfahrungen und Traumata haben sich dem Ort eingepr\u00e4gt, steuern das Verhalten derer, die folgen &#8211; sogar \u00fcber Familienbanden hinaus. Von einem Schmetterlingseffekt spricht Mascha Schilinski, wo ein Fl\u00fcgelschlag reicht, um eine Kettenreaktion anzusto\u00dfen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/maschaschilinski-104.webp\" alt=\"Mascha Schilinski blickt zur Seite\" title=\"Mascha Schilinski blickt zur Seite | picture alliance\/dpa | Stefanie Rex\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mascha Schilinskis &#8222;In die Sonne schauen&#8220; geht ins Vorrennen f\u00fcr die Oscars. Dabei kam die Regisseurin eher zuf\u00e4llig zum Film.<\/p>\n<p class=\"\">\n&#8222;In die Sonne schauen&#8220; bildet eine kollektive, vielleicht auch metaphysische Erfahrung ab. Es ist der bemerkenswerte Versuch, das Kino von alten Erz\u00e4hlformen zu entstauben, zugunsten eines Erz\u00e4hlens, das mehr der Erinnerung und dem Traum \u00e4hnelt. Die Welt hinterl\u00e4sst ihren Abdruck auf der Netzhaut.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/indiesonneschauen-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/indiesonneschauen-100.webp\" alt=\"Eine betagte Frau pult Pflaumen mit einem Kind - Szene aus &quot;In die Sonne schauen&quot;\" title=\"Frieda (Liane D\u00fcsterh\u00f6ft) und Alma (Hanna Heckt) sitzen im Wohnzimmer und pulen Pflaumen. | ZDF\/Fabian Gamper\/Studio Zentral\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>        <\/a><\/p>\n<p>      In die Sonne schauen<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Drama<\/dd>\n<dt>Produktionsjahr:<\/dt>\n<dd>2025<\/dd>\n<dt>Produktionsland:<\/dt>\n<dd>Deutschland<\/dd>\n<dt>Zusatzinfo:<\/dt>\n<dd>mit Hanna Heckt,\u00a0Lena Urzendowsky,\u00a0Laeni Geiseler und anderen<\/dd>\n<dt>Regie:<\/dt>\n<dd>Mascha Schilinski<\/dd>\n<dt>L\u00e4nge:<\/dt>\n<dd>149 Minuten<\/dd>\n<dt>Altersempfehlung:<\/dt>\n<dd>ab 16 Jahren<\/dd>\n<dt>Kinostart:<\/dt>\n<dd>28. August 2025<\/dd>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.09.2025 14:39 Uhr Mascha Schilinskis Film \u00fcber vier M\u00e4dchen, die zu unterschiedlichen Zeiten am selben Ort gelebt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":395811,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[99652,1778,29,214,92,30,95,1229,1777,1803,5284,215],"class_list":{"0":"post-398635","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-in-die-sonne-schauen","9":"tag-cinema","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-film","13":"tag-germany","14":"tag-kino","15":"tag-kritik","16":"tag-movie","17":"tag-rezension","18":"tag-spielfilm","19":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115151410738103833","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=398635"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398635\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/395811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=398635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=398635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=398635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}