{"id":398841,"date":"2025-09-05T13:11:11","date_gmt":"2025-09-05T13:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398841\/"},"modified":"2025-09-05T13:11:11","modified_gmt":"2025-09-05T13:11:11","slug":"eu-report-warnt-vor-dominanz-globaler-player-im-europaeischen-medienmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/398841\/","title":{"rendered":"EU-Report warnt vor Dominanz globaler Player im europ\u00e4ischen Medienmarkt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Europ\u00e4ische Kommission hat auf den Filmfestspielen von Venedig die zweite Ausgabe ihres European Media Industry Outlook vorgestellt \u2013 und sie f\u00e4llt alarmierend aus. W\u00e4hrend die europ\u00e4ische Film- und TV-Branche nach der Pandemie ihre Produktionsleistung gesteigert hat, verliert sie im Wettbewerb mit globalen Technologieriesen weiter an Boden.<\/strong><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Henna-Virkkunen-scaled-e1745584934424-1024x577.jpg\" alt=\"Henna Virkkunen scaled e x\" class=\"wp-image-170031\"  \/>Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepr\u00e4sidentin der EU-Kommission f\u00fcr technologische Souver\u00e4nit\u00e4t, Sicherheit und Demokratie (Credit: IMAGO \/ ABACAPRESS)<\/p>\n<p>Laut <strong>European Media Industry Outlook<\/strong>, den die Europ\u00e4ische Kommission bei den <strong>Filmfestspielen von Venedig<\/strong> pr\u00e4sentierte, ist der europ\u00e4ische Medienmarkt \u2013 von Film \u00fcber Fernsehen bis Gaming und XR \u2013 \u201ekonzentriert auf eine Handvoll nicht-europ\u00e4ischer Akteure, insbesondere aus den USA und China\u201c. Plattformen wie <strong>YouTube<\/strong>, <strong>Netflix<\/strong> oder <strong>Disney+<\/strong> sichern sich dank globaler Reichweite den Gro\u00dfteil der Erl\u00f6se und bestimmen \u00fcber Algorithmen und Distribution zunehmend, welche Inhalte beim Publikum ankommen.<\/p>\n<p>Die Zahlen unterstreichen die Schieflage: In den Kinos der EU entfielen 2024 <strong>66 % der Ticketverk\u00e4ufe auf US-Filme<\/strong>, w\u00e4hrend europ\u00e4ische Werke lediglich 29 % erreichten. Auf Streaming-Plattformen betr\u00e4gt der Anteil europ\u00e4ischer Titel zwar 20 % der Kataloge, doch die tats\u00e4chliche Nutzung liegt bei mageren 16 %. Schockierend sind diese Zahlen jedoch nicht. Auch vor der Pandemie dominierte das US-Kino das europ\u00e4ische Boxoffice. Was laut Bericht bedenkenswert sei, ist die Entwicklung einer weiteren Zentrierung des Markts und der Wegfall eines Wettbewerbs innerhalb Europas.<\/p>\n<p>Gleichzeitig nimmt die Produktionsleistung zu: 2023 wurden <strong>1.779 Filme<\/strong> in der EU hergestellt, ein Plus von 3 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Der Produktionswert liegt inzwischen 16 % \u00fcber Vorkrisenniveau. Doch die Finanzierung bleibt stark abh\u00e4ngig von \u00f6ffentlicher F\u00f6rderung \u2013 <strong>26 % der Budgets stammen aus direkten Zusch\u00fcssen<\/strong>, <strong>weitere 21 % aus steuerlichen Anreizen<\/strong>.\u00a0<\/p>\n<p>Auf Unternehmensebene w\u00e4chst die Dominanz amerikanischer Konzerne weiter. <strong>Comcast, Disney, Netflix<\/strong> und <strong>Google<\/strong> vereinen bereits <strong>40 % der Ums\u00e4tze der Top-100-Unternehmen<\/strong> in Europa auf sich. Der Anteil europ\u00e4ischer Anbieter sank seit 2016 um acht Prozentpunkte auf 59 %. Die gr\u00f6\u00dften Player auf EU-Seite bleiben <strong>ARD, RTL Group<\/strong> und <strong>Canal+<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Bericht warnt, dass die Branche Gefahr l\u00e4uft, bei zentralen Technologien wie <strong>KI, Cloud-Services oder Blockchain-L\u00f6sungen<\/strong> dauerhaft von US- und China-Anbietern abh\u00e4ngig zu bleiben. Nur sieben Medienfirmen finden sich aktuell unter den 800 forschungsst\u00e4rksten Unternehmen weltweit.<\/p>\n<p>Positiv hebt die Studie die hohe Reputation europ\u00e4ischer Inhalte hervor \u2013 vom Qualit\u00e4tskino \u00fcber High-End-Serien bis hin zu Independent Games. Auch Besch\u00e4ftigung und Profitabilit\u00e4t haben sich insgesamt stabilisiert. Doch die Kommission sieht in der aktuellen Entwicklung \u201eRisiken f\u00fcr die wirtschaftliche Resilienz, die kreative Freiheit und die kulturelle Einflusskraft Europas\u201c.<\/p>\n<p>Die Empfehlungen fallen deutlich aus: st\u00e4rker auf Publikumsbed\u00fcrfnisse eingehen, in eigene Technologien investieren, IP-Marken konsequenter verwerten und den Aufbau europ\u00e4ischer Start-ups f\u00f6rdern. Mit dem geplanten <strong>AgoraEU-Programm<\/strong>, das Creative Europe Media abl\u00f6sen soll, will die EU die Weichen f\u00fcr diesen Kurs stellen. Insgesamt <strong>9 Milliarden Euro<\/strong> sind daf\u00fcr eingeplant.<\/p>\n<p><strong>Henna Virkkunen<\/strong>,\u00a0Exekutiv-Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Technologische Souver\u00e4nit\u00e4t, Sicherheit und Demokratie, ist daher trotz der Umwucht im Markt optimistisch gestimmt:\u00a0\u201eDie 2025er Ausgabe des European Media Outlook zeigt deutlich: Die europ\u00e4ische Medienbranche verf\u00fcgt \u00fcber ein starkes Fundament \u2013 von hochwertigen Filmen und Videospielen bis hin zu vertrauensw\u00fcrdigen Nachrichtenmedien. Die Pr\u00e4senz europ\u00e4ischer Inhalte bei der diesj\u00e4hrigen Biennale di Venezia unterstreicht diese Exzellenz. Mit mehr Investitionen, dem Einsatz f\u00fchrender Technologien und publikumsnahen Strategien k\u00f6nnen wir die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Unabh\u00e4ngigkeit des Sektors entscheidend st\u00e4rken. So sichern wir die einzigartige Rolle der Medien f\u00fcr Demokratie, kulturelle Vielfalt und Europas Position im internationalen Wettbewerb.\u201c<\/p>\n<p>Den ganzen Bericht finden Sie <a href=\"https:\/\/creative-europe-desk.de\/files\/inline-files\/2025_the_european_media_industry_outlook.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Europ\u00e4ische Kommission hat auf den Filmfestspielen von Venedig die zweite Ausgabe ihres European Media Industry Outlook vorgestellt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":398842,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,106507,3935,78834,13,14,15,12,13239],"class_list":{"0":"post-398841","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-media-industry-outlook","15":"tag-european-union","16":"tag-hauptpromo-sub-2","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-venedig"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115151862906935253","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=398841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/398841\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/398842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=398841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=398841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=398841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}