{"id":39889,"date":"2025-04-17T20:01:30","date_gmt":"2025-04-17T20:01:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39889\/"},"modified":"2025-04-17T20:01:30","modified_gmt":"2025-04-17T20:01:30","slug":"koloss-kalmar-zum-ersten-mal-lebendig-gefilmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39889\/","title":{"rendered":"Koloss-Kalmar zum ersten Mal lebendig gefilmt"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspAMgv tspAMgw\">Ein Jahrhundert nach seiner wissenschaftlichen Beschreibung ist es Forschenden erstmals gelungen, einen Koloss-Kalmar (Mesonychoteuthis hamiltoni) lebend in seiner nat\u00fcrlichen Umgebung zu filmen. Das spektakul\u00e4re Video zeigt ein rund 30 Zentimeter langes Jungtier in 600 Metern Tiefe nahe der S\u00fcdlichen Sandwichinseln im S\u00fcdatlantik \u2013 ein Meilenstein in der Tiefseeforschung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13550029___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBZmc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Der Koloss-Kalmar geh\u00f6rt zur Familie der Glas-Kalmare (Cranchiidae) und gilt als das schwerste wirbellose Tier der Erde. Erwachsene Exemplare k\u00f6nnen bis zu sieben Meter lang werden und ein Gewicht von 500 Kilogramm erreichen. Dennoch war \u00fcber das Leben dieser gigantischen Kopff\u00fc\u00dfer bislang kaum etwas bekannt \u2013 die meisten Erkenntnisse stammten aus Mageninhalten von Pottwalen oder aus den Resten gefangener Fische.<\/p>\n<blockquote class=\"tspA0iq\">\n<p>Hier leben Tiere, die prachtvoller und seltsamer sind als alles, was wir uns in der Science-Fiction vorstellen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspA0ir\"><strong>Kat Bolstad<\/strong>, Tiefsee-Expertin und au\u00dferordentliche Professorin an der Auckland University of Technology<\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Das nun ver\u00f6ffentlichte Video wurde Anfang M\u00e4rz von einem internationalen Team an Bord des Forschungsschiffs R\/V Falkor (too) aufgenommen, betrieben vom Schmidt Ocean Institute. Mit dem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) SuBastian konnten die Forschenden das Jungtier in seinem Lebensraum dokumentieren. Die Sichtung fand im Rahmen einer Ocean-Census-Expedition statt \u2013 einem internationalen Projekt zur Entdeckung neuer Meereslebewesen.&#13;<\/p>\n<p> Kein \u201eMonster der Tiefe\u201c&#13; <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">\u201eEs ist aufregend, die ersten Aufnahmen eines jungen Koloss-Kalmars in situ zu sehen \u2013 und es macht einen ehrf\u00fcrchtig, sich vorzustellen, dass diese Tiere keine Ahnung von der Existenz der Menschen haben\u201c, sagte Kat Bolstad, Tiefsee-Expertin und au\u00dferordentliche Professorin an der Auckland University of Technology, die zur Verifizierung der Aufnahmen hinzugezogen wurde. \u201eSeit 100 Jahren begegnen wir ihnen haupts\u00e4chlich als Beutereste in Walm\u00e4gen oder als R\u00e4uber von Antarktisdorschen.\u201c&#13;<\/p>\n<p class=\"tspRcy\">Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p> An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgew\u00e4hlten, externen Inhalt, der den Artikel f\u00fcr Sie mit zus\u00e4tzlichen Informationen anreichert. 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Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Die Aufnahmen des Jungtiers zeigen ein beinahe durchsichtiges Wesen mit irisierenden Augen und eleganten, f\u00e4cherf\u00f6rmig ausgestreckten Armen \u2013 ein Bild, das so gar nicht zu den \u00fcblichen Darstellungen des Koloss-Kalmars als \u201eMonster der Tiefe\u201c passt. \u201eDieser Koloss-Kalmar sieht eher aus wie eine filigrane Glasskulptur\u201c, schrieb Bolstad in einem begleitenden Aufsatz zu dem Fund. <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Mit zunehmendem Alter verlieren die Tiere vermutlich ihr transparentes Aussehen und werden innerhalb der Glas-Kalmar-Familie zur Ausnahmeerscheinung. So filigran der gefilmte Koloss-Kalmar aussieht, in voller Gr\u00f6\u00dfe sei er dann ein durchaus \u201ebeeindruckender J\u00e4ger\u201c, wie die Expertin best\u00e4tigte \u2013 mit kr\u00e4ftigen Armen und scharfen Haken, mit denen er sogar zwei Meter lange Antarktisdorsche bezwingen k\u00f6nne.&#13;<\/p>\n<p> Im Livestream zum Entdecker werden&#13; <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Anhand dieser charakteristischen Haken in der Mitte der acht kurzen Arme konnten die Forschenden dann auch eindeutig best\u00e4tigen, dass es sich bei dem Tier im Video um einen Koloss-Kalmar handelt. Denn diese Haken unterscheiden ihn deutlich von anderen Arten der Familie, etwa dem Galiteuthis glacialis, der ebenfalls erstmals lebend beobachtet wurde \u2013 nur wenige Wochen vor der Sichtung des Koloss-Kalmars. Das Tier war Ende Januar von einem anderen Team des Schmidt Ocean Institute in der Bellingshausen-See nahe der Antarktis in seinem nat\u00fcrlichen Lebensraum gefilmt worden. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/galiteuthis-glacialis.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13550167\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBBjz\"\/> Galiteuthis Glacialis wurde ebenfalls erstmals beobachtet. <\/p>\n<p class=\"tspAQhg\"> \u00a9 SCHMIDT OCEAN INSTITUTE <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Die Sichtung erfolgte w\u00e4hrend einer Expedition, die den Meeresboden nach dem Kalben eines gigantischen Eisbergs vom George-VI-Schelfeis untersuchte. Auch hier waren es hochaufl\u00f6sende ROV-Aufnahmen, die die Identifizierung der Art erm\u00f6glichten. Dank moderner Technik gelingt es Forschenden inzwischen immer h\u00e4ufiger, Tiefseebewohner lebend zu beobachten. \u00d6ffentlich zug\u00e4ngliche Livestreams erm\u00f6glichen es inzwischen selbst Laien mit Internetzugang, die Entdeckung solcher Meeresbewohner in Echtzeit mitzuerleben.&#13;<\/p>\n<p> Hunderttausende unentdeckte Arten <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">\u201eDie erste Sichtung zweier unterschiedlicher Kalmare bei aufeinanderfolgenden Expeditionen ist bemerkenswert \u2013 und zeigt, wie wenig wir \u00fcber die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Bewohner des S\u00fcdlichen Ozeans wissen\u201c, sagte Jyotika Virmani, Direktorin des Schmidt Ocean Institute. Die Videoqualit\u00e4t sei hoch genug gewesen, um Expertinnen wie Bolstad, die nicht an Bord war, eine zuverl\u00e4ssige Bestimmung zu erm\u00f6glichen.&#13;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/remotely-operated-vehicle.jpeg\"   alt=\"\" aria-labelledby=\"caption-13550170\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBBjz\"\/> Mit dem OV SuBastian wurden bis jetzt mindestens vier Tiefsee-Kalmararten gesichtet. <\/p>\n<p class=\"tspAQhg\"> \u00a9 Alex Ingle\/Schmidt Ocean Institut <\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Das ROV SuBastian hat mittlerweile die ersten best\u00e4tigten Videoaufnahmen von mindestens vier Tiefsee-Kalmararten gemacht \u2013 darunter auch Spirula spirula im Jahr 2020 und Promachoteuthis im Jahr 2024. Eine weitere m\u00f6gliche Erstsichtung steht derzeit noch zur Best\u00e4tigung aus.<\/p>\n<p> Mehr zum Thema Tiefsee <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/124-lichtjahre-von-der-erde-enfernt-astronomen-entdecken-hinweise-auf-ausserirdisches-leben-13556944.html?icid=topic-list_13550029___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBZmc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">124 Lichtjahre von der Erde enfernt Astronomen entdecken Hinweise auf au\u00dferirdisches Leben <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/bluhendes-okosystem-im-pazifik-casper-krake-und-seekrote-funde-im-tiefsee-gebirge-12283490.html?icid=topic-list_13550029___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBZmc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fliegende Spaghetti-Monster und Gespenster-Krake Tiefsee-Oase mit neuen Arten entdeckt <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/elf-neue-seltsame-meerestiere-abgelichtet-in-letzter-minute-12154250.html?icid=topic-list_13550029___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspBZmc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elf neue, seltsame Meerestiere Abgelichtet in letzter Minute <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAMgv\">Bolstad erinnerte in ihrer wissenschaftlichen Abhandlung auch an die immense Bedeutung der Tiefsee. Sie beherberge Hunderttausende unentdeckter Arten, sei \u201ewahrscheinlich der Ursprungsort allen Lebens auf der Erde\u201c und mache 95 Prozent des verf\u00fcgbaren Lebensraums unseres Planeten aus, so die Forscherin. \u201eHier leben Tiere, die prachtvoller und seltsamer sind als alles, was wir uns in der Science Fiction vorstellen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Jahrhundert nach seiner wissenschaftlichen Beschreibung ist es Forschenden erstmals gelungen, einen Koloss-Kalmar (Mesonychoteuthis hamiltoni) lebend in seiner&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":39890,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,12,2631,10,8,9,11,383,103,104],"class_list":{"0":"post-39889","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-tier","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews","17":"tag-umwelt","18":"tag-welt","19":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114355089153990364","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39889\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}