{"id":39930,"date":"2025-04-17T20:24:17","date_gmt":"2025-04-17T20:24:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39930\/"},"modified":"2025-04-17T20:24:17","modified_gmt":"2025-04-17T20:24:17","slug":"russland-und-die-taliban-von-terroristen-zu-partnern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39930\/","title":{"rendered":"Russland und die Taliban: Von Terroristen zu Partnern"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 17.04.2025 19:38 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Russlands Oberstes Gericht hat angeordnet, die Taliban von Moskaus Terrorliste zu streichen. Gespr\u00e4che zwischen beiden Seiten gibt es schon l\u00e4nger. Wo liegen die gemeinsamen Interessen?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Silke Diettrich, ARD Moskau\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits vergangenes Jahr im Mai sagte der russische Au\u00dfenminister Sergej Lawrow, man m\u00fcsse die Realit\u00e4ten in Afghanistan anerkennen: Die Taliban seien diejenigen, die die reale Macht h\u00e4tten. Afghanistan sei weder Russland noch seinen Verb\u00fcndeten gleichg\u00fcltig.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach den Terroranschl\u00e4gen vom 11. September 2001 und der darauffolgenden NATO-Operation in Afghanistan hatte auch Russland die Taliban als Terroristen eingestuft und sie im Februar 2003 verboten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Gegensatz zu vielen anderen L\u00e4ndern hatte Russland seine Botschaft in Kabul nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban im August 2021 aber nicht verlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den vergangenen Jahren h\u00e4tten sich die Kontakte zwischen Moskau und Kabul nun deutlich intensiviert, sagte der russische Botschafter Dmitri Schirnow gegen\u00fcber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti Anfang des Jahres: &#8222;Afghanistan ist f\u00fcr uns eine wichtige Richtung. Die Beziehungen entwickeln sich gut. Es gibt sp\u00fcrbar mehr Kontakte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Russland hat die diplomatischen Kontakte zu den Taliban nie abrei\u00dfen lassen.\n                    <\/p>\n<p>    Miteinander geredet wird schon l\u00e4nger<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTats\u00e4chlich besuchten Vertreter der afghanischen Machthaber Russland, Delegationen der Taliban waren zu Gast auf russischen Wirtschaftsforen &#8211; obwohl die Taliban als terroristisch eingestuft waren. Dabei habe es sich um Personen gehandelt, f\u00fcr die keine personenbezogenen internationalen Sanktionen gelten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch umgekehrt seien russische Minister f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, Industrie und Handel sowie Hochschul- und Bildungswesen nach Kabul gereist. Laut\u00a0 Botschafter Schirnow hat es auch Gespr\u00e4che zwischen den Au\u00dfenministern gegeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Taliban von der Terrorliste in Russland zu streichen, k\u00f6nnte ein Schritt dahin sein, die Herrschaft der Taliban in Afghanistan als Islamisches Emirat anzuerkennen. F\u00fcr die Taliban ist das extrem wichtig, weltweit hat bislang noch kein einziger Staat ihre Herrschaft als legitime Staatsmacht in Afghanistan offiziell anerkannt.<\/p>\n<p>    &#8222;Verb\u00fcndete im Kampf gegen den Terrorismus&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie russische Regierung k\u00f6nnte ein Interesse der Zusammenarbeit mit Kabul anstreben, um gegen Terroristen des &#8222;Islamischen Staats Provinz Khorasan&#8220; (ISPK) vorzugehen. Im M\u00e4rz 2024 hatte es in Moskau einen gro\u00dfen Anschlag in einer Konzerthalle gegeben &#8211; mehr als 140 Menschen waren dabei get\u00f6tet worden, der ISPK hatte sich dazu bekannt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch die Taliban k\u00e4mpfen in Afghanistan gegen die Terroristen des ISPK und betonen, dass sie K\u00e4mpfer, die Angriffe im Ausland planten, vertreiben w\u00fcrden. Russlands Botschafter Schirnow erkl\u00e4rte im Juli 2024, die Taliban seien &#8222;unsere Verb\u00fcndeten im Kampf gegen den Terrorismus&#8220;.<\/p>\n<p>    Beidseitige Wirtschaftsinteressen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAfghanistan k\u00f6nnte f\u00fcr Russland zu einem vielversprechenden Handels- und Logistikknotenpunkt werden. Nachdem die westlichen Truppen und diplomatischen Vertretungen das Land verlassen haben, k\u00f6nnte Russland wichtige \u00d6l- und Gaspipelines nutzen, die bis nach Pakistan, Indien und dar\u00fcber hinaus verlaufen k\u00f6nnten, schreibt die unabh\u00e4ngige russische Zeitung Nesawissimaja Gaseta.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo habe man sich vor einigen Tagen zum Beispiel auch \u00fcber den Beginn eines transafghanischen Eisenbahnprojekts verst\u00e4ndigt, das die russische Wirtschaft mit den Seeh\u00e4fen im Becken des Indischen Ozeans verbinden soll.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Taliban, die von vielen L\u00e4ndern noch isoliert werden, haben gro\u00dfes Interesse an jeglichen Wirtschaftsbeziehungen. Allerdings: Auch wenn die russischen wirtschaftlichen Beziehungen zu den Taliban nun mit der Streichung von der Terrorliste vereinfacht werden, eine Anerkennung ihrer Staatsmacht in Afghanistan geht damit noch nicht einher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.04.2025 19:38 Uhr Russlands Oberstes Gericht hat angeordnet, die Taliban von Moskaus Terrorliste zu streichen. Gespr\u00e4che zwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":39931,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[7451,331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12,15451],"class_list":{"0":"post-39930","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-afghanistan","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-russia","15":"tag-russian-federation","16":"tag-russische-foederation","17":"tag-russland","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-taliban"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114355179792809259","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39930\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}