{"id":39936,"date":"2025-04-17T20:27:13","date_gmt":"2025-04-17T20:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39936\/"},"modified":"2025-04-17T20:27:13","modified_gmt":"2025-04-17T20:27:13","slug":"uk-nur-biologische-frauen-zaehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/39936\/","title":{"rendered":"UK: Nur biologische Frauen z\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\"><strong>Mit seinem j\u00fcngsten Urteil hat das Oberste Gericht in London am Mittwoch klargestellt: Das Gleichstellungsgesetz von 2010 sch\u00fctzt ausschlie\u00dflich Menschen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht eingetragen wurde. Trans Frauen bleiben au\u00dfen vor \u2013 selbst dann, wenn sie ihre Geschlechtsidentit\u00e4t rechtlich haben anerkennen lassen.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnf Richter entschieden einstimmig, dass Begriffe wie \u201eFrau\u201c und \u201eGeschlecht\u201c im Gesetz ausschlie\u00dflich das biologische Geschlecht meinen. Geklagt hatte die umstrittene Gruppe\u00a0For Women Scotland, die sich gegen eine Gesetzesauslegung der schottischen Regierung gewehrt hatte. Diese hatte trans Frauen mit sogenanntem Gender Recognition Certificate (GRC) bislang als vollwertige Frauen im Sinne des Gleichstellungsgesetzes behandelt \u2013 mit Zugang zu Schutzr\u00e4umen wie Frauenh\u00e4usern oder spezifischen F\u00f6rderprogrammen.<\/p>\n<p>R\u00fcckschlag f\u00fcr trans Rechte<\/p>\n<p>Mit dem Urteil f\u00e4llt f\u00fcr viele trans Frauen ein zentraler rechtlicher Schutz weg. Seit 2004 konnten trans Personen in Gro\u00dfbritannien mit einem GRC ihr Geschlecht offiziell \u00e4ndern lassen. Rund 8.500 Menschen nutzten diese M\u00f6glichkeit bisher. Das Urteil stellt nun fest: F\u00fcr den rechtlichen Frauenschutz z\u00e4hlt nicht, wie jemand lebt oder anerkannt ist \u2013 sondern allein, welches Geschlecht bei der Geburt eingetragen wurde.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDas Urteil sendet eine gef\u00e4hrliche Botschaft\u201c, warnt die LGBTIQ*-Organisation\u00a0Stonewall. \u201eEs entzieht Transfrauen grundlegenden Schutz vor Diskriminierung und marginalisiert eine ohnehin verletzliche Gruppe noch weiter.\u201c<\/p>\n<p>&#13;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Symbolfall Isla B.<\/p>\n<p>Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht auch ein Fall, der medial hohe Wellen geschlagen hat: Die trans Frau Isla B. war wegen zweifacher Vergewaltigung verurteilt worden \u2013 Taten, die sie vor ihrer Transition begangen hatte. Die zun\u00e4chst in einem Frauengef\u00e4ngnis untergebrachte Frau wurde in ein M\u00e4nnergef\u00e4ngnis verlegt. F\u00fcr Gegner*innen transinklusiver Gesetzgebung war der Fall ein willkommenes Beispiel f\u00fcr die vermeintliche Gef\u00e4hrdung biologischer Frauen. Prominente Unterst\u00fctzung bekam\u00a0For Women Scotland\u00a0unter anderem von \u201eHarry Potter\u201c-Autorin J.K. Rowling, die sich seit Jahren lautstark gegen eine rechtliche Gleichstellung von trans Frauen positioniert.<\/p>\n<p>Was jetzt?<\/p>\n<p>Klar ist: Transfrauen werden nach dem Urteil weniger rechtlichen Schutz in frauenspezifischen Kontexten genie\u00dfen \u2013 sei es im Gesundheitssystem, im Strafvollzug oder in gesch\u00fctzten sozialen R\u00e4umen. Einrichtungen wie Frauenh\u00e4user oder Sportvereine k\u00f6nnten nun gezielt ausschlie\u00dfen, ohne rechtliche Konsequenzen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00e4llt in eine Zeit politischer Richtungswechsel. W\u00e4hrend die Labour-Regierung in London eine Reform plant, um den Geschlechtswechsel zu erleichtern, hatte die konservative Vorg\u00e4ngerregierung ein entsprechendes Gesetz in Schottland blockiert. Nicola Sturgeon, damalige First Ministerin Schottlands, trat 2023 auch aufgrund des Drucks rund um die Transgender-Politik zur\u00fcck. Das Urteil stellt nun eine neue, rechtliche H\u00fcrde f\u00fcr jegliche Reformversuche dar. Quelle: AFP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit seinem j\u00fcngsten Urteil hat das Oberste Gericht in London am Mittwoch klargestellt: Das Gleichstellungsgesetz von 2010 sch\u00fctzt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":39937,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,20574,20579,20578,13,4036,2183,14,15,7014,12,20580,20577,20575,20576,3992,3993,3994,20581,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-39936","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-england-uk","11":"tag-flinta","12":"tag-frauen-emanzipation-feminismus","13":"tag-headlines","14":"tag-london","15":"tag-mord","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-redaktion","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-sichtbarkeit","21":"tag-trans-exkludierender-radikaler-feminismus-terf","22":"tag-transgeschlechtlichkeit-trans","23":"tag-transphobie-transmisogynie","24":"tag-uk","25":"tag-united-kingdom","26":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","27":"tag-urteil-justiz-gerichte","28":"tag-vereinigtes-koenigreich","29":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","30":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39936\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}