{"id":399477,"date":"2025-09-05T18:49:13","date_gmt":"2025-09-05T18:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399477\/"},"modified":"2025-09-05T18:49:13","modified_gmt":"2025-09-05T18:49:13","slug":"die-japanische-schriftstellerin-yoko-tawada-erhaelt-den-nelly-sachs-preis-der-stadt-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399477\/","title":{"rendered":"Die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada erh\u00e4lt den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/yoko-tawada.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-345321 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/yoko-tawada.jpg\" alt=\"Yoko Tawada\" width=\"999\" height=\"666\"  \/><\/a>Der Nelly-Sachs-Preis geht in diesem Jahr an die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada. Foto: Bernd S\u00e4mmer<\/p>\n<p>Die Stadt Dortmund verleiht den diesj\u00e4hrigen Nelly-Sachs-Preis an die Schriftstellerin Yoko Tawada. Mit dem Preis werden literarische Pers\u00f6nlichkeiten ausgezeichnet, die zur Verst\u00e4ndigung zwischen Kulturen beitragen. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis w\u00fcrdigt Tawadas besonderen Umgang mit Sprache und ihren Beitrag zur internationalen Gegenwartsliteratur. Die Preisverleihung findet am 14. Dezember 2025 im Rathaus Dortmund statt.<\/p>\n<p>Preisvergabe w\u00fcrdigt literarische Vielsprachigkeit und Themenvielfalt<\/p>\n<p>Traditionell wird der Preis in Anlehnung an den Geburtstag von Nelly Sachs (geboren am 10. Dezember 1891) verliehen \u2013 in diesem Jahr am 14. Dezember, mit einem Festakt um 11 Uhr im Rathaus Dortmund.<\/p>\n<p>Yoko Tawada hat sich \u00fcber die Nachricht sehr gefreut und angek\u00fcndigt, zur Verleihung nach Dortmund zu kommen. Jurymitglied Jona Elisa Kr\u00fctzfeld, Verlegerin und Publizistin, wird die Laudatio halten.<\/p>\n<p>Yoko Tawada wurde 1960 in Tokyo geboren, als Tochter eines Buchh\u00e4ndlers. Sie studierte dort zun\u00e4chst Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt russische Literatur. Von 1982 an studierte sie Neuere Deutsche Literaturwissenschaften an der Universit\u00e4t Hamburg. Heute lebt sie in Berlin. In ihren Arbeiten besch\u00e4ftigt sie sich mit wichtigen gesellschaftlichen Fragen und Problemen auf besondere Weise.<\/p>\n<p>Jury \u00fcberzeugt von Tawadas spielerischem Umgang mit Sprache<\/p>\n<p>Yoko Tawada schreibt Essays, Gedichte, Dramen, Romane und andere Prosatexte \u2013 sowohl in ihrer Muttersprache Japanisch als auch auf Deutsch. Dabei macht sie die Sprache h\u00e4ufig zum Thema, etwa in ihrem Gedichtband \u201eAbenteuer der deutschen Grammatik\u201c oder in ihren Essays unter dem Titel \u201eakzentfrei\u201c.<\/p>\n<p>Das war auch f\u00fcr die Jury ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung: \u201eTawadas Texte sind spielerisch. In immer wieder anderer Weise und mit gro\u00dfer Lust am Experimentieren erkundet sie Zwischenr\u00e4ume. In ihrer surrealen Poetologie demontiert sie Sprache und Wahrnehmung in einzigartiger Weise. Dabei sind Humor und Ernst, Dokument und Fantasie oft nicht zu unterscheiden\u201c.<\/p>\n<p>In der Jurybegr\u00fcndung hei\u00dft es weiter: \u201eDurch eine einfache, verst\u00e4ndliche Sprache wirken Yoko Tawadas Texte auf den ersten Blick harmlos. Doch widmen sie sich komplexen und existenziellen Themen: Umweltkatastrophen, Machtstrukturen, der Hybris der menschlichen Spezies, Geschlechterfragen, Themen des Unbewussten und der Transformation. Eine gro\u00dfe Freiheit liegt in ihrem ironischen Umgang mit Autorit\u00e4ten und Konventionen.\u201c<\/p>\n<p>International ausgezeichnete Literatur f\u00fcr das 21. Jahrhundert<\/p>\n<p>Die Jury w\u00fcrdigt Tawada als eine Ikone der Gegenwartsliteratur: \u201eWie kaum eine andere Literat:in arbeitet Tawada an einer Zwischensprache, die offen und ohne Ort ist. Sie gibt damit jenen vielen Menschen, die suchen und sich dabei immer wieder neu fremd f\u00fchlen, einen Ort. Dies macht Yoko Tawadas Literatur universell f\u00fcr unser 21. Jahrhundert.\u201c<\/p>\n<p>Ihre ersten literarischen Ver\u00f6ffentlichungen erschienen 1985 und 1986 (in Konkursbuch 16\/17: Japan-Lesebuch). Kurz danach ver\u00f6ffentlichte sie ihr Deb\u00fct \u201eNur da wo du bist da ist nichts\u201c. Ihr erstes Buch in Japan kam 1992 heraus (\u201eSanninkankai\u201c). Ihre B\u00fccher sind in viele Sprachen der Welt \u00fcbersetzt. Im Oktober erscheint ihr neuer Roman\u00a0\u201eEine Aff\u00e4re ohne Menschen\u201c.<\/p>\n<p>Sie hat viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem die Goethe-Medaille, den Akutagawa-Literaturpreis, den Kleist-Preis und die Carl-Zuckmayer-Medaille.<\/p>\n<p>Der Nelly-Sachs-Preis: Br\u00fccken bauen durch Literatur<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nordstadtblogger.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/nsb-091_nellysachs_1961.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-296564\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/nsb-091_nellysachs_1961-300x436.jpg\" alt=\"Die j\u00fcdische Exilschriftstellerin Nelly Sachs und Walter A. Berendsohn.\" width=\"300\" height=\"436\"  \/><\/a>Die j\u00fcdische Exilschriftstellerin Nelly Sachs und Walter A. Berendsohn. : Stadtarchiv Dortmund Best. 502\/Slg. Nelly Sachs-Archiv<\/p>\n<p>Der nach Nelly Sachs benannte Literaturpreis wird alle zwei Jahre durch die Stadt Dortmund verliehen. Die Preistr\u00e4ger:innen stehen f\u00fcr Toleranz, Respekt und Vers\u00f6hnung und leben diese Werte in einer globalisierten Gesellschaft, in der sie sich f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben einsetzen.<\/p>\n<p>Erste Preistr\u00e4gerin war 1961 die Namensgeberin Nelly Sachs. Sp\u00e4ter ging der Preis u.a. an Nadine Gordimer (1985), Milan Kundera (1987), Javier Marias (1997), Christa Wolf (1999), Per Olov Enquist (2003), Margaret Atwood (2009) und Marie N\u2019Diaye (2015). Letzter Preistr\u00e4ger war 2023 Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107.<\/p>\n<p>Zur Jury geh\u00f6ren unter Vorsitz von B\u00fcrgermeisterin Barbara Brunsing und Stadtdirektor sowie Kulturdezernent J\u00f6rg St\u00fcdemann folgende Fachpreisrichter:innen: Dr. J\u00f6rg Albrecht (Schriftsteller und Leiter des Center for Literature, Burg H\u00fclshoff), Jona Elisa Kr\u00fctzfeld (Verlegerin und Publizistin), Arnold Maxwill (Fritz-H\u00fcser-Institut) sowie Dr. Slata Roschal (Schriftstellerin und \u00dcbersetzerin). Erg\u00e4nzt wird die Jury durch die Sachpreisrichter Matthias Dudde, Dominik De Marco und Manfred Sauer (Ratsmitglieder).<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/de\/nordstadtblogger\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-110646\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/steady-mod.png\" alt=\"Unterst\u00fctze uns auf Steady\" width=\"300\"\/><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>                    <a href=\"#\" rel=\"nofollow\" onclick=\"window.print(); return false;\" title=\"Printer Friendly, PDF &amp; Email\"><br \/>\n                    <img decoding=\"async\" class=\"pf-button-img\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/printfriendly-pdf-email-button-md.png\" alt=\"Print Friendly, PDF &amp; Email\" style=\"width: 194px;height: 30px;\"\/><br \/>\n                    <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Nelly-Sachs-Preis geht in diesem Jahr an die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada. 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