{"id":399654,"date":"2025-09-05T20:25:15","date_gmt":"2025-09-05T20:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399654\/"},"modified":"2025-09-05T20:25:15","modified_gmt":"2025-09-05T20:25:15","slug":"hilfe-fuer-suchtkranke-obdachlose-warum-hamburg-jetzt-mit-einem-neuen-modell-gegen-die-drogenszene-ankaempft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399654\/","title":{"rendered":"Hilfe f\u00fcr suchtkranke Obdachlose: Warum Hamburg jetzt mit einem neuen Modell gegen die Drogenszene ank\u00e4mpft"},"content":{"rendered":"<p>Vom Versicherungsb\u00fcro zur Rettungsstation: Unweit der Hauptanlaufstelle f\u00fcr Drogens\u00fcchtige siedelt die Stadt 30 \u00dcbergangspl\u00e4tze f\u00fcr jene an, die aus der Szene aussteigen wollen. Im Winter er\u00f6ffnet dort zudem die bundesweit erste psychiatrische Ambulanz f\u00fcr Suchtkranke.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im f\u00fcnften Stock eines unscheinbaren B\u00fcrogeb\u00e4udes, durch dessen Fenster der Blick auf die Gleisanlagen des nahegelegenen Hauptbahnhofes f\u00e4llt, steht <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article244675382\/Hamburgs-Sozialsenatorin-Etwas-tun-damit-Menschen-Lust-haben-nach-Deutschland-zu-kommen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article244675382\/Hamburgs-Sozialsenatorin-Etwas-tun-damit-Menschen-Lust-haben-nach-Deutschland-zu-kommen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD)<\/a> und kommt in ihrer kurzen Rede auf jene Menschen zu sprechen, die hier ringsum seit Jahrzehnten das Bild der Nachbarschaft pr\u00e4gen. Die durch die Stra\u00dfen tigern, der Gang gehetzt, der Blick leer. Sie spricht von Suchtkranken, im Speziellen von jenen, die im Zuge ihres exzessiven Konsums oft alles, somit auch ihre Wohnung verloren haben. Diese Gruppe w\u00e4chst seit Jahren rasant. \u201eEs sind Menschen, von denen meist erst dann die Rede ist, wenn sie das Bild st\u00f6ren\u201c, f\u00fchrt Schlotzhauer weiter aus. Das Bild einer Stadt, deren Selbstverst\u00e4ndnis es ist, eigentlich alles recht gut im Griff zu haben. Es sind Menschen, die betteln, die auf Gehwegen und in Hauseing\u00e4ngen schlafen. Kein Innenhof, kein Garten, keine Freifl\u00e4che eines Kindergartens im Viertel ist von ihnen sicher bei der Suche nach einem R\u00fcckzugsort, um zu konsumieren. Ein Kindergarten in St. Georg entschied sich im vergangenen Jahr letztlich zu einer drastischen Ma\u00dfnahme und sicherte sein Gel\u00e4nde mit Nato-Stacheldraht. <\/p>\n<p>\u201eEs sind Menschen, bei denen die Hilfen, die es gibt, nicht ankommen\u201c, schlussfolgert Schlotzauer, \u201edas wollen wir \u00e4ndern.\u201c Und zwar in dem Eckgeb\u00e4ude, indem sie ihre Ansprache h\u00e4lt. In der Repsoldstra\u00dfe 27, unweit des Beratungs- und Gesundheitszentrums St. Georg des Tr\u00e4gers Jugendhilfe e. V., der ebenso das \u201eDrob Inn\u201c betreibt. Es ist die Hauptanlaufstelle der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/plus245165558\/Hauptbahnhof-und-St-Georg-Das-Drogen-Elend-von-Hamburg.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/plus245165558\/Hauptbahnhof-und-St-Georg-Das-Drogen-Elend-von-Hamburg.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drogenszene der Stadt<\/a>. Unweit von dort stehen ab Mitte des Monats 30 sogenannte \u00dcbergangspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung, in Erg\u00e4nzung zu den Schlafpl\u00e4tzen im benachbarten Projekt Nox, das 35 Pl\u00e4tze umfasst. Das Ziel des neuen Angebots ist es, Menschen so weit zu stabilisieren, dass sie weiterf\u00fchrende Hilfe annehmen k\u00f6nnen. Etwa zur medizinischen Rehabilitation, Unterst\u00fctzung beim Jobcenter oder bei der Wohnraumsuche. Aufgenommen werden ausschlie\u00dflich Personen, die zuvor im Nox stabilisiert wurden.<\/p>\n<p>Flankiert werden die \u00dcbergangspl\u00e4tze von weiteren niedrigschwelligen Hilfen, tagesstrukturierenden Angeboten sowie individueller Beratung. \u201eUnser Ziel ist es, Suchtkranke, die einigerma\u00dfen stabil sind und aus der Szene aussteigen wollen, m\u00f6glichst schnell aus dem Umfeld exzessiv Konsumierender wegzuf\u00fchren. Denn nur so stoppen wir die Abw\u00e4rtsspirale und nur so k\u00f6nnen diese Menschen wieder eine Perspektive f\u00fcr sich entwickeln\u201c, sagt Susanne Kirbach, fachliche Leiterin des Beratungs- und Gesundheitszentrums St. Georg. Dazu geh\u00f6ren im ersten Schritt, die Betroffenen dabei zu begleiten, eine Tagesstruktur zu entwickeln oder gesundheitlich auf die Beine zu kommen. \u201eViele sind in einem derart schlechten k\u00f6rperlichen Zustand, dass sie erst einmal gesunden m\u00fcssen von chronischen Erkrankungen oder Entz\u00fcndungen, die auf den Drogenkonsum zur\u00fcckgehen\u201c, wei\u00df Kirbach. Zudem sollen die G\u00e4ste lernen, Verantwortung zu \u00fcbernehmen. F\u00fcr das Sauberhalten des eigenen Schlafplatzes sowie der Gemeinschaftsr\u00e4ume, aber auch f\u00fcr erste Termine und Absprachen. Die Erfahrung aus dem Nox zeige, so Kirbach: \u201eRund ein Drittel der G\u00e4ste schafft es \u00fcber dieses Angebot, weitere Hilfen in Anspruch zu nehmen, die aus der Sucht herausf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Dabei ist die Lage des Geb\u00e4udes, in dem einst eine Versicherung ihren Sitz hatte, entscheidend. Es liegt in unmittelbarer N\u00e4he zur Hauptanlaufstelle der Drogenszene der Stadt, ist aber durch r\u00fcckseitig liegende Eing\u00e4nge auch \u00fcber das M\u00fcnzviertel zug\u00e4nglich, was eine r\u00e4umliche Abgrenzung erm\u00f6glicht. Seit Jahrzehnten leidet der Stadtteil St. Georg unter der immer <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article255419206\/Initiative-beklagt-hohe-Kriminalitaet-im-Stadtteil-St-Georg.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article255419206\/Initiative-beklagt-hohe-Kriminalitaet-im-Stadtteil-St-Georg.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">massiver ausstrahlenden Drogenszene<\/a>, die sich auch in die Wohnstra\u00dfen verlagert. Doch statt Entlastung an anderen Stellen in der Stadt zu schaffen, setzt man darauf, die Hilfen dort zu b\u00fcndeln, wo sich die Szene aufh\u00e4lt. \u201eWir tun das, weil es zeigt, dass die Hilfen dann ankommen\u201c, so Senatorin Schlotzhauer. Auf die Frage, ob man mit einem solchen Angebot einen zus\u00e4tzlichen Pull-Effekt erzeuge, entgegnet sie: \u201eDiese Menschen sind hier. Wir d\u00fcrfen sie, aber auch das Viertel nicht allein lassen.\u201c<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich bei dem Vorhaben um ein Modellprojekt, das bundesweit Ma\u00dfst\u00e4be setzt. Denn neben einer medizinischen Erstversorgung soll in der Repsoldstra\u00dfe in wenigen Monaten auch die Psychiatrische Schwerpunktambulanz er\u00f6ffnen. Sie wird vom Asklepios Klinikum in Ochsenzoll betrieben und ist Teil des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article255198990\/Landespsychiatrieplan-Hamburg-verbessert-Versorgung-fuer-psychisch-Schwerkranke.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article255198990\/Landespsychiatrieplan-Hamburg-verbessert-Versorgung-fuer-psychisch-Schwerkranke.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamburger Landespsychiatrieplans<\/a>, der die psychische Versorgung schwer kranker Menschen verbessern soll. Erg\u00e4nzt wird das Angebot durch aufsuchende Betreuung in Kooperation mit dem Projekt SAFE des UKE. \u201eEs ist der erste Ansatz dieser Art \u00fcberhaupt und wir sind sehr gespannt darauf zu sehen, welche Effekte man durch diese enge Verzahnung erzielen kann\u201c, so Susanne Kirbach von Jugendhilfe e.V. Die Not sei gro\u00df. \u201eBislang gibt es keinerlei Anlaufstellen dieser Art f\u00fcr Suchtkranke. Und das, obwohl der Anteil an Drogenabh\u00e4ngigen, die auch an psychischen Erkrankungen leiden, seit Jahrzehnten massiv ansteigt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom Versicherungsb\u00fcro zur Rettungsstation: Unweit der Hauptanlaufstelle f\u00fcr Drogens\u00fcchtige siedelt die Stadt 30 \u00dcbergangspl\u00e4tze f\u00fcr jene an, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":399655,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,106611,30,692,79770,61099,105918,106612,3491,5266,52206,10307,106610,106613],"class_list":{"0":"post-399654","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-drogenszene-ks","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-hamburg-mitte","13":"tag-hauptbahnhof-ks","14":"tag-hauptbahnhoefe-ks","15":"tag-kalter-entzug-ks","16":"tag-kita","17":"tag-obdachlose","18":"tag-psychische-erkrankungen-ks","19":"tag-st-georg","20":"tag-stacheldraht-ks","21":"tag-suchtkranke-ks"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115153569438485819","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=399654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399654\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/399655"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=399654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=399654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=399654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}