{"id":399816,"date":"2025-09-05T21:53:15","date_gmt":"2025-09-05T21:53:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399816\/"},"modified":"2025-09-05T21:53:15","modified_gmt":"2025-09-05T21:53:15","slug":"plattenbau-ein-stueck-der-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399816\/","title":{"rendered":"Plattenbau: Ein St\u00fcck der Identit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/38\/plattenbau-ostdeutschland-ddr-architektur-kulturszene\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/38\/plattenbau-ostdeutschland-ddr-architektur-kulturszene\" data-ct-label=\"1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 1Geil auf Beton<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 2Ein St\u00fcck der Identit\u00e4t<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>                            Fassadenlandschaften in Schwedt\/Oder            \u00a9\u00a0Martin Maleschka<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Es gab in der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ddr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DDR<\/a> den Witz, dass ein Elektriker aus R\u00fcgen in Wohnungen im Erzgebirge mit verbundenen Augen die Steckdosen finden w\u00fcrde. Die Standardisierung der Ost-Platte mit Modellen wie der WBS 70 ist eines ihrer Kernmerkmale. Der K\u00fcnstler Christian Thoelke beschreibt es so: &#8222;Durch die Standardisierung vieler DDR-Bauten sind sie mit Identit\u00e4t aufgeladene Motive. In ganz Ostdeutschland bekannt und mit Erinnerungen verkn\u00fcpft.&#8220; In seinen gro\u00dfformatigen, auch im Minsk zu sehenden Gem\u00e4lden zeigt er verlassene DDR-Geb\u00e4ude. Im Bild Kaufhalle von 2020 sind die Fenster mit Pressspanplatten vernagelt, im Vordergrund streunt ein Fuchs umher. Spricht Thoelke \u00fcber aufgegebene Bauten der Ostmoderne, nennt er sie &#8222;Tempelanlagen einer untergegangenen Zivilisation&#8220;. Einer Zivilisation, die nur knapp eine Generation zur\u00fcckliegt. &#8222;Und damit sind sie Symbole einer dysfunktionalen Gesellschaft, Erinnerungen an einen zerst\u00f6rerischen Prozess.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Thoelke bemerkt in letzter Zeit ein wachsendes Interesse an Kunst zur Ostmoderne, auch aus dem Westen. &#8222;Apokalyptisch gesprochen, war der Osten in den 1990er-Jahren Avantgarde. Es war kein Strukturwandel, sondern Strukturabbruch \u2013 der in abgeschw\u00e4chter Form auch anderen Teilen Deutschlands bevorstehen k\u00f6nnte. Verlassene Kaufhallen und Wohngeb\u00e4ude sind so eine Art Kristallkugel f\u00fcr den Westen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dass die DDR-Architektur nicht nur ein Symbol des Leerstands und Vergessenwerdens sein soll, daf\u00fcr setzt sich das Institut f\u00fcr Ostmoderne ein, die Organisation hinter dem Betonfestival Fritz\u00a051 in Chemnitz. Anl\u00e4sslich des Festivals erscheint ein Buch, in dem unter anderem an das Kultgeb\u00e4ck &#8222;Chemnitzer Platte&#8220; erinnert wird \u2013 ein Regionalgeb\u00e4ck mit verschollenem Rezept. Nur alte Fotos legen nahe, dass sich der M\u00fcrbeteig-Keks in grauer Betonoptik gro\u00dfer Beliebtheit erfreute.\n<\/p>\n<p>                            Geometrische Mosaik-Ornamente in Halle-Neustadt            \u00a9\u00a0Martin Maleschka<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Tats\u00e4chlich gab es das Geb\u00e4ck Chemnitzer Platte nie. Die Kunstaktion l\u00e4sst sich als ironisches Statement zur fehlenden Diskurs- und Erinnerungskultur zum Thema Platte lesen. &#8222;Zu lange gab es den Trend der Unsichtbarmachung der ostdeutschen Baugeschichte, hier in Chemnitz sahen wir es zuletzt beim geplanten Abriss des leer stehenden Schauspielhauses&#8220;, sagt Sophia Pietryga, die Kuratorin der Ausstellung Sicht Beton. &#8222;Wir m\u00f6chten den Plattenbauten, der DDR-Architektur, der Ostmoderne die Plattform f\u00fcr einen unvoreingenommenen Diskurs geben \u2013 ohne dabei zu romantisieren oder zu verkl\u00e4ren.&#8220; Denn einige Ziele des sozialistischen Wohnungsbaus, wie die soziale Durchmischung innerhalb des Hauses, stellen f\u00fcr Pietryga auch heute noch ein &#8222;hehres Ziel&#8220; dar. &#8222;Die urbanistische Forschung pl\u00e4diert nicht ohne Grund seit 100 Jahren f\u00fcr sozialen Wohnungsbau.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch Kurator Kito Nedo sieht einen Grund f\u00fcr das Interesse an dem Thema in der Wohnungsfrage. &#8222;Ich glaube, dass die Suche nach g\u00fcnstigem und gutem Wohnraum f\u00fcr viele Menschen eines der pr\u00e4genden Themen unserer heutigen Gesellschaft ist. Da wagen viele den Blick in die Vergangenheit und sto\u00dfen dabei auf das Konzept des ostdeutschen Wohnkomplexes.&#8220;\n<\/p>\n<p>Z+<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-09\/schwarzarbeit-lars-klingbeil-baerbel-bas-steuern-wahlkampf\" data-ct-label=\"Schwarzarbeit: Ein bisschen grellgelber Populismus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Schwarzarbeit:<br \/>\n                        Ein bisschen grellgelber Populismus<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2025-09\/the-paper-serie-domhnall-gleeson-kritik\" data-ct-label=\"&quot;The Paper&quot;: Im Arbeitsplatz gefangen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    &#8222;The Paper&#8220;:<br \/>\n                        Im Arbeitsplatz gefangen<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2025-09\/us-architektur-donald-trump-design-dekret-schoenheit\" data-ct-label=\"US-Architektur: Die \u00c4sthetik der Autokratie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    US-Architektur:<br \/>\n                        Die \u00c4sthetik der Autokratie<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Am Ende der Ausstellung im Minsk gibt es eine Art Loggia, von der sich ein Blick \u00fcber das Stadtbild Potsdams bietet. Man sieht die Nikolaikirche und das ehemalige Interhotel, erahnt den Schlosspark Sanssouci und die sozialistischen Plattenbauten aus der DDR. Und wer dort steht, nach der Ausstellung, k\u00f6nnte auf den Gedanken kommen: Es geh\u00f6rt eben alles zu unserer Geschichte, und alles geh\u00f6rt deshalb auch diskutiert. Zwar ist nicht immer dort, wo man wohnt, gleichzeitig die Heimat. Doch es ist immer ein St\u00fcck der Identit\u00e4t. Egal ob Plattenbau oder Sanssouci.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Geil auf Beton Seite 2Ein St\u00fcck der Identit\u00e4t Fassadenlandschaften in Schwedt\/Oder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":399817,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[2250,1793,2076,2770,129,29,2386,214,30,80,1794,58939,7610,215],"class_list":{"0":"post-399816","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-architektur","9":"tag-art-and-design","10":"tag-ausstellung","11":"tag-chemnitz","12":"tag-ddr","13":"tag-deutschland","14":"tag-dresden","15":"tag-entertainment","16":"tag-germany","17":"tag-kultur","18":"tag-kunst-und-design","19":"tag-plattenbau","20":"tag-potsdam","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115153915375395474","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=399816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399816\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/399817"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=399816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=399816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=399816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}