{"id":399818,"date":"2025-09-05T21:54:25","date_gmt":"2025-09-05T21:54:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399818\/"},"modified":"2025-09-05T21:54:25","modified_gmt":"2025-09-05T21:54:25","slug":"nebenbei-hoerbuecher-hoeren-ein-pro-und-contra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/399818\/","title":{"rendered":"Nebenbei H\u00f6rb\u00fccher h\u00f6ren? Ein Pro und Contra"},"content":{"rendered":"<p>            Pro: Nebenbei ein H\u00f6rbuch, das verbindet das Angenehme mit dem N\u00fctzlichen <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es gibt mechanische T\u00e4tigkeiten im Leben, die f\u00fcllen uns nicht ganz, vielleicht nicht einmal zur H\u00e4lfte aus: Betten beziehen zum Beispiel oder den Boden wischen oder langsam im Dunkeln durch den Wald zu joggen. Und was macht man da: Sich zwingen. Die Betten m\u00fcssen bezogen werden, der Boden muss gewischt werden \u2013 und ein bisschen laufen schadet auch nicht. Aber man muss sich nicht mit Absicht langweilen, wenn es M\u00f6glichkeiten gibt, das Angenehme mit dem N\u00fctzlichen zu verbinden: mit einem H\u00f6rbuch auf den Ohren.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Schon f\u00e4llt einem alles leichter, findet man endlich die Zeit, auch mal in die zehn Gereon-Rath-Krimis von <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/kultur\/volker-kutscher-beendet-gereon-rath-reihe-mit-dunklem-finale-103568431\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Volker Kutscher<\/a> einzutauchen. Die H\u00e4nde schaffen das mit dem Bett und dem Boden auch, wenn der Kopf wo anders ist. Zu so viel Multitasking ist sogar Mann in der Lage. Und bitte: Wenn sich irgendein Laufpurist aufmanteln sollte, weil man jetzt zwei Kn\u00f6pfe im Ohr tr\u00e4gt und sich Geschichten erz\u00e4hlen l\u00e4sst, w\u00e4hrend man durch den Wald trabt: Nicht kirre machen lassen. Eine bessere T\u00e4tigkeit zum H\u00f6rbuch-H\u00f6ren gibt es kaum. Das Laufen h\u00e4lt wach, so lange der Untergrund nicht anspruchsvoll ist, muss man sich wenig darauf konzentrieren. Umso ungest\u00f6rter lauschen wir der Erz\u00e4hlung.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Man stelle sich nur mal andersherum den Versuch vor, sich in den raren Momenten des Nichtstuns ein H\u00f6rbuch vorzunehmen. Wir liegen flach, sp\u00fcren die warme Bettdecke, eine sanfte Stimme erz\u00e4hlt etwas \u2013 und schon setzen wir tr\u00e4umender Weise alles anders fort und merken eine halbe Stunde sp\u00e4ter, wie gut das Nickerchen getan hat. Also: Mit dem H\u00f6rbuch wird das Putzen zur Nebent\u00e4tigkeit. Und man freut sich jede Woche wieder darauf, um endlich zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. (Richard Mayr)\n  <\/p>\n<p>            Contra: Wer beim Staubsaugen h\u00f6rt, saugt nur die H\u00e4lfte auf<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zugegeben, wer hat heute noch wirklich Zeit? Im Alltag jonglieren wir zwischen schier endlosen Arbeitstagen, die durch die mal wieder ausgefallene Bahn noch ein paar Extraminuten draufgesattelt bekommen und schleppen uns dann mit vollgepackten Einkaufst\u00fcten nach Hause, wo der W\u00e4schestapel schon als Endgegner wartet. Wann soll man da bitte noch lesen? Modern und bequem scheint die L\u00f6sung: das H\u00f6rbuch nebenbei! Ohrst\u00f6psel rein, Multitasking-Modus an: Kafka auf dem Klo, Fitzek auf dem Weg zur Biotonne. Perfekt zugeschnitten auf das Zeitalter der Dauerbeschallung.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Aber mal ehrlich: Wer gleichzeitig die Einkaufsliste abarbeitet und Effi Briests Ehekrise verfolgt, bekommt von beidem die H\u00e4lfte \u2013 und von nichts das Ganze. Literatur im Nebenbeibetrieb ist wie ein Feuerwerk bei Tageslicht: technisch m\u00f6glich, aber so wirklich z\u00fcndet es nicht. Klar, \u201ehalbe Literatur\u201c ist besser als gar keine. Doch Romane leben von Versenkung, von kleinen Pointen, von Nebens\u00e4tzen, bei denen man nach genauerer Betrachtung kurz stillhalten muss, um sie zu verdauen. Autoren feilen an jedem Wort, probieren am Rhythmus eines Satzes herum, bis er genau richtig klingt &#8230; und wir b\u00fcgeln achtlos dar\u00fcber hinweg.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dabei bieten Romane, wenn man ihnen bewusst ein Ohr schenkt, doch die gro\u00dfe Chance: Entschleunigung, Eintauchen in neue Welten, mal wirklich nicht erreichbar sein. Wer bei Literatur Zeit sparen will, verliert am Ende das Beste, was sie zu bieten hat. (Mariana Silva Lindner)\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Richard Mayr<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    H\u00f6rbuch<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Volker Kutscher<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pro: Nebenbei ein H\u00f6rbuch, das verbindet das Angenehme mit dem N\u00fctzlichen Es gibt mechanische T\u00e4tigkeiten im Leben, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":399819,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,215],"class_list":{"0":"post-399818","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115153919272365186","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=399818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/399818\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/399819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=399818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=399818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=399818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}