{"id":401113,"date":"2025-09-06T09:57:10","date_gmt":"2025-09-06T09:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/401113\/"},"modified":"2025-09-06T09:57:10","modified_gmt":"2025-09-06T09:57:10","slug":"haelfte-der-mitglieder-ueber-60-so-kaempft-der-golfsport-um-seine-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/401113\/","title":{"rendered":"H\u00e4lfte der Mitglieder \u00fcber 60: So k\u00e4mpft der Golfsport um seine Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>\tH\u00e4lfte der Mitglieder \u00fcber 60<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\tSo k\u00e4mpft der Golfsport um seine Zukunft<\/p>\n<p>\n        Sa 06.09.25 | 11:23 Uhr  | Von Marc Schwitzky\n    <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1757152630_469_size=708x398.jpg\" alt=\"Eine Jugendliche spielt Golf. (Quelle: dpa\/Uwe Anspach)\" title=\"Eine Jugendliche spielt Golf. (Quelle: dpa\/Uwe Anspach)\" id=\"67213668\"\/>Bild: dpa\/Uwe Anspach<\/p>\n<p>Golf gilt als Sportart der alten, reichen M\u00e4nner. Auch wenn die Ausr\u00fcstung inzwischen g\u00fcnstiger zu haben ist und Golfpl\u00e4tze mit Schnupperkursen locken, spielen kaum junge Leute Golf. Liegt das am Image oder strukturellen Problemen? Von Marc Schwitzky<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><\/p>\n<p>Der deutsche Golfsport hat ein Problem. An Zahlen zum generellen Zulauf l\u00e4sst sich das noch nicht direkt ablesen: Laut offizieller Verbandsstatistik steigt die reine Anzahl der gemeldeten Golferinnen und Golfer seit 2015 kontinuierlich an &#8211; wenn auch in einem kleinen Rahmen. Vom Jahr 2023 zu 2024 kamen 0,7 Prozent neue Spielerinnen und Spieler hinzu &#8211; also 4.582 -, wodurch der Deutsche Golf-Verband bei nun rund 686.000 Mitgliedern steht. Der Verband meldet sogar ein Rekordhoch in seiner 115-j\u00e4hrigen Geschichte.<\/p>\n<p>Das Problem liegt woanders. Denn die Zahlen zeigen auch das auf, was von vielen Menschen klischeehaft \u00fcber den Sport gedacht wird: Golf ist vor allem der Sport alter M\u00e4nner. Zwar meldeten sich in den vergangenen Jahren zunehmend Frauen an. Doch auch sie taten es eher sp\u00e4t im Leben<a>. <\/a>Knapp 300.000 &#8211; und damit beinahe die H\u00e4lfte aller &#8211; Mitglieder ist \u00fcber 60 Jahre alt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1361785619\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tDer Golfsport hat ein Nachwuchsproblem<\/p>\n<p>Der Anteil der 7- bis 18-J\u00e4hrigen Mitglieder im Golf-Verband betr\u00e4gt hingegen nur 6,15 Prozent. Die junge Basis des deutschen Golfsports &#8211; und somit auch der Talente-Pool f\u00fcr den Leistungssport &#8211; schmilzt seit Jahren: seit 2015 sank die Zahl von 45.400 auf 42.250.<\/p>\n<p>Selbst die 15- bis 35-J\u00e4hrigen, die den Mittelbau eines Sports bilden, machen mit 105.247 lediglich rund 15 Prozent aus. Zwar gab es lediglich ein kleines Zwischenhoch in der Corona-Zeit, als Golf als eine der ganz wenigen Sportarten ausge\u00fcbt werden durfte.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_23829527\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tWegener-Wenzel: &#8222;Junge Menschen kommen nur tr\u00f6pfchenartig&#8220;<\/p>\n<p>Auch in Berlin-Brandenburg sehen die Zahlen alles andere als gut aus. &#8222;Wir sind nicht j\u00fcnger geworden, wir haben dieses Jahr etwa zehn Prozent an jungen Mitgliedschaften verloren&#8220;, sagt Roderich Wegener-Wenzel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Golfverbands Berlin-Brandenburg, im Gespr\u00e4ch mit rbb|24. &#8222;Wir m\u00fcssen leider feststellen, dass wir zu den eher \u00e4lteren Sportarten in Deutschland geh\u00f6ren.&#8220; Und er f\u00fchrt aus: &#8222;Junge Menschen kommen nur tr\u00f6pfchenartig in den Golfsport.&#8220;<\/p>\n<p>In Berlin und Brandenburg sind 27.600 Mitglieder organisiert, knapp 11.00 davon sind \u00fcber 60 Jahre alt, nur 5.140 zwischen sieben und 35 Jahren. Als Gr\u00fcnde werden oft das schlechte Image des Sports genannt, oder auch Golfclubs, die durch ihre Exklusivit\u00e4t verprellen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1068928740\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tGolfclub Berlin-Pankow geht einen anderen Weg<\/p>\n<p>Unterh\u00e4lt man sich mit Golferinnen und Golfern, k\u00f6nnen diese meist sehr schnell Clubs nennen, die nach ihrem Eindruck elit\u00e4r wirken. &#8222;Es gibt auch Golfclubs, wo man sehr klar zu sp\u00fcren bekommt, dass man nicht erw\u00fcnscht ist&#8220;, erz\u00e4hlen gleich mehrere w\u00e4hrend der rbb-Recherche.<\/p>\n<p>Dass es auch anders gehen kann, zeigt ein Besuch beim Golfclub Berlin-Pankow. Hier gibt es schon auf den ersten Blick keine Barrieren. Der Platz ist frei zug\u00e4nglich, jeder kann sich v\u00f6llig frei bewegen. Clubmanager Paul Wagm\u00fcller beteuert, dass auf dem Gel\u00e4nde zwischen Blankenburg und Malchow jeder gleich behandelt wird. &#8222;Bei uns kann man direkt loslegen. Wir haben hier ja auch keinen Marmorpalast. Bei uns steht der Sport im Vordergrund, nicht das Sehen und Gesehen werden&#8220;, sagt Wagm\u00fcller. Das bodenst\u00e4ndige Ambiente k\u00e4me bei der Jugend sehr gut an.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich laufen auf dem Gel\u00e4nde recht viele j\u00fcngere Menschen herum, das Altersspektrum ist breit gef\u00e4chert. Es ist ein freundliches Miteinander zwischen Jung und Alt. Man kennt sich hier. Viele Eltern spielen zusammen mit ihren Kindern. Zwischen Clubhaus und dem Gr\u00fcn liegen nur wenige Meter.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_2117505171\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tDer Golfsport will sich \u00f6ffnen<\/p>\n<p>Pankow verfolgt das Konzept, ein Golfclub f\u00fcr alle zu sein. Es st\u00fcnden nicht nur die Mitglieder im Vordergrund, sagt Wagm\u00fcller, &#8222;der Golfsport soll f\u00fcr jeden zug\u00e4nglich gemacht werden bei uns auf der Golfanlage&#8220;. Es gebe beispielsweise im Gegensatz zu anderen Clubs keine Startzeiten, die Tage vorher festgelegt werden m\u00fcssten. Diese Niedrigschwelligkeit w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass junge, eher spontane Menschen immer wieder kommen. Die Mundpropaganda funktioniert offensichtlich: &#8222;Wir haben in unseren 20 Jahren noch nie Au\u00dfenwerbung machen m\u00fcssen&#8220;, so Wagm\u00fcller.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1757152630_442_size=708x398.jpg\" alt=\"Der Platz des Golfclub Berlin Pankow (Foto: rbb\/Marc Schwitzky)\" title=\"Der Platz des Golfclub Berlin Pankow (Foto: rbb\/Marc Schwitzky)\" id=\"articlesContList_picture_1640177375\"\/>Der Platz des Golfclub Berlin Pankow (Foto: rbb\/Marc Schwitzky)<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1248771168\"\/><\/p>\n<p>Dem Golfsport im Allgemeinen geht es anders. Er ringt um die Aufmerksamkeit junger Menschen &#8211; und versucht, sich zu \u00f6ffnen. So werden seit ein paar Jahren in nahezu allen Golfclubs \u00f6ffentliche Golfplatzbereiche angeboten. &#8222;Niemand muss mehr zwingend Mitglied in einem Klub werden, um Golf spielen zu k\u00f6nnen, man kann sich in diesen freien Bereichen einfach mal ausprobieren&#8220;, so Wegener-Wenzel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Golfverbands Berlin-Brandenburg. Dar\u00fcber hinaus betreibt der deutsche Golfverband die Initiative &#8222;Abschlag Schule&#8220;, durch die unter anderem jedes Jahr 30 Schulprojekte in Brandenburg gef\u00f6rdert werden, um Schulkinder auf den Golfplatz bekommen.<\/p>\n<p>&#8222;Auch zeitlich haben wir uns angepasst, indem wir &#8218;After Work Spiele&#8216; anbieten, die nur 9 statt 18 L\u00f6cher beinhalten und so wesentlich k\u00fcrzer dauern. Wir haben viele Hindernisse der Vergangenheit abgeschafft&#8220;, erkl\u00e4rt Wegener-Wenzel. Auch wenn zum Beispiel das Thema Social Media laut Wagm\u00fcller beim Golf noch in den Kinderschuhen stecke &#8211; anders formuliert: Der Sport ist oft gar nicht vertreten und wenn doch, dann zumeist altbacken pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1963143809\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_2036197844\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tFinanzielle H\u00fcrden<\/p>\n<p>Doch einige Hindernisse bleiben &#8211; besonders f\u00fcr Jugendliche: Der Golfsport ist f\u00fcr viele zu teuer. Auch wenn zumindest das Hineinschnuppern merklich g\u00fcnstiger geworden ist. &#8222;Interessenten haben die M\u00f6glichkeit, Golf einmal auf einer Driving-Range (\u00dcbungsanlage) auszuprobieren. Hier kann jeder f\u00fcr etwa einen Euro ein Schl\u00e4ger ausleihen und f\u00fcr eine kleine Geb\u00fchr die \u00dcbungsanlage nutzen&#8220;, sagt Wegener-Wenzel vom Golfverbands Berlin-Brandenburg. &#8222;Wer den Sport weiter betreiben will, kann zum Beispiel auf Ebay gebrauchte Golfschl\u00e4ger schon f\u00fcr circa 150 bis 200 Euro bekommen.&#8220;<\/p>\n<p>In Pankow kostet der zweist\u00fcndige Schnupperkurs, in dem die Grundlagen vermittelt werden, 35 Euro pro Person. &#8222;Von zehn Leuten, die den Schnupperkurs besuchen, bleiben gesch\u00e4tzt drei Personen irgendwie im Golfsport h\u00e4ngen&#8220;, sagt Clubmanager Wagm\u00fcller.<\/p>\n<p>Doch wer den Sport langfristig betreiben will, muss im Vergleich zu anderen Sportarten weiterhin tief in die Tasche greifen. Eine qualitativ hochwertiges Schl\u00e4gerset f\u00fcr mehrere Jahre kostet weit mehr als die erw\u00e4hnten 150 bis 200 Euro. F\u00fcr die &#8222;Platzreife&#8220; &#8211; sprich: den Nachweis, die Regeln und Etikette zu kennen &#8211; wird (unterschiedlich viel) Geld f\u00e4llig. Die Platzreife ist meist die Voraussetzung daf\u00fcr, \u00fcberhaupt auf Golfanlagen spielberechtigt zu sein.<\/p>\n<p>Wer Mitglied in einem Club werden will, um stets auf den Platz zu k\u00f6nnen, zahlt j\u00e4hrlich zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Hier kommt eine Summe zusammen, die &#8211; besonders in Zeiten der Inflation &#8211; f\u00fcr viele Menschen nicht zu bezahlen ist. Erst recht nicht f\u00fcr junge.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_350622065\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_293326930\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tDas Problem mit der Anbindung<\/p>\n<p>Eine weitere H\u00fcrde ist die schlechte Verkehrsanbindung von Golfpl\u00e4tzen. &#8222;Dieses Problem k\u00f6nnen wir kaum l\u00f6sen, unsere Anlagen mit teils knapp acht Hektar Fl\u00e4che k\u00f6nnen nicht in Ballungsgebieten stehen&#8220;, erkl\u00e4rt Wegener-Wenzel. So sind sie selten ohne Auto zu erreichen.<\/p>\n<p>&#8222;Die \u00d6PNV-Anbindung ist unheimlich wichtig, um junge Menschen anzuziehen. Da haben wir einen Standortvorteil&#8220;, erkl\u00e4rt Pankows Clubmanager Wagm\u00fcller. Doch selbst Pankow liegt am Stadtrand und verlangt zum Schluss noch einen Fu\u00dfmarsch von mehreren Hundert Metern.<\/p>\n<p>Hohe Preise, zu exklusiv gehaltene Golfclubs, schlechte Anbindung der Pl\u00e4tze: gen\u00fcgend Gr\u00fcnde f\u00fcr Kinder und Jugendliche, einen anderen Sport zu w\u00e4hlen &#8211; und gen\u00fcgend Gr\u00fcnde, den Golfsport weiter zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_608085733\"\/><\/p>\n<p class=\"textblock\">Beitrag von Marc Schwitzky<\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"H\u00e4lfte der Mitglieder \u00fcber 60 &#8211; So k\u00e4mpft der Golfsport um seine Zukunft Sa 06.09.25 | 11:23 Uhr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":401114,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,1956,1890,29,30],"class_list":{"0":"post-401113","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin-und-brandenburg","13":"tag-brandenburg","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115156762337534022","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/401113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=401113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/401113\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/401114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=401113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=401113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=401113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}