{"id":401262,"date":"2025-09-06T11:20:12","date_gmt":"2025-09-06T11:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/401262\/"},"modified":"2025-09-06T11:20:12","modified_gmt":"2025-09-06T11:20:12","slug":"von-rhythmischem-fluestern-bis-zum-maechtigen-fortissimo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/401262\/","title":{"rendered":"Von rhythmischem Fl\u00fcstern bis zum m\u00e4chtigen Fortissimo"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspAShw\">\u201eIch bin entz\u00fcckt, sooft ich ein neues Werk von Ihnen vernehme und nehme gr\u00f6\u00dfern Anteil daran als an meinen eigenen; kurz, ich ehre und liebe Sie\u201c, schrieb Beethoven an Luigi Cherubini, den er 1805 kennenlernte und dem er seitdem freundschaftlich verbunden blieb. Um den seinerzeit hochber\u00fchmten Cherubini, den Beethoven den gr\u00f6\u00dften lebenden Komponisten nannte, ist es seitdem still geworden. Am Freitag, im Rahmen des Musikfests Berlin, sp\u00fcren das Orchestre des Champs-\u00c9lys\u00e9es und das Collegium Vocale Gent unter Philippe Herreweghe der Verbindung der beiden Komponisten nach. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_14286806___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCAmo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Der erste Teil des Konzerts ist der 3. Symphonie von Beethoven, der \u201eEroica\u201c, gewidmet und hinterl\u00e4sst einen zwiesp\u00e4ltigen Eindruck. Herreweghe, bei allen unbestreitbaren Verdiensten als Gr\u00fcnder des Collegium Vocale, ist einfach kein Orchesterdirigent. Sein Dirigat ist viel zu klein und hat keine Spannung, demzufolge keinen nennenswerten Einfluss auf das Orchester. Stattdessen \u00fcbernehmen die Stimmf\u00fchrer mit k\u00f6rperlicher Gestik diese Aufgabe, allen voran der Konzertmeister. <\/p>\n<blockquote class=\"tspB8mk\">\n<p>Ich bin entz\u00fcckt, sooft ich ein neues Werk von Ihnen vernehme und nehme gr\u00f6\u00dfern Anteil daran als an meinen eigenen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspB8ml\"><strong>Ludwig van Beethoven<\/strong> an den Komponisten\u00a0Luigi Cherubini<\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Im ersten Satz w\u00e4hlt Herreweghe zwar ein angenehm schwungvolles Tempo, kann dieses aber nicht immer einhalten. Phrasen werden oft nicht ausmusiziert, \u00dcberg\u00e4nge hektisch weitergef\u00fchrt. Besonders die fabelhaften Holzbl\u00e4ser kommen so nicht zur Geltung. Der ber\u00fchmte Trauermarsch des zweiten Satzes bleibt statisch, die Tempowechsel bleiben unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Wie ausgewechselt wirkt dagegen der energiegeladene dritte Satz! Hier entfesseln die 49 Musiker auf historischen Instrumenten ein klangliches Feuerwerk, welches das Publikum bis zum etwas zu furiosen Finalsatz nicht losl\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/arger-uber-kunstleragenturen-ich-wusste-so-gern-mehr-uber-dich-14262353.html?icid=single-topic_14286806___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCAmo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c4rger \u00fcber K\u00fcnstleragenturen Ich w\u00fcsste so gern mehr \u00fcber dich <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Mit d\u00fcsteren Kl\u00e4ngen l\u00e4utet Cherubinis Requiem c-Moll f\u00fcr Chor und Orchester von 1817 den zweiten Teil des Konzerts ein. Cherubini verzichtet ganz auf Solostimmen und Virtuosit\u00e4t, sein Requiem ber\u00fchrt durch Klarheit und Verst\u00e4ndlichkeit. Beethoven w\u00fcnschte sich das innig-tr\u00f6stliche Werk zu seiner Beerdigung, auch Schumann und Brahms sch\u00e4tzten es sehr.<\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Das Collegium Vocale Gent (Einstudierung: Maria van Nieukerken) \u00fcberzeugt mit makelloser Diktion und beeindruckend opulentem Klang. Besonders in dramatischen S\u00e4tzen wie dem \u201eDies Irae\u201c arbeiten die 32 S\u00e4nger die Kontraste zwischen \u00e4therischem Schweben und zupackender Dramatik zielsicher heraus. Zum nerv\u00f6sen Tremolo der Streicher steigern sie sich von rhythmischem Fl\u00fcstern bis zum m\u00e4chtigen Fortissimo des \u201eTuba Mirum\u201c \u2013 ein atemberaubender Moment!<\/p>\n<p> Mehr vom Musikfest im Tagesspiegel <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/die-zeit-ist-eine-kugel-das-dso-unter-anja-bihlmaier-beim-berliner-musikfest-14282087.html?icid=topic-list_14286806___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCAmo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Zeit ist eine Kugel Das DSO unter Anja Bihlmaier beim Berliner Musikfest <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/schunkelnde-avantgarde-das-ensemble-modern-beim-musikfest-berlin-14276048.html?icid=topic-list_14286806___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCAmo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schunkelnde Avantgarde Das Ensemble Modern beim Musikfest Berlin <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/die-welt-braucht-eine-singende-revolution-mirga-grazinyte-tyla-beim-musikfest-berlin-14269574.html?icid=topic-list_14286806___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCAmo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Welt braucht eine singende Revolution Mirga Gra\u017einyt\u0117-Tyla beim Musikfest Berlin <\/a><\/p>\n<p class=\"tspAShw\">Anr\u00fchrend entspinnt sich sp\u00e4ter im \u201eSed signifer sanctus Michael\u201c das Duett der Sopran- und Tenorstimmen. Die \u201eQuam olim Abrahae\u201c-Fuge wiederum entfaltet polyphone Pracht. Der fast ausverkaufte Gro\u00dfe Saal der Philharmonie reagiert mit euphorischem Jubel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eIch bin entz\u00fcckt, sooft ich ein neues Werk von Ihnen vernehme und nehme gr\u00f6\u00dfern Anteil daran als an&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":401263,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,525,103218],"class_list":{"0":"post-401262","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-mitte","12":"tag-musikfest-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115157088633165226","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/401262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=401262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/401262\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/401263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=401262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=401262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=401262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}