{"id":402548,"date":"2025-09-06T23:15:20","date_gmt":"2025-09-06T23:15:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/402548\/"},"modified":"2025-09-06T23:15:20","modified_gmt":"2025-09-06T23:15:20","slug":"zwischen-glamour-und-unsicherheit-dresdner-influencerin-michelle-cooper-ueber-die-schattenseiten-ihres-berufs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/402548\/","title":{"rendered":"Zwischen Glamour und Unsicherheit &#8211; Dresdner Influencerin Michelle Cooper \u00fcber die Schattenseiten ihres Berufs"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Es kann jeden Tag vorbei sein&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nMichelle hat in den vergangenen anderthalb Jahren nicht nur mehr Follower, sondern auch ein Kind bekommen. Auf Instagram ist ihr Alltag als junge Mutter Thema. Ihre Tochter selbst zeigt sie dort aber bewusst nicht. &#8222;Die Leute wissen, dass wir ein Kind haben. Aber ihren Namen sagen wir nicht, und ihr Gesicht bleibt privat. Wenn sie irgendwann alt genug ist, darf sie selbst entscheiden, ob sie ins Netz m\u00f6chte&#8220;, sagt Michelle.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ein einfacher Job ist es nicht.<\/p>\n<p>Michelle Cooper<br \/>\nInfluencerin aus Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDieser Teil ihres Berufs sei sehr gut planbar, meint sie. Andere Aspekte nicht. &#8222;Ein einfacher Job ist das nicht&#8220;, sagt Michelle. K\u00f6rperlich sei das Influencer-Dasein nat\u00fcrlich weniger belastend als ihre fr\u00fchere Ausbildung im Einzelhandel, daf\u00fcr &#8222;geht er auf die Psyche&#8220;. Denn im Influencer-Gesch\u00e4ft k\u00f6nne es jederzeit vorbei sein: &#8222;Wenn du mal eine Zeit lang nichts postest, bist du schnell weg.&#8220;\n<\/p>\n<p>Zwischen 25.000 und 100.000 Euro im Jahr<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie finanziellen Schwankungen zeigen, wie unsicher die Branche ist. Bezahlt werden Influencer wie Michelle f\u00fcr Werbung. In verschiedenen Videos bewirbt sie beispielsweise einen Wellnessanbieter in Dresden oder Umstandsmode w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Die Auftr\u00e4ge bekommt sie \u00fcber ihre Agentur und entscheidet dann, wof\u00fcr sie Werbung macht, erkl\u00e4rt Michelle. Verl\u00e4sslich ist das nicht immer: &#8222;Ich hatte ein Jahreseinkommen von 25.000 Euro, aber auch schon von \u00fcber 100.000 Euro. Das ist total unterschiedlich, jeder Monat ist anders.&#8220; Planungssicherheit gebe es nur bedingt, auch wenn ihr Partner ein festes Einkommen hat. Michelle versucht zu sparen, aber mit Kind f\u00e4llt das nicht immer leicht.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich habe den b\u00fcrokratischen Aufwand am Anfang untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Michelle Cooper<br \/>\nInfluencerin aus Dresden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nHinzu komme der b\u00fcrokratische Aufwand: Krankenversicherung, Steuer, Buchhaltung. &#8222;Ich mache das meiste \u00fcber Elster, mit verschiedenen Programmen und mein Mann hilft mir. Trotzdem kostet es viele Nerven.&#8220; Besonders am Anfang habe sie die Komplexit\u00e4t untersch\u00e4tzt, hohe Steuernachzahlungen leisten m\u00fcssen. &#8222;Vor drei, vier Jahren habe ich ordentlich draufgezahlt. Damit rechnet man am Anfang nicht&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Das <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/influencer-steuerbetrug-verfahren-100.html\" title=\"Steuerbetrug bei Influencern: Sachsen-Anhalt ermittelt in 5 F\u00e4llen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gehe vielen in der Branche so,<\/a> vor allem jungen Menschen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAuch das s\u00e4chsische Finanzamt hat ein Auge auf Influencer im Freistaat geworfen. Auf Nachfrage von MDR SACHSEN teilte die Beh\u00f6rde mit, dass f\u00fcr den Zeitraum 2015 bis 2023 mehr als 1.700 Accounts bei 37 Agenturen und Portalen gemeldet wurden. Man habe die Influencer auch \u00fcber m\u00f6gliche Strafverfahren bei Verst\u00f6\u00dfen gegen das Steuerrecht aufmerksam gemacht. Wie viele in Sachsen ihren steuerlichen Pflichten nicht nachgekommen sind, konnte das Finanzamt nicht sagen.\n<\/p>\n<p>Dauerpr\u00e4senz als Normalit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Beruf bedeutet auch Dauer-Online-Sein. Vor ihrer Schwangerschaft verbrachte Michelle bis zu 15 Stunden t\u00e4glich am Handy. &#8222;Gef\u00fchlt war es 24\/7. Jetzt mit Kind sind es noch etwa 30 Stunden pro Woche.&#8220; Stress empfindet sie dabei allerdings kaum: &#8222;Es ist ja etwas, das mir Spa\u00df macht.&#8220; Trotzdem geh\u00f6ren so auch die Schattenseiten wie Kritik und Hate-Kommentare zum Alltag: &#8222;99 Prozent sind lieb, ein Prozent nicht. Da hei\u00dft es: dr\u00fcberstehen, blockieren, nicht hinsehen.&#8220;\n<\/p>\n<p>Ohne Plan B geht es nicht<\/p>\n<p class=\"text\">\nWas, wenn die Auftr\u00e4ge ausbleiben? Einen Plan B hat Michelle im Kopf: Zur\u00fcck in den Einzelhandel oder in den Bereich Social Media Marketing. Jungen Menschen, die vom Influencer-Dasein tr\u00e4umen, r\u00e4t sie aber zur Vorsicht: &#8222;Mach es, wenn du es liebst, aber hab ein zweites Standbein. Eine Ausbildung oder Arbeit nebenbei ist wichtig.&#8220; F\u00fcr Michelle ist klar: Der Job bringt Chancen, verlangt aber auch Disziplin, Ausdauer und die F\u00e4higkeit, mit Druck umzugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Es kann jeden Tag vorbei sein&#8220; Michelle hat in den vergangenen anderthalb Jahren nicht nur mehr Follower, sondern&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":402549,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,25096,666,30,153,152,198,81,14,859,97235,10275],"class_list":{"0":"post-402548","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dresden","11":"tag-druck","12":"tag-geld","13":"tag-germany","14":"tag-influencer","15":"tag-instagram","16":"tag-internet","17":"tag-mdr","18":"tag-nachrichten","19":"tag-sachsen","20":"tag-verdienst","21":"tag-werbung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115159900074819630","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/402548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=402548"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/402548\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/402549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=402548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=402548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=402548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}