{"id":403002,"date":"2025-09-07T03:46:11","date_gmt":"2025-09-07T03:46:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403002\/"},"modified":"2025-09-07T03:46:11","modified_gmt":"2025-09-07T03:46:11","slug":"berlin-brandenburg-mehr-gewalt-auf-offener-strasse-charite-zieht-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403002\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: Mehr Gewalt auf offener Stra\u00dfe \u2013 Charit\u00e9 zieht Bilanz"},"content":{"rendered":"<p>                    Berlin &amp; Brandenburg<br \/>\n                Mehr Gewalt auf offener Stra\u00dfe \u2013 Charit\u00e9 zieht Bilanz<\/p>\n<p>\t\t\t\t              07.09.2025, 05:23 Uhr<\/p>\n<p><strong>Rechtsmediziner obduzieren nicht nur Tote. Sie dokumentieren auch Spuren von Gewalt. Oft spielt sich diese hinter verschlossenen T\u00fcren ab. Aber auch auf der Stra\u00dfe nimmt die Gewalt zu.<\/strong><\/p>\n<p>Berlin (dpa\/bb) &#8211; Geschlagen, getreten, gew\u00fcrgt: 298 Betroffene von k\u00f6rperlicher Gewalt haben ihre Verletzungen im ersten Halbjahr von Gerichtsmedizinern vertraulich und kostenlos dokumentieren lassen. Meist suchten Frauen oder M\u00e4dchen (197) Hilfe bei der Gewaltschutzambulanz der Charit\u00e9, wie die Senatsjustizverwaltung auf Anfrage mitteilte. Aber auch 100 M\u00e4nner und Jungen kamen. Insgesamt haben sich bis zum 30. Juni 749 Menschen an die Einrichtung gewandt.\u00a0<\/p>\n<p>Damit zeichnet sich eine vergleichbare Entwicklung wie in den Vorjahren ab. Im Gesamtjahr 2024 wurden nach den Angaben 643 Betroffenen (2023: 605) von den Experten untersucht. Insgesamt beriet die Gewaltschutzambulanz in 1.594 F\u00e4llen (2023: 1.719).\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Das ist nat\u00fcrlich nur das Hellfeld&#8220;, betonte Rechtsmedizinerin Larissa Amadasi. &#8222;Im Zweifel ist damit zu rechnen, dass die, die es besonders schwer trifft, verloren gehen &#8211; weil sie gar nicht die M\u00f6glichkeit haben, sich bei uns zu melden&#8220;, sagte Amadasi der Deutschen Presse-Agentur.\u00a0<\/p>\n<p>Hemmschwelle sinkt\u00a0<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sei die Form der Gewalt. Ohne dies statistisch belegen zu k\u00f6nnen, sei zu beobachten, dass die Aggression in der Gesellschaft zunehme. &#8222;Wir haben viele Personen, die angeben, von Unbekannten massiv angegangen, regelrecht verpr\u00fcgelt worden zu sein&#8220;, schilderte die \u00c4rztin. &#8222;Die Gewalt auf offener Stra\u00dfe nimmt zu. Man hat das Gef\u00fchl, dass die Hemmschwelle niedriger ist.&#8220;<\/p>\n<p>Positiv ist aus Sicht der Gewaltschutzambulanz, dass zunehmend weniger Termine storniert werden. Im ersten Halbjahr 2025 kamen 47 Menschen doch nicht zu dem vereinbarten Gespr\u00e4ch, im Gesamtjahr 2024 waren es 137 &#8211; und im Jahr zuvor sogar 154. &#8222;Die Entwicklung freut uns sehr&#8220;, so Amadasi.<\/p>\n<p>Erfreulich sei auch die Entwicklung im Bereich der Beratung von Kinder\u00e4rzten, Allgemeinmedizinern und Kinderschutzambulanzen sowie weiteren Stellen, die in irgendeiner Weise mit Gewaltopfern zu tun haben k\u00f6nnen. Nach Einsch\u00e4tzung von Amadasi sind diese sicherer in der Einsch\u00e4tzung von F\u00e4llen geworden. &#8222;Sie rufen nicht mehr wegen jedem kleinen H\u00e4matom an, weil sie unsicher sind, ob sie einen Kinderschutzfall melden m\u00fcssen und das Jugendamt einschalten m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Ambulanz bietet Schulungen an<\/p>\n<p>Die Gewaltschutzambulanz wertet dies als einen Erfolg ihrer regelm\u00e4\u00dfigen Schulungen. Im vergangenen Jahr seien insgesamt knapp 1.600 Menschen im Rahmen von 74 Veranstaltungen weitergebildet worden, schilderte die Rechtsmedizinerin. Der Schwerpunkt liege dabei auf den Themen h\u00e4usliche Gewalt und Kindesmisshandlung.\u00a0<\/p>\n<p>Die Ambulanz unterst\u00fctzt Betroffene auch bei der Kontaktherstellung zu Betroffenenberatungen, \u00c4rzten oder zur Polizei. 372 Mal war dies bis zum 30. Juni der Fall, wie es hie\u00df. Im Gesamtjahr 2024 war das in 754 F\u00e4llen demnach so. &#8222;Wir versuchen den Betroffenen, die zu uns kommen, maximale Hilfe anzubieten&#8220;, sagte Amadasi. Damit eine Untersuchung in der Ambulanz erfolgen k\u00f6nne, d\u00fcrfe die Gewalttat jedoch nicht zu lange zur\u00fcckliegen: &#8222;Wir m\u00fcssen etwas haben, was wir fotografisch dokumentieren k\u00f6nnen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p> Kostenlose Dokumentation von Verletzungen<\/p>\n<p>Die Ambulanz wurde 2014 gegr\u00fcndet und wird von der Justizverwaltung seitdem finanziell unterst\u00fctzt. Opfer k\u00f6nnen dort ihre Verletzungen von Gerichtsmedizinern vertraulich und kostenlos dokumentieren lassen. Behandelt oder weiter betreut werden sie dort aber nicht.<\/p>\n<p>Betroffene m\u00fcssen nicht sofort entscheiden, ob sie Anzeige erstatten. Die Dokumentation z\u00e4hlt aber bei einer Verhandlung vor Gericht. Betroffene werden h\u00e4ufig von der Polizei, dem Jugendamt, von \u00c4rzten und Beratungsstellen geschickt, einige kommen aber auch aus eigenem Antrieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; Brandenburg Mehr Gewalt auf offener Stra\u00dfe \u2013 Charit\u00e9 zieht Bilanz 07.09.2025, 05:23 Uhr Rechtsmediziner obduzieren nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":403003,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,296,1956,2217,1890,104379,29,30,1000,7473,11780],"class_list":{"0":"post-403002","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin","13":"tag-berlin-und-brandenburg","14":"tag-bilanz","15":"tag-brandenburg","16":"tag-charit","17":"tag-deutschland","18":"tag-germany","19":"tag-gewalt","20":"tag-mehr","21":"tag-strae"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115160965822435567","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=403002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403002\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/403003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=403002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=403002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=403002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}