{"id":403024,"date":"2025-09-07T03:58:12","date_gmt":"2025-09-07T03:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403024\/"},"modified":"2025-09-07T03:58:12","modified_gmt":"2025-09-07T03:58:12","slug":"eisenmangel-in-afrika-tiroler-studie-mit-erkenntnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403024\/","title":{"rendered":"Eisenmangel in Afrika: Tiroler Studie mit Erkenntnissen"},"content":{"rendered":"<p>Forscher der Med Uni Innsbruck haben Daten zum Eisenstoffwechsel von 415 Kindern in Gabun ausgewertet und die Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht. Die Studie zeigte, dass Kinder mit Fiebererkrankungen oft an Blutarmut und funktionellem Eisenmangel leiden &#8211; zu viel Eisenzufuhr jedoch schwere bakterielle Infektionen oder Malaria f\u00f6rdern kann. Eine Folgestudie soll nun kl\u00e4ren, wann eine Eisenzufuhr sicher und effektiv ist und wann nicht, sagte Studienmitautor Wolfram Mayr im APA-Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>&#8222;Es ist ein Teufelskreislauf: Eisenmangel schw\u00e4cht die Kinder, doch zu viel Eisen kann Infektionen zus\u00e4tzlich f\u00f6rdern&#8220;, erkl\u00e4rte PhD-Student Mayr. Die Infektionen w\u00fcrden dann den Eisenmangel zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfen, weil der K\u00f6rper Eisen als Abwehrmechanismus vor Erregern in Zellen zur\u00fcckhalte, erkl\u00e4rte er. F\u00fcr die Studie forschte er jedenfalls zehn Monate am Centre de Recherches M\u00e9dicales de Lambar\u00e9n\u00e9 (CERMEL), einer f\u00fchrenden afrikanischen Einrichtung f\u00fcr Malariaforschung mit Sitz in Lambar\u00e9n\u00e9, Gabun.<\/p>\n<p>Viele Kinder in Subsahara-Afrika ern\u00e4hrten sich jedenfalls fast ausschlie\u00dflich von Reis oder Brot &#8211; eisenhaltige Lebensmittel seien hingegen selten verf\u00fcgbar. Auch deshalb sei Eisenmangel in Subsahara-Afrika weit verbreitet, betonte der Mediziner. Dies trage wiederum wesentlich zu Krankheitslast und Wachstumsverz\u00f6gerungen bei, berichtete der Forscher.<\/p>\n<p>Die Untersuchung umfasste indes Blutbilder sowie Eisen- und Zytokinparameter (Aktivierung des Immunsystems) von Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren, die an akuten fieberhaften Erkrankungen litten. Ein Gro\u00dfteil der Patienten war an\u00e4misch &#8211; litt also unter Blutarmut -, h\u00e4ufig im Zusammenhang mit Malaria. Dabei sei aufgefallen, dass sich die Immunantworten bei Malaria-positiven und Malaria-negativen Kindern deutlich unterschieden.<\/p>\n<p>Die retrospektive Studie wurde jedenfalls k\u00fcrzlich im Fachjournal &#8222;Communications Medicine&#8220; vom Infektiologen sowie Direktor der Innsbrucker Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin G\u00fcnter Weiss, von Mayr und der von Selidji Agnandji gef\u00fchrten BIOSS Arbeitsgruppe am CERMEL ver\u00f6ffentlicht. Sie liefert eine erste \u00dcbersicht zu den Assoziationen von An\u00e4mie-, Eisenmangel-, Immunstatus und Infektionsgeschehen bei Kindern in Gabun.<\/p>\n<p>              Folgestudie in Planung<\/p>\n<p>Nun sei jedenfalls eine Folgestudie geplant, sagte Mayr. &#8222;Unser Ziel ist es, den besten Zeitpunkt zu finden, an dem Eisen sicher und effektiv gegeben werden kann&#8220;, erkl\u00e4rte der angehende Infektiologe. Untersucht werde, wann eine Eisengabe das Risiko f\u00fcr Infektionen minimiert und gleichzeitig positive Effekte auf das Immunsystem &#8211; etwa f\u00fcr Impfungen &#8211; maximiert.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Folgestudie k\u00f6nnten dabei nicht nur die Versorgung von Kindern in Afrika verbessern, sondern auch Einblicke f\u00fcr die Behandlung der sogenannten &#8222;An\u00e4mie der chronischen Erkrankung&#8220; in Europa liefern, etwa bei Krebspatienten.<\/p>\n<p>              Forschungshintergrund<\/p>\n<p>Eisen spiele nicht nur f\u00fcr viele Stoffwechselprozesse eine Rolle, sondern auch f\u00fcr die Effektivit\u00e4t des Immunsystems, lie\u00df indes Infektiologe und Topmediziner Weiss wissen. Zahlreiche Mikroben ben\u00f6tigten Eisen als Wachstumsfaktor, weshalb das Gleichgewicht zwischen Mangel, Supplementierung und Infektionsrisiko entscheidend sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher der Med Uni Innsbruck haben Daten zum Eisenstoffwechsel von 415 Kindern in Gabun ausgewertet und die Ergebnisse&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":403025,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-403024","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115161012906322395","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=403024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403024\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/403025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=403024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=403024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=403024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}