{"id":403034,"date":"2025-09-07T04:03:09","date_gmt":"2025-09-07T04:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403034\/"},"modified":"2025-09-07T04:03:09","modified_gmt":"2025-09-07T04:03:09","slug":"mitarbeitern-droht-kurzarbeit-russlands-wirtschaft-schwaechelt-schwere-krise-bei-autobauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/403034\/","title":{"rendered":"Mitarbeitern droht Kurzarbeit: Russlands Wirtschaft schw\u00e4chelt &#8211; schwere Krise bei Autobauern"},"content":{"rendered":"<p>                    Mitarbeitern droht Kurzarbeit<br \/>\n                Russlands Wirtschaft schw\u00e4chelt &#8211; schwere Krise bei Autobauern<\/p>\n<p>\t\t\t\t              07.09.2025, 05:24 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Sogar Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin r\u00e4umt ein, dass es in manchen Bereichen der Wirtschaft nicht gut l\u00e4uft. Autohersteller haben zum Beispiel derzeit besonders zu k\u00e4mpfen, vielen Besch\u00e4ftigten droht Kurzarbeit. Fahrzeuge aus China fluten derweil den Markt.<\/strong><\/p>\n<p>Der Herbst beginnt st\u00fcrmisch f\u00fcr die russische Wirtschaft. Die Regierung muss ihre Wachstumsprognosen von 2,5 Prozent f\u00fcr das Jahr deutlich nach unten revidieren, wie Minister Maxim Reschetnikow auf dem Wirtschaftsforum im fern\u00f6stlichen Wladiwostok einr\u00e4umte. Nach Angaben von German Gref, dem Chef des gr\u00f6\u00dften Geldhauses des Landes, der Sberbank, deuten die Juli- und Augustzahlen darauf hin, &#8222;dass wir uns dem Nullwert n\u00e4hern&#8220; beim Wachstum. Er forderte eine deutliche Senkung der Leitzinsen, um die Wirtschaft wiederzubeleben.<\/p>\n<p>Auch wenn Kremlchef Wladimir Putin in Wladiwostok einen optimistischeren Ausblick gab und von einer &#8222;weichen Landung&#8220; f\u00fcr die Wirtschaft sprach, r\u00e4umte er doch ein, dass die &#8222;Lage in einzelnen Sektoren schwierig&#8220; sei.<\/p>\n<p>Einer dieser Krisensektoren ist die russische Automobilbranche. Dabei galt der russische Automobilmarkt einst als Wachstumstreiber. Im fernen 2008 wurden drei Millionen Neufahrzeuge in Russland verkauft &#8211; und die Experten spekulierten nicht mehr dar\u00fcber ob, sondern wann Russland Deutschland als gr\u00f6\u00dften Automarkt Europas \u00fcberholen w\u00fcrde. Davon ist das Land weit entfernt. 2024 wurde noch gerade einmal die H\u00e4lfte umgesetzt &#8211; und in diesem Jahr geht es weiter rapide abw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Vier-Tage-Woche bei Lada-Produzent?<\/p>\n<p>Lada-Produzent Avtovaz, der gr\u00f6\u00dfte Autobauer im Land, ist kaum aus den verordneten Betriebsferien im Sommer zur\u00fcck, da droht der Belegschaft Kurzarbeit. Ab dem 29. September k\u00f6nne das Unternehmen wegen der &#8222;allgemeinen Tendenzen&#8220; die Vier-Tage-Woche einf\u00fchren, warnte der Pressedienst des Konzerns schon mal vorsorglich. Unter allgemeine Tendenzen fallen demnach der hohe Leitzins f\u00fcr Kredite allgemein, die versch\u00e4rften Forderungen f\u00fcr Autokredite im Speziellen und die hohe Einfuhr von Importwagen.<\/p>\n<p>Avtovaz ist nicht allein in seinem Elend. Vor dem Branchenf\u00fchrer haben schon der ehemalige Wolga-Produzent Gaz in Nischni Nowgorod &#8211; jetzt vor allem bekannt f\u00fcr die Herstellung von Kleintransportern der Marke Gazelle in Russland &#8211; der Lkw-Hersteller Kamaz und der Bus-Produzent Liaz auf Kurzarbeit umgestellt.<\/p>\n<p>Die Lage ist durchaus besorgniserregend. Der Absatz von Bussen ist um 60 Prozent eingebrochen. \u00c4hnlich hoch sei der R\u00fcckgang bei schweren Lkw, teilte Kamaz mit. Das eigene Verkaufsminus bei zivilen Fahrzeugen bezifferte das Unternehmen auf 30 Prozent. Da half auch der weiter florierende Absatz von Armeelastern f\u00fcr den Krieg, den Russland seit dreieinhalb Jahren in der Ukraine f\u00fchrt, Kamaz nicht aus der Krise.<\/p>\n<p>Gaz wiederum beklagte eine Nachfrageminderung von 30 Prozent bei Kleintransportern. Bei den Pkw lag der R\u00fcckgang in den ersten sieben Monaten nach Angaben des Branchenfachverbands AEB bei 25 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.<\/p>\n<p>Die Folge: In den Lagern stauen sich die Fahrzeuge. Zwar sind die Lagerbest\u00e4nde von ihrem H\u00f6chststand, etwa einer halben Million, inzwischen wieder leicht auf 400.000 Pkw gesunken. Doch das ist wohl mehr der Produktionspause bei den Autobauern im Sommer als der anziehenden Konjunktur geschuldet, auch wenn die Wiederaufnahme staatlicher F\u00f6rderprogramme die Nachfrage etwas gehoben hat.<\/p>\n<p>Westliche Konzerne haben sich zur\u00fcckgezogen<\/p>\n<p>Die russische Regierung will nun zumindest die Kurzarbeit sozial abfedern. Die Beh\u00f6rden erarbeiteten einen Plan zur &#8222;alternativen Besch\u00e4ftigung&#8220;, sagte der f\u00fcr die Industrie zust\u00e4ndige russische Vizeregierungschef Denis Manturow. Damit sollen Einkommensverluste aufgefangen und die Arbeitskollektive insgesamt erhalten werden. Genauere Angaben machte Manturow nicht. Experten gehen davon aus, dass es sich teilweise um Umschulungsprogramme f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten der Autobranche handle.<\/p>\n<p>Neben der Flaute stellen dabei auch Importfahrzeuge ein Problem f\u00fcr die einheimische Autoindustrie dar. Neue Westwagen sind wie einst zu Sowjetzeiten zu einer begehrten Rarit\u00e4t geworden. Stattdessen \u00fcberfluten chinesische Fahrzeuge den Markt. F\u00fcr Russlands Automobilbranche ist das eine schlechte Nachricht: Denn die meisten der westlichen Konzerne hatten in der Vorkriegszeit eine Produktion mit Zehntausenden Arbeitspl\u00e4tzen im Land aufgebaut.<\/p>\n<p>VW hatte beispielsweise f\u00fcr mehrere Milliarden Euro eine Fabrik in Kaluga aus dem Boden gestampft, Toyota, Nissan, Hyundai, aber auch General Motors und Ford rund um St. Petersburg ein Zentrum der Autoproduktion aufgebaut. Selbst Mercedes hatte nach jahrelangem Z\u00f6gern schlie\u00dflich mehr als 250 Millionen Euro in die Hand genommen, um nahe Moskau ein Werk vorwiegend f\u00fcr SUV-Modelle hinzustellen. Das war 2019. Drei Jahre sp\u00e4ter, mit Kriegsbeginn, zogen sich alle westlichen Autobauer aus Russland zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ihren Platz haben seither die Chinesen eingenommen. Im ersten Halbjahr hatten chinesische Fahrzeuge einen Marktanteil von etwa 55 Prozent bei den Neuwagenverk\u00e4ufen inne. Bis August &#8211; Zahlen sind bisher nicht ver\u00f6ffentlicht &#8211; k\u00f6nne dieser sogar auf 60 bis 65 Prozent gestiegen sein, sch\u00e4tzte der Direktor der Consultingagentur &#8222;Avtostat&#8220; Sergej Zelikow. Marken wie Haval, Cherry und Geely machen Lada inzwischen ernsthaft Konkurrenz um Marktf\u00fchrerschaft.<\/p>\n<p>Das Problem dabei: Die Lokalisierung der Produktion ist zumeist deutlich niedriger als sie es bei den europ\u00e4ischen oder japanischen Autos war. Einzig Haval hat in Tula s\u00fcdlich von Moskau ein vollwertiges Autowerk gebaut. Die meisten anderen haben nur Montagewerke in Russland und importieren den Gro\u00dfteil ihrer Autos. Die gro\u00dfen Investitionen scheuen sie &#8211; weil der russische Markt zu instabil und klein geworden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitarbeitern droht Kurzarbeit Russlands Wirtschaft schw\u00e4chelt &#8211; schwere Krise bei Autobauern 07.09.2025, 05:24 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":403035,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[661,3915,13,929,14,15,307,12,10,8,9,11,103,55,3945,104],"class_list":{"0":"post-403034","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-angriff-auf-die-ukraine","9":"tag-autohersteller","10":"tag-headlines","11":"tag-kriege-und-konflikte","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-russland","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-welt","21":"tag-wirtschaft","22":"tag-wirtschaftswachstum","23":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115161032554960809","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=403034"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/403034\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/403035"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=403034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=403034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=403034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}